Hallo ihr lieben,
Ich habe am WE an einem Selbsthilfetag teilgenommen, und möchte euch davon etwas hierlassen.
Es gab zwei Vörträge von Psychologen der Klinik zum Thema, und im Anschluß daran, jeweils Gruppen. In den Gruppen waren max. 10 Teilnehmer, so das ein guter Austausch möglich war.
Es waren nur sehr wenige Angehörige anwesend, so das ich in meiner Gruppe die einzige CO war.
Thema war : Angst - Ursache und Motor der Sucht.
Zuerst wurde in einem Vortrag herausgearbeitet, das jeder Mensch Angst hat.
Das die Angst etwas durchaus gesundes ist, weil sie eben auch eine Warnfunktion hat.
Es gibt Ängste die jeder kennt, die uns begleitet von Kindesbeinen an.
Angst vor neuen Lebensumständen, denen wir schon als Kinder ausgesetzt sind. Wie z. Bsp.
- bei Kindergarteneintritt, Einschulung usw.
Jede größere Veränderung macht erst einmal Angst. Das zieht sich durch unser Leben.
Wie wir damit umgehen, und wie wir der Angst begegnen können, das liegt daran, wie und in welcher Form wir auf der anderen Seite Verlässlichkeit erfahren haben.
Ob wir die Sicherheit verinnerlichen konnten: Egal was passiert, es ist immer jemand für mich da.
Wenn dieses Urvertrauen vorhanden ist, wenn wir es erfahren haben, schaffen wir es in den meisten Fällen, mit der Angst gut umzugehen, und die als das anzusehen, was sie sein sollte, ein Warnsystem vor eventuellen Gefahren.
Da also jeder Reifungs- oder Entwicklungschritt erst einmal Angst macht, verhilft uns also das Urvertrauen, das wir Möglichkeiten finden und aktivieren um diese Angst zu bewältigen.
Durch die Bewältigung der Angst, können wir weiter reifen, und werden bei der nächsten Veränderung in unserem Leben ähnlich verfahren.
Haben wir dieses Urvertrauen nicht erworben, haben wir kein zu - trauen zu uns.
Wir trauen uns nicht zu, uns der Angst zu stellen. Wir bleiben in der Angst stecken.
Das führt widerum dazu, das wir nicht weiter reifen können, durch das nicht weiter reifen, bilden sich sich Persönlichkeitsdefizite.
Wir können nicht angemessen mit Veränderungen und Belastungen umgehen.
So wird die Angst nach und nach immer größer, und wir können nicht mehr gesund damit umgehen.
Sie wird verdrängt, und wir sind nicht mehr in der Lage, uns unseren Ängsten zu stellen.
Das ist der Punkt, wo Angst beginnt krank zu machen. Es entstehen Phobien, Depressionen, Panikattacken und / oder Sucht.
Bei der Entstehung der krankhaften Angst überwiegt das Gefühl der Bedrohung, die Selbstsicherheit ist nicht ausgeprägt.
Wenn wir diese Selbstsicherheit mehr und mehr entwickeln können, kann die Angst schwinden.
Im zweiten Vortrag ging es um die widersprüchlichen Sehnsüchte in unserem Leben.
Wir sehnen uns nach Autonomie, nach Eigenständigkeit. Dafür braucht es eine Lösung, ein abnabeln.
Dieses abnabeln macht Angst, weil wir uns gleichzeitig auch nach einer Geborgenheit sehnen, die aber widerum eine Abhängikeit vorraussetzt.
Wenn ich mich geborgen fühlen will, muß ich mich öffnen können, mich zu einem Teil " nackt " machen, z. Bsp. vor einem Partner.
Erfahre ich aber, das dieses "abhängig" machen, ausgenutzt wird, ensteht Wut.
Die Kunst besteht also darin, mit den widersprüchlichen Sehnsüchten in meinem Leben klar zu kommen, und dies in einer Waage zu halten.
Da schließt sich dann wieder der Kreis zum Urvertrauen.
Denn nur wenn ich mir dieses Urvertrauens bewußt bin, kann ich diese widersprüchlichen Sehnsüchte nebeneinander stehen lassen.
lg Lämmchen