Trotz Pankreatitis einen Rückfall!!!

  • Servus Catti,

    sorry, ich bin da recht deutlich bei so einer Beziehung zwischen zwei Alkoholkranken, die noch recht nass sind:

    Da hilft der Blinde dem Lahmen bei maximalem Verkehrsaufkommen über die sechsspurige Autobahn...

    Sei doch mal zu Dir selbst ehrlich: das erste Jahr nach dem Suff bist Du so mit Dir beschäftigt, dass Du für eine Partnerschaft gar keinen Nerv hast. Es sei denn, du nimmst das alles recht locker (und die Folgen dafür in Kauf)...

    Was hält Dich an dieser "Partnerschaft"? Zwei Besoffene "stützen sich" (jede(r) auf seine Flasche!?!) und nennen das dann Partnerschaft...

    Ich kenne bislang ein einziges Paar, bei dem beide Partner Alkoholiker sind und bei denen die Partnerschaft intakt ist und beide noch trocken sind. Die Zwei sind jetzt 14 bzw 15 Jahre trocken und seit 9 Jahren ein Paar.

    Den Rest (den ich kenne) hat's meistens nach 1 - 3 Jahren "erwischt": entweder, einer wurde rückfällig (oder auch beide!), oder die Partnerschaft ging auseinander.

    Denk einfach mal für Dich darüber nach, warum es denn diese "Partnerschaft" sein soll. Und dann fälle Deine Entscheidung.

    LG
    Spedi

  • Hallo Catti,

    ehrlich...du hast mich irgendwie gerührt.
    Ich finde es großartig das du für dich selber die Entscheidung getroffen hast, in einer neuen Stadt ein neues Leben beginnen zu wollen.

    Außerdem ist es lobenswert das dein Freund ebenfalls den Wunsch hat trocken zu werden.

    Ob ihr eine Zukunft habt, tja...das hängt für mich von folgender Frage ab!

    Habt ihr euch nüchtern kennengelernt, und seit dann erst Alkoholiker geworden?

    Wenn ihr euch bereits als Alkoholiker kennengelernt habt, dann muß ich sagen hat das ganze für mich keine Zukunft.
    Aus folgenden Grund:
    Ihr kennt euch gar nicht wirklich, ihr kennt euch nicht ungeschminkt. Ihr kennt euch nur als als kranke Menschen die tagtäglich damit beschäftigt waren/ sind ihre Sucht zu befriedigen. Dazu gehören u.a. Beschwichtigungen, Unwahrheiten, Abhängigkeiten zum Partner.
    Ihr würdet euch nach den Therapien erst neu kennenlernen und müßtet euch neu verlieben! Was unter Umständen nur einem von Euch gelingt!

    Solltet ihr euch als gesunde Menschen über den Weg gelaufen sein, so kann ich mir ganz gut vorstellen gemeinsam aus diesem Sumpf heraus zu kommen. Denn dann kennt ihr das wahre Gesicht des anderen, wißt voneinander die wahren Schwächen und echten Stärken. Kennt die wahren liebenswerten Seiten des Partners.

    Die Frage nach den Kindern ist zwar nicht unwichtig, finde ich aber im Moment noch verfrüht sich jetzt schon darüber die Gedanken zu machen. Du hast momentan viel wichtigere Dinge zu bewältigen, da haben die Kinder noch viel Zeit.
    Kinder in die Welt zu setzten, birgt immer ein gewisses Risiko! Wir alle wissen nicht was Morgen ist, und dennoch macht es Sinn sich bei angemessener Zeit die Gedanken zu machen.


    Dies ist meine spontane Meinung zu deinem Posting.
    Egal wie auch immer deine Entscheidung ausfällt, ich wünsche dir von ganzen Herzen ganz viel Erfolg und Glück für deine Zukunft.

    Liebe Grüße
    Söckchen

    „Geliebt zu werden kann eine Strafe sein. Nicht wissen, ob man geliebt wird, ist Folter.“

    Robert Lembke

  • Servus Catti1974,

    ich spreche einem nassen Alkoholiker die Fähigkeit ab, eine Beziehung führen zu können die diesen Namen auch verdient.

    Ein Alkoholiker kreist in erster Linie um sein Suchtmittel, danach um sich selbst, und wenn dann noch vieeeel "Luft" ist, kümmert er/sie sich um ein "behagliches" Umfeld, welches primär bei der Finanzierung der Sucht beginnt...

    Und noch etwas kommt hinzu: Alkohol ist eine persönlichkeitsverändernde Droge. Auch wenn viele von uns Alkoholikern dies am Anfang unserer Trockenheit nicht wahrhaben wollen: fast ausnahmslos haben wir uns in der nassen Zeit massiv verändert, weil wir z.B. Gefühle nicht mehr erlebt haben, Probleme nicht bewältigt haben, Kommunikation nicht möglich war etc. pp.

    Und das Gefühl der "Liebe" soll ausgerechnet dann noch "echt" sein - na ja, da kann jede(r) darüber denken, wie er/sie möchte.

    Warum gehen denn die meisten Partnerschaften nicht während der nassen Zeit eines Alkoholikers auseinander, sondern danach?

    Eben, weil dann irgendwann wieder der "echte" Mensch zum Vorschein kommt, ohne alkoholgestörte Wahrnehmung, mit eigenen Interessen, mit eigenen Ansprüchen. Und diese neue Realität passt halt dann sehr oft nicht mehr in's Konzept...

    Aber warum erzähle ich so viel, Du wirst da Deine eigene Erfahrung machen (müssen).

    Und für mich ist das auch OK so.

    LG
    Spedi

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