Meine Liebe ... (zum) Alkohol/iker!

  • Hallo, liebe Forenmitglieder!

    Muß gerade selbst über meine Naivität lächeln und heute meine Geschichte erzählen!
    Vor 5 Jahren habe ich meinen Partner (50J.) kennnengelernt. Er hat mir auf Anhieb gefallen, denn er ist ein aufgeschlossener, geselliger, gebildeter Mann und genau das Gegenteil von mir.
    Zu seinem gehobenen Lebensstil gehört natürlich ein Flascherl Wein dazu. Später ist mir seine kontinuierliche Trinkerei aufgefallen und zur Last geworden. Schon als Frühstück trinkt er seinen geliebten Alkohol, da ist er noch sehr lieb, unterhaltsam und hilfsbereit. Nach 2-3 Flaschen Wein wird er müde (logisch), vergesslich, zynisch, grantig und es liegt auch am Wetter, entweder legt er sich schlafen oder wir essen noch etwas miteinander, oder er trinkt genußvoll weiter. Dann muß ich damit rechnen, dass er mich attakieren wird, d.h. Frust ablassen.
    Klar, bin ich dann gerne weg oder bin arbeiten, bringt aber nix.
    Der Alkohol bewirkt, dass er seinen Verstand und seine Gefühle nicht mehr besammen hat. er unberechenbar ist. Vergangenes und reales vermischt sich in seinem Kopf.
    (Schreit, ist hysterisch.....>diese Idioten, ich bin eine blöde S..., deine sch...Arbeit, wann wird mal was gscheit`s kocht, ...die Weiber..., koum schon,zirg di`aus...)
    Versteht sich, wenn ich dagegen rede, dann fliegen die Fetzen bei uns.
    Am nächsten Tag nach dem Rausch hat er alles vergessen, ist liebenswürdig und hilfsbereit.
    Sicher habe ich ihn schon oft verlassen, habe mein Zeug zusammengepackt und gegangen. Aber wieder mit allen Finessen bemüht er sich um mich und wieder habe ich Mitgefühl mit ihm und es gibt auch viel, das mir abgehen würde.
    Und natürlich gibt`s auch schöne Tage mit ihm, da ist er sympathisch, chamant, charismatisch und anregend.
    > Warum tue ich mir das alles an, frage ich mich? Nur, weil mein inneres,altes,krankes Selbstbild das ganze Tohuwabohu schon kennt und weiß damit umzugehen?
    >Weil der nüchterne Mann mein Freund ist, der alles für mich tut?
    >Weil er mich nie geschlagen hat?
    Ich glaube nicht ,dass er eine Therapie machen wird, noch immer fühlt er sich als Genußmensch.
    Ich habe jetzt öfter hier im Forum gelesen und mich daraufhin wieder von ihm getrennt. Ja, ich vermisse ihn sehr. Gruß von Emma

  • Hallo Emma,

    ich begrüße Dich auch ganz herzlich hier bei uns.


    Die Trennung war ein erster Schritt. Wie soll es jetzt für Dich weitergehen?

    Es ist wie beim Alkoholiker, der in eine Entgiftung geht als ersten Schritt, danach geht es weiter mit Verhaltensänderungen. Wo siehst Du bei Dir Handlungsbedarf außer der Trennung? Was hilft Dir gerad über den *Entzug* Schmerz?

    Lieben Gruß

    Susanne

  • Hallo Emma,

    herzlich willkommen in diesem Forum.

    Was ist denn ein Genußmensch? Ist das jemand der intelligent säuft oder schlägt oder mißbraucht oder jemand, der aufgrund seines Bankkontos dazu auserkohren wurde sich hochwertiger zu besaufen?

    Ich wünsche Dir, dass das Vermissen weniger wird und Du zu Dir findest.

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Nach der kurzen Trennung, wie soll´s weitergehen?

    Momentan denke ich viel nach und analysiere meine Situation.
    Ich bin recht froh und fühle mich frei, weil ich meinen Freund verlassen habe.
    Dennoch habe ich ihn nach 4 Tagen Trennung besucht, ich wollte mir noch etwas aus den Garten holen, gerade sind der Salat, die Tomaten und die Gurken erntefrisch.
    Mein Freund sieht sehr kaputt aus. Er isst kaum etwas und hat auch Magenschmerzen. Nichtdestotrotz ist jedes Gespräch aussichtslos. Ich gab Ihm daher nochmal die Telefonnummer von der Entzugsstation und vom Hausarzt.
    Ich würde gerne mit meinen Freund auf einer nur freundschaftlichen Basis in Verbindung bleiben, aber nur wenn ich mich selbst daran halten kann.

    Mir ist jetzt klar geworden, dass ich seine Alkoholsucht nicht mehr akzeptieren darf :twisted: . Vielleicht hat er mich sogar bewusst vor 5 Jahren ausgewählt, weil ich eben in sein Krankheitsbild passte. Nur diese Partnerschaft war nicht auf Gefühle/Verliebtheit aufgebaut. Er kann gar keine Liebe empfinden, solange der Alkohol seine Ersatzlösung ist.
    Ich war auch mal Suchtkrank, weil irgendwann mal alles schiefgelaufen ist, es mir sehr schlecht ging, niemand da war der versteht und mich tröstet. Meine Eltern hatten genug andere Sorgen.
    Mein Ersatz für den Mangel in meinem Herzen wurde zur Bulimie. Habe auch viele Jahre gekämpft und musste lernen, was das Leben und Erleben ist.
    Ich weiß es nicht, ob´s der der Alkoholabhängigkeit auch so ist, möglich wär´s.
    Gestern lag ich den ganzen Tag mit Migräne im Bett. Wer kümmert sich da um mich?
    Ich hoffe einfach, dass mein Freund es nocht schafft und dass er sich nicht aufgibt!

    LG und Mut zum Leben
    wünsche ich Euch allen und mir auch
    Emma

  • Hallo Emma,

    wer sich um Deinen Freund kümmern sollte, ist ER ganz allein.

    Zitat

    Wer kümmert sich da um mich?

    Das kannst auch Du nur allein. Und was meinst Du, wie schön dies sein kann, wenn Du dies erstmal erfährst, für sich selbst zu sorgen ohne sich von anderen abhängig zu machen.

    Das mit dem Mangel hast Du gut erkannt. Alkoholismus ist ja nun auch eine Familienkrankheit, die sich durch *Mangelersatzbeschaffung* auszeichnet. Es ist eine Spirale von dem trinkenden Part und oftmals einem Partner, der für all das, was fehlt, *ausgesucht* wird. Oftmals passiert dies nicht bewußt, manchmal schon (wie ich selbst schon erfahren habe).

    Du stehst in Deinem Mittelpunkt. Du hast ihm jetzt Adressen gegeben, mehr kannst Du nicht tun!

    Aber wie geht es jetzt für Dich weiter? Welche Hilfen kannst Du für Dich finden?

    Nur aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, daß nach einer Trennung vom *nassen* Alkoholiker eine Freundschaft für Deine Co-Abhängigkeit nicht möglich sein wird. Ich konnte mich nicht genug abgrenzen, weil er auch ganz massiv meine Co-Knöpfe drückte.
    Heute lebe ich sehr gut ohne diesen Menschen, der es sogar eine Zeit schaffte, diese Knöpfe sogar ohne Kontakt drückte.
    Solange die Sucht immer noch *bedient* werden muß-auf beiden Seiten- ist eine Freundschaft nur die Unfähigkeit oder oder Unwillen, sich aus seiner Sucht vollständig zu befreien.
    Was willst Du eine Freundschaft mit einem Menschen, der nicht in 2 Personen geteilt werden kann: Nüchtern lieb und nett, betrunken zynisch und grantig. Diese Trennung all dieser Eigenschaften ist ein verzweifelter Versuch, nicht den Tatsachen ins Auge zu sehen, daß der Abhängige genau so ist wie er ist. Soalnge der Alkohol da ist, werden dies Eigenschaften zusammenspielen.

    Also, welche Hilfen gibt es für Dich, Deinem *Entzug* zu begegnen, Dir dafür adäquate Hilfe zu holen?

    Lieben Gruß

    Susanne

  • Wie soll es jetzt mit mir weitergehen?

    Es tut weh, festzustellen, dass diese Welt, die ich mir mit dem "alkoholabhängigen Mann" aufgebaut habe, zerbrochen ist.
    Wie so oft in meinem Leben, wollte ich die Augen vor der Realität verschließen, wollte das Negative und Depressive ausblenden.

    Es tut weh, anzuerkennen, dass mein bester Freund mich nicht ernst nimmt und seine Alkoholsucht negiert.( :idea: krankheitsbedingt)

    Es tut weh, sich einzugestehen, dass man https://beispiel.rocks/beispiel.rocks/ Fix und Fertig und verzweifelt ist und dass man wirkliche Hilfe braucht. :roll:
    Diesbezüglich gibt es sehr viele Möglichkeiten. (Internet, SHG, Therapeuten, Seminare, Kurse, etc,...)

    Es tut weh. Daher habe ich mir vorgenommen, dass ich meine "Schmerzpumpe/Herzpumpe" zur Frischzellenkur sozusagen auf
    Eis lege. Soll heißen, ich will mir eine Auszeit gönnen.

    Mein Freund kann inzwischen nachdenken, überlegen und zum Arzt gehen oder davon fliegen? Alles ist möglich!
    Denn es tut mir noch mehr weh, aufzuwachen und zu sehen, dass ich in die falsche Richtung mitlaufe. :arrow:

    In diesem Sinne will isch weitermachen! HALLO, liebe Freunde und Verwandten, seid ihr noch da?

    Liebe Grüße an Alle
    wünscht EMMA

  • Hallo Emma,

    eine Auszeit für Dich ist doch etwas sehr schönes.
    Auch einmal die Sichtweise, daß es zwar weh tut, Du Dich aber wahrnehmen kannst, ist es doch eigentlich etwas schönes, oder?
    Ich konnte mich jahrelang gar nicht mehr wahrnehmen, selbst Schmerzen nicht, daher bin ich heute sogar dankbar dafür, auch meine Trauer, meinen Kummer/Schmerz endlich wieder spüren zu können.


    Zitat

    Es tut weh, festzustellen, dass diese Welt, die ich mir mit dem "alkoholabhängigen Mann" aufgebaut habe, zerbrochen ist.


    Was hindert Dich, aus dieser Situation etwas Neues aufzubauen, für Dich?

    Lieben Gruß

    Susanne

  • Hallo, ich bin`s!

    Momentan genieße ich eine Auszeit und das alleine sein. Endlich gibt es keinen Stress mit dem Partner, keine Vorwürfe und keine Zugeständnisse mehr.
    Ich verbringe wieder mehr Zeit mit Laufen und Radfahren, ich beschäftige mich mit Tanzen und Musik und werde im September an einen Workshop teilnehmen.
    Ich acht auch sehr darauf, dass ich öfter mit anderen Menschen zusammen komme.
    Und zudem muß ich natürlich auch zur Arbeit.

    Trotzdem gibt es da diese Leere in mir und gerade gegen Abend hin bin ich oft unglücklich. Diese Leere, die es in der Beziehung nicht gab.
    Sicher ist auch der emotionale Abstand noch viel zu kurz.

    Obwohl schon getrennt gibt es einen Kontakt zu dem Expartner.
    Eigentlich ruft er mich fast jeden Tag an und ich bin auch froh darüber.
    Die Gespräche sind freundlich bis sehr traurig und machen mir deutlich, woran ich bin. Manche Gespräche jedoch arten aber auch in Wortduelle aus und kosten mich viel Energie.
    Nur für mich steht fest, dass ich nie mehr wieder eine "suchtabhängige Partnerschaft" haben will. Daher fällt mir die Distanz zu ihm sogar recht leicht.

    Große Sorgen macht mir, weil er schon so am Ende ist. Heute habe ich erfahren, dass es ihm auch finanziell nicht mehr gut geht. Ich glaube auch, dass er vor alllem sehr viel Angst hat und seinen Zustand gar nicht mehr kontrollieren kann. Die Alkoholsucht hat viel zerstört.
    Er hat keine Freunde mehr.

    Ich bin noch gerne für ihn da aber ich weiß auch, dass ich ihm nicht helfen kann........


    LG von EMMA

  • Zitat von Emma123


    Trotzdem gibt es da diese Leere in mir und gerade gegen Abend hin bin ich oft unglücklich. Diese Leere, die es in der Beziehung nicht gab.

    ..Manche Gespräche jedoch arten aber auch in Wortduelle aus und kosten mich viel Energie.

    Hallo Emma,

    ist doch klasse, alles was leer ist, kann gefüllt werden. Heute pflücke ich Pflaumen, was glaubst Du wie dankbar ich für leere Eimer bin.

    Ich bin heute dankbar wenn mich ein Geschäfts- oder Privatgespräch schafft, weiß ich doch dann, dass ich darüber nachdenken muss, denn
    ich muss nichts tun was mir nicht gut tut.

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Ich würde gerne die Mechanismen zwischen Alkoholsucht und Co-Abhängige besser verstehen. Ich weiß, dass Alkohlismus eine Krankheit ist, nur was bedeutet das konkret?
    - Lust, Genuß
    - Entlastung, Entspannung
    - Problembewältigung, P-verweigerung,
    - Sehnsucht wonach?

    Und was bedeutet dann ein "Co-Abhängiges Verhalten"?
    - Sehnsucht nach Anerkennung/Zuwendung
    - wenig Selbstwertgefühl
    - Problembewältigung
    - Frust, Verlust, Hoffnung

    Denn je mehr ich darüber nachdenke, umso eher kommen mir diese gegenseitige Beeinflussungen wie Gegenpole, wie die zwei Hälften einer Medaille vor. Und führe ich in der Beziehung eigentlich einen aussichtslosen und unnötigen Kampf?

    Es ergibt sich für mich weiter die Frage, ob ich von einem alkoholabhängigen Menschen, die notwendige Verhaltensveränderung daher wünschen kann?

    Irgendwo habe ich gelesen, dass man einem Alkoholiker anstatt der Ablehnung, eine Umarmung schenken sollte. Weil er möglicherweise ein Spiegelbild für meine unterentwickelten Facetten ist.

    Ich sehe schon, ich habe mich im Wirr-Warr verfangen. Ich muß da noch ganz viel Persönlichkeits-Arbeit erledigen!
    Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen?

    Ist alles so schwer auszuhalten........!

    hm......Emma

  • Hallo Emma,

    die Sucht verdrängt bei beiden die Realität bis zur absoluten Handlungsunfähigkeit.

    Wenn Großbrände durch Wasser nicht gelöscht werden können, lässt man sie ausbrennen oder zündet ein Gegenfeuer, das ist schon sehr paradox aber oft ein guter und der einzige Weg.

    Bei uns beginnt die Heilung erst, wenn wir aufhören immer neue Wassereimer ins Feuer zu schütten.

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Hallo Kaltblut,

    ich glaube zu wissen, wie deine Antwort zu verstehen ist.
    Meinst du etwa damit, dass man sich vorher gründlich überlegen sollte, wofür man kämpft! (z.b. den Ehepartner/ Lebensgefährte-in/ Freund) von einer Sucht wegbringen zu wollen) Dies wäre wohl eher in der Kompetenz eines adäquaten Therapeuten und vielleicht bin ich gar nicht geeignet dafür.
    Aber die Beziehung zwischen meinem Freund und mir ist richtig schön, wenn der verdammte Alkohol nicht wäre. Das klingt jetzt sicher banal oder sagen das alle?
    Aber nur so kann ich in meiner Partnerschaft die zerrüttete Katastrophe begreifen :idea: . Ich möchte mich auch nicht mit der Rolle der Co-Abhängigen zufriedengeben, weil ich schon seit einiger Zeit einen sehr guten Draht zu mir selbst gefunden habe und mich ansonsten auch wohl fühle.

    Und abschließend möchte ich noch anmerken (für mich), dass ich es verstehe und man eine Partnerschaft nicht um jeden Preis aufrechterhalten sollte. Nur weil man vielleicht die Alternativen scheut. Jeder andere Weg ist wahrscheinlich gesünder.

    Lieber Kaltblut, ich lese deine Briefe und Anworten sehr gerne und erfasse darin einen anderen Zugang und wichtigen Impuls.

    LG von Emma

  • Hallo Emma,

    Deine Gegenpole passen recht gut. Wenn Du gut geerdet, gut bei Dir bist, gut Dich Dich sein lassen kannst, wirst Du auch gut in Deiner Mitte bleiben können. Da wird Dir der gegenüberliegende Magnet gut passen. Wenn aber einer aus dem Gleichgewicht kommt, dann pappen die Polende zusammen oder stoßen sich gewaltig ab.


    Danke, dass Du mich daran erinnert hast mal in alten Texten zu lesen, als ich hier ankam:

    Zitat

    „Wisst Ihr, wie wunderschön es ist, wenn dieses zarte Wesen im Bettchen liegt, den Kopf zufrieden lächelnd dreht und mir einen morgendlichen Abschiedskuss auf die Lippen presst. Der Tag ist dann wunderschön, nur diese blöden Gedanken, die waren Anfangs nicht da.“

    Das bisschen Wein war eher wie, dass bisschen Haushalt ist doch nicht so schlimm….

    LG Kalblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Hallo an alle!

    (Hätte ich doch am Anfang der Beziehung germerkt, was mit meinem Freund los ist).

    Vor zwei Wochen habe ich mich von ihm getrennt, weil das mit den Alkohol nicht mehr auszuhalten war.
    Und gestern habe ich ihn wieder mal besucht. Natürlich hat sich aber nichts geändert. Nur das er noch zurückgezogener lebt und verwahrloster aussieht. Der Rasen ist nicht gemäht, die Gemüsebete verfallen, das Haus verdreckt auch langsam.
    Und das ist mein Hauptproblem!
    Da er sonst zu niemanden mehr Kontakte hat, fühle ich mich für ihn verantwortlich. Ich befürchte, dass es für eine Therapieeinsicht bereits zu spät ist.

    Er ist ein chronischer Alkoholiler und sieht für sich überhaupt keinen Handlungsbedarf mehr. Heute kommt noch sein Weinlieferant und füllt noch ordentlich nach. Aber das störrt mich gar nicht mehr. Ich vermisse schon längst die Wut in mir, die es leichter macht um zu gehen.

    Wo kann ich mir Unterstützung holen?
    Ich will gerne etwas für mich tun, aber soll ich ihn einfach seinem Schicksal überlassen?

    Und ich dachte schon, dass ich jetzt nur meinen Weg gehen könnte.

    Aber wie....LG wünscht Emma

  • Hallo Emma,

    oh ja , wie ich dies kenne. Mir ging es da ähnlich wie Dir. Zusehen zu müssen, wie alles verwildert, verwahrlost, incl. IHM. Das Gefühl, dafür verantwortlich zu sein.Selbst nach der Trennung kam dieses Gefühl immer wieder auf.

    Aber mal ehrlich. Du kannst seinen Weg, seinen Verfall nicht stoppen, das kann nur er. Selbst, wenn Du Dich wieder um die *Äußerlichkeiten*kümmerst, wird er innerlich, an seiner Erkrankung etwas verändern, wenn er spürt, daß es auch so geht? Du ihm wieder seine Verantwortung abnimmst?

    Ich weiß, das kllingt hart, aber nur so ist die Realität. Er muß estwas verändern.
    Für uns *Zuschauer* ist es ganz schmerzvoll, kaum auszuhalten, aber Du kannst nur etwas für Dein Leben tun. Schau weg, geh nicht mehr hin.

    Weißt Du Emma, ich habe über ein Jahr lang alles gemieden, was mich daran erinnerte, alle Orte, sogar Einkaufsorte habe ich verändert, um nicht sehen zu müssen, wie er untergeht. Mittlerweile scheint mein Ex sich gefangen zu haben, aber dies ist nicht mehr meins.

    Wo gibt es Hilfe für Dich? In erster Linie in Dir selbst! Mir hat ein lieber Freund immer gesagt:*Susanne, Du hast alles, was Du brauchst, in Dir.*
    Emma, hier zu schreiben, sich den Antworten zu stellen, psychotherapeutische Hilfe und vielleicht sogar eine reale SHG kann Dir helfen, ganz viel für Dich zu tun.
    In den Sog des Untergangs zu geraten, wenn Du weiterhin den Kontakt zu ihm suchst, kann für Dich ganz schlimme Folgen haben.
    Wenn er bereit ist, etwas zu verändern, dann ist es eine andere Sache, aber wenn ein Alkoholiker nichts verändern will, dann kannst Du nur Dein eigenes Leben retten!

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft dafür.

    Lieben Gruß

    Susanne

  • Hallo Emma,

    Du bist hier, das kannst Du in 24h zu jeder Sekunde wenn es Dich irgendwie packt, drückt und verrückt macht. Hier hast Du eine Lese- und Schreibtherapie. Eine reale Gruppe findet sich in jeder Stadt.

    Es hat damals noch lange gedauert, bis ich mir eingestehen mußte, konnte, durfte, dass meine Beziehung und Ehe auf wackligen Beinen und beidseitiger Bedürfnisbefriedigung von außen stand.

    Ich bin dankbar dass das dieses Forum existiert, denn es brachte mich auf den richtigen Weg.

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Susanne, danke für Alles! :D

    Sieh an, es sind schon 25 Tage Entzug für mich vom Exfreund.
    Und es geht mir gar nicht schlecht dabei. Die Dynamik der letzten Zeit hat sich beruhigt. Ich fühle mich entspannt und f i t für neue Ideen.

    Aber ich kann´s nicht lassen und muß immer wieder mal seine Anrufe entgegen nehmen.
    Anscheinend, so hat er mir erzählt, hat er sich seinen Mitleidstrinker zurückgeholt. Ich kenne ihn, da er früher schon mal sein Gärtner war.
    Nur hatte mich deren Sauferei immer wieder so "sauer werden lassen", dass ich den Trödler dann vertrieben habe.

    Gut, die beiden sind jetzt wieder beisammen. Also man sieht echt, dass man nicht wirklich abgeht, auf jedenfall aber gar nicht so gebraucht wurde, wie man sich´s ausmalt.
    Für mich sind diese Ereignisse eigentlich positiv und ich sehe mich in den Entscheidungen bestätigt. Immer wenn ER anklingelt, kann ich
    sehr konsequent über die Trennungsgünde reden.

    Ich habe das Gefühl, dass dieser Loslass-Prozess für uns beide wichtig ist. :arrow:
    Und heute habe ich auch zum ersten Mal erfahren dürfen, dass es unheimlich spannend ist, alle meine Hoffnungen in mir zu sehen und auch in Gott.

    Mal schaun, wie´s weiter geht. Theoretisch ist mein 2. Schritt gemacht.

    Alles Liebe von Emma

  • Hallo, wer...

    kennt auch das Gefühl, dass er süchtige Partner über das Leben des CO`s
    verfügen will? Wer kennt so ein Verhalten vom Partner,
    der mich jetzt wieder"einlullen" will, um mich dann sicher mit einer seiner Absturz-Aktionen an die Wand zu fahren.
    Aber bestimmt gehört das zu dieser Krankheit dazu!
    In den letzten Tagen hat mich mein Ex wieder öfter angerufen. Ich dachte mir, dass er mich wohl noch braucht. (Vielleicht ist es ein Hilfezeichen?)

    Doch falls der Alkohol ihn schon so krank gemacht hat wie ich das befürchte, dann ist er vielleicht gar nicht mehr fähig, noch irgendetwas für sich zu entscheiden? Als ich ihm daher heute das Angebot machte, ob er möchte, dass ich den Hausarzt vielleicht anrufen sollte und dieser ins Haus kommen soll für eine Blutabnahme usw,..
    da hat es ihn nämlich richtig geschockt.
    (Hat er vor Suchtberater, Ärzte, etc,.. total schiss?)

    Er will mich nach diesen Telefonat nicht mehr sehen.

    Mir macht das nichts mehr, weil ich ihn sowieso loslassen muß.
    Aber dieser Denkanstoss von heute gefällt mir recht gut.

    Bin jetzt gespannt, ob er mich noch anruft!
    LG Emma

  • Mir macht das nichts mehr, weil ich ihn sowieso loslassen muß.

    Das Beziehungsdrama: II.Teil

    Seit seinen Telefongespräch sind gerade mal ein paar Stunden vergangen, hat er auch schon wieder angerufen. (von wegen ihn geschockt). Dieses letzte Gespräch ist für ihn vergessen und abgehackt.
    Nichtdestotrotz verändert sich die Thematik zwischen uns seit ich hier im Forum bin und manches besser verstehe.

    Gestern war ich dann auch wieder mit ihm unterwegs. Das ist sicher verrückt, aber ich tu´s trotzdem, denn ich will es wissen, will mal verstehen wie ich funktioniere.
    Dieser Tag hat damit geendet, dass ich so müde und so fertig bin, dass ich nicht mal heute zur Arbeit gehen konnte.
    Aber nicht, weil ER der böse ist, der gesoffen hat und mich schlecht behandelt.
    Nein, aber ich bin total fertig, weil ich selbst am Tiefpunkt bin. :cry:
    Habe ich die letzten Jahre so in der Beziehung gekämpft, weil ich meinen eigenen Absturz verhindern wollte und von ihm mitgezogen wurde im Sog von Rausch und Streit?
    Wenn ich ihn jetzt ansehe, sehe ich seine Alkoholsucht, die ich vorher nicht sehen wollte.
    Noch vor kurzem dachte ich, dass ich vielleicht noch den Absprung schaffe. Habe den Überlebenswillen für mich eingesetzt. Bin zu verschiedenen Treffen gegangen und hab`gemerkt, wie gut es mir tut, in den Gesichtern der anderen nicht diese Krankheit zu sehen.
    Aber wenn ich im Gesicht meines Partners lese, so sehe ich nicht nur ihn, sondern ebenso einen Teil von mir, von meiner früheren Sucht, meiner Vergangenheit und von meiner Resignation. Immer wenn wir zusammen sind, kämpfe ich mit meinen eigenen Problemen.
    Ist das noch verständlich?
    Jetzt verstehe ich die Paare, die zusammenbleiben trotz Alkohol und leeren Versprechen. Denn viel früher als man denkt, ist die eigene Kraft weg und der Ausweg ist endlos.
    Sitze da mit einen kraftlosen Körper, der resigniert, sitze in der Therapie unfähig, diese noch umzusetzen.
    Mein (Expartner) ist Alkoholiker. ER will mich noch immer zurück.

    Mir macht das nichts mehr, weil ich ihn sowieso loslassen muß. Oder sollte ich endlich die eigenen Erwartungen loslassen?
    Erwartungen, von wegen - ich schaffe das alleine.

    Was passiert mit mir, wenn das mit Ablenkung nicht mehr funktioniert?
    Würde mich freuen, falls jemand einen Rat für mich hätte.

    Liebe Grüße von Emma

  • Zitat von Emma123

    Oder sollte ich endlich die eigenen Erwartungen loslassen? Erwartungen, von wegen - ich schaffe das alleine.

    Was passiert mit mir, wenn das mit Ablenkung nicht mehr funktioniert?
    Würde mich freuen, falls jemand einen Rat für mich hätte.

    Liebe Emma,

    wow, bei Dir geht ja die Post ab. Probiere es doch einfach aus, Veränderung bringt Veränderung. Noch nie sah es nach dem ersten Schneefall so aus wie vorher.

    Anfangs hatte ich immer diesen tollen Spruch drauf: wir schaffen das.
    Schaffen, etwas machen, mächtig sein, darauf kann man stolz sein. Stolz, der Anfang von Desaster.

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

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