Ist Co-Abhängigkeit "einteilbar"?

  • Liebe Amai, aber wir sind doch eigentlich alle nur Wegbegleiter, oder? Oder wir treffen diese Menschen um zu lernen und uns mit Themen auseinanderzusetzen....so wie es auch mit den Dingen ist die uns picksen oder die Wir Probleme nennen...
    Les Dich doch mal hier durch...es ähnelt sich alles sehr...es wird Dir in dieser Hinsicht die Augen öffnen.

    Alles Liebe Karotte

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • Hallo,

    edit elocin: bitte keine Zitate oder Gedichte die ihr nicht selber geschrieben habt, danke.

    Liebe Grüsse
    Elocin

  • Zitat von Karotte

    Liebe Amai, aber wir sind doch eigentlich alle nur Wegbegleiter, oder? Oder wir treffen diese Menschen um zu lernen und uns mit Themen auseinanderzusetzen....so wie es auch mit den Dingen ist die uns picksen oder die Wir Probleme nennen...
    Les Dich doch mal hier durch...es ähnelt sich alles sehr...es wird Dir in dieser Hinsicht die Augen öffnen.

    Alles Liebe Karotte

    :D ja, Du hast vollkommen Recht. Es hat sowieso alles seinen Grund. Und alles, was ich tief in mir verbuddelt gehabt habe (Restthemen, sehr gut verpackt), kommt jetzt an die Oberfläche und will angeschaut werden.

    Ich verstehe nur derzeit den Sinn nicht dahinter. Ich weiß, dass ich es nicht schaffe, dass mein Partner "trocken" wird....das muss er selber wollen. Was hab` ich dann zu lernen? Wenn ich die Partnerschaft jetzt beende (obwohl ich ihn liebe), dann flüchte ich ja und hab` mir das Thema nicht angeschaut. Und dann taucht es anders verpackt an anderer Stelle wieder auf.

    Was haben die Co`s zu lernen? Also, ich bin selbstbewusst, eigenständig, kommunikativ, liebe Menschen und halte mich gerne unter Menschen auf, ...

    Viele liebe Grüße
    Amai

  • Hallo Amai,

    nichts gegen Esoterik, wunderschöne Gedichte und "alles hat seinen Sinn"... aber es passt hier nicht so recht.
    Alkoholismus ist eine tödlich verlaufende Krankheit und ergibt

    Zitat

    KEINERLEI SINN

    .

    Zitat

    CO-Abhängigkeit

    im übrigen auch nicht...

    Begebe Dich bitte Dich auf den trügerischen Pfad der "Schönfärberei", eine Suchterkrankung ist eine Suchterkrankung und nix anders. Weder Liebe, noch Gott noch höhere Mächte noch Engel helfen dabei, es hilft einzig und allein PROFESSIONELLE HILFE !! Und die findet BEIM ARZT statt !!

    Der Glaube kann Berge versetzen, das wissen wir alle, der Glaube kann beim Trockenwerden eine ganz wichtige Rolle spielen, manche Menschen werden sogar trocken erst gläubig. Das AA-Prinzip beruht sogar auf das Vertrauen auf höhere Mächte, is aber nicht so mein Ding, weil ich fest in der Realität stehe. Nur ich allein kann kann mein Leben meistern, ich vertraue auf meine in mir wohnenden Kräfte und Fähigkeiten, Stärken und Schwächen. Und Unterstützung dabei hole ich mir hier in meiner virtuellen und auch in meiner Realen Gruppe dabei, denn sie ist AUCH wichtig für mich.
    Aber trocken bleiben kann ich nur allein, ich nehme aber gern Unterstützung und Hilfe dabei an, aber bleibe auch bei mir.

    Ich habe den ganz dummen Verdacht, Du willst noch nicht richtig sehen, aber das ist normal, weil es nicht schön ist, was es dort evtl. zu sehen ist. Unser Selbstschutzreflex schützt uns auch automatisch davor.
    Lese hier im Forum bitte auch bei anderen tüchtig, der Wiedererkennungswert wird sehr hoch sein :wink:
    Und DANN ziehe DEINE Schlüsse daraus.

    LG
    Lilly

  • HUG - Lilly hat gesprochen...
    hat ja auch recht, aber das Gedicht war trotzdem schön. Liebe A. schau doch wirklich mal rum hier...vielleicht geht Dir dann ein Lichtlein auf...was genau nu bei Dir Sache ist....

    LG Karotte

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • upps, sorry, das "zitierte" soll eigentlich unterstrichen erscheinen, ich hab mich vertan... :oops:

    Es sollte also heißen:

    Alkoholismus ist eine tödlich verlaufende Krankheit und ergibt KEINERLEI SINN.
    CO-Abhängigkeit im übrigen auch nicht...

    Ergänzend möchte ich aber noch hinzufügen, das Trocken Werden SEHR viel Sinn macht, denn unsere Krankheit kann auch eine Gnade sein, nämlich die der Selbsterkenntnis, des Wachsens an sich selbst, das Finden zu sich selbst... und vieles mehr. Trocken werden ist ein langer Entwicklungsprozess, der sehr viel schönes beinhaltet, darum bin ich heute FROH, Alkoholikerin zu sein und diesen Weg gehen zu müssen, den nicht jeder gehen muss... ich würde nicht tauschen wollen mit jemand anderen, es ist alles okay so, wie es ist. :D

    LG
    Lilly

  • Ja, ich bin meinem (Ex) Freund auch sehr dankbar das ich durch Ihn nun endlich einen Namen für gewisse Dinge gefunden habe und nun weiß das ich Coabhängig bin. Und ich bin dankbar dafür das ich Alkoholiker nicht mehr immer ablehnen muß sondern eine andere Perspektive für mich gefunden habe....auch Ich habe hier einen so großen Horizont für mich geöffnet...es ist ein Aufbruch...eine Neuwerden.

    Das Leben ist Widerspruch: Das eine ist und das andere auch.

  • wie schon einmal geschrieben, bin ich davon überzeugt, dass jeder Mensch auf "seine" Hilfe zurückgreifen wird. Es gibt kein "Allheilmittel", aber viele Methoden, die auch gemeinsam wirken.

    Wenn Du glaubst, dass ich mich "zurücklehne" und den Engeln sage: "Geh` bitte, erledigt meine Themen für mich!".... dann irrst Du Dich. Ich bin auch vollkommen da, in meiner Realität und ich schaue mir alles ganz genau an, auch das, was mir seelisch weh tut. Und es tut mir seelisch weh, wenn jemand seine Biere trinken muss, damit er "Kummer" betäubt oder das Leben aushalten kann.

    Ja...ich werde auch bei den anderen lesen, es ist vielleicht nur meine kleine "Ungeduld", dass ich immer auf schnellstem Wege alles erfahren möchte, was wichtig ist (ich lese parallel das Buch und schreibe hier).

    Viele liebe Grüße
    Ingrid

  • Zitat

    wie schon einmal geschrieben, bin ich davon überzeugt, dass jeder Mensch auf "seine" Hilfe zurückgreifen wird. Es gibt kein "Allheilmittel", aber viele Methoden, die auch gemeinsam wirken.

    Liebe Ingrid,

    ich will Dich echt nicht ärgern hier, das ist ganz sicher nicht mein Anliegen.
    Nur in der Sucht ticken alle Uhren anders, es gibt keine alternativen Wege, dort wieder herauszukommen. Es gibt nur ganz wenige Wege, nur denken Alkoholiker oft noch, wenn sie nass sind, sie wären ja sooo individuell, dabei ähneln wir uns wie ein Ei dem anderen. Wer trocken werden will, merkt auch sehr schnell, das wir alle den gleichen Verhaltensweisen folgten, die allein von der Sucht bestimmt waren.
    Nass kannman das aber nicht mehr erkennen, der Alk verändert das Wesen und die Wahrnehmung viel zu sehr. Alkohol ist einfach ein hochtoxisches Nervengift und bleibt nicht ohne Folgen bei Missbrauch.

    Denke mal bitte nicht, bei Euch sei alles anders und ihr kommt da anders wieder raus, dabei wird nur viel Zeit vergeudet. Obwohl, vergeudet schreib ich nicht mal gerne, manchmal muss man noch ne ganze Weile weitersaufen, Runde um Runde drhen, bis man wirklich wach wird. Und einem CO wird es nicht viel anders gehen, denn er ist auch süchtig. Das Suchtverhalten gleicht sich oft sogar ganz erschreckend, wenn auch nicht vollständig.
    Beim Alkie drehen sich alle Gedanken um den Alkohol, bei CO`s um den anderen Menschen, der Suchtstoff ist nur ein anderer mit dann natürlich auch teilweise anderen Auswirkungen. Alle Süchte gleichen sich im übrigen, ich nenne nur mal Bulimie, Borderline, SvV, Spielsucht, Medikamentensucht und wat nich alles...

    Am Anfang zum Trockenwerden steht immer eine professionelle Entgiftung, von einem Arzt begleitet, es gibt allerdings auch ambulante Möglichkeiten, dann aber auch nur unter Arztaufsicht !!
    Runtertrinken bringt nix, kontrolliert können wir nie wieder trinken, wenn wir alkoholkrank sind, unsere Krankheit ist unheilbar und nur zu stoppen.
    Vor dem allen steht allerdings erstmal Krankheitseinsicht und der ganz starke Wille, nie wieder im Leben Alkohol trinken zu wollen. Das macht aber Angst, wenn man in der Sucht gefangen ist, und man verdrängt alles noch, solange es nur geht. Man kann sich ein Leben ohne Alkohol nicht mehr vorstellen, und doch ist das wunderschön und möglich.

    Und ein Angehöriger kann sicher unterstützen helfen, aber aktiv werden muß der Erkrankte selbst. Auch wenn Du Dich noch so viel informierst über unsere Alkohokrankheit oder die CO-Abhängigkeit, bringt es noch nix, wenn der Betroffene noch nicht selbst erkennen will oder kann, bei der CO-Abhängigkeit ist es genauso.
    Mache Dir da also keine Hoffnungen.
    In der Sucht gilt keine Logik, der Verstand funktioniert auch nicht mehr, der Körper muß erstmal wieder clean werden.
    Allein im Hirn bleibt der Alk noch ca. 10 Wochen, alles dauert seine Zeit... aus dem restlichen Körper ist er eher wieder raus. Und erst dann beginnt der Weg in die Trockenheit, nur nicht mehr trinken reicht keinesfalls !!

    Zitat

    Ja...ich werde auch bei den anderen lesen, es ist vielleicht nur meine kleine "Ungeduld", dass ich immer auf schnellstem Wege alles erfahren möchte, was wichtig ist (ich lese parallel das Buch und schreibe hier).

    Ungeduld... dazu könnte ich seitenlang schreiben :lol: ich erkenne sie immer wieder, besonders bei Frauen :wink: . Ich habe da bei mir sehr dran gearbeitet, ich muß nix mehr jetzt und sofort haben, klären, wissen oder tun. Auch diese Ungeduld könnte CO sein, immer handeln zu wollen, nix mal stehen lassen zu können, HELFEN WOLLEN halt !
    Geduld ist aber die Devise, Geduld mit sich selbst vor allem, denn sie ist die Grundlage für Geduld auch mit den Mitmenschen überhaupt, so denke ich zumindest.
    Und auch Gelassenheit ist im Leben wichtig, auch die Gelassenheit, Menschen so annehmen zu können, wie sie nun mal sind, sie nicht ändern zu wollen im eigenen Sinne.

    Geduld und Gelassenehit machen vieles im Leben SEHR VIEL EINFACHER. Und man kann sie sich erarbeiten, braucht man aber Geduld zu :lol::lol::lol:

    LG
    Lilly

  • Du schreibst super (das möchte ich jetzt gerne einmal loswerden), offen, direkt, "ungeschminkt".

    Mir persönlich ist es klar, dass mein Partner "krank" ist. Mir ist auch seit gestern klar, dass ich "krank" bin. Ich habe mich durch ein paar Themen durchgelesen, es gibt sehr wohl für mich "Abstufungen"....

    Alkohol vor dem Partner verstecken, Einkaufsbon auf Alkoholeinkauf überprüfen, "Freunde" des Partners gutheißen oder auch nicht.... das sind Kontroll-Mechanismen und ich persönlich empfinde so ein Verhalten als Stufe 8 (auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 10 stark co ist). Aber das ist mein subjektives Empfinden.

    Ich beobachte zur Zeit, "höre" zu, ..... "Jetzt war ich soooooooooo tapfer im Krankenhaus, jetzt habe ich mir ein Bier verdient!" In meinem Kopf kam die Antwort: Warum brauchst Du einen Anlass für Dein Bier, trink`es halt einfach. Das sind seine "Ausreden"....ich war heute soooooooooo brav in der Arbeit, jetzt genehmige ich mir ein Bier. .....
    Ich lass` das immer kommentarlos stehen, antworte innerlich (Du brauchst Dich nicht rechtfertigen, Du bist erwachsen). Vielleicht sollte ich auch direkt antworten, mache ich aber derzeit (noch) nicht.

    Er weiß noch nicht einmal, dass ich weiß, dass er alkoholkrank ist. Ich weiß, dass ich ihn irgendwann darauf ansprechen werde, jetzt ist aber noch kein guter Zeitpunkt. Er ist Spiegeltrinker, soviel ist klar. Er fängt zum Zittern an, wenn der Pegel sinkt, also ist er wahrscheinlich schon arger Spiegeltrinker, oder?

    Viele liebe Grüße
    Ingrid

  • Zitat von Amai

    Er weiß noch nicht einmal, dass ich weiß, dass er alkoholkrank ist. Ich weiß, dass ich ihn irgendwann darauf ansprechen werde, jetzt ist aber noch kein guter Zeitpunkt. Er ist Spiegeltrinker, soviel ist klar. Er fängt zum Zittern an, wenn der Pegel sinkt, also ist er wahrscheinlich schon arger Spiegeltrinker, oder?

    Viele liebe Grüße
    Ingrid

    Hallo Ingrid,

    sicher ist es gut, einen geeigneten Zeitpunkt abzuwarten. Am besten,wenn er halbwegs nüchtern und ansprechbar ist. Und weißt Du, viele wissen sicher schon, das er alkoholkrank ist, sowas ist schnell rum und hinterm Rücken wird schon lange geredet… da sollte man sich keinerlei trügerischer Hoffung hingeben, war bei mir auch so.

    Das Zittern sind Entzugssymtome, die sich noch sehr steigern können. Schweißausbrüche, Herz-Rhythmus-Störungen, rasender Puls etc. und Angstgefühle kommen meist hinzu. Bei mir führte mein Alkoholmissbrauch bis hin zu schweren Panikattacken mit Todesängsten, ich verließ das Haus kaum noch, nur noch zum Stoff besorgen. Aber das tat ja mein damaliger Partner dann schon für mich später, in "Notsituationen".
    Ingrid, was Du heute noch nicht tust, beispielsweise Alk beschaffen und für ihn lügen, schliesst nicht aus, es nicht später evtl. doch zu tun…

    Einstufungen, wie CO bin ich ?... halte ich für ungut, denn ich will niemand abwerten, indem ich sage „mein Gott, bist Du CO, dat is ja Stufe 10 :roll: “… wem bringt so etwas weiter ? Wir alle haben uns das nicht so ausgesucht… aber wir leben / lebten es trotzdem. Es soll auch Veranlagungen zur Sucht geben, aber es gibt noch keine wissenschaftlichen Beweise. Aber es steht fest, das zum Beispiel bei männlichen Nachwuchs die Chance 6 fach erhöht ist, wenn ein Elternteil an Alkoholismus erkrankt ist. Und CO-Abhängigkeit wird halt auch früh anglegt, zumindest meist, auch bestätigen hier Ausnahmen die Regel.
    Suchterkrankungen sind zu komplex, um sie „einsortieren“ zu können, so ist meine persönliche Meinung dazu. Das private Umfeld allein ist ja schon bei jedem anders.

    Spiegeltrinker… Gamma-trinker… Delta-Trinker… Erleichterungstrinker… Frusttrinker… Quartalstrinker… es gibt solche Einteilungen (nach Jellinek) aber meines Wissens nach sind sie überholt, es gibt neuere, bessere Einstufungen, die nach anderen Kriterien festgelegt wurden, unter Berücksichtigung der alten.

    Aber wem hilft diese Einstufung, dieses Unterscheiden wirklich ? Dem Betroffenen selbst wohl eher weniger… :?
    Alkoholkrank ist für mich Alkoholkrank, die Menge und die Häufigkeit ist bekanntlicherweise KEIN Indiz für Abhängigkeit, wie vieles andere auch nicht unbedingt, denn die Abhängigkeit beginnt im Kopf.

    Und hilft es einem CO, zu wissen, ob er auf Stufe 2, 5 oder 10 steht ? Ändert es was an seinem Suchtverhalten ? Sowas könnte zu Verharmlosung führen bzw. zu einem Herabschauen auf andere, vor sowas werde ich mich immer hüten wollen.
    Es kommt für mich nur darauf an, was derjenige daraus macht, ob er bereit ist, was zu ändern… manch einer entscheidet sich aber auch für lebenslanges Leiden.
    Das akzeptiere ich ebenso, wie ich akzeptiere, das ein Alkoholkranker Mensch sich fürs totsaufen entscheidet. Auch dann hat er noch menschenwürdige Begleitung verdient, unsere Krankheit ist leider auch manchmal SO.
    Es gibt aber IMMER auch die andere Wahl, die Chance auf ein suchtfreies Leben. Darüber muß sich jeder klar sein, nur fehlt manchmal die Kraft, sie zu nutzen. Dann ist das eben so, da ändern wir nix dran.

    LG
    Lilly
    Die nu ma n paar Blümchen einpflanzen wird

  • ich würde niemals eine "Einstufung" dazu nutzen, um irgend jemanden seelisch damit weh zu tun. Je mehr ich mich mit dem Thema befasse (und das mache ich seit gestern), desto mehr fallen mir Situationen aus meinem Leben ein. Die sind noch gar nicht so lange her, betreffen meine Zeit von 2002 bis März 2008.

    Die Mutter meines Ex-Lebensgefährten war/ist Co-Abhängig (Stufe 10 auf meiner Skala, die keine Bewertung sein soll, sondern nur eine Momentaufnahme meiner Selbst). Sie ging nicht mehr fort, aus Angst, ihr Mann könnte bei der Verwandtschaft trinken, während sie weg ist.
    Und wenn sie dann endlich einmal mit ihrer Tochter weggefahren ist, dann war es genauso, wie sie es vermutet hatte: Er lag fast bewusstlos in irgendeiner Ecke, unansprechbar, vorher hat noch das Mobilar daran glauben müssen.... Sie hat gelitten, geheult, gesagt, dass sie ihn verlassen wird (zum 12.000sten Mal) und ihr Sohn (mein Ex) ist so aufgewachsen, ständig mit der Angst "verlassen" zu werden..... Mehr brauch` ich jetzt nicht mehr zu sagen....ich bin eindeutig co-abhängig, weil ich die Welt "schön" haben möchte, für alle Menschen.

    Und ich bin mir wirklich bewusst, dass nur jeder selbst dafür sorgen kann, dass es ihm gut geht. Aber in mir steckt irgend ein verborgenes Thema....ich werde es ausbuddeln.....

    Viele liebe Grüße
    auch an Deine Blümchen,
    Ingrid

  • Zitat von Lilly12

    Hallo Ingrid,

    sicher ist es gut, einen geeigneten Zeitpunkt abzuwarten. Am besten,wenn er halbwegs nüchtern und ansprechbar ist. Und weißt Du, viele wissen sicher schon, das er alkoholkrank ist, sowas ist schnell rum und hinterm Rücken wird schon lange geredet… da sollte man sich keinerlei trügerischer Hoffung hingeben, war bei mir auch so.

    viele seiner Arbeitskollegen sind alkoholkrank (ist mir eingefallen, als ich Deinen Beitrag nochmals durchgelesen habe). Er hat einen durchstrukturierten Tag, geht entweder von 4.30 bis 15 Uhr arbeiten oder von 16 bis 00 Uhr (Schichtarbeit). Seinen Bruder habe ich noch nicht kennengelernt (war schon auf Entzug) und die wenigen Freunde, die er hat, die trinken, aber wie....

    Auf seinem Arbeitsplatz dürfte ein gewisser "Pegel" anscheinend gestattet sein, weil auch der Schichtführer selbst trinkt.... Also, das sind in meinen Augen keine guten Voraussetzungen für "Besserung", weil er auch Angst vor "Arbeitsplatzverlust" hat und seit 19 Jahren diese Tätigkeit ausübt.

    Viele liebe Grüße
    Ingrid

  • Hallo Ingrid,

    auch das ist alles kein Zufall.
    Ein Alkie wird sich immer "Freunde" suchen, die auch saufen. Ansonsten müßte er ja in den Spiegel sehen, bei anderen sehen, das ein Leben ohne Alkohol schön ist.
    Das soll aber vermieden werden, also sagt man lieber über diese Leute, sie seien beispielsweise langweilig oder Spielverderber.
    Denn man will ja seinem eigenen Suchtverhalten möglichst problemlos frönen und das geht halt am besten in "nassen Kreisen", da fällts halt nich so auf.
    Dann kommen auch die altbekannten Sprüche..."Nu hör aber auf, der und der trinkt ja noch viel mehr als ich...ICH bin kein Alkie !!"
    Alkies sind eh immer nur die anderen !! Nie man selbst ... :roll:
    Und die anderen sind GRUNDSÄTZLICH "schlimmer"... trinken GRUNDSÄTZLICH " alle mehr..."

    Die ganze Sache hat System, liebe Ingrid, und wenn man erst dahinter gekommen ist, ist es nicht schwer zu verstehen.
    Die Sucht folgt relativ einfachen Regeln, ist aber trotzdem ein sehr komplexes Thema, weil viele Variablen im Ausleben möglich... viele Dinge spielen dabei eine Rolle...
    Und vor allem werden noch mehr Ausreden gefunden fürs Saufen.
    Na klar, das "verdiente " Feierabendbier( auch Belohnungs-Saufen genannt in in der "trockenen Profi-Saufliga") bloß leider bleibts ja nie dabei... :? Könnten wir NUR das trinken und dann wieder aufhören, wären wir NIE Alkoholiker geworden...

    LG
    Lilly

  • dann besteht derzeit nicht viel Hoffnung auf Änderung, oder? Am Arbeitsplatz wird getrunken und am Abend mit den Kumpels (das verhindere ich nicht, weil ich nach wie vor der Überzeugung bin, dass er mit seinem Alter weiß, was er macht).

    Wo ist da der rote Faden? Sind es unsere Mütter? Ich bin überzeugt davon, dass seine Mutter unter dem "trinkenden" Vater gelitten und nix geändert hat. Er und seine drei Brüder sind also so aufgewachsen.... Eigentlich müsste er ja Alkohol verurteilen, oder?

    Meine Mutter hat versucht, immer zu "vermitteln"....zwischen ihrer Mutter und dem saufenden Mann (sprich: meinem verstorbenen Großvater, den ich geliebt habe...wenn er nüchtern war).

    Ich bin derzeit in der Phase, in der ich versuche, zu verstehen, warum ich ihm über den Weg gerannt bin und fasziniert von ihm bin..... 8)

  • Liebe Ingrid,

    warum "Schuldige" suchen ??
    Sind unsere Mütter / Väter nicht auch nur das Produkt ihrer eigenen Kindheit, ihres eigenen Lebens, was nicht immer einfach war ?
    Gibt es perfekte Eltern überhaupt ??

    Menschen so annehmen, wie sie nun mal sind, das tue ich viel lieber.
    Ich will niemanden verändern oder verbiegen. Entweder mag ich ihn so, wie er nun mal ist oder auch nicht.

    NIEMAND zwingt Deinen Freund, sich die Pulle an den Hals zu setzen, so stark ist keine Erziehung, keine Veranlagung, kein gar nix.
    Er ist ein erwachsener Mensch und für sich selbst verantwortlich.
    Entscheidet er sich fürs Trinken, ist AUCH DAS seine Entscheidung, es hat auch die andere Wahl.

    Ich zitiere hier mal Spedi:
    Wer was ändern will, sucht Wege
    Wer nichts ändern will, sucht Gründe !

    Das gilt für Alkies ebenso wie für CO`s !! Er hat recht damit... ich habe endlos gebraucht, um das mal zu kapieren... alle anderen waren "schuld", nur ich selbst nie :roll:

    Und nochwas, falls Du auf den Trichter kommst, er müsse nur erstmal seine Probleme und Schwierigheiten erkennen und lösen, dann "müsse" er auch nicht mehr trinken... das funzt nicht. Nur anders herum wird ein Schuh draus, erst trocken werden wollen, DANN kann man erst seine Probleme, Ängste, Schwierigkeiten WIRKLICH erkennen, denn der Alk vernebelt alles und packt es in Watte. Und erst dann wird man sie lösen können.

    Liebe Grüße
    Lilly

  • 8) Du hast eine sehr erfrischende Art zu schreiben, .... Deine Worte gehen mir durch und durch. Ich suche keine Schuldigen, ich möchte "verstehen"....und zwar für mich, warum ich so bin, wie ich bin und wie das, also: dass ich co bin, entstanden ist.

    Ich habe eine komplett andere Lebensanschauung, seit dem Tod meines Großvaters, ich weiß, dass wir zu 100 Prozent für unser Leben verantwortlich sind und ich weiß (auch, wenn`s jetzt esoterisch wird, ich bin halt ich) zu 100 Prozent, dass wir uns die Eltern, das Umfeld, die Lebensumstände, .... auf Wolke 1 aussuchen, bevor wir hier auf der Erde geboren werden. Das alles macht Sinn für mich, sonst wäre ich wahrscheinlich in einer Opferrolle. Aber schlussendlich läuft alles darauf hinaus, dass wir die Erfahrungen brauchen, um uns selbst zu finden, unser wahres Sein, so, wie wir wirklich sind.

    Mir fehlt da, jetzt gerade, ein Teil und den suche ich.
    Interessant finde ich, dass man zuerst trocken werden muss und dann die Umstände anschaut.....ich hätte es umgekehrt gemacht, aber ich empfinde Deine Sichtweise als 100 % richtig. Und Spedis Spruch gefällt mir super gut.

    Viele liebe Grüße
    Ingrid

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