Grenzen finden, definieren und mit der Reaktion "kämpfe

  • Guten Abend Martha66,

    ich glaube Du hast Recht. Er verdrängt, dass er eigentlich krank ist und verharmlost alles indem er sagt, er hätte nur ein Problem, welches aber kaum erwähnenswert ist.

    Er muss wohl wirklich erst richtig auf die Klappe fallen.

    Einen schönen Abend wünscht
    mostwanted

  • Hallo MoWa,

    das ist das schlimme am Alkoholismus, es ist eine reine Selbstlüge und einer reiner Selbstbetrug und solange der Alkoholiker nicht bereit ist dahin zu gucken, kannste Dir den Mund fusselig reden....

    Ja er muss selber auf die Klappe fallen und da sind die Schmerzgrenzen sehr unterschiedlich.

    LG Martha

    Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten ...

    Trocken seit 2010

  • Guten Abend !

    Das stimmt mit er reinen Selbstlüge. Aber gut- das soll nicht mein Problem sein.

    Das WE war relativ ruhig. Ich glaube, er weiß grad selber nicht so recht, was er machen soll. Er sagt immer, er will was tun, aber er kann nicht.

    Ich dachte immer, dass man zwar was tun kann, aber nicht will.

    Warum er meint, er könne nicht- keine Ahnung. Ich weiß, dass er sich viel zu viel schönredet.

    Einen schönen Abend wünscht
    Mowa

  • Hall MoWa,

    Zitat

    Warum er meint, er könne nich

    Weil er süchtig ist und ihn die Sucht regiert.

    LG Martha

    Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten ...

    Trocken seit 2010

  • Hallo !

    Ja das "vergesse" ich immer. Es geht hier ja um eine Sucht - klar. Nur weil er diese Sucht immer wegredet und alles verharmlost, denk ich auch schon immer schon in so einfachen Dimensionen.

    Wahrscheinlich brauch ich mir aber bald keine Gedanken mehr machen. Er hat sich sehr zurückgezogen. Wenn er sich meldet, dann widerspricht er sich gern. Eben vom z.B. Himmel geredet, 5 Minuten später redet er von der "Hölle" (nur als Beispiel gesehen).

    Das ist ziemlich anstrengend und ich erwisch mich selber, wie ich die Augen verdrehe und denke "muss ich mir das anhören?"

    Die Einstellung ist - im Grunde - ganz gut. Ich mein, ich klammer nicht an einer Illusion fest. Aber ich bin schon traurig und vermisse meinen Partner - und zwar den, den ich von den vielen Wochenenden kannte (wo er nie trank).

    Gruß Mowa

  • Hallo MoWa,

    für einen rationell denkenden Menschen ist die Sucht schwer nachvollziehbar. Alles was Du von Deinem Partner beschreibst ist das typische Bild eines Alkoholikers. Dieser Rückzug, die Ambivalenz, das Verharmlosen und Schönreden.

    Ja und das ist sehr anstrengend für den Angehörigen.

    Vielleicht liesst Du einfach etwas bei den Alkoholikern und bekommst ein Bild von der Sucht und nimmst sein Verhalten dadurch vielleicht auch nicht persönlich.

    LG Martha

    Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten ...

    Trocken seit 2010

  • Hallo Martha66,

    danke für den Tipp. Ich versuche nichts persönlich zu nehmen. Ich weiß schon, dass das alles was er sagt und tut zum Krankheitsbild gehört.

    Momentan hab ich mehr mit dem "Vermissen" zu kämpfen, denn ich sagte ja schon Seiten vorher, dass er mir ja nie was getan hat und ich EIGENTLICH nur das Bild eines liebevollen Partners von ihm hatte.

    Die Zeit, die wir miteinander verbrachten, war ja immer alkoholfrei bzw. hatte ich nie den Alkoholiker vor mir (vom Verhalten her).

    Ich kämpfe also mehr mit dem Loslassen, als damit, dass ich mir irgendwas ankreide.

    Ich werde mal ein wenig lesen gehen...

    Danke :)

  • Guten Morgen !

    Hat das jemand von euch auch schon einmal umgekehrt gehabt - also das der Alkoholkranke die Trennung vollzieht, weil er sagt, er will nicht weiter enttäuschen, runterziehen oder unglücklich machen ?

    Das hab ich grad. Einerseits ja so "vernünftig" von ihm, andererseits fühlt es sich an, als ob man gegen Alkohol verloren hat.

    Wenn ich gegangen wäre, hätte er vielleicht was gegen die Sucht gemacht. So fühlt es sich an, als ob er sich für die Sucht von mir trennt.

    gruß
    Mowa

  • hallo mowa,

    wenn du gekämpft hast verlierst du. nur musstest du niemals gegen etwas ankämpfen. das was du machtest war co abhängigen verhalten. wenn du hier gelesen hast weisst du das du es niemals hättest tun müssen.

    fakt ist er ist alkoholiker, will nicht aufhören zu trinken.

    seh das nicht als verlust an, es ist ein gosses geschenk das du bekommen hast, denn so oder so die trennung ist unausweichlich. sei einfach froh darüber, dass du nicht auch noch um deine unabhängigkeit kämpfen musst, wie so viele von hier, deren männer sich nicht so leicht von den frauen trennen können und umgekehrt. seh dies als chance.

    fängst du jetzt an zu kämpfen um ihn oder siehst du das als verloren an, dann bist du mitten drin im co verhalten.mach es dir nicht schwerer wie es ist.lass ihn gehen und schau danach, dass du dich lösen kannst.

    lieben gruß melanie

  • Hallo,

    ich mache nichts. Ich hab auch vorher nichts gemacht- außer meine Grenze genannt. Seitdem war Ruhe und nun sagt er, er ist lieber allein.

    Klar ist das allemal besser, als die Beziehung weiterzuführen und co-abhängig zu werden, sogar alles noch schlimmer zu machen.

    Aber dennoch ist es irgendwo auch komisch, denn eigentlich habe ich gedacht, ich gehe den Schritt der Trennung.

    nerwartet - bin bissel baff.

    Mowa

  • hallo mowa,

    Zitat

    Das hab ich grad. Einerseits ja so "vernünftig" von ihm, andererseits fühlt es sich an, als ob man gegen Alkohol verloren hat

    du schreibst es doch hier gerade auf. es fühlt sich an als habe "man" (also du) verloren. um was zu verlieren hat man (also du) einen kampf gekämpft. oder ist es dir irgendwo aus der tasche gefallen und du hast so etwas verloren?

    liebe mowa, du schreibst weiter

    Zitat

    denn eigentlich habe ich gedacht, ich gehe den Schritt der Trennung.

    eigendlich hast du gedacht das du es unter kontrolle hast. nun ist es ausser kontrolle und du fühlst als hättest du verloren.

    versteh das bitte nicht falsch. es ist ein sich bewusst machen über das was innerlich in einem vor geht. es geht für dich ja darum damit abschliessen zu können oder nicht?:wink:

    lieben gruß melanie

  • Hallo MoWa,

    Du bist doch auch den Schritt der Trennung gegangen. Soweit ich das mitbekomme habe, hast Du ihn mit seiner Sucht konfrontiert und gesagt, dass Du damit nicht leben möchtest. Er möchte, muss oder will aber weiter trinken. Da Du das nicht akzeptierst an Deiner Seite ist er gegangen - aber als Reaktion, oder?

    Den ersten Schritt bist Du gegangen ;)

    LG Martha

    Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten ...

    Trocken seit 2010

  • Hallo Martha66,

    genau so war es. Ich habe ihm meine Grenzen genannt und dann war Stille und irgendwann kamen Sätze wie, dass er es reduzieren will oder mal komplett ohne versuchen will.
    Das Ganze hat nicht hingehauen und er meldete sich noch weniger, weil er mich nicht enttäuschen wollte.

    Im Grunde hab ich nie gekämpft. Ich hab aber schon gehofft, dass er anfängt, sich mit seinem Problem auseinanderzusetzen.

    Das er sich jetzt trennt ist halt ein merkwürdiges Gefühl.

  • Liebe MW,
    dann ist er noch nicht soweit, seine Sucht bekämpfen zu wollen...dann waren seine Zugeständnisse weniger zu trinken ( geht eh nicht) oder aufzuhören nur ein Versuch, Dich zu halten, mehr nicht - keine wirkliche Einsicht.
    Dass er die Trennung wünscht zeigt nur, wie stark seine Sucht ist--er hat sich im Grunde nicht gegen Dich entschieden, er hat sich einfach FÜR den Alkohol entschieden...denn er kann nicht ohne ihn...noch nicht oder vielleicht nie.
    Das fühlt sich schlimm an, ich weiß -aber noch schlimmer - auf längere Sicht ist, gegen etwas anzukämpfen, was aussichtslos ist.
    Ich dachte auch immer, meine LIEBE kann und muss doch was bewirken....nein...mein xy hat alle fallen lassen, nur um nichts ändern zu müssen...Traurig, aber wahr.
    Wer weiß, manchmal bringt eine längere oder wirkliche Trennung etwas. Vielleicht wirkt ein Kontaktabbruch Wunder, nicht in wenigen Tagen ,vielleicht braucht das Ganze etwas länger...wer weiß.
    Mir hat auf jeden Fall die Auseinandersetzung mit der Thematik SUCHT sehr geholfen - ich konnte Baustein an Baustein fügen und weiß heute, dass es weder meine Schuld ist - noch hätte ich etwas bewegen können.
    Irgendwann ging es nur noch darum, mich zu retten...

    Ich wünsche Dir viel Kraft, liebe Grüße von Hanna

  • Liebe MoWa,

    ich kann das sehr gut nachvollziehen, was in Dir vorgeht. Ich habe ähnliches erlebt.

    Vielleicht setzt er sich jetzt ja auch mit dem Thema Alkoholismus auseinander, das weisst Du nicht. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen: Jedes Gespräch, was nicht er sucht, weil ER etwas verändern möchte, macht es schlimmer, jeder Druck macht es schlimmer, jede Aufklärung wie gefährlich Alkoholismus ist macht es schlimmer, das weiss jeder Trinkende selbst.

    Es gibt einen schönen Spruch: Willst Du gelten, mach Dich selten....

    Wenn er etwas verändern möchte kann er in die Latschen kommen, er hat Deine Telefonnummer und Deine Adresse, oder :-)?

    Versuch Dich bitte ganz zurück zuziehen, auch wenn es Dir schwer fällt. So könnte sich eventuell etwas verändern, ansonsten beginnt ein nicht endender Kreislauf....

    LG Martha

    Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten ...

    Trocken seit 2010

  • Liebe Hanna, liebe Martha,

    danke für Eure lieben Worte. Dank Euch verstehe ich das alles besser.

    Im Grunde geht es mir nicht schlecht. Ich hab hier schon ein wenig gelesen und wusste daher schon vorher, dass ich nur durch Nichthelfen helfen kann.

    Es ging nur jetzt alles sehr schnell. Da habe ich eigentlich "Glück". Andere bleiben Jahre beim Partner, bis die Trennung unausweichlich ist.

    Nur dieses Gefühl, dass er sich FÜR den Alkohol entschieden hat, macht mich traurig.

    Vielleicht beschäftigt er sich ja mit seinem Problem. Ich wünsche es ihm.

    Ich weiß, dass ich mich nicht melden sollte. Ich werde es auch nicht tun. Von diesem Kreislauf konnte man hier ja schon viel lesen.

    Ich kämpfe halt nur damit, dass alles so flott vonstatten ging und irgendwo hat doch jeder der liebt das Gefühl von Hilflosigkeit- eben weil man nicht wirklich was tun kann- nur er...

    Lieben Gruß
    Mowa

  • Liebe MoWa,

    ich kann das soooo verstehen, wie es Dir geht . Es ist ein ohnmächtiges Gefühl, dass sich jemand für den Alkohol entscheidet und es darf Dich auch traurig machen.

    Wer weiss, vielleicht kommt er ja ins Nachdenken und auch ins Handeln. Je weniger Du tust, desto besser :-). Die Sucht hat halt ihre eigenen Gesetzte. (Doch Du kannst doch was tun: NICHTS, eine andere Form, um ans Ziel zu kommen ;) )

    Ganz lieben Gruss, Martha

    Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten ...

    Trocken seit 2010

  • naja ich überleg grad, er entscheidet sich vielleicht auch gar nicht für den Alkohol, sondern der Alkohol entscheidet, weil er halt regiert.....

    Achte auf deine Gedanken, sie sind der Anfang deiner Taten ...

    Trocken seit 2010

  • Hallo !

    Ja richtig. Sagen wir es so : der Alkoholteufel hat ihn besessen und steuert ihn und noch kann er den Alkoholteufel nicht abschütteln.

  • Guten Abend !

    Bei mir ist alles ruhig. Ich verplane meine Tage und es geht mir besser. Klar vermisse ich ihn noch, aber ich weiß, so ist es jetzt besser.

    Martha66 - kann ich hier irgendwo DEINE Geschichte nachlesen ? Du hast mir viel geholfen und mich würde einfach interessieren, was Du so erlebt hast. Danke !

    Auch Hanna2010 möchte ich danken. Ich werde mal suchen, wo ich Deine Geschichte nachlesen kann.

    Lieben Gruß und einen schönen Abend !

    Mostwanted75

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!