Hallo, ich bin neu

  • Hallo,
    ich heiße Elise und bin 29 Jahre alt. Ich habe mich hier angemeldet, weil ich gerne aufhören möchte zu trinken. Zur Zeit trinke ich sogar schon morgens und das gefällt mir überhaupt gar nicht. Ich hab schon mehrmals versucht, aufzuhören. Das geht dann immer ein paar Tage gut und dann fall ich wieder zurück und trinke sogar mehr als vorher - hole also regelrecht nach, was ich verpaßt habe.

    Da ich auch an Bulimie leide, wäre es mehr als gut für mich, meinen Magen und auch meine Leber vom Alkoholkonsum zu befreien.

    Ich hoffe, Ihr könnt mir ein paar Tips geben, wie es vielleicht leichter wird, oder wie man sich ablenken kann...

    Liebe Grüße,
    Elise

  • hall elise,

    ich möchte dich herzlich willkommen heißen.

    zum ende meiner säuferkarriere habe ich auch morgens getrunken. bei mir war es ähnlich, auch ich konnte monate lang pausieren, um dann wieder exzessiv zu trinken.

    den ersten schritt hast du bereits getan, du denkst darüber nach etwas gegen den alkohol zu tun.
    es liegt an jeden selbst ob er es schafft den alkohol völlig aus seinem leben zu verbannen, es ist kein leichter weg, aber er lohnt sich.

    was ist schon leicht, gerade die dinge zu meistern die im leben schwer sind, daß sind die dinge an denen ich am meisten freude habe.

    ich wünsche dir kraft und vielleicht schreibst du ja noch etwas mehr über deine trinkgewohnheiten.

    liebe grüße

    schorni

  • na ja, ich lebe seit einem jahr im ausland und war auch recht lange arbeitslos. ich hab dann eigentlich aus langeweile angefangen, tagsüber zu trinken. so wie andere wasser trinken, hatte ich ständig ein glas rotwein in der hand. im mai hab ich dann einen bluttest machen lassen und gesehen, daß der gamma-gt wert erhöht war. ich habe dann einen monat überhaupt nichts getrunken und dann wieder mit einem glas täglich angefangen. im august hab ich wieder einen bluttest gemacht und der war ok - was für mich wiederrum das ok war, wieder mehr zu trinken.

    seit februar arbeite ich. da ich jetzt den ganzen tag nichts trinken kann, trinke ich morgens halt ein glas, in der pause vielleicht 2 und dann abends wieder zwei oder drei (verstößt das gegen die regeln? dann nimms bitte raus) ich bin wegen der bulimie, die ich jetzt seit genau einem jahr habe - bedingt wohl auch durch die neue situation im ausland zu leben (alles neu, totale umstellung) auch seit 2 monaten in psychotherapie. mein suchtproblem bulimie und alkohol hängt wohl irgendwie zusammen.

    ich will nicht mehr trinken. mein mann kennt meine problematik und meint, in meiner momentanen verfassung würde es mich zu sehr aus der bahn werfen, ganz mit alkohol aufzuhören, weil ich auch ein sehr nervöser mensch bin. vom arzt habe ich ein SSRI gegen die depressionen bekommen, desweiteren Benzodiaz. gegen die Nervosität und ein saft zum besseren schlafen. ich teile die meinung meines mannes nicht, weil ich mich nicht mehr sehen kann mit weinglas in der hand....

    was meinst du?

  • Aber sagen wir mal so: hauptsächlich will ich aufhören, weil ich mir sorgen um meine gesundheit mache.

  • Hallo Elise,

    auch ich möchte Dich herzlich Begrüßen,

    mein erste Gedanke morgens war, wann machen die Geschäfte endlich auf,

    ich habe auch schon morgens angefangen zu trinken, mein Leben war bestimmt vom Alkohol, und das ist kein Leben.

    Jeder kann es schaffen auch Du!!!!!!!!

    Liebe Grüsse
    Maria
    41 Tage
    ________
    Achte auf Deine Gedanken! Sie sind der Anfang Deiner Taten.
    Chinesische Weisheit

  • Ja, zu der Einsicht bin ich auch gekommen. Für mich wird es nicht möglich sein, nur am Wochenende was zu trinken wie für andere.

    ist irgendwie so ein alles oder nichts denken. Für mich wird das einzig richtige sein, für immer aufzuhören. Das schlimme ist: mein Verstand weiß das, aber mein Gefühl nicht. Mein Gefühl ist irgendwo gegen diesen Entschluß. So ungefähr als würden Engelchen und Teufelchen auf meiner Schulter sitzen und der eine sagt "Das einzig richtige ist, für immer aufzuhören " und der ander sagt "aber eigentlich willst Du das doch gar nicht"....

    Eigentlich war ich immer stark. Hab nicht grade ein leichtes Leben hinter mir. Mit 13 mußt ich meine Mutter vor dem Selbstmord bewahren - mein Vater war immer auf Montage - und mit 22 ist mein Vater gestorben und hat uns jede Menge Chaos was Schulden usw. angeht hinterlassen. Ab da wurd ich irgendwie zum Familienoberhaupt, hab Beerdigung, Hausverkauf, Bankgeschäfte usw. geregelt. Mittlerweile ist meine Mutter zwecks Depressionen in betreutem Wohnen - auch da ist immer irgendwas zu regeln oder läuft immer irgendwas quer.

    Ich meine, mein Problem hab ich, denke ich, schon sehr gut erkannt - auch die Bulimie (eigentlich leide ich an atypischer Anorexie mit bulimic like) hab ich, denke ich, recht schnell in Angriff genommen. Aber irgendwie sind Verstand und Gefühl doch getrennt und was mein Kopf so schnell begreift, scheint mein Gefühl oder meine Seele irgendwie nicht so schnell zu erreichen.

    Auf jeden Fall will ich raus aus diesem Sog - auf Bulimischer Seite bin ich seit 13 Tagen "!brechfrei", worauf ich sehr stolz bin.

  • Das schlimme ist, meine Schwiegereltern kaufen immer den Rotwein für ein halbes Jahr ein und geben uns dann auch immer wie viele Flaschen. Um meinen Alkoholvorrat brauch ich mir also nie Sorgen zu machen. Das Gefühl oder die Frage "wann machen die Geschäfte endlich auf" brauch ich nie zu haben. Vor kurzem hab ich meinem Schwiegervater alle Flaschen zurückgegeben, damit ich nichts trinken kann - ich sage auch, daß ich zu viel trinke. Aber mein Mann hat dann wieder ein paar Flaschen angeschleppt mit dem Kommentar "wir müssen ja was im Haus haben, wenn Besuch kommt...."

  • hallo elise,

    es ist völlig normal, der gedanke nie mehr, ist für jeden von uns schwer anzunehmen.
    denk in kleineren schritten, heute nicht und morgen ist wieder ein heute.
    wer verabschiedet sich gerne von seiner krücke, lieblingsspielzeug und seelentröster, da fehlt was, logisch. für mich ist alkohol immer freund/ feind, daß sind die zwei seelen die gegeneinander kämpfen.
    das suchtpotenzial ist bei alkohol sehr groß. fest verankert im gehirn.

    liebe grüße

    schorni

  • Hallo Elise,

    das liest sich gerade so als hättest Du keine Unterstützung im Kampf gegen Alkohol, aber statt zu sagen ich trinke zu viel, müsstest Du vielleicht ganz offen sagen, dass Du Alkoholproblem hast, um in erster Linie eine Alkoholfreie Wohnung zu beschaffen.
    Vielleicht würde das Deine Familie besser verstehen.


    Liebe Grüsse

    Maria

  • Eins versteh ich jetzt nicht. Geht der Gamma-Gt auch vom Benzod. hoch? Oder wie soll ich das verstehen?

    ich hatte einen gammagt von 60

  • ich bin keine vollzeittrinkerin. ich denke, ich trinke vielleicht eine flasche 0,75 l wein am tag, wenn überhaupt.

  • wie viele jahre hast du denn getrunken? ich meine, sowas entwickelt sich ja nicht von heute auf morgen und nicht von einem jahr aufs andere. du mußt ja dann schon sehr lange vollzeittrinkerin gewesen sein...
    oder sehe ich das falsch?

  • na ja, nix für ungut. aber ich glaub, ich bin im moment nicht stabil genug, das hier alles zu lesen. ich versuchs erstmal allein - oder auch zusammen mit meiner therapeutin. das hier ist mir alles zu heftig - angetrunkenen die kommen, die tür zeigen und so - zu uns kommt nie jemand angetrunkenes, sondern wenn, dann laden wir zum abendessen ein und da wird in italien halt sehr gern rotwein getrunken - aber betrunken oder angetrunken ist bei uns nie jemand. das wird alles dramatisiert.

    wünsch euch frohe ostern. gibt es eine möglichkeit, sich hier wieder abzumelden?

  • oder nicht stabil genug ist nicht das richtige wort. ich fühl mich einfach dieser gruppe nicht zugehörig. ja, für mein empfinden trink ich zu viel und zu regelmäßig. aber es ist eine gewohnheit. ich zittere nicht und habe auch sonst keine sozialen nachteile durch mein trinken. mich persönlich stört es - aber meine umwelt oder familie hat noch nie etwas negatives zu meinem trinkverhalten gesagt. und die zeit, in der ich nicht getrunken habe, ist mir auch nicht schwer gefallen. ich habe keine entzugserscheinungen, wenn ich nicht trinke

    ich dachte eigentlich, ich sei schon ein alkoholiker - aber wenn ich DAS hier lese, sehe ich, daß ich davon meilenweit entfernt bin

    wünsch euch alles gute und weiterhin viel erfolg

  • hallo elise,

    na dann ist doch alles gut.


    Zitat

    ich dachte eigentlich, ich sei schon ein alkoholiker - aber wenn ich DAS hier lese, sehe ich, daß ich davon meilenweit entfernt bin

    .

    schöne ostern und schön das wir dir weiterhhelfen konnten, jetzt weißt du ja, du bist nicht alkoholabhängig.

    liebe grüße

    schorni

  • Hallo Elise,

    ich finde das auch Super dass Du so schnell raus finden konntest, dass Du kein Alkoholproblem hast. :D

    Frohe Ostern!!!!!!!

    Liebe Grüsse
    Maria
    ________
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    Chinesische Weisheit

  • Hallo Elise,
    es fällt immer schwer, einzugestehen: Ich bin Alkoholiker.

    Und Du bist leider nicht meilenweit davon entfernt, Du hast den halben Weg schon hinter Dich gebracht. Bei mir fings auch so an...nun gut

    Es kommt immer irgendwann der Zeitpunkt, wo man der Wahrheit ins Gesicht sehen muss. Erst dann kann es wieder bergauf gehen. Und glaube mir, solange Alkohol im Hause ist, wirst Du trinken.
    Hätte gern was netteres geschrieben.

    Die Lilly

  • Hallo Elise,
    wenn dir dein Leben und deine Gesundheit etwas wert ist, und du hast ja die Absicht trocken zu werden, empfehle ich dir eine med.-psych. Therapie, die man z.B. ambulant an Uni- oder Fachkliniken absolvieren kann. Die Erfahrung mit Selbsthilfegruppen habe ich nicht gemacht, sehe aber die erstere Variante als qualifizierter und erfolgsversprechender.
    Abstinenz bedeutet ein totales Umdenken in deiner
    Lebensweise und deiner Gewohnheiten.
    Dein Mann scheint die Bedeutung deiner Krankheit zu unterschätzen oder gar nicht ernst zu nehmen.
    Es wäre also dringend, durch fachärztliche Beratung auch ihm den Kopf zu waschen.
    Du musst dich für die Zukunft von jeglichem Alkohol, von Personen die diesen konsumieren, akzeptieren oder verharmlosen fernhalten.
    Hier wird eine enorme Lebensveränderung entstehen ... und das wird sehr schwer.
    Aber der Erfolg wird dich sehr belohnen, du bist frei von diesem täglichen Entzugsdruck, der dich immer wieder voll laufen läßt.
    Langeweile ist oft ein Grund zum Saufen.
    Du musst dir Beschäftigungen, Hobbys etc. schaffen, die keine Langeweile aufkommen lassen.
    Du musst Freunde suchen, die dich in deinem neuen Leben stärken, dich schätzen, bewundern und dir eine Stütze sind.
    Ich wünsche dir alles Gute und hast du Fragen ...
    call me !

  • freeforevernow schrieb:

    Du musst dich für die Zukunft von jeglichem Alkohol, von Personen die diesen konsumieren, akzeptieren oder verharmlosen fernhalten.

    Nein, das ist so nicht richtig. Das würde auch gar nicht gehen. Oder soll man nun sein Leben lang nicht mehr auf Partys oder in Restaurants gehen, weill Leute dort trinken? Das kann es doch nicht sein...sich von allen gesellschaftlichen Ereignissen abzukapseln, nur, weil da getrunken wird. Das kann nicht gut sein und endet in Vereinsamung.

    Es wäre sicher gut, am Anfang seines trockenen Lebens sich von dort fernzuhalten, bis man eine gewisse Sicherheit hat, nicht mehr rückfällig zu werden, obwohl es die absolute Sicherheit ja nicht gibt. Aber sich von allem zurückzuziehen halte ich für einen Fehler. Außerdem gibt es Menschen, die mit Alkohol umgehen können, 2 Gläser Wein in der Woche trinken können und das ihr Leben lang. Nur WIR müssen uns ganz klar darüber sein, das WIR das NICHT KÖNNEN. Das ist nun mal Fakt und damit muss und kann man sehr gut leben. Wir müssen aber deswegen keine Eremiten werden, wir sind nur Alkoholiker, weiter nichts. Weder Aussätzig noch sonst irgendwas. Wir trinken nur nicht , und fertig !!

    Die Lilly

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