Nicht mehr genug Kraft brauche neue Wege

  • Hallo Angie!

    Schön, dass Du hier bist.
    Das Schreiben hier im Forum ist schon mal ein toller Anfang.

    Was Du schreibst, klingt sehr verzweifelt.
    Wir alle hier kennen das Gefühl, sich für den Partner aufzureiben.

    Du sagst, Deine Akkus sind leer.
    Das ist ein ganz klares Zeichen dafür, dass sich dringend etwas ändern muss.
    Nur siehst Du im Moment leider noch keinen Ausweg.
    Du schreibst, dass für eine SHG im Moment die Zeit fehlt.
    Warst Du denn schon mal bei einer Suchtberatung?
    Die Leute dort kennen sich ja bestens aus und wissen mit sicherheit einen Weg aus der Krise.

    Ich glaube, Du brauchst zu allererst mal ein paar Tage nur für Dich, um den Kopf wieder klarzubekommen.
    Meinst Du, Du hättest irgendeine Möglichkeit, Dir mal eine Auszeit zu nehmen?
    Es gibt doch sicherlich Mittel und Wege, oder?
    Auch wenn das bedeutet, dass Dein Mann mal alleine klarkommen muss?

  • Hallo Angie,

    ich will versuchen dir zu helfen, indem ich dir Fragen stelle.
    Mit etwas Glück findest du eine Antwort, die dir weiterhilft, ich drücke dir die Daumen...

    >Wir sind selbstständig und betreiben einen Einzelhandel in dem nur mein Mann ich und eine weitere Aushilfe stundenweise beschäftigt sind.>
    10-12 Stunden im Betrieb schauen das ich meinen Mann von den Kunden fern gehalten bekomme. (Da bleibt mir nichts anderes übrig da wir nun einmal davon leben)

    Deine Aussage: Es bleibt mir nichts anderes übrig.

    Oft gibt es eine Alternative zu so einer Aussage.

    Gibt es eine Möglichkeit, dass du für 30-60 min den Betrieb verlässt,
    um deine Batterien aufzutanken, spazieren gehen oder so?

    1) Kennst du jemanden, der ab und zu in den Betrieb gehen kann, sagen wir für 30 Minuten, damit du eine Pause machen kannst außerhalb vom Betrieb?

    2) Kannst du die Aushilfe nicht mal für 30 min alleine lassen? Was würde dann passieren?

    3) Was würde passieren, wenn du z.B. ins Krankenhaus müsstest? Würde dann die Firma zusammenbrechen oder weiterexistieren?

    >Im moment steht mir alles bis zum Hals, irgendwie habe ich weder die Kraft noch den Antrieb mehr mich um alles zu kümmern.>

    Was hindert dich daran, deinen "Service" vorübergehend zu reduzieren?
    Hast du schon mal geprüft, ob es in deiner Gemeinde einen Service gibt, der Familien in Belastungssituationen hilft?
    Bei mir in der Gemeinde kann man dann jemanden bestellen, der einem im Haushalt hilft.

    Dein Mann ist krank.
    Willst du den ganzen November für 2 arbeiten?
    Was hat deine Familie davon wenn du davon auch noch krank wirst?

    >Wir haben noch 2 Kidds 14 und 15. die ich derzeit bei meiner Schwester habe. Was allerdings nur so lange geht wie noch Ferien sind.
    Da sie einige Kilometer von uns entfernt wohnt.>
    Hängt es nur mit der Entfernung zusammen? Würde sie die Kinder länger nehmen (für einen weiteren Monat)?

    Prüfe ob es noch andere Möglichkeiten gibt, deine Kinder unterzubringen (vielleicht einzeln) in deiner Familie oder bei Bekannten, denen du dich anvertrauen kannst.

    Oder kannst du vorübergehend ausziehen mit deinen Kindern (Pension, Frauenhaus) für 2 Monate, bis dein Mann die Entziehung machen kann?

    >Dann Abends noch Kiddis, essen kochen, Wäsche waschen, Hund und Katzen haben wir auch die versorgt werden wollen.>

    Tipp: Versuch die Belastung zu reduzieren.

    Beispiel: Auf Vorrat kochen, 1 mal kochen/2 mal essen
    oder 1 x kochen, 3 portionen einfrieren, wenn du einen Gefrierschrank hast.
    Gemüse gibt es mittlerweile "vorgeschnippelt" als Tiefkühlware (ungewürzt).

    Kannst du den Hund nicht vorübergehend woanders unterbringen?
    Nur für 2 Monate? Wer könnte den Hund noch ausführen?

    Könntest du in deinem Bekantenkreis erzählen, dass dein Mann krank und du überlastet bist und Hilfe brauchst?

    Zu jedem Problem gibt es eine Lösung, wer suchet der findet.

    >Für eine kurze Zeit kann man das, aber mittlerweile sind meine "Akkus" einfach leer.>

    Wichtig:
    1) Du bist nicht für alles zuständig
    2) Wenn du arbeiten willst brauchst du Kraft
    3) Wenn du Kraft brauchst, musst du mal Pause machen
    4) Wenn du deine Kraftreserven ausschöpfst, kannst du bald gar nix mehr leisten
    5) Wenn du völlig fertig bist, haben deine Kinder weniger von dir

    Kannst du Schrittchen für Schrittchen die Belastungen reduzieren,
    deine Leistungen auf das Notwendigste reduzieren,
    Hilfe suchen und annehmen?


    Es ist irgendwie alles zu sehr miteinander verstrickt: Betrieb, Familie, Haus....
    Wenn ein Baustein weg genommen wird fällt der Rest auch in sich zusammen.

    Also: Wenn das Haus weg wäre, hättest du auch keine Familie mehr? Oder würden deine Kinder noch zu dir halten?
    Was ist dir wichtiger, dass alles so läuft wie vorher,
    oder dass es dir und den Kindern gesundheitlich gut geht?

    Wie sind deine Prioritäten, was kommt zuerst:
    Kinder, Gesundheit, Familie, Mann, Einkommen, Haus?

    Was ist dir am Wichtigsten?

    >Einerseits will ich nicht mehr so weiter machen, andererseits möcht ich aber auch nicht alles wo wir die letzten Jahre drauf hin gearbeitet haben verlieren.>

    Würdest du tatsächlich "alles" verlieren, wenn ein Teil davon wegfällt?
    Was ist mit deiner Gesundheit, ist die weniger wichtig, wie das was du dir materiell erarbeitet hast?

    >Irgendwie habe ich das Gefühl mich nur im Kreis zu drehen und keinen Meter vor zu kommen.>

    Weisheit: Wenn du willst, dass sich etwas ändert, musst du dich selbst ändern. Niemand kann dir garantieren, dass alles besser wird. Doch jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.

    Wenn du nur eine Kleinigkeit änderst, kann sich alles zum Guten wenden.

    Fang irgendwo an, mit einer Kleinigkeit. Was dir am sinnvollsten erscheint.

    Ich wünsche dir Klarheit und Ruhe für dich selbst.

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