Warum "Mela" und nicht "Kölsch" oder &qu

  • ........ vielleicht, weil ich im Moment an einem Punkt in meinem Leben bin, der die Wende bedeuten soll- in den letzten Jahrzehnten lebte ich ständig in einer 360-Grad-Schleife, in der Mitte die Flasche.

    ........ vielleicht, weil ich als junges Mädchen diesen Nick kurzfristig trug und damals noch Zukunft da war - in den letzten Jahrzehnten beschränkte sich die auf den zukünftigen Abend, an dem es endlich Plopp machte.

    ....... vielleicht, weil ich hoffe, dass es mir in diesem Forum und auch im Alltag gelingt, mich zu sehen, mich zu leben - in den letzten Jahrzehnten habe ich Mela und all die anderen kleinen "Teilstücke", die mich ausmachen, einfach weggesoffen.

    Seit einigen Tagen kenne ich dies Forum. Ich habe gezielt im Netz gesucht und fühle mich hier - vom Lesen her - am wohlsten.
    Mir gefällt die Art, wie Ihr miteinander umgeht, sehr.
    Da ich nach 30 Jahren des Benutzens von Alkohol irgendwann in der ersten Dezemberwoche aufgehört habe, zu trinken und nun vier Wochen trocken bin, ist der Zeitpunkt für mich da, damit nicht mehr alleine zu sein.
    Meine größte Sorge ist, dass ich den Wert des Nüchternseins wieder vergesse, spontan entscheide zu sagen "scheiß drauf" oder "ach, ich habe es doch schon im Dezember geschafft, dann klappt das auch wieder" oder Ähnliches.
    Ich wünsche mir Hilfe, Rat und vor allem Unterstützung - hm und ehrlich auch Lob/Schulterklopfen von Euch :oops.
    Verlegen

    Tja, da bin ich.

    Liebe Grüße,
    Mela

  • Guten Morgen Mela,

    herzlich willkommen hier im Forum.
    Schön das du den Weg angefangen hast zu gehen, den Weg in die Abstinenz.
    In den Beiträgen findest du evtl. Antworten auf Fragen, die du hast. Du kannst sie aber auch jederzeit stellen, einfach schreiben!

    Ich habe mich recht lange "weggesoffen", vor allem in den letzten 1.5 Jahren, bis ich an einem Punkt ankam, wo ich einfach nicht mehr konnte. Da habe ich dann dieses Forum "gefunden" und meinen Rettungsanker ausgeworfen. Ich bin jetzt im 6.ten Monat meiner Abstinenz. Ich möchte dir nichts vormachen, es ist kein Spaziergang wo die Sonne scheint. Es ist richtig Arbeit an sich selber, vor allem wenn man Alkohol schon lange Zeit als "Lösungsmittel", wenn anfangs auch unbewusst, für sich eingesetzt hatte.
    Es bedeutet Rituale zu durchbrechen, Lebenumstellung, uvm. Nur den Alkohol wegzulassen ist es "leider" nicht.

    Zitat

    Meine größte Sorge ist, dass ich den Wert des Nüchternseins wieder vergesse, spontan entscheide zu sagen "scheiß drauf" oder "ach, ich habe es doch schon im Dezember geschafft, dann klappt das auch wieder" oder Ähnliches.


    Genau das ist mir vor 2 Jahren ungefähr passiert. Ich kann dir nur sagen, es hat mich danach erstmal wieder völlig runtergerissen. Ich hatte noch auf mein altes Trinkmuster ordentlich einen draufgelegt und mich jeden Tag bis zum bitteren Filmriss abgeschossen.

    Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich Hilfe zu holen. Ob über SHG´s, oder die Suchtberatung, welche dir Wege aufzeigen wird uvm.
    Wichtig ist, das du es willst und auch Hilfe zulassen kannst.

    So, jetzt habe ich erstmal genug geschrieben.

    Liebe Grüße,

    Jenny

  • Hallo Mela und herzlich Willkommen im Forum


    Ich wünsche mir Hilfe, Rat und vor allem Unterstützung - hm und ehrlich auch Lob/Schulterklopfen von Euch
    Nach so langer Zeit des Trinkens aufhören und dann nicht nur für ein paar Tage, sondern bereits vier Wochen, ist eine tolle Leistung und auch ein *aufSchulterklopf* wert. Die Gefahren, von denen du schreibst, sehe ich auch so. Nur, eine Gefahr die du erkannt hast, ist nur noch halb so groß.

    Wünsche dir noch viele trockene Wochen

    LG Henri

  • Ich danke Euch für die nette Begrüßung!

    Ich vermute, so wie ich mich kenne, dass ich es erstmal so, ohne SHG, versuchen werde.
    Daher ja meine Anmeldung hier im Forum.
    Ich hatte nie ein Problem damit, zu sagen, dass ich Alkoholikerin bin. Meine Kinder, Freunde, näheren Bekannten und KollegInnen wissen das.
    Ich hatte auch nie ein Problem damit, mir deshalb Kritik anzuhören oder auf sie fair und ohne Aggressionen zu antworten.
    Jeder hatte ohnehin mit allem Recht. Nur war es nie die Zeit für mich, aufzuhören. Alkohol bedeutete das Beschleunigen des Nicht-mehr-hier-sein-müssens und half, nicht zu merken was in mir ist - oder eben nicht.
    Das hat von 13 bis 43 Jahren gut funktioniert.
    Aber über irgendwas bin ich im letzten Herbst gestolpert, irgendwas weckte mich auf.
    Aber in eine SHG zu gehen, das bringe ich nicht. Ich bin selber in der Beratungsarbeit und u.a. auch immer wieder mit dem Thema Sucht beschäftigt.
    Gut daran ist, dass ich immer genau verstanden habe, wovon die Menschen gesprochen haben und klaro auch hochkompetent und einfühlsam antworten konnte.
    - Dies auch in Fragen der Co-Abhängigkeit, weil ich ja ach so gut ausgebildet und überdies Kind einer Fixerin bin.-
    Schlecht daran ist, dass ich keinen Wert darauf lege, mit jetzigen oder demnächstigen Klienten in diesem Zusammenhang zusammenzutreffen. Dazu ist meine Stadt zu klein.
    Nee, das bringe ich nicht, jedenfalls im Moment nicht.

    Jeden Abend treffe ich mich auf ein Stündchen mit meinen Freunden im Park. Wir gehen da mit den Hunden rum und unterhalten uns über Gott und die Welt. Wir reden auch über Alkohol und dies verstärkt, seit ich mich damit beschäftige, mit dem Trinken aufzuhören. Seit ich tatsächlich nichts mehr trinke, erzähle ich jeden Abend wie´s läuft, wo ich wieder einen Fallstrick entdeckt habe und wie ich drübergehopst bin.
    So haben wir auch alle zusammen Silvester verbracht. Davor hatte ich den totalen Horror, aber es hat gut geklappt.
    So werde ich wohl erstmal weiter machen.

    Menno, ich hoffe, ich komme nicht blöde rüber. Nichts ist arrogant oder überheblich gemeint.
    Ich weiß, was ich bin und wo ich stehe.
    Wenn ich rauskriegen würde, wie ich die smilies in den Text bekomme, wäre ich gewiss zufriedener mit dem "Klang" des Geschriebenen.

    LG Mela

  • hallo mela,

    Zitat

    Schlecht daran ist, dass ich keinen Wert darauf lege, mit jetzigen oder demnächstigen Klienten in diesem Zusammenhang zusammenzutreffen.


    als ich zur entgiftung war, waren der stationsarzt und die therapeutin selbst suchtkrank. sie machten daraus keinerlei geheimnis, im gegenteil.
    für mich waren diese menschen näher, ich konnte und wollte sie an mich heran lassen, was nicht jeden gelingt.
    vielleicht brauchst du nur etwas zeit, es ist nicht schön aber auch nicht schlimm alkoholkrank zu sein.
    heute ist mir das vollkommen latte, wer da sitzt und wenn es mein hauptauftraggeber wäre, er hat das gleiche problem wie ich und das gleiche verständnis.

    ich wünsche dir kraft und mut.

    schorni

  • Hallo Schorni,

    ja, das kann ich mir gut vorstellen. Es ist besser, mit jemandem zu arbeiten, der weiß, wovon er redet, als mit jemandem, der weiß, in welchem Buch das steht, was Du sagst, lebst, empfindest...
    Es ist auch gar nicht so, dass ich im Kontakt mit irgendwem einen Hehl aus meiner Sucht mache. Ich bin auch in Beratungssituationen ehrlich, so wie Deine Therapeuten.
    Was mein konkretes Problem ist, in eine SHG zu gehen, kann ich nicht wirklich beschreiben. Ich sehe dann vor meinem geistigen Auge halt bestimmte Leute oder auch unbestimmte, die mir beruflich begegnen werden, und ich merke, ich will nicht.
    Schätze, es geht eher darum, dass ich mit ihnen nicht das Drumherum um die Sucht, meine Geschichte teilen möchte. Und die ist nunmal fester Bestandteil der Sucht selber, sie macht die Bereitschaft zur Selbstzerstörung.
    Auch Delphine und Jenny haben geschrieben, es wäre besser, einer SHG anzugehören.
    Ist es denn nicht möglich, die durch meine Freunde und dies Forum zu ersetzen?
    Ich fühle mich sauwohl in der jetzigen Situation und möchte sie nicht ändern.


    LG Mela

  • hallo mela,

    möglich ist es schon, aber viel schwerer und die gefahr größer.
    ich verstehe dich ja, vielleicht gewinnst du ja auch durch das forum sicherheit und gehst vielleicht später diesen weg.
    wenn du dich jetzt wohl fühlst ist ja auch schon einiges wert, ich bin ja auch einen anderen weg gegangen und hab es geschafft.

    ich wünsch dir glück und bleib hier dran, es hilft mit sicherheit.

    schorni

  • Hallo Mela,

    vielleicht habe ich mich etwas falsch ausgedrückt mit:

    Zitat

    Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich Hilfe zu holen. Ob über SHG´s, oder die Suchtberatung, welche dir Wege aufzeigen wird uvm.


    Ich wollte damit nur Möglichkeiten aufzählen. Ich selber besuche keine SHG oder anders ausgedrückt, dieses Forum ist meine SHG.

    Ich denke, jeder muss schauen, was für ihn am besten ist und was er für Hilfe für sich braucht. Und einfach bereit sein, wenn man merkt das etwas nicht ausreicht, mehr zu machen bzw. anzunehmen.

    Am Anfang wußte ich noch nicht genau wie ich meinen Weg finden sollte und ob es auch der richtige für mich ist. Ich habe dann ausprobiert und "Dinge" die hier im Forum geschrieben worden sind, für mich versucht umzusetzen. Manche "Dinge" waren für mich nicht geeignet, dafür dann aber andere umso mehr. Es hat gedauert, bis ich das Gefühl hatte, es könnte mein Weg sein. Heute bin ich der festen Überzeugung, das ich meinen Weg gefunden habe. Durch dieses Forum, was mich dabei begleitet und auch aufgefangen hat. Und das tut es jetzt immernoch. Es ist meine persönliche SHG geworden.
    Vielleicht hilft es dir ja auch so auf deinem Weg wie mir. Alleine schon durch diese Vielzahl an unterschiedlichen Meinungen und noch so vieles mehr.
    Das würde mich wirklich freuen. Aber die Bereitschaft, wenn man an seine Grenze stösst und einfach nicht weiterkommt, ein weitere Hilfsform anzunehmen ist sehr wichtig.
    Ich beginne ab Februar eine Verhaltenstherapie, das ich diese Hilfe für mich brauche ist mir auf meinem Weg erst klar geworden. Deshalb noch einmal, jeder muss seinen eigenen Weg finden und das funktioniert nur durch ausprobieren und manchmal wieder umkehren, wenn man merkt es ist der falsche Weg für einen.

    Liebe Grüße,

    Jenny

  • Hallo Jenny,

    ja, da habe ich wohl nicht so konzentriert gelesen.
    Bin halt hier schon noch was unsicher.

    Ich marschiere ja gerade erst los und der Gedanke, dass es ein Weg ohne Alkohol ist, den ich gehen möchte, ist noch recht jung. Vier Wochen, das ist ja nicht so wirklich viel.
    Ich werde sehen, wie weit ich komme, welche Dinge ich ausprobiere und wann ich wohin umkehren sollte oder muss.
    Im Moment genieße ich es,
    - schon um halb sechs aufzuwachen, weil ich nicht vom Restalk in die Kissen gedrückt werde,
    - so Zeit zu haben, mit den Hunden zu schmusen,
    - meinen Kaffee zu trinken ohne Panik, dass gleich wieder alle was von mir wollen, was ich kaum noch hinkriege
    - und mit Vorfreude auf den ersten Blick in den Spiegel; da ist nichts Verquollenes mehr :D

    Danke für Deine Nachricht. Hat gut getan!!!

    LG,
    Mela

  • Hallo Mela,

    nochmal kurz ich... :D
    Ich habe gerade mal schnell geblättert, wie ich mich nach vier Wochen gefühlt hatte. Jo, genauso wie du! Und schreibe bitte nicht das 4 Wochen nicht wirklich viel sind. Ich denke jeder der hier im Forum ist, weiß was 4 Wochen ohne Alkohol sind. Ich erinnere mich auch sehr gut an meine ersten Tage, also Tag 1,2,3..und die kamen mir entsetzlich lang vor ohne meinen gewohnten Begleiter.

    Ach so, diese Vorfreude auf den ersten Blick in den Spiegel, die kenne ich auch. Anfangs war mir grottenschlecht bei dem Gesicht, was mich da so angeschaut hatte, aber nach einer gewissen Zeit konnte ich sehen, wie es sich verändert hat. Und das war ein unheimlich schönes Gefühl. Das habe ich immernoch, wenn mich die Frau aus dem Spiegel anschaut...und ich muss dann oftmals lächeln. :D
    Komisch, bei einem Mann habe ich das noch nie hier gelesen. *grübel*, vielleicht haben die ja alle keinen Spiegel... :lol:

    Gehe deinen Weg, und scheue dich nicht zu fragen oder zu erzählen wie es dir geht...Du gehst ihn nicht alleine, es sind viele Menschen bei dir die dich unterstützen werden, wenn du es zulässt!!

    Liebe Grüße,

    Jenny

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