Erkenntnisse...

  • Zitat von norA50


    Mein Resüme: Es gibt keine vollkommene Partnerschaft. Deshalb bin ich mir gar nicht sicher, ob ic h das, wonach ich mich so sehne, auch wirklich will. Vielleicht suche ich mir auch deshalb immer unzulängliche Männer aus. Wer weiß?

    Guten Morgen Nora,

    ich denke, eine Partnerschaft kann nur so vollkommen oder unvollkommen sein wie die Partner, die sie führen. Und die Männer, mit denen wir uns zusammentun sind genauso unzulänglich oder nicht wie wir selbst.

    Die Frage, ob du das wirklich willst, wonach du dich sehnst, finde ich gar nicht so unklug. Schließlich müsstest du dich auf einen liebevollen Partner einlassen, ihm vertrauen und das Risiko eingehen, dass er dich irgendwann verlässt. Also suchen sich Co´s in der Regel, und das nicht bewusst, wohlgemerkt, immer wieder Männer, die sie brauchen. Denn dann scheint die Gefahr des Verlassen werdens eher gering. „Ich kann ohne dich nicht leben“, „Ich weiß nicht, was ich ohne dich täte“, dass sind doch des Co´s liebste Sätze. Wer aber ohne mich nicht leben kann, der kann es in der Regel auch nicht MIT mir und wenn ich mich noch so anstrenge. Und genauso geht es ihm mit mir ja auch. Wenn ich denke, ich gehe zugrunde, wenn ER mich verlässt, bin ich keine vollwertige Partnerin sondern ein zu groß geratenes kleines Mädchen, das sich nachdem sie zu erwachsen geworden ist für einen Papa, einen Mann sucht, der genauso für sie da sein soll wie ein Vater und darüber hinaus auch noch mit ihr ins Bett geht. „Große Mädchen“ kriegen ihr Leben auch alleine auf die Reihe, auch gefühlsmäßig. Nur dann können sie Partnerin sein und müssen sich auch keine „unzulänglichen“ (was genau meinst du eigentlich damit?) Männer mehr suchen.

    LG
    Ette

    Im Schmerz von gestern liegt die Kraft von heute.
    ("Handbuch des Kriegers des Lichts" v. P.Coelho)

  • Liebe Ette,

    ich meine mit "unzulänglich" meine Partner, die alle nicht "in der Spur" bleiben konnten. Untreu, beziehungsunfähig, immer auf der Flucht... Alle hatten die Tendenz mich zu verlassen, zumindest hab ich das immer so empfunden. Mein Vater hat mich ja auch verlassen, noch ehe ich geboren wurde und schreien konnte "Papa bleib da!". Oder er hat mich nicht gehört, konnte mich nicht hören... Meine Mutter tat alles, um ihn zu vertreiben, ihn fernzuhalten. Wäre ich mein Vater gewesen, diese Frau hätte ich auch verlassen. Dass er mit ihr auch mich verläßt, hat er wohl nicht bemerkt, sich vorstellen können. Als ich dann da war, hatte sie bereits einen anderen Mann geheiratet und meinen Vater nicht mehr an mich heran gelassen...

    Heute morgen bin ich draufgekommen, dass der letzte Freund, der alkohol- und drogenkranke Mann, viel mehr war als nur die Sucht... Wer in sich gräbt kommt in Bereiche, die anfangs vollkommen verschüttet sind und langsam erst ans Tageslicht kommen. Ich bin in Therapie und manchmal denke ich, ich komme nicht vorwärts. Aber nun bin ich dabei herauszufinden, weshalb ich an diese Männer gerate, die meinen Lebensweg "pflastern". Im letzten Fall geht es wohl weniger um den Alkohol und das Kiffen, als vielmehr um Mißbrauch, um "vom Opfer geduldeten" und selbst herbeigeführten Mißbrauch. Ja, auch das gibt es. In meinem Fall: Meine Mutter trennte sich von meinem Vater noch vor meiner Geburt. Sie heiratete aus Trotz und Zorn einen ihr völlig unangenehmen Mann. Ich hab bis heute nicht verstanden, wie sie das ausgehalten hat. Ich wurde als Kind Zeuge ihres Sexuallebens, einmal als sich beide im Wohnzimmer am Sofa "paarten" und einmal als mir ein Brief in die Hände fiel, in dem mein Vater sein sexuelles Empfinden meiner Mutter gegenüber schilderte (ich war damals ca. 8 Jahre alt). Fragen konnte ich niemanden darüber, ich wußte nur, dass Unglaubliches geschieht... Im Laufe der Jahre wuchs in mir ein Unwillen und eine Abscheu gegen meinen Stiefvater, der aber grundsätzlich immer sehr nett und korrekt zu mir war. Grund war wohl der, dass mir meine Mutter niemals von ihrer Liebe zu ihm, sondern immer nur von ihrer Abscheu gegen diesen Mann sprach. In meinem Kinderherz war wohl überhaupt nicht verständlich, wie sich das mit dem was ich gesehen hatte vertragen konnte. Der Mann war abscheulich für mich. Obwohl er immer gut zu mir war, ist er bis zum heutigen Tag für mich der Prototyp des Mannes, den ich verabscheue. Männer wie mein echter Vater, Trinker und Weiberhelden, die ziehen mich an, an jene liefere ich mich aus. Die lieben, netten Männer stoßen mich ab. Deshalb mein Dilemma, deshalb gerate ich nie an Männer, die gut für mich wären.

    Mein letzter Freund, der Drogen- und Alkoholabhängige, lebt mir noch einmal vor, was meine Mutter machte: Mit seiner ihn ständig anmachenden und angrapschenden Tante, die sich aufführt, als wäre sie seine Frau und nicht seine Tante, erinnert er mich an das, was in meinem Elternhaus geschah. Auch er spricht von seiner Abneigung gegen die Frau, spricht offen vom Inzest, der in seinem Elternhaus zwischen Mutter und Bruder geschieht und auch davon, dass er seiner Tante "gehört". Zu meinem Entsetzen wirft er mir dann aber vor, dass ich schuld sei, dass er zu seiner Tante keinen Kontakt mehr hätte, dass ich verhindern würde, dass er nicht mehr mit ihr telefoniert. Ist das nicht die Wiederholung meiner Kindheit? Auch in diesem Fall ist es wirtschaftliche Abhängigkeit und der Mann prostituiert sich so wie meine Mutter - er, weil seine Kifferei und Trinkerei mehr GEld verschlingt als er verdienen kann und der Reichtum seiner inzestiösen Tante ihm irgendwann als Erbe zur Verfügung stehen wird... Er "besäuft" sich, wie meine Mutter das tat, weil sie es eigentlilch nicht mehr ertragen konnte und wie er es auch nicht erträgt...

    Naja, das muss ich erst noch verdauen. Da ist ein "Dreck" hochgekommen aus meiner Seele. Am Ende, vielleicht sehe ich alles anders und die Männer, die in mein Leben treten, sind andere als jene, die mich bisher begleitet haben...

    Es ist alles entsetzlich!

    Nora

  • Liebe Nora,

    Dein Beitrag ist mir sehr nahe gegangen, so dass ich ihn nochmals gelesen habe.

    Ich habe bisher für positives Denken plädiert und mir mein neues Singleleben frei und unabhängig mit allen Möglichkeiten ausgemalt und dargestellt. Dabei habe ich außer acht gelassen, dass ich meine notwendige Trauerarbeit noch nicht abgeschlossen habe. Habe mich abgelenkt und in alle möglichen Aktivitäten gestürzt, um meinen Schmerz nicht zu fühlen, der immer noch schwelend vorhanden ist. Die Co.-Abhängigkeit scheint nicht wie ein schmutziges Hemd abzustreifen zu sein.

    Vorgestern Nacht hatte ich einen Traum, mein Ex-Freund würde mich von dieser Polin aus anrufen. Diese Frau habe ich während der Beziehung besonders gefürchtet, folglich wollte ich ihn vor ihr schützen und habe alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit er nicht an sie gerät. Er war auch ein Grabscher und wollte im Trunke alle Frauen nehmen. Während ich dies träumte, klingelte gegen 1.15 Uhr mein Telefon, ich ging verschlafen ran, er war es und rief von dieser besagten Frau aus an, war in ihrer Wohnung und hatte gegen Bezahlung seine Wäsche waschen lassen. Stotterte irgendwas, hätte kein Erinnerungsvermögen mehr und wüsste nicht wo er sei, ihren Namen hätte er vergessen, sie lachte schallend im Hintergrund. Er wolle dort weg, es sei ihm alles zu assozial, das würde er auch nicht mehr wiederholen. Ich legte völlig erschlagen auf, danach folgten weitere Anrufe auf meinem AB, dass er sich draußen verlaufen hätte, und ich ihn doch nicht in der Nacht draußen lassen könne, damit er erfriere, man hätte ihn dort hinausgeworfen, bzw. er sei gegangen.

    Die Folge war, dass mein Schlaf unterbrochen, und ich die ganze Nacht nicht mehr richtig zur Ruhe kam. Gestern war ich angeschlagen und wie in Trance. Bin abends in meine Gruppe und habe mein Thema angesprochen. Es war so viel Wut, Verletzung und Traurigkeit in mir, so dass ich meine Tränen nicht mehr aufhalten konnte und dort weinte, wie ein kleines verletztes hilfloses Mädchen, das ich letztlich auch bin. Das Thema war wieder mein Vater, auch ihn habe ich noch zu betrauern und loszulassen. Mein letzter Freund hat wieder mal genau diese Gefühle in mir ausgelöst und voll getroffen. Mein Vater ist schon 1985 gegangen, mit ihm konnte ich nichts mehr klären und abschließen, mit anderen Männern habe ich es weitergelebt und außer dem mir zugefügten Leid, mich auch stellvertretend gerächt, indem ich auch ihre Abhängigkeit mir gegenüber nutzte und sie nicht loslassen wollte oder konnte.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hinter jeder Sucht steht eine Sehnsucht, hinter jeder Sehnsucht steht eine Hoffnung.

  • Zitat

    Ich habe bisher für positives Denken plädiert und mir mein neues Singleleben frei und unabhängig mit allen Möglichkeiten ausgemalt und dargestellt. Dabei habe ich außer acht gelassen, dass ich meine notwendige Trauerarbeit noch nicht abgeschlossen habe. Habe mich abgelenkt und in alle möglichen Aktivitäten gestürzt, um meinen Schmerz nicht zu fühlen, der immer noch schwelend vorhanden ist. Die Co.-Abhängigkeit scheint nicht wie ein schmutziges Hemd abzustreifen zu sein.

    Liebe Laurina,

    es geht nicht so einfach... da geht es mir nicht anders als Dir. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir alles eines Tages hinter uns lassen werden. Die Menschen, durch die wir uns quälen lassen, sind nur Werkzeuge, Stahlbürsten, die uns dabei helfen unser Leben zu reinigen. Manchmal, in ganz schlimmen Zeiten, stellte ich mir vor, in fiele durch einen Fleischwolf der mich fast umbringt, an dessen Ende ich aber rein und geklärt hervorkomme. Es tut unglaublich weh, wenn wir die alte Haut abstreifen, es schmerzt, man glaubt zu sterben, aber anders ist es wohl nicht möglich an die unteren, schönen und zarten Schichten zu kommen.
    Wir dürfen nicht aufgeben uns zu pflegen und unsere Schmerzen zu lindern. Das ist es, wenn wir uns ausmalen wie gut es uns ohne unsere Quälgeister geht... Anders als mit dieser Vision können wir nicht weiterleben. Eines TAges werden wir unser Singleleben genießen können, dazu stehen allein zu sein und erst dann werden wir bereit sein für eine neue Beziehung. Man sagt, es werden uns dann andere Männer begegnen, weil wir dann nicht mehr das Unglück anziehen..

    Liebe Laurina, ich wünsche Dir viel Kraft zum Durchhalten und freue mich auf den Tag unserer Wiedergeburt!

    LG
    Nora

  • Guten Morgen,

    beim Lesen Deines Textes kommen mir die Tränen, ich sitze hier und weine und schon kommt wieder ein Gedanke hoch, als ob ein innerer
    Richter mir sagen würde, reiße Dich zusammen.
    Ich weine über mich und über meine kranken Anteile, die gerade so schmerzhaft bewusst werden.

    Ich habe mich getrennt, im Hinterstübchen sind noch Gedanken, dass er mich trotz seines Trinkens lieben würde, meinte das gefühlt und wahrgenommen zu haben. Wenn ich nichts hörte und mit nichts konfrontiert wurde, fühlte ich mich subjektiv gut. Dennoch war ich süchtig danach zu erfahren, wo er sich aufhält und was er treibt. Viele Abende schaffte ich es nicht ans Telefon zu gehen. Es gab dazwischen Abende, an denen wartete ich regelrecht auf einen Anruf, um ihn abweisen zu können und um einige meiner vielen Verletzungen anbringen zu können. Wenn ich hörte, was er so treibt, war es gerade so, als ob ich eine erneute Bestätigung dafür suchte, dass mein Entschluss zur Trennung richtig und gerechtfertigt ist. Habe ihm gesagt, er solle weitertrinken und sich andere Frauen nehmen, seine notwendigen Erfahrungen machen, aber bitte in seinem Stadttteil, wo ich nichts davon mitbekomme. Er kommt aber regelmäßig in meinen Stadteil zurück und treibt sein Unwesen hier. Er ist süchtig mich zu verletzten, ich bin im Gegenzug süchtig, von ihm verletzt zu werden. Ich habe immer gewarnt, aber bitte nicht mit dieser Polin, mit ihr hatte ich einige negative verletzende Begegnungen, sie war für mich die absolute Schmerzgrenze, nein das darf nicht passieren. Und nun war er bei ihr "zum Wäschewaschen", was da auch immer passiert ist, es zerreißt mich fast vor Schmerzen. Empfinde neben meiner Traurigkeit auch Wut und Verachtung. All meine negativen Empfindungen komme gerade hoch.... sie sind sehr heftig.
    Als ich am Dienstag in meiner Gruppe war, berichteten zwei Frauen, dass deren Männer nun trocken seien und sie wieder zufrieden und glücklich wären. Da brach meine Schleuse, was hatte ich dagegen zu bieten, der meinige trinkt weiter und amüsiert sich mit einem polnischen Luder.
    Ich wollte es steuern und auch ein Erfolgserlebnis zu berichten haben, in dem ich glaubte, wenn ich mich nur rar mache, wird er schon seinen persönlichen Tiefpunkt erreichen.
    Fazit: ich habe mich in sein Leben eingemischt, seine Entscheidungen zu den meinigen gemacht, noch nicht losgelassen und manipuliert. Mit allem theoretischem Wissen fühlt sich das nicht gut an.
    Meine Fragestellungen gingen zu oft in die Richtung, warum er so ein massives Bedürfnis hat mich zu verletzen, warum ich mir das alles angetan habe, fragte ich mich seltener. Zu guter Letzt könnte ich nicht mal die Frage beantworten, was ich an ihm so sehr geliebt habe. Es war ein Gefühl wie im Zauberwald, wir waren wie besoffen voneinander, verstrickt in Sucht, Leidenschaft, Abhängigkeit und anderen destuktiven Gefühlen. Das habe ich als Liebe gelernt, und das habe ich gelebt. Während ich es niederschreibe, klären sich meine Gedanken und Gefühle. Dieser Tiefpunkt ist zu mir gekommen, er bedarf der Klärung.
    Ich trage mich mit dem Gedanken an einem Seminar teilzunehmen mit dem Inhalt: Was nährt mich, was verstrickt mich?"
    Danke fürs Teilnehmen.
    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hinter jeder Sucht steht eine Sehnsucht, hinter jeder Sehnsucht steht eine Hoffnung.

  • Zitat

    Ich weine über mich und über meine kranken Anteile, die gerade so schmerzhaft bewusst werden.

    Liebe Laurina,
    es ist gut zu weinen und wir haben allen Grund dazu. Manchmal setze ich mich hin und halte mich selbst ganz fest in den Armen. Ich stelle mir vor, ich bin noch ein kleines Kind und meine eigene Mutter zugleich.. Wir dürfen uns das zugestehen, denn es gibt niemanden außer uns selbst die uns rettet, die uns ohne wenn und aber liebt, die uns nie verläßt...

    Zitat

    Ich habe mich getrennt, im Hinterstübchen sind noch Gedanken, dass er mich trotz seines Trinkens lieben würde, meinte das gefühlt und wahrgenommen zu haben.

    So gehts mir auch. Nun sind es 4 Wochen, dass ich nichts mehr von ihm gehört habe. Zweimal schrieb ich ihm per email, dass er seine Sachen holen soll. Zweimal hat er geöffnet, aber ohne Reaktion. Ich überlege, ob er mich bestrafen will für meine Aussage, dass ich seine Suchten nicht akzeptieren kann, oder ob er wirklich wieder so vollgekifft ist, dass er nichts wahrnimmt. In der Arbeit ist er, dass sagte mir ein Freund von ihm.. Das war gut zu hören, so kann ich ohne Mitleid gegen ihn vorgehen und tatsächlich seine Sachen am angekündigten Termin in 1 1/2 Wochen auf den Hof stellen (2 Fahrräder, 1 teures Rennrad ist auch dabei)...

    Zitat

    Es gab dazwischen Abende, an denen wartete ich regelrecht auf einen Anruf, um ihn abweisen zu können und um einige meiner vielen Verletzungen anbringen zu können.

    Das stellte ich mir auch immer vor... Aber zum Glück rief er nie mehr an....

    Zitat

    Er ist süchtig mich zu verletzten,

    i

    Wir haben es mit kranken Menschen zu tun, wir sind zwar auch krank, weil wir uns das alles antun lassen, aber diese Abhängigen sind nicht nur voll Selbsthaß, sondern auch von Haß gegen jene, die sich davon nícht überzeugen lassen, dass sie eigentlich nicht zu lieben sind....

    Zitat

    Ich habe immer gewarnt, aber bitte nicht mit dieser Polin, mit ihr hatte ich einige negative verletzende Begegnungen, sie war für mich die absolute Schmerzgrenze, nein das darf nicht passieren.

    Naja, noch eine Kranke im Spiel. Aber letztendlich ist es vollkommen egal mit welcher Frau er das Spiel spielt, nicht wahr? Vielleicht verkörpert diese Frau aber auch eine Frau aus Deiner Kindheit oder Jugend, die Dir weh getan hat...?

    Zitat

    Und nun war er bei ihr "zum Wäschewaschen", was da auch immer passiert ist, es zerreißt mich fast vor Schmerzen. Empfinde neben meiner Traurigkeit auch Wut und Verachtung. All meine negativen Empfindungen komme gerade hoch.... sie sind sehr heftig.

    Sicher kommt dieser Schmerz nicht aus der Gegenwart, sondern die beiden Menschen berühren eine Stelle in Dir, die eine große Wunde ist...
    Wenn nicht, würdest Du die beiden einfach beiseite schieben, denn wer kann Dir schon die Sonne nehmen? Es sind Schatten aus der Vergangenheit, die sich in der Polin und Deinem kranken Mann noch einmal verkörpern...

    Zitat

    Als ich am Dienstag in meiner Gruppe war, berichteten zwei Frauen, dass deren Männer nun trocken seien und sie wieder zufrieden und glücklich wären.

    Das ist schön zu hören, zeigt es doch, dass es auch noch andere Fälle gibt als unsere. Aber unsere Aufgaben sind eben andere, wir haben noch viel zu tun...!

    Zitat

    Ich wollte es steuern und auch ein Erfolgserlebnis zu berichten haben, in dem ich glaubte, wenn ich mich nur rar mache, wird er schon seinen persönlichen Tiefpunkt erreichen.
    Fazit: ich habe mich in sein Leben eingemischt, seine Entscheidungen zu den meinigen gemacht, noch nicht losgelassen und manipuliert. Mit allem theoretischem Wissen fühlt sich das nicht gut an.

    Es wäre sicher gut, Dich gedanklich von dem Mann und der Polin zu lösen und zu schauen, was dahinter stehen könnte. Das hätte auch den positiven Effekt, dass Du bei Dir bleibst, denn was die beiden tun kannst Du ohnehin nicht beeinflussen. Es ist so: Die beiden spielen die Musik und Du tanzt danach - dabei ist es ein schauerliches Gekrächze und Gejaule, nach dem kein Mensch tanzen mag... Du mußt Dir Deine eigene Musik machen, zu der Du voll Freude und Leidenschaft tanzen kannst!

    Zitat

    Meine Fragestellungen gingen zu oft in die Richtung, warum er so ein massives Bedürfnis hat mich zu verletzen, warum ich mir das alles angetan habe, fragte ich mich seltener. Zu guter Letzt könnte ich nicht mal die Frage beantworten, was ich an ihm so sehr geliebt habe.

    Der Mann hat sicher auch seine Schmerzpunkte aus der Vergangenheit und da paßt vielleicht gerade Du gut rein. Machst ja auch alles schön mit, so wie er es gerne hätte. Läßt Dich schön quälen. Damit wird er sofort aufhören, wenn Du ihm zeigst, dass er Dir "wurscht" ist...
    Du liebst an ihm wahrscheinlich die Möglichkeit, an ihm und durch ihn Deine eigenen Schmerzpunkte zu bearbeiten..


    Zitat

    Ich trage mich mit dem Gedanken an einem Seminar teilzunehmen mit dem Inhalt: Was nährt mich, was verstrickt mich?"

    Das klingt gut! Letztendlich ist es wie ein Zusammensetzen von winzigen Mosaiksteinchen... Noch können wir das Bild nicht erkennen, wir haben eine Vision und wir vertrauen darauf, dass jedes Steinchen seine Bedeutung hat..!

    Liebe Grüße und alles, alles Gute!
    Nora

  • Liebe Nora,

    das hört sich für mich stimmig und sehr empfindsam mitfühlend an.

    Ja die Polin, sie war auf mich völlig betrunken zugekommen und hatte gesagt: Ich will mit deinem Mann.....und werde es eines Tages schaffen.

    Sie erinnnert mich an eine frühere Situation, als ich hoch schwanger war und während ich in den Wehen lag betrogen worden bin, ein ganz wunder Punkt.

    Nach dem Schmerz von heute Vormittag bin ich nun wieder bei mir angelangt und werde gleich meiner Mutter beim Kochen helfen.

    Alles Gute auch für Dich.

    Lieben Gruß Laurina :wink:

    Hinter jeder Sucht steht eine Sehnsucht, hinter jeder Sehnsucht steht eine Hoffnung.

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