Darf man Hoffnung haben????

  • Salue Samie,
    ich denke, der (Haus-/)Arzt hat eine ganz schwere Rolle: zwar muss er das Thema Alkohol sehr ernst nehmen, darf aber den Patienten menschlich nicht verlieren - ist das Vertrauen weg, dann auch der Patient und jegliche Chance auf "Heilung".

    Weißt Du Samie, zwar denke ich bei den mir bekannten Alkoholikern auch so, dass sie keine zwei Tage trocken bleiben könnten, dennoch habe ich nicht das Recht ein Urteil zu sprechen und auch nicht die Befähigung, da ich nicht weiß wie es in diesen Menschen aussieht, ob evtl. deren Druck schon hoch genug ist sich vielleicht doch helfen zu lassen.

    Der Aggression und der Wut kannst du Dich nur leider selbst entziehen. Ich habe es selber durchgemacht und muss sagen, bei mir wurde alles extremer. Je mehr ich mich um mich kümmerte, desto wütender wurde die Gegenseite - zumal der Helfer immer weniger zur Verfügung stand. Davon mal abgesehen ist es fast logisch, dass der Konsum steigt, da er vermutlich Angst hat vor den Dingen, die da noch kommen werden.

    Ich selber bin noch ganz ganz weit entfernt meine Co-Abhängigkeit besiegt zu haben. Nur eines weiß ich für mich : ich konnte den ständigen Wutanfällen und Übergriffen nicht mehr gegenüber stehen ohne selber größtmöglichen Schaden zu nehmen. Ich musste mich räumlich trennen, um zumindest meinen Körper in Sicherheit zu bringen. Die Seele gesundet langsam nach der Trennung auch wieder - es wird noch dauern, aber jetzt habe ich die Chance - die ich vorher nicht hatte, als ich mir noch Gedanken machte, ob nicht ein Arzt ihn bitte mit der Wahrheit konfrontiert, der Arbeitgeber endlich einschreitet oder der Führerscheinverlust ein Aufwachen begünstigt.

    Je mehr Gedanken ich mir über ihn machte, desto weniger Zeit hatte ich für mich - zwangsläufig ist bei einem Zusammenleben an Abstand nicht zu denken, da man/frau ja zusätzlich auf die eigene Sicherheit achten muss.

    Viel Glück auf Deinem Weg wünscht Dagmar

  • Hallo Dagmar Vielen lieben Dank für deine Antworten .Ich weiß du hast ja so recht aber irgendwie schaffe ich das nicht mich zurückzuziehen,es bereitet mir so ein schlechtes Gewissen .Ich denke wenn ich jetzt noch auf abstand stelle beginnt er nie eine Maßnahme egal welcher Art. Ich weiß natürlich das das völliger Quatsch ist aber ich kann aus meiner Haut im Moment nicht raus . Ich wünsche ihm doch nur das bald was los geht für ihn egal in welcher form auch immer Lg Samie

  • Entschuldige, liebe Samie,
    das dürfte wirklich ganz großer Quatsch sein! Sei mir nicht böse, aber ich war vielleicht noch dämlicher als Du: habe langsam aber sicher zugesehen (auch wenn ich es nicht sehen wollte) wie die Konsummengen größer wurden, die Agression dann auch zu Schlägereien führte und gen Ende die Drohungen gegen mich auch größer wurden - erst da bin ich gegangen.

    Schön doof: bis dahin habe ich für Brot und Toilettenpapier gesorgt, den Schornsteinfeger ins Haus gelassen fürs Stromablesen gesorgt und ihn an seine Rechnungen erinnert. Genial - ich nörgle durch Erinnerungen und biete einen Grund fürs Saufen. Das kann man/frau dann noch in Ruhe tun, weil Toilettenpapier und Brot im Haus ist. Genial, ich bin die Böse - aber es ist alles da was das betrunkene Herz noch benötigt.

    Boahhhh.... wie gesagt, ich friere nun in meiner Bude - aber mein Brot ist weiterhin da, meine Blümchen stehen auf dem Tisch und meine Rechnungen werden bezahlt.

    Ob mein ehemaliges Gegenstück Brot im Haus hat kann ich nicht sagen, aber dass die nächste KFZ-Rechnung ganz sicher kommt ist klar und dass der Schornsteinfeger jedes Vierteljahr kommt ist so sicher wie das Amen in der Kirche .... nur wird diesmal die Terminierung nicht mehr mit mir zuverlässig von statten gehen.

    Samie, Samie, Samie, sei nicht so dumm wie ich! Wäre ich früher abgesprungen, so wäre es vielleicht eine Chance für ihn gewesen, bevor (evtl. durch den Alk) sein Narzissmus ans Licht trat und nun eventuell alles an Chancen für ihn verspielt hat.

    Schlechtes Gewissen!!!! Hallo .... das habe ich gegenüber mir selber - ich habe nämlich die letzten Jahre nur vegetiert und nicht gelebt! Ich wünsche mir nunmehr für mich dass bald meine Möbel kommen und der Schornsteinfeger das o.k. zum Kaminofen gibt. Meine Wünsche sind mir wichtig geworden, an deren eventueller Realisierung ich hart arbeite! Das kann jeder andere Mensch - auch ein Süchtiger auch (er muss eventuell erst mal den Weg von Entgiftung und Therapie gehen, aber er/sie kann es ebenso).

    Hallo Samie, ich persönlich empfinde mich als schuldig weil ich so lange die helfende Hand über ihn hielt und mich nicht mehr schützte. Ich - ich - ich - habe die Sucht nicht nur verlängert und verschlimmert, ich selber habe durch meine Anwesenheit den Eindruck entstehen lassen mit ihm ist alles in bester Ordnung. Denn wer so säuft, bei dem bleibt doch kein normaler Mensch.

    Richtig .... normal war ich schon lange nicht mehr ... beginne nur langsam es zu werden...

    Lieben Gruß von Dagmar

  • Hallo zusammen Es sind mittlerweile über 5 Wochen seit dem Antrag auf ne LZT vergangen und ich habe das Gefühl alles wird schlimmer.Mittlerweile geht er einmal die Woche zur Beratungsstelle und danach platzt er jedesmal.die sollen nicht in seinem Leben rum schnüffeln ihn doch in Ruhe lassen und in (einfach )zur Kur schicken ,im Anschluß muß ich noch erwähnen das ich momentan noch 1-2 die Woche meinen Alkoholkranke Schwägerin an der Backe habe die einfach immer wieder mit ihrer Sippe auftaucht ,und dann kracht es so richtig bei uns ,denn das wird mir alles zuviel. Sie hat noch einen behinderten Sohn der meines erachtens nur so krank ist durch ihren Jahre langen Alkoholkonsum. Wenn ich dann versuche auszuklinken werde ich übelst beschimpft wovon man am nächsten Tag nichts mehr wissen will. Ich fühle mich nur noch umgeben von Alkis die ihr Hirn nicht mehr benutzten. Wie lange ich die ganze Schei... noch aushalte weiß ich langsam selbst nicht mehr. Seit fest steht das er muß zur Therapie ist alles nur noch schlimmer, wie soll mit so einem Umfeld nach einer Reha da Erfolg bestehen. Und ich bin ja die die Nase hochträgt und meint sie ist was besseres. Kann das wirklich mein Leben gewesen sein ? lG sAMIE

  • guten morgen samie,

    wollte mal was zur vorbereitung auf die therapie loswerden, so wie es bei meinem mann vorgesehen war bzw. dann abgelaufen ist:

    1. entgiftung im krankenhaus
    2. regelmäßiger besuch der suchtberatung
    3. hierbei ernsthaftes interesse erkennen lassen und trocken bleiben
    4. darauf beruht die entscheidung der suchtberatung, ob eine therapie befürwortet wird oder nicht.
    5. antritt der therapie.

    funktionierte bei meinem mann nicht. er machte erst eine entgiftung, wenige wochen später eine zweite und trank dann immer noch weiter. für solche fälle, wo einer zwar den willen bekundet, aufhören zu wollen, es aber nicht schafft, trocken zu bleiben, gibt es dann die ausnahme-regelung, direkt vom krankenhaus aus - ohne umweg über die wohnung - direkt in die therapie zu fahren.

    wünsche dir, auch wenn das wetter nicht so prickelnd ist, dennoch einen schönen tag - emz

  • Gutenmorgen zusammen Bin doch etwas überrascht über meinen Mann er fängt doch langsam an sich Gedanken über sich seine Krankheit und uns Gedanken zumachen. Er war diese Woche das erste mal in einer Selbsthilfegruppe vor dieser er nen riesen Bammel hatte,doch es funktionierte auf Anhieb recht gut er beteiligte sich zu meiner Überraschung doch an den Gesprächen und war sichtlich begeistert davon. Auch eine Beratung diese Woche zeigt ganz langsam früchte, nur als seine Therapeuten ihm sagte er wäre nach einer LZT ein komplett anderer Mensch war er etwas bedrückt ,später erzählte er mir warum. Er denkt es würde sich dann zwischen uns viel verändern ,warum genau habe ich erlich gesagt nicht so richtig verstanden. ( Vielleicht meint er wenn er 4 Monate aus der Schusslinie ist hatte ich die Absicht ihn zu verlassen) Auf alle Fälle freue ich mich doch das jetzt langsam alles gut ins rollen kommt. Kann mir jemand sagen wie es mit den Besuchen so in einer LZT ist ???????????? Lg Samie

  • Hi Samie,

    Deine Frage wegen der LZT kann ich Dir leider nicht beantworten - da melden sich vielleicht noch andere zu Wort.
    Aber stutzig gemacht hat mich folgendes. Am 23. schreibst du, dass Du es eigentlich fast nicht aushälst und heute - drei Tage später lese ich aufkeimende Hoffnung? Das genau ist unser Co-Problem. Schnell geben wir uns mit wenig zufrieden und die Hoffnung beginnt zu steigen.

    Lass die Taten weiter sprechen...und ich denke auch, dass seine Thera dies nicht ohne Grund sagt. Und er scheint dies ja auch zu spüren...

    Freue Dich bitte noch nicht zu früh, sonst ist eine Enttäuschung vorprogrammiert.

    LG Skybird

    Lebendige Grüsse
    skybird

  • Hallo Skybird Ja du hast recht . Ich gebe mich schnell mit wenig zufrieden habe ich längst bemerkt ,doch es ist ein Anfang für mich denn er hatjahrelang nichts gegen seine Sucht unternommen und jetzt langsam in ganz kleinen Schritten geht es vorwärts . In wie weit es aufwärts geht weiss nur er ,nicht ich . Mir ist sehr bewußt das ich furchtbar CO Abhängig bin ,nur von heut auf morgen komme ich da genau sowenig raus wie er aus seiner Sucht. Ich gebe mir die allergrößte Mühe Lg Samie

  • Hallo zusammen die Entgiftung meines Mannes ist nun bereits 2 Wochen her ,anfang letzter Woche habe ich ihn in seine LZT gebracht und was soll ich sagen ich war mehr als geschockt über diese Einrichtung . Es entspricht der Ausstattung eines Knastes. Am liebsten hätte ich ihn sofort wieder mitgenommen so schei..... fühlte ich mich dort. Mir ist schon klar das es kein 5 sterne Kurhotel ist ,aber ganz so schlimm habe ichs mir dann doch nicht vorgestellt ,naja ich habe ja auch keinen blassen schimmer über solche Einrichtungen. Er fühlt sich dort auch überhaupt nicht wohl und ich sitze jetzt zuhause und fühl mich alleine und einfach nur schei........ Ist das normal ich versuche immer krankhaft mich mit irgendetwas zubeschäftigen . Geht es anderen genau sowie mir zuzeit ???? Lg Samie

  • Servus Samie,

    zur "Einrichtung" der Entgiftungsstation möchte ich Dir nur sagen: Schau Dir die Leichenschaustation an, dann kennst Du die Alternative für Deinen Partner.

    Was gefällt Dir besser?

    LG
    Spedi

  • Hallo samie,

    na, ich drück Dir mal ganz fest die Daumen, das Dein Partner beginnt, zu verstehen, worum es eigentlich geht und er das alles nicht nur auf Druck von Außen macht.
    Denn dann wird er nicht lange trocken bleiben können und alles beginnt von vorn.

    Es gibt aber auch die andere Möglichkeit, das er durch den Besuch der SHG doch einsichtig wird, auch da wäre er nicht der erste. Er sieht, dort sind Menschen wie Du und ich, viele, die auch „nur“ Bier tranken und sich trotzdem als abhängig bezeichnen. Und er kann zuhören, wie sie ihren Weg gingen und für sich selbst auch einen daraus zusammenstricken. Dort wird nix bestimmt, wie jemand wie oder was zu machen hat, sondern man erzählt von sich selbst und der andere kann sich davon mitnehmen, was er möchte. Es wir also auf Einsicht gesetzt. In meiner Realen ist es zusätzlich so, das wir uns bei Problemen auch gemeinsam miteinander beraten.
    Es kommen unangenehmen Wahrheiten zutage, die anfangs auch weh tun. Aber ich denke, GERADE DAS ist das wichtige, dieses angepiekst-Sein, diese stocksauer sein, was zum persönlichen Handeln bewegt. Und es bietet die Chance, zu ERKENNEN !
    Wer sie nicht nutzt, is selber schuld oder zu eigensinnig, verbohrt oder einfach nur lernresistent und dumm. Oder will weiterhin fest die Augen zumachen…

    Und samie, das die Suchtberaterin auch Dich sofort durchschaute, ist nix ungewöhnliches, denn die Verhaltensweisen der CO`s sind gerade zu typisch und ähneln sich sehr. Das Muster einer Abhängigkeits-Beziehung zwischen einen Süchtigen und einem CO wiederholt sich immer wieder.

    So, nu isser inner Langzeit und es ist kein Luxushotel. Es gibt sone und solche Unterbringungen, mal ähnelen sie eher nem Sanatorium, mal haben sie Krankenhaus-Charakter, mal erscheinen sie karg und wie Knast. Aber darum geht’s nicht, sondern NUR darum, das er dort Hilfe bekommt ! Das andere spielt keine Rolle.
    Und evtl. wird er schimpfen, da wieder wegwollen, Gründe dafür suchen, aber wenn er schlau ist, greift er bei diesem Hilfsangebot fest zu.

    Du fühlst Dich allein und vielleicht auch einsam. Ja is doch klar, alles ist ungewohnt momentan und das verunsichert. Warum nutzt Du nun nicht die Zeit, um AN DIR zu arbeiten?
    Werde aktiv, unternimm mit anderen Menschen was, knüpfe neue Kontakte für Dich ganz allein, sorge gut für Dich.
    Und schau in Dich rein, wie kannst Du Dich aus Deiner Sucht CO-Abhängigkeit lösen ?
    Einfach ist nix davon, aber eine große Chance.

    Denn es wird wirklich so sein, Dein Partner wird sich sehr verändern, falls er trocken bleiben kann. Und es bedeutet NICHT, das Du ihn vielleicht verlässt, anders herum kann es ebenso kommen. Er wird eine Partnerin wollen, die ihm ebenbürtig ist, auf gleicher Augenhöhe und sicher keine Frau, die von ihm abhängig ist. Halt eine „wirkliche“ Partnerin.
    Bleibst Du in Deiner Rolle stecken, kann er bald nix mehr mit Dir anfangen, is leider so.

    Das alles ist nicht einfach, liebe samie, würde ich auch nie behaupten… ABER ihr habt momentan auch eine riesige Chance !! Denn auch diese Trennung, das er nun in Thera ist, birgt Chancen auf Erneuerung der Beziehung, auf das es eine bessere werde. Ohne gegenseitige Abhängigkeit, sondern eine in Freiheit mit voneinander unabhängigen Partnern, die wirklich Liebe verbindet und sonst nix.

    Ich wünsche Euch alles Gute auf Eurem gemeinsamen Weg, das ihr das alles zusammen schafft, Veränderungen vornehmen könnt ohne Angst und mit denen ihr Beide zufrieden sein könnt.
    Ach so, noch vergessen, und versucht, immer miteinander im Gespräch zu bleiben, wenn er wieder daheim ist, das ist ganz wichtig. Denn niemand kann die Gedanken und Gefühle des anderen erraten.

    LG
    Lilly

  • Hallo Samie,


    Zitat

    Ist das normal ich versuche immer krankhaft mich mit irgendetwas zu beschäftigen . Geht es anderen genau sowie mir zuzeit ????

    Als Co machen wir immer wieder den Fehler und denken, es ist alles gut, wenn der Partner im Entzug oder in die LZT geht. Aber Samie, genau das ist meist nicht der Fall, denn jetzt beginnt ja erst der Prozess.
    Ein Prozess, der für Deinen Partner , aber in erster Linie jetzt für Dich wichtig ist! Deine Gedanken drehen sich als Co weiter um Ihn, ob die Einrichtung für Ihn die Richtige ist, wie Er damit klarkommt und und und...

    Dcoh dies ist genau das, was die Spirale der Co-Abhängigkeit nicht unterbindet.
    Natürlich ist es aufwühlend, wenn man dies sieht, man macht sich Gedanken, aber wenn Du diese Zeit nicht dafür nutzt, etwas für Dich zu tun, wird es Dich nicht weiterbringen.

    Du schreibst, Du siehst Dich als

    Zitat

    *furchtbar co-abhängig*

    Dann fange nun an, Dich mit Dir zu beschäftigen, warum Du abhängig bist, wie Du da wieder rauskommst. Wenn Du Dich schon

    Zitat

    krankhaft mich mit irgendetwas zubeschäftigen

    versuchst, versuche es doch mal mit Deiner eigenen Krankheit.

    Dies kann Dir dabei helfen.

    Wünsche Dir viel Kraft dabei.

    Lieben Gruß

    S.Käferchen [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.cosgan.de/images/smilie/tiere/k025.gif]

  • Hallo Spedi Mir ist bekannt wie eine Leichenhalle aussieht ich habe einen mediezinischenberuf aber ich habe von der Rehaeinrichtung gesprochen und nicht von der Entfiftungsstation den die war mehr als ok. Danke Samie

  • Hallo butterblume 82 Ich danke dir für deine Antwort es tut mir leid das es bei deiem Sohn nicht gleich geklappt hat und er wieder rückfällig wurde . Aber die Rehaklinik meines Mannes entspricht nicht dem was ich mir in meinen schlimmsten Träumen vorgestellt habe . Und mit dem zur Ruhe kommen klappt es leider auch nicht Nach 1 Woche dürfen sie dort schon ihre Freizeit alleine verbringen nach der 2Woche darf er jede Woche 1 Tag nachhause . Ab der 4woche 1 Wochenende nach der 6woche ein verlängertes Wochenende (3Tage) wie solll man da zur Ruhe kommen . Ich denke für mich das kann so nicht funktionieren . Therapiestunden hat er nur 2-3 mal die Woche der Rest empfinde ich als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ,aber das kann sicherlich keiner verstehen der das nicht selbst erlebt.

  • Hallo Samie,

    ich muß es nochmal wiederholen:
    So wird das wirklich nichts!

    Du schreibst:

    Zitat

    Aber die Rehaklinik meines Mannes entspricht nicht dem was ich mir in meinen schlimmsten Träumen vorgestellt habe .


    Was ist Dein Problem? Wenn Dein Mann wirklich den Wunsch hat, trocken zu werden, dann ist die Einrichtung doch herzlichst egal! Wovor hast Du so eine Angst?
    Du beschäftigst Dich immer noch mit Ihm. Was ist mit Dir? Wieso kannst Du da keine Ruhe bekommen? Ist es Deine Angst davor, daß er wieder mit dem Trinken beginnt? Erzähl doch mal von DEINEN Ängsten.....

    Lieben Gruß

    S.Käferchen [Blockierte Grafik: https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/www.cosgan.de/images/smilie/tiere/k025.gif]

  • Hallo samie,

    Das ist eigentlich typisch CO, was Du da gerade tust. Du stellst eine Therapieform / Therapieeinrichtung in Frage, die evtl. schon vielen geholfen hat… denn der CO weiß ja immer am Besten, was für den Alkie gut ist, gelle ? :roll:
    Da werden auch Therapien und die dazugehörigen Therapeuten schnell in Frage gestellt. :roll:

    Ach samie, wir Alkies haben wohl im nassen Stadium teilweise weiß-Gott schlimmeres erlebt, sind in vollgepissten Hosen in der eigenen Kotze aufgewacht, und zwar nicht im Bett zuhause, sondern Irgendwo, wo wir nich mal mehr wußten, wie wir dahin kamen, um hier mal überdeutlich zu werden.
    Es gibt ein Stadium der Sucht, wo man nur noch Hilfe möchte, egal wie die aussieht, man nicht mehr mäkelig ist und alles in Frage stellt. Ein Privatsanatorium mit Wintergarten isses halt nicht immer… in den wenigsten Fällen wohl… und ob es hilft, bleibt auch fraglich.

    Was Du als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme siehst, kann durchaus zur Therapie gehören, nämlich als Beschäftigungsform mit sich selbst.

    Zitat

    Und mit dem zur Ruhe kommen klappt es leider auch nicht Nach 1 Woche dürfen sie dort schon ihre Freizeit alleine verbringen nach der 2Woche darf er jede Woche 1 Tag nachhause . Ab der 4woche 1 Wochenende nach der 6woche ein verlängertes Wochenende (3Tage) wie solll man da zur Ruhe kommen . Ich denke für mich das kann so nicht funktionieren .

    Manche Therapieformen sind so, um den Betroffenen nicht zu sehr von der Außenwelt abzuschirmen. Es gibt auch die andere Therapieform, wo der Betroffene wochenlang wie unter einer Käseglocke vor allem abgeschirmt wird. BEIDES hat Vor-und Nachteile und ist sicher von Fall zu Fall unterschiedlich zu bewerten.
    Ob DU denkst, das funktioniert so nicht, darum geht es hier nicht !!
    Um es mal deutlich zu sagen, Dein Mann macht die Thera und NICHT DU !!

    Ich hoffe nur, das Du nicht daran denkst, den „armen Mann da rauszuholen“ als seine Retterin in der Not, denn allein dieser Gedanke wäre schon CO. Ihn zum Abbruch dieser Thera zu bewegen, damit Du ihn weiter mit Liebe heilen kannst… blablabla… denn dann wäre er ja endlich wieder unter Deiner Obhut, gelle ?

    Und Veränderungen werden sowieso demnächst zu Eurer Beziehung gehören, wenn ihr ne gemeinsame Chance wollt, da geht kein Weg dran vorbei.

    Was tust Du FÜR DICH in dieser Zeit, wäre meine Frage ?
    Wie arbeitest Du an Dir, welche Hilfsangebote wirst Du FÜR DICH nutzen ?
    Welche konkreten Veränderungen strebst Du für Dich an ?
    Und solltest DU Angst vor Veränderungen haben, werdet ihr auch wenig Chancen haben auf eine Fortsetzung der Beziehung.
    Ich weiß nicht, ob Dir das alles überhaupt ansatzweise klar ist ??

    Sorry, das ich so böse schreibe, aber bei sowas platzt mir echt manchmal die Hutschnur, wenn Angehöriges alles besser wissen, als Therapeuten und Betroffene selbst.
    Du meinst, es könne sich niemand vorstellen, wie es da wäre, der nicht dort war ?
    Was glaubst Du eigentlich, was hier für Menschen sind ??
    Hier sind nämlich genau die Betroffenen und Angehörigen, die sehr wohl schonmal sowas gesehen haben ! Und diese Hilfsangebote dankend annahmen, auch wenn ihnen einiges gegen den Strich ging.

    LG
    Lilly

  • Ach Lilly, wie kannst Du nur!

    Samie kennt das doch alles, kommt ja aus einem der Medizin nahestehenden Beruf!

    Da wird "man" doch nicht Co, das ist doch was ganz anderes... :roll: eben mehr so individuell, schließlich kennt sie ihren Partner doch am besten und weiss, was ihm gut tut und was ihm nicht zuzumuten ist... :?

    Gruß,
    Spedi

    Heute bei so was mal :evil:

  • Liebe Samie,

    egal wie diese Thera aussieht, wichtig ist erstmal, dass er eine macht und soweit ist, auch wenn es erstmal auf Druck des Arbeitgebers geschehen ist. Manche Einrichtungen sehen sehr spaerlich aus, aber meines Erachtens ist das nicht so schlimm, er ist ja nicht im Urlaub, er soll sich ja auf sich selbst konzentrieren und somit bleibt ihm da genug Zeit auch ueber sich mal nachzudenken uebrig.

    Ganz wichtig ist aber, dass Du Dich um Dich jetzt kuemmerst, nutz die Zeit zu erkennen, warum Du solange eigentlich in einer Beziehung voller Lied verbracht hast, aus Liebe sicherlich nicht nur, sondern weil Du scheinbar nicht allein sein kannst. Das ist naemlich der springende Punkt bei uns Co's wir koennen unsere eigene Gesellschaft nicht ertragen, wir brauchen immer jemanden um uns herum. Damit eure Beziehung auch in Zukunft eine Chance hat auf einer gesunden Basis zu ueberleben, ist es wichtig, dass auch Du Dich mit Deiner Erkrankung auseinandersetzt. Schau bei Dir genau hin und lass Dich bitte nicht von irgendwelchen Sachen, die Dein Partner jetzt in Angriff nehmen muss, ablenken. Denn im Ablenken und Betuetteln des nassen Alkis waren wir Weltmeister.

    Tu etwas fuer Dich, diese Chance hast Du jetzt bekommen, wer weiss ob es eine weitere gibt.

    Alles Liebe,

    Jenny

  • Hallo Spedi,

    Oh sorry, Ja ich vergaß, Samie ist ja im medizinischem Bereich tätig und da kann man ja gar nich zum CO werden, weil man ja alles theoretisch weiß über Suchterkrankungen, ebenso wenig in pflegenden Berufen … und in Beziehungen zu Suchterkrankten schonmal gleich gar nicht... darum is die „Hilfe“ dann ja „eher individuell“, richtig ? 8)
    Und Sucht hat ja auch nur mit Logik und Verstand zu tun, und rein medizinische Hilfe hat noch jeden Suchtkranken „GEHEILT“, ich verstehe 8) und werde ab jetzt intensiv in diese Richtung darüber nachdenken. Wie konnt ich auch nur so dumm sein…tztztz :oops:

    Na dann… würde meine Tochter jetzt sagen, das übliche Gesicht von ihr dabei beschreibe ich jetzt ma besser nich, da schleicht sich sogar Muddi dann lieber :wink: … um es nicht länger sehen zu müssen… :?

    LG
    Lilly
    die schon wieder diesen beißenden Sarkasmus in sich spürt :shock: und der muß dann ausgelebt werden, schon aus rein medizinischer/psychologischer Sicht, um nicht in eine schwere Psychose abzuschmieren… darum ja nur… irgendwie so „individuell eben“ … :wink:

  • Hallo zusammen Danke euch für soviel knallharte Erlichkeit habe mir den ganzen Tag gedanken über eure Antworten gemacht. Klar bin ich Co das hat doch garnix mit dem Beruf zutun ,ich bin deshalb genau so Abhängig wie jeder andere. Erst hat es mich schon geschockt aber recht habt ihr trozdem. Deshalb habe ich mir heute einen schönen Tag gemacht mich mit einer Freundin verabredet und es mir einfach nur gut gehen lassen . Am Abend habe ich gerade mit meinem Mann telelfoniert und als er wieder angefangen hat zujammern habe ich ihm heute nur gesagt " Du hast dich dort hin gesoffen "nicht ich und auch sonst keiner . Er war ganz ruhig und es kam kein Komentar seinerseits. Ich denke ich begreife ganz langsam das ich erst mal um mich selbst kümmern muss ,das werde ich in angriff nehmen Lg Samie

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