Mein Vater trinkt, unsere Familie geht daran kaputt

  • hallo libertine

    Zitat

    Ich komme einfach nicht damit klar, dass unsere Familie deshalb kaputtgehen soll, ich kann ihm auch nicht mehr in die Augen sehen, denn auch ich habe so ziemlich jegliche Achtung vor ihm verloren.


    das glaub ich dir, auch ich kann meine mutter nicht mehr ernst nehmen - wenn sie betrunken ist hat es eh keinen sinn. und auch meine brüder (ganz besonders mein größerer) sehen sie absolut net als autoritätsperson.

    dein vater ist schwer krank, aber aus dieser krankheit kann nur er herausfinden. wenn du mit ihm offen reden willst, dann tu das, ich sag mal schlimmer kann es nicht werden bzw. nicht wegen dem gespräch. ob du deinen vater mit worten erreichst, das kann ich dir nicht versprechen, aber dann hast du es auf jeden fall probiert. nicht für ihn, sondern für dich!
    achja, rede mit ihm wenn er nüchtern is und probier in der "ich-form" zu bleiben, also was du dir für sorgen machst, wie es dir dabei geht etc. - wenn möglich ohne vorwürfe (ich weiß das des net so einfach is :oops: )
    bei nem brief gilt dasselbe, ich hab meiner mutter auch scho mal nen brief geschrieben und auch wenn sie dennoch weitertrinkt, mir hat das schreiben gut getan...

    Zitat

    Ich denke, bei einer Scheidung ginge es meiner Mutter viel besser, gleichzeitig befürchte ich, dass mein Vater dann total abstürzt.


    das erste glaube ich auch, das zweite liegt nicht in deiner hand. deine eltern sind erwachsen und können für sich selbst sorgen, es ist nicht deine aufgabe dich als kind darum zu kümmern.
    ich hab scho oft gelesen (auch hier im forum heißt es so) das ein alkoholiker seinen persönlichen tiefpunkt braucht, um aufhören zu wollen und sich hilfe zu suchen - ich denke da is was dran. nur sieht der persönliche tiefpunkt bei jedem anders aus, vielleicht ist es bei deinem vater die scheidung, vielleicht kommt er aber auch erst später oder nie - das sieht bei jedem anders aus.

    du hast viel von deinen eltern geschrieben, von dir wenig... wie geht es dir überhaupt? wie oft siehst du deine eltern denn noch? hast du jemanden mit dem du drüber sprechen kannst, freunde oder so?

    liebe grüße

  • Hey Libertine,

    Erstmal willkommen hier auch von mir, gut, dass Du den Weg gefunden hast.!!

    Um es mal auf den Punkt zu bringen: Es geht nicht darum, ob Dein Vater Alkoholiker ist oder nicht, es geht darum, dass sein Alkoholkonsum jemanden stört, nämlich Deine Mutter, und Dich natürlich auch. Und es steht jedem jederzeit zu, dies auch zu äussern. Für Dich wäre da ein Gespräch mit Deinem NÜCHTERNEN Vater sicher eine gute Möglichkeit. Sollte das nicht möglich sein oder es Dir zu unangenehm sein geht sicherlich der Brief auch.
    Versuche auch zu erreichen, dass Deine Mutter mit ihm darüber spricht (sofern nicht schon passiert).
    Schlussendlich halte ich aber die Aussage Deiner Mutter, dass sie nur noch nicht die Konsequenzen gezogen hat, weil Ihr dann weniger Geld zur Verfügung hättet, für'ne faule Ausrede. Wenn man nicht will findet man immer eine Begründung, warum's jetzt grad nicht geht. Wenn man etwas wirklich will, findet man immer eine Möglichkeit, wie's trotzdem geht.
    Kann Dein Mutter nicht für eine Weile zu Dir oder zu anderen verwandten?? Sie müssen sich ja nicht sofort scheiden lassen, aber es macht sicherlich Sinn, Deinem Vater mal vor Augen zu führen, was passiert, wenn er der Meinung ist, weiter trinken zu müssen/wollen.
    Wenn er wirklich kein Alki ist, dann wird er's einsehen und sich ändern, obwohl ich das bezweifele. Du hast ja erzählt, dass er in den letzten Wochen bereits zwei Totalabstürze hingelegt hat, das macht nicht viel Hoffnung.
    Machen kannst du leider gar nichts, jeder ist für sich selbst verantwortlich, selbst für das, was ihm nicht guttut.
    Aber für Dich kannst Du etwas tun. Grenze Dich ab, stelle klar, dass Du nicht bereit bist, so weiter zu leben. Du wohnst nicht mehr zu Hause, das erleichtert die Sache. Aber lass Dich nicht erpressen im Sinne von "Wenn Du mich nicht besuchen kommst dann gibt's kein geld mehr".
    Ich glaube bei Dir bereits Anzeichen für eine Co Abhängigkeit festzustellen. In Deinem letzten Beitrag relativierst Du bereits wieder den Alkkonsum Deines Vaters, das ist typisch für Co's. Versuche, Dich nicht weiter hineinziehen zu lassen. Die Alk Menge ist nicht entscheidend, vielmehr ist es die Regelmässigkeit und der sich schleichend einstellende Kontrollverlust, was eine Alkoholsucht ausmacht. Auch sog Trinkpausen sind typisch für Alkis.

    Und wie gesagt, es ist nicht wichtig, ob Dein Vater ein Alki ist oder nicht, wichtig ist, dass es Euch stört, dass er Alk trinkt, und dass Deine Mutter einfach nicht mehr so'n stinkendes schwitzendes schnarchendes etwas in ihrem Bett haben möchte. Und das ist verdammt nochmal ihr gutes Recht.

    Ich hoffe, Dir hilft das ein bißchen

    Alles gute und bis bald

    Der Insulaner

  • Hey Libertine,

    Tja, da wirst Du um das Gespräch mit Deiner Mutter nicht drumrum kommen. "Wasch mich aber mach mich nicht nass" gibt's leider nicht.
    Aber ein Tip noch, versuche, das Gespräch vorzubereiten, indem Du Dir z.B. die Dinge notierst, die Du mit ihr besprechen willst. Und überfalle sie nicht, sondern kündige an, dass Du mit ihr reden willst und zwar über das Thema ..... und mache mit ihr einen Termin aus. Vielleicht wendest Du Dich vorher auch mal an eine Suchtberatungsstelle (ja, die helfen auch Angehörigen), evtl macht es auch Sinn (ich weiss nicht, wie Deine Mutter reagiert), einen Moderator bei dem Gespräch dabeizuhaben. Allerdings müsst Ihr Euch auf den Moderator einigen, wenn Du ihn Deiner Mutter aufzwingst ist's für'n A..!!
    Die Suchtberatung könntest Du auch gemeinsam mit Deiner Mutter aufsuchen (vielleicht als Schritt 2 nach dem ersten Gespräch zw Dir und Deiner Mutter).

    Und denke immer dran, wenn Dein Vater die Konsequenzen seines Saufens nicht tragen muss wird er auch nicht aufhören, wozu auch, ist doch alles in Ordnung..!! :(

    Alles Gute und bis bald

    Der Insulaner

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