Neuanfang?mein Alkoholikerfreund hat sich von mir getrennt

  • Hallo,

    Es ist eingetreten: Was ich befürchtet hab, was ich ersehnt hab?

    Mein Freund, hat sich von mir getrennt, hat die Beziehung, wenn man es so formulieren darf, beendet.

    Heute nacht, infolge der Diskussion, und dem Verrat an ihn, weil ich einen Kumpel hab, mit dem ich mich super verstehe.
    Weil mein Kumpel Alki ist und nun trocken und an sich arbeitet. Weil ich als Co-Abhängige an mir arbeite, weil ich mich verändert habe.

    Ich würde ja nur daran arbeiten, um ihm zu helfen.
    Und mein "Freund" ist kein Alkoholiker, sondern nur Quartalstrinker.
    Und ich habe sein Vertrauen zerstört, er hat es immer gewusst, das man Menschen, Frauen nicht vertrauen kann.

    Ich habe mich auf die Diskussion eingelassen, im vollen Bewusstsein, das es eine co-abh. Reaktion sein könnte, was es letztendlich nicht war.
    Denn ich hatte das Rumgeiere so satt.

    Ich habe ihn dann direkt gefragt, was er jetzt will.
    Und er sagte, das das Vertrauen von ihm wegist, und er so nicht weitermacht, und es zu Ende ist.

    Ich fühlte die ganze zeit nichts, ich fühle auch jetzt nichts.
    Meine Gedanken rasen.
    Ich habe innen drin Angst, es nicht zu schaffen, ihn zu lassen.
    Denn ich sehe, er leidet.
    Er ist pleite, kann sein Alk nicht konsumieren, er geht kaputt.
    Und doch ist das vielleicht der erste Schritt zur Besinnung zu kommen.
    Es ist seine Entscheidung.

    Wie verhalte ich mich?
    Ich fühle nur, das ich jetzt Abstand haben will, noch mehr wie vorher um nicht in den Sog hineingezogen zu werden, aus Selbstmitleid und dem Weltenschmerz , alle anderen sind schuld nur ich nicht.
    Was seiner halben Denkweise so entspricht.

    Ich kann es noch nicht so greifen, irgendwie bin ich erleichtert, innendrin.
    auch empfinde ich wehmut.
    aber warum eigentlich, es war nie eine Basis da.

    ich melde mich wieder

    lg
    xena

  • Hallo Xena,

    danke, dass Du uns an Deiner aktuellen Entwicklung teilhaben läßt. Da ist ja eine Menge passiert.

    Klar, dass Dir das erstmal den Boden unter den Füßen wegzieht. Die Trennung ist sicher eine Reaktion auf Deine positive Veränderung, positiv für Dich!

    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Mut, Deinen Weg weiterzugehen, die Chance für einen Neubeginn zu ergreifen. Bleib standhaft.

    Freu mich auf weitere Berichte von Dir.

    Alles Liebe.. Pedi

  • Hallo pedi, hallo coyote

    danke für euren Zuspruch.

    Ich weiss er fällt nicht auf die Schnauze, denn er findet immer jemand, der ihm hilft.
    so war es in seinem ganzen leben.
    wenn ich jetzt nicht mehr bin, dann geht man halt zur Kumpeline, zur guten bekannten, zu den saufkumpanen. was auch immer.

    Ich bin selber pleite, ich kann ihm kein geld mehr geben, ich will es auch nicht.
    Ich habe 2 kinder die ich verhalten und versorgen tue.
    Ich bin aufgewacht, und habe dazugelernt.
    Ich habe mir versucht Liebe zu erkaufen, so war meine Konditionierung von zu Hause.
    Ich bin mächtig auf den A... gefallen damit.
    In meiner Ehe damals schon, und jetzt wieder.
    Ich habe es endlich gelernt.
    Ich gehe am Montag zu den Al-anon.

    Ich will endlich die Gewissensbisse und Schuldgefühle die immer mal wieder hochkommen, verarbeiten.

    Ich fühle mich traurig, nicht einsam, sondern nur traurig.
    Nicht mal leer fühle ich mich, traurig, zum heulen.
    Ich glaube, jetzt ist es an der zeit zur trauern und loszulassen.

    danke für euer zuhören und Anteilnahme

    lg
    xena

  • Hallo ihr,

    es wird abend, und ich kann mich nicht ausruhen oder schlafen.
    Meine Gedanken kreisen.
    Meiner großen Tochter hab ich es gesagt.
    Meine Kleine kommt heut abend, dann werde ich es ihr sagen.Ohne große Erklärungen.

    Ich fühle mich so traurig.
    Ich habe heut mittag Rituale des Los lassens gemacht. Dann ging es mir kurzzeitig besser.

    Ich fühle das ich ihm aus dem Weg gehen sollte, dann wird es nicht so schwer für mich.
    Er wohnt im Haus und zwangsläufig läuft man sich über den Weg.

    Ich kreise um mich und versuche mich aufzufangen.
    Ich möchte meine Zeit sinnvoll nutzen und fühle mich so phlegmatisch.
    Keinen Antrieb, keine Ruhe, und doch so.....
    Ich verabschiede mich langsam von dem Wunsch, nur Freunde zu sein, und gut miteinander auszukommen.

    Ich weiss nicht, was ich fühlen soll, es ist momentan so schwer und unwirklich.

    xena

  • Hallo coyote,

    ja, meine Rituale waren, zu einem das ich hier mal im forum las.
    zwei schalen, mit steinen füllen was negativ und positiv am tag war.
    wobei ich in die negativschale, meine gefühle aufschreib auf zettel, wie trauer, usw.
    und für jedes gute gefühl einen farbigen stein.
    dann hab ich ein los lass ritual. einen silbrigen und einen goldenen faden,
    die leg ich zusammen und mache einen knoten stellvertretend für mich und einen für meinen ex, für seine alkoholsucht, und einen für ihn als mensch,person,mann.
    und die knoten schneide ich ab, als symbol sozusagen.
    einen brief werde ich auch noch schreiben und verbrennen, als endgültige Trennung für mich.
    und die negativschale, die eigentlich auch ne positive schale ist, leere ich dann in regelmässigen abständen.
    und die andere schale, fülle ich mit schönen steinen.

    ob wir freunde werden könnten, weiss ich nicht,denn er ist doch so stolz.
    und ich verabschiede mich langsam von dem gedanken, weil ich will mein leben zurück und es gut leben.

    sinnerfüllt und nicht immer schulden bezahlen, und sein alkohol finanzieren, was ich blöde kuh tat.

    life goes on

    morgen ist ein neuer tag mit neuen möglichkeiten.

    lg
    xena

  • Hallo,
    Tag 1: nach dem schluss machen von ihm.

    Wir arbeiten im selben Raum, und ich hatte heut schon manches mal Durchhänger.

    Er ignoriert mich so gut es geht, ich ihn auch.

    Höflich distanziert. So will ich es haben.
    Dann zuhaus, er wohnt mit ihm haus, und einen gemeinsamen Hund haben wir auch.

    Manchmal hab ich das Gefühl, er weiss nicht, was er machen soll.
    Und das ist seine Sache.
    Ich bemühe mich um Distanziertheit und Coolness, was auch gut funktioniert.

    wenn es mal extrem emotional wird und die Sehnsucht überkommt, und Zweifel, dann lese ich meine Eintragungen im Tagebuch, und das bringt mich schnell zur Besinnung.
    Auch so ein Hilfsmittel.
    Ich glaube, es wird von Tag zu Tag, von Woche zu Woche besser.
    Nachher gehe ich zur Gruppe der Al-anon.

    Bin noch im Zweifel, ob ichs tun soll.
    Aber denke schon.
    Anschauen kann ichs ja mal.
    Tag 1, gut hinbekommen.
    Ich weiß ein klitzekleiner Schritt, vielleicht lächerlich für die anderen.
    Aber für mich wichtig.

    lg
    xena

  • Hallo zusammen,

    Wieder ein Arbeitstag mehr geschafft.
    Heute ging ich früher nach Haus, ich war total müde und kraftlos.

    Gestern abend war ich zum ersten Mal in der Al-anon Gruppe.

    Da ich eh die ruhige bin, hab ich es auf mich wirken lassen.
    Und doch sind diese Menschen einfach so auf mich zu und haben mich integriert.
    Ich bin überwältigt und fühle mich wie erschlagen, von den Geschichten dieser Menschen, oder anders formuliert:
    hier im forum zu lesen, erweckt mein Mitgefühl.Es dann auch noch life zu hören und die Gesichter zu sehen, hat mich emotional aufgewühlt.

    Da ich momentan eh dünnhäutig bin, und fast keine Schutzschranken mehr habe, war ich heut so fertig, das ich vorher erstmal geschlafen habe.

    Ich denke, ich gehe da regelmässig hin. Ich werde mir auch Infomaterial für meine Tochter mitnehmen und ihr das anbieten.
    Entscheiden, soll sie selbst, ob sie in eine Gruppe für Jugendliche hingeht.

    Ich habe mich in einigen wiedererkannt und die Verhaltensweisen, auch bei mir entdeckt.
    Und es hat mich noch mehr bekräftigt, meinen Weg zu gehen.
    Wieder sinnerfüllt zu leben.

    Ich lasse das alles erstmal sacken und einwirken.
    Wie gesagt, vor lauter Denken konnte ich die letzten Tage nicht schlafen und jetzt merke ich, das ich körperlich erschöpft bin.

    Ich arbeite trotzdem weiter an mir, denn mein Leben ist es mir wert.
    Auch weil ich weiß, verändere ich mich, verändert sich mein Umfeld.

    Lebe ich selbstbestimmt und komme von der co-abhängigkeit weg, dann bin ich auch Vorbild für meine Töchter und sie sehen, das eine Veränderung möglich ist.

    lg
    xena

  • Hallo,
    ein update:
    nun ist es fast eine Woche,das wir getrennt sind.
    Gestern sind wir beide in die Kneipe gegangen und wir haben das erste mal überhaupt über uns und den Alkohol und die Beziehung die wir hatten geredet.

    Es war ein gutes Gespräch.
    Klar floß das Bier, und dennoch konnte ich ihn mit Abstand sehen, weil es nicht mehr mein Problem ist, ob und wieviel er trinkt.

    Er ist immer noch überzeugt kein Alki zu sein und es unter Kontrolle zu haben.
    Ich habe nichts dazu zu sagen. Ist seine Entscheidung.

    Wir haben uns darauf geeinigt, eine gute Freundschaft aufzubauen, da ja noch meine kids da sind und unser Hund.

    Ich bin mit einem befreienden Gefühl nach Haus gegangen.
    Ich konnte mich besser distanzieren, von ihm.

    Es ist, als ob ein großer Druck von mir genommen wurde.
    Sicher kommen ab und an Momente, bei den Dingen die wir gemeinsam gemacht haben. Das Gefühl der Wehmut.

    Und doch mache ich weiter und gehe zur Al-Anon gruppe und mache nochmal eine Therapie.
    Es wird noch ein Weilchen dauern, bis mein Herz zum Verstand aufgeschlossen hat.

    Mein erstes Wochenende als alleinerziehende Mutter und Single.
    Bin gespannt wie es wird.

    lg
    xena

  • und wieder ein wochenende allein.

    Bei der Arbeit war viel Stress und jetzt sitz ich da.
    Keine Kinder zuhaus, einkauf ist gemacht.

    Und ich merke, wie ich in ein Loch falle.
    Kein Geld um auszugehen.
    Kein Drang den Haushalt zu machen, obwohl es nötig wäre.
    Zuviel geraucht, die letzten tage um etwas zu vernebeln.
    Ein Kratzen im Hals, fühle mich matt und leer und kraftlos.

    Seltsam, einsam fühle ich mich nicht, nur allein.
    Ganze woche Termine und action, da mutet es mir seltsam an.
    Keine Vorfreude auf etwas zum unternehmen.

    Nichts geplant und nun falle ich in ein Loch.
    Das kenne ich schon irgendwo her und ich hab Schiß, das es auf eine Depri hinausläuft.

    Na ich werde dieses Wochenende bißchen mehr hier lesen und vielleicht bekomme ich ja einen Antrieb, zu irgendwas.

    lg
    xena

  • HAllo Xena..

    KAnn dir sehr gut nachempfinden...

    KAnnst du nichts mit einer Freundin unternehmen, bevor das Loch noch größer wird?

    HAb bei dir gelesen, dass du dein Tagebuch liest um wieder auf den Boden der tatsachen zu kommen.
    Gute Idee. Hab ich auch gemacht und nach dem was ich da geschrieben habe, hätte ich eigentlich gleich nach dem Kennenlernen das Weite suchen sollen :cry:

    Aber ic mußt s ja wieder besser wissen..

    Wünsch dir vielKraft für dieses We und überhaupt..
    Hier viel lesen hilft mir auch immer...und natürlich schreiben.

    GAbz liebe Grüße
    Fliegender Stern

  • hi fliegender Stern,

    nein, ich kann gar nichts unternehmen, den ich habe keine Freundin, schon seit Jahren nicht mehr.
    Sie starb vor 10 Jahren.

    Ich werde wohl mit meinem Hund spazieren gehen, am Wo ende.
    Und lesen und schreiben.

    und über bindungsangst lesen.

    ach man....

  • Hallo Xena,

    ich kann gut verstehen, wie Du Dich fühlst. Mir ging es am Anfang ganz genau so und es war sehr schwer auszuhalten.
    Ich hab mir immer wieder gesagt, dass es sein muss, dass auch der Schmerz sein muss.

    Irgendjemand hier hatte mir dann geschrieben, dass es total o.k. ist, sich mies und antriebslos zu fühlen und ich sollte versuchen, es einfach so akzeptieren. Mir hatte dies sehr geholfen! Es einfach so sein zu lassen und so anzunehmen. Es kommen wieder bessere Tage, sei gewiss. Irgendwann können wir uns selbst besser aushalten und mit uns allein sein.

    Denk an Dich ganz doll!

    LG.. Pedi

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