• Hallo Marilyn,

    ich habe mich zweimal getrennt von meinem Jetzt-Mann.

    Das zweite Mal ging es eigentlich von ihm aus. Ich war bei ihm in Ungnade gefallen, weil ich die Polizei gerufen habe, als er mich bedrohte. Und dann hat er nur noch hier rumgetobt und verkündet, dass er mit mir nichts mehr zu tun haben will. Das ging über eine Woche so, ich habs nicht mehr ausgehalten. Ich hab Bilanz gezogen und bin zum Schluss gekommen: Ich renne ihm jetzt nicht mehr hinterher, denn für mich ist eine Trennung besser. Die Trennung vollzogen habe ICH dann.
    Wenn er aber eingelenkt hätte, hätte ich den Absprung wohl nicht so schnell geschafft.

    Das erste Mal ging es von mir aus und hat EWIG gedauert.
    Ich habe ihm zuerst angekündigt, dass ich mich trenne, falls er nicht bals aufhört zu trinken. Dann habe ich ihm gesagt, dass ich mich jetzt auf Wohnungssuche begeben werde, da hätte er noch die Chance gehabt, sich zu bemühen. Und die Wohnung habe ich dann heimlich gesucht, damit er mich nicht davon abhält. Und ich habe mir aufgeschrieben, wieso ich mich trennen muss, und den Zettel mit mir rumgetragen. Und einen Talisman, den ich von einer Bekannten bekommen hatte.
    Es hat mich unendliche Überwindung gekostet, diese erste Trennung.
    Und dann hab ich ihm den Auszug angekündigt.

    Ich bin dann auch nicht mehr umgekippt. Erst einige Jahre später, als er aber wirklich trocken war, hab ich es ein zweites Mal mit ihm versucht.
    Aber ich habe den Kontakt mit ihm gehalten, vielleicht war das schon ein Fehler. Ich wollte immer irgendwie "Freunde bleiben".
    Diesmal habe ich den Wunsch eigentlich nicht mehr so sehr, aber wir hängen über die Kinder und durch die Noch-Ehe eben doch noch sehr zusammen. Aber ich bemühe mich um Kontaktbeschränkung.

    Leere Androhungen habe ich, glaube ich, nie gemacht. Aber ich habe eben einfach sehr lange gewartet, bis ich den Entschluss umgesetzt habe (bei dieser ersten Trennung.).

    Liebe Grüße
    Doro

  • Hallo Marylin,

    noch ein nachträgliches herzliches Willkommen hier im Forum. Es ist Wunschdenken, sich freundschaftlich trennen zu können, so nach dem Motto: lass uns mal aufhören, war schön mit dir und dann friedlich nebeneinander zu leben, vielleicht noch die Hobbys, Freunde und Arbeitsstelle zu teilen, wenn einer gleichzeitig den Partner nicht verlieren möchte.

    Konsequent seinen Weg gehen und mit einem klaren Schnitt aus einer unpassenden Beziehung aussteigen ist das, was wir nicht konnten. Die genaue Definition der Coabhängigkeit kann Du in den Grundbausteinen nachlesen. Ich kenne Angehörige von alkoholkranken Menschen, die sind nicht coabhängig und Alkoholiker, die von ihrem nicht trinkenden Partner coabhängig sind, wir wachsen da rein, bis wir uns verloren haben.

    Coabhängig wird gerne verallgemeinert, in alle Lebenslagen übertragen, steht auch für die eigene Unfähigkeit für sich selbst zu handeln. Das lernen wir in frühen Kindertagen, unbewußt, so wie an der Flasche nuckeln, nur ist während unserer Entwicklung nie eine heiße Herdplatte angestellt, auf die wir mal langen können um sie nie wieder anzupacken.

    Grundbausteine

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

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