Ich bin hier wohl nicht alleine.....

  • Ihr schreibt, ich soll mich kurz vorstellen.....

    das ist nicht so einfach! Ich bin 40 Jahre, trinke eigentlich schon so lange ich denken kann, aber nur Bier. Ich habe gesunde Kinder zur Welt gebracht, habe 2 Berufe erlernt, war selbststängig.

    Meine Überlegung dass mir Bier gut schmeckt und ich deswegen nichts anderes trinke ist eine Einbildung, weil ich regelmässig trinke! Und wenn ich mir vornehme, einmal 2 Tage kein Bier zu trinken, dann schaffe ich das nicht!

    Ich weiss wie es um mich steht, und es geht mir einach nur noch auf den Keks! Eben weil ich in denen Zeiten auch kein Auto fahren kann, nur müde bin, und eben auch streitsüchtig! Ich will das nicht mehr, weiss aber nicht wie ich es schaffen soll!

    Ich habe vor längerer Zeit schon einmal richtige Drogen genommen, und habe das aus eigener Kraft geschafft von Heute auf Morgen auf zu hören. Ich war auch schon spielsüchtig, und habe auch das aus eigener Kraft geschafft davon los zu kommen!

    Nur jetzt kann ich das irgendwie nicht!

    Ich bin selbst Rettungssanitäter und würde nie im Dienst etwas trinken!!!!!!!! Und ich finde es einfach nur schrecklich, wenn wir solche Leute einsammeln müssen! Ich schäme mich und möchte das ganz allein ändern..... aber wie?

  • Hallo Paul,

    schön dass du hierher gefunden hast. Du bist hier nicht alleine, das kann ich Dir mit sicherheit sagen. Hier gibt es viele die in der gleichen Situation sind oder waren.

    Von mir selbst kannst Du keine Tipps bekommen, da ich nicht alkoholabhängig bin. Aber ich habe meinen Mann durch den Alkohol verloren. Das ist der richtige Schritt, damit Dir so ein schreckliches Ende erspart bleibt.

    Katy

  • Hallo Paul und herzlich willkommen

    Wenn du keine zwei Tage ohne Bier schaffst, dann probier doch mit einem Tag. Immer wenn du Bier trinken willst, dann trinkst du etwas anderes. Einfach ausprobieren und setz dich nicht unter Druck, du musst nicht aufhören, du willst aufhören. Drogen und Spielsucht hast du unter Kontrolle bekommen, das hier packst du auch. Da du vom Fach bist, brauche ich dir über Entzugserscheinungen nichts zu erzählen. Ganz wichtig dabei, nicht hinausschieben, jetzt sofort anfangen. Hey, ab Vatertag 2006 clean, hat doch was für sich.

    Wünsche dir einen guten Anfang

    Gruß Henri

  • Hallo Paul,

    und auch von mir herzlich Willkommen hier im Forum.

    Alleine bist Du hier nun wirklich nicht und somit hast Du die Chance von den Erfahrungen vieler Teilnehmer zu provitieren.
    Wenn Du also magst, werden wir Dich ein wenig bei Deinem Vorhaben unterstützen.

    Du kannst es schaffen, wenn Du es wirklich willst.
    Wie Henri schon sagte schieb es aber nicht vor Dir her und gehe den Weg Schritt für Schritt.

    Lass wieder von Dir hören und wenn Du ausführlicher von Dir erzählen möchtest, kannst Du auch gerne im entsprechenden Bereich ein neues Thema aufmachen.

    Vie Erfolg

    Gruss Joachim

  • Erst mal super lieben Dank, dass ihr es probieren wollt, mir zu helfen! Aber das wird sicher schwer, für mich selbst sich nicht weniger! Aber ihr habt die Erfahrung, ich eben nur in anderen Dingen....

    Ich weiss jetzt erst mal nicht wie ich es am besten Anfange....
    Ein neues Thema? Etwas über mich sagen?

    Vielleicht kann ich euch erzählen durch was es angefangen hat? Wie es sich ausgebaut hat? Warum ich grade jetzt die Nase so voll habe? Warum ich es letzendlich nicht schaffe, das weiss ich allerdings nicht.

    Also ich habe als Frau immer in Männerberufen gearbeitet und da war das an der Tagesordnung abend das "Feierabendbier" zu trinken. Und das hat auch so seine Tradition bekommen. In den Zeiten in denen ich nicht gearbeitet habe, brauchte ich das Bier abends auch nicht. Ich habe mich um meine Kinder gekümmert, alles war im Rahmen. Dann ist meine männliche Freundin ums Leben gekommen. Mit diesem Unfall habe ich fast ein halbes Jahr im Suff verbracht. Bin dann da auch wieder einigermassen von los. Bin in den Rettungsdient. Fast 2 Jahre, habe dann einen neuen Partner kennengelernt, und damit ging es wieder bergab. Wir haben nur gestritten und es war die Hölle! Ich habe so oft es geht getrunken, nur um anschliessend schlafen zu können und nichts mehr hören oder sehen! Dadurch wurde noch mehr gestritten, und noch mehr getrunken.... wie das eben so ist! Jetzt habe ich mich vor 7 Monaten getrennt. Bin Hals über Kopf mit einem neuen Partner zusammen gezogen. Und hier ist die Wende eingetreten!
    Er trinkt auch! An Feiern! Hier und da mal abends ein Bier! Also völlig normal! Er ist für mich das Beste was mir, ausser meinen drei gesunden Kindern, passieren konnte! Nun hat er sich natürlicherweise schon gewundert dass ich so viel Bier vertrage! Ich kann ihn locker unter den Tisch saufen, und das ist was, worauf ich früher immer stolz als Frau war, aber dieses Gefühl nun noch einen wirklich bitteren Geschmack hinterlässt! :cry:

    Es ist nicht so, dass ich zittrig werde, wenn ich nichts zu trinken bekomme! Es ist einfach so, dass ich trinke, wenn ich die Zeit und die Gelegenheit dazu habe. Aber wenn das nicht der Fall ist, bin ich auch gerne bereit auf Feiern die Fahrerin zu machen! Ich bin gerne mit anderen zusammen ohne Bier! Das geht! Aber mein Gehirn fängt dann an mit mir zu reden....
    Sind wir dann zu Hause: Los... jetzt kannst du! Er schläft, bekommt es nicht mit! Meist zwinge ich mich dann ins Bett, und dann geht es auch. Ich habe auch schon festgestellt dass ich, wenn ich es schaffe den Drang zu ignorieren, es dann oft nach Kaffe oder Wasser schaffe dann kein "Wollen" mehr zu empfinden!

    Wenn ich fahren muss, trinke ich nicht! Wenn ich arbeiten muss nicht! Wenn ich ausserhalb vom Haus beschäftigt bin auch nicht.... Aber sonst? So gut wie immer! :cry:

    1 Tag nichts trinken geht ja auch, allerdings muss ich dann einen dicken Kopf vom Vortag haben, sonst funktioniert das nicht!

    Und ich hasse mich jeden Morgen dafür dass es mir schlecht geht, einfach nur wegen dieser verdammten sauferei!

    Gibts da wirklich Hoffnung für mich? Einen Dreher im Gehirn? Auslöser, was ich machen kann?

  • Hallo Paul

    Natürlich kannst du es schaffen. Den ersten Schritt hast du bereits getan indem du erkannt hast, dass du es nicht alleine schaffst und hier offen über dein Problem geschrieben hast.

    Hast du auch schon mit deinem Partner über das Thema geredet? Er kann dir eine sehr große Hilfe sein. Wenn du es ernsthaft willst, dann mache als erstes deine Wohnung alkoholfrei. Das dürfte nicht so schwer sein, da dein Partner kaum Alkohol trinkt und deshalb sicher nichts dagegen hat und dir dabei auch behilflich sein wird. Das ist dann erstmal eine gute Basis für dich.

    Da du tagsüber nichts trinken musst, ist der Abend die gefährliche Zeit für dich. Wenn du am Abend Lust auf Bier hast, dann trinkst du Wasser und zwar soviel wie möglich. Das hilft dir, den Drang nach Bier zu vermindern. Dann such dir noch eine Beschäftigung die dich ablenkt, sodass keine Langeweile aufkommt und die Gedanken an Bier erst gar nicht aufkommen lässt.

    Probier es doch einfach mal aus. Du schaffst das, hast ja schon so manches gepackt.

    Wünsche dir viel Erfolg

    LG Henri

  • Nein henri,
    das ist es ja, warum ich jetzt hier bin! Genau das schaffe ich eben nicht! Ich weiss dass ich es kann, aber ich kann es nicht. Für mich ist einzig die Möglichkeit den Klick im Kopf zu finden, und somit stark zu werden, aber den habe ich noch nicht gefunden! Ausser dass ich es nicht mehr will, hat sich nicht viel geändert!

    Du hast gefragt ob ich dass mit meinem Partner durchgesprochen haben.... Sicher nicht! Er weiss dass ich viel Bier trinke! Und eigentlich ist das auch nicht soooo problematisch für ihn....
    Aber ich möchte das selbst schaffen!

    Ich weiss das Alkohol und Drogen einen grossen psychischen Abhängigkeitsgrad hat.... Gewohnheit und soweiter....
    Körperlich, na ja.... ich weiss nicht so genau. Damals als ich keine Drogen mehr genommen habe, hatte ich sehr lange Zeit im Kopf: Einmal ist keinmal! Und das erste/zweite mal ist das Beste, danach hörst du wieder auf..... Das ist eine Lüge, die man sich einredet! Körperlich war eigentlich nur dass ich sehr viel daran gedacht habe! Immer dieses Ja.... oder Nein????

    Heute ist das mit dem Bier ähnlich. Von Drogen bin ich seid 14 Jahren weg.... aber wirklich weg bin ich erst seid ca 8 Jahren. Und ich brauche wirklich Hilfe, den Klick im Kopf, um endlich mit dem Bier aufzuhören.

    Hat denn niemand eine Idee für mich?

  • Hallo Paul

    Widersprichst du dir da nicht? Zum einen gestehst du dir ein, dass du es nicht schaffst, dann willst du aber trotzdem keine Hilfe von deinem Partner, weil du es allein packen willst.

    Akzeptiere, dass du es nicht alleine schaffst und es kann bereits der „Klick“ sein. Wenn du hier manchmal von „vor dem Alkohol kapitulieren“ liest, dann ist genau das damit gemeint. Warum kannst oder willst du nicht mit deinem Partner reden? Weil du zu stolz bist, es zuzugeben? Ein Partner ist doch auch dafür da, um dir bei so einem Vorhaben beizustehen. Durch das Gemeinsame fällt es dir doch auf viel leichter, warum dich also dagegen sträuben.

    Lieben Gruß
    Henri

  • Lieber henri....

    ich habe diesen Mann erst vor 8 Monaten kennengelernt! Ich bin vor 7 Monaten mit ihm zusammen gezogen. Ich habe noch 2 "kleine" andere Probleme mit ihm zu bewältigen. Diese bearbeite ich grade im Kopf nebenbei. Diese Probleme haben aber nichts mit meinem Bierkonsum zu tun. Dieses Riesenproblem, das möchte ich gerne allein lösen..... und ja, du hast Recht, ich schäme mich! Erst wenn ich es selbst nicht schaffe...... bevor ich ihn verliere, dann sage ich es ihm!

    Belüge ich mich hier, ich weiss es nicht! :cry:

  • Hallo Paul

    Dein Partner hat doch schon gemerkt, dass du viel verträgst und ihn unter den Tisch trinken könntest und er weiß auch, dass du viel trinkst. Wenn er es noch nicht weiß, dann ahnt er doch zumindest, dass du ein Alkoholproblem hast. Ich weiß nicht, ob du den richtigen Weg gehst. Warum teilst du dich ihm nicht mit? Partnerschaft und Freundschaft haben doch auch mit Vertrauen zu tun. Hast du auch mal überlegt, was er fühlt, wenn du so wenig Vertrauen zu ihm hast? Hier erzählst du es wildfremden Menschen, warum dann nicht auch deinem besten Freund und Partner?

    Lieben Gruß
    Henri

  • Ich schaffe es nicht.... und ich merke grade, wie ich erneut tiefer rutsche! Sein Auto ist kaputt, er ist nicht da, ich habe frei Bahn.....

    ich weiss echt nicht weiter

  • Hallo Paul

    Für wen willst du denn aufhören, für ihn oder für dich? Nur weil er nicht da ist, nicht alles so läuft, wie du dir das vorstellst, ist doch kein Grund, zu trinken oder doch?

    Viele Grüße
    Henri

  • henri,

    du bist erfrischend ehrlich! :roll: Aber das ist auch ok so!!!!!!!!!!

    Also erst mal: Mein Freund hat mich gestern darauf angesprochen. Er hats schon länger gemerkt (war klar), gestern hatte er Gewissheit! Ich habe gestern 5 Flaschen Bier getrunken und dabei in praller Sonne den Garten umgegraben. Da war es wohl offensichtlich!
    Tatsache ist, ich habe heute Geburtstag werde wohl noch mein Bier trinken.... aber sicher ist, dass ich es dann einfach lassen werde!
    In diesem Punkt werde ich wohl Hilfe brauchen.... weil der Kopf da nicht mitspielen will!

    Zu meinem Freund: Es war gestern einfach grossartig!!!! Er hat normal seinen sturen Kopf, aber gestern kam er seltsamerweise an und beobachtete mich erst nur.... und dann sagte er dass ich ein Problem mit Alkohol habe.... er das schon länger geahnt, jetzt aber die Gewissheit habe! Er wollte wissen warum, Wieso, welche Gelegenheit... usw....
    Ich habe ihm ehrlich gesagt welche Sorgen , Nöten und Unsicherheiten ich habe..... und er hat das sogar verstanden! :cry:

    Ich denke mal dass ich nun diesen Punkt, den ich gebraucht habe, gefunden habe! Hier geht es jetzt gar nicht mehr um das "nur Bier" trinken..... hier geht es jetzt einfach um Alles oder Nichts!

    Lieber henri, wenn ich dich bitte mir zu helfen, würdest du das tun? Ich weiss nicht was auf mich zu kommt. Aber mit allem, was das "Aufhören" anbelangt, da kann ich nur dich fragen! Und ich werde sicher wanken..... aber ich will das nicht mehr! Bitte hilf mir!!!!!!
    Ich will auch nicht weniger trinken! Ich will gar nicht mehr!

  • Hallo Paul und herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag

    Das ist gestern super für dich gelaufen. Es konnte dir nichts Besseres passieren, als dass dein Freund dich angesprochen hat. Noch besser finde ich, dass du mit ihm so offen geredet hast. Jetzt hast du jemand, mit dem du reden kannst, wenn er das Problem auch nicht in allen Einzelheiten verstehen wird. Das kann nur jemand, der selbst betroffen ist. Aber du hast jemand, an den du dich auch mal anlehnen kannst und das wird dir enorm helfen können.

    Da du mich persönlich angesprochen hast, Tipps kannst du hier im Forum von jedem bekommen, nicht nur von mir, aber helfen? Helfen musst du dir selbst. Bitte jetzt nicht falsch verstehen, ich helfe dir gerne, aber verlass dich nicht auf mich oder andere, sondern nur auf dich, denn du bist diejenige und die einzige, die dafür sorgen kann, dass du trocken bleibst.

    Okay, also Geburtstag ist rum, ab heute fängst du an. Immer das Positive sehen, es ist kein Verzicht sondern ein Gewinn, den du durch das Nichttrinken hast. Der Umgang mit deinem Freund wird ein ganz anderer als vorher sein, wirst du schon selbst erfahren. Es sind so viele Kleinigkeiten, an denen du merkst, dass es dir besser geht. Wenn du meinst, Bier trinken zu müssen, dann einfach etwas anderes trinken. Hast auch sicher schon hier im Forum gelesen, viel trinken hilft den Saufdruck du dämpfen und sorgt auch dafür, dass der Flüssigkeitshaushalt im Gleichgewicht bleibt.

    Wünsche dir für Tag 1 viel Erfolg

    Lieben Gruß
    Henri

    PS. Im Juni den Garten umgraben? Das macht man doch entweder im Frühjahr oder vor dem Winter. Na gut, Juni ist vor dem Winter, ich sag da weiter nix zu.

  • Hallo lieber Henri,

    erst mal zu meinem "PS".... Der ganze Garten muss dieses Jahr neu gestaltet werden, wir sind hier ja erst eingezogen. :roll:

    Aber nun zum eigentlichen Thema.....
    Danke für deine Glückwünsche!!!!! Und: An meinem Geburtstag habe ich sage und schreibe NUR 2 Bier getrunken!!!!! Eines um 19 Uhr, und eines um 23 Uhr!!!! :lol: Gestern gar keins! Und heute werde ich auch keines trinken! (Heute ist wohl der schlimmste Tag, weil ich allein bin bis heute abend) Aber dann ist Samstag/Sonntag.... das sind dann 4 Tage ohne! Und die schaff ich! :twisted:
    Nach 4 Tagen werde ich im Kopf das schlimmste hinter mir haben.... hoffe ich doch!

    Mein Freund findet es ekelig dass ich auf Gemüsesaft umgestellt habe, aber ihm ist es so lieber! :wink:

    Was die Hilfe von dir angeht.... ich empfinde deine Ehrlichkeit als sehr angenehm, und wie du schon sagst, mein Freund wird das Alkoholdilemma nicht ganz verstehen. Aber sein Dasein hilft mir hier, und darüber reden hilft mir hier mit dir!

    Natürlich muss ich mir selbst helfen! Ich muss da auch allein durch, ich muss es allein wollen!!!!!!

    Aber bei Tausend Fragen oder Nöten würde ich dich gerne ansprechen, wenn es dir nichts ausmacht.

    Die ersten hätte ich schon....
    Wie lange dauert es, bis es einem leichter fällt zu verzichten? Bei mir scheint das ja reine Kopfsache zu sein. :(

  • Da hätte ich dann auch gleich die nächste.....

    Ursprung des Gedankens: Gestern abend sagte mein Freund dass er stolz auf mich wäre, weil ich den ganzen tag kein Bier getrunken habe, und auch an meinem Geburtstag so zurück haltend war. Er meinte anschliessend, dass ich ja ruhig mal mein Bierchen trinken könnte, aber eben nicht so viele!!!! (Hier habe ich gemerkt dass er das ganze Ausmass nicht versteht). Meine Antwort darauf war: Lass mich erst mal gar nichts trinken, dann sehen wir mal weiter!

    Nun die Frage: Ich kenne jemanden aus der Vergangenheit, der auch schwer Alkoholiker war, er war mehrmals stationär auf Enzug. Er ist in fast 30 jahren mehrmals rückfällig geworden. Irgendwann hat er es dann geschafft.... und nach 1 Jahr hat er nur Alkoholfreies Bier getrunken (Erste Frage: Ist das nicht vom Kopf her riskant??????). Und nach einem weiteren Jahr hat er auch wieder richtiges Bier getrunken, aber höchstens mal 1-2 Flaschen in der Woche....
    Zweite Frage: Geht dass denn? Wenn man soooo lange so sehr da drin hängt, dass man irgendwann wieder einen vernünftigen Bezug zu Alkohol/Bier bekommt?????
    Zu diesem Mann muss ich sagen dass er ein paar Monate darauf gestorben ist (Nicht am Alkohol)..... wäre es abzusehen gewesen, dass er wieder anfängt?

  • Hallo Paul

    Als erstes freue ich mich, dass du es gestern geschafft hast und heute sind es auch nur noch paar Stunden und Tag 2 ist geschafft.

    Wie lange es dauert bis es dir leichter fällt, zu verzichten? Das dauert solange, bis du nicht mehr darauf verzichtest, sondern den Alkohol nicht mehr brauchst. Ich weiß, ist ne blöde Antwort oder doch nicht? Versuche immer das Positive daran zu sehen, sodass es für dich kein Verzicht bedeutet. Hast du gemerkt, dass du heute schon so bisserl stolz darauf bist, an deinem Geburtstag nur zwei Bier getrunken zu haben und es gestern bereits ganz ohne geschafft hast. Es wird mit jedem Tag den du packst leichter, aber es wird dann auch wieder ab und zu eine Phase kommen, da würdest du liebend gerne wieder ein Bier trinken, siehst die ganze Abstinenz vielleicht sogar als sinnlos an. In den Zeiten hilft es, wenn du bis dahin viele positive Erfahrungen gemacht hast und du dir sagen kannst, dass es sich doch bezahlt macht. Um eine Zahl zu nennen, warte mal die ersten zehn Tage ab. Bis dahin ist der Rest Alkohol aus dem Körper raus, darfst dann natürlich nicht den Fehler machen und glauben, es könnte nichts mehr passieren.

    Ab und zu wieder ein Bier trinken, denk nicht einmal im Traum daran, das schaffst du nicht und wenn dein Freund noch mal davon anfängt, dann hau ihm gleich ein paar hinter die Horchlöffel. Ich habe es mir ein paar Jahrzehnte bewiesen, dass ich mit Alkohol nicht umgehen kann. Wieso sollte ich das plötzlich können? Außerdem brauche ich das Zeug nicht mehr. Es wäre also der größte Blödsinn den ich machen könnte, wenn ich wieder anfangen würde.

    Na und von dem Mann von dem du schreibst, dass er wieder Bier getrunken hat. Lies dir das durch und du siehst was passiert ist. Zuerst nichts, dann alkoholfreies, dann richtiges und dann hat er zwar nicht mehr gelebt, aber es ist leicht vorauszusehen, was danach gekommen wäre. Erst zwei die Woche, irgendwann die erste Ausnahme, dann etwas mehr und dann noch etwas später wieder wie früher und dann noch ein bisschen mehr und dann …

    Alkoholfreies Bier sieht so aus wie Bier, die Flasche gleicht einer Bierflasche, es schmeckt wie Bier und riecht wie Bier. In der Runde in der Bier getrunken wird, hast du das Gefühl, als ob du zu den Biertrinkern dazu gehörst. Warum also nicht auch ein richtiges Bier trinken, der Unterschied ist doch gar nicht soooo groß.

    Lieben Gruß
    Henri

  • von Henri....
    Alkoholfreies Bier sieht so aus wie Bier, die Flasche gleicht einer Bierflasche, es schmeckt wie Bier und riecht wie Bier. In der Runde in der Bier getrunken wird, hast du das Gefühl, als ob du zu den Biertrinkern dazu gehörst. Warum also nicht auch ein richtiges Bier trinken, der Unterschied ist doch gar nicht soooo groß.

    Hallo erst mal!!! :D

    Also genau DAS, was du da oben geschrieben hast, genau das habe ich geahnt! Aber nicht nur das.... Ich weiss es! Deswegen würde mir das nicht passieren!

    Ich weiss noch weiteres: Wenn ich auch nur ein EINZIGES Bier trinke, dann trinke ich auch wieder mehr, aber dann werde ich es richtig heimlich tuen! Aber damit belüge ich mich selbst.... und wenn ich Lügen an anderen nicht mag, hasse ich es an mir selbst umso mehr!

    Nun aber zu meiner Erfolgmeldung.... :lol::lol::lol::lol:
    KEIN BIER GETRUNKEN! :wink::wink::wink::wink::wink:
    juchuuuuuuuuu
    Und ich habe etwas festgestellt! Ich habe kein Ekel vor Bier bekommen, sondern ANGST! Richtige Angst!
    Zur Erklärung: Die ersten beiden Tage hatte ich gewisse Probleme, habe dauernd daran gedacht.... komm eins kannste trinken.... eins ist keins.... Ich musste mich zwingen! Gemüsesaft habe ich in mich geschüttet.... zu häkeln angefangen!!! :shock: Nur um mich abzulenken!!! Gestern abend hatte ich mich selbst soweit dass ich meinen Freund gefragt habe ob wir ein Bier zusammen trinken wollen.... er meinte, klar, eines können wir trinken! (er weiss es nicht besser, und ich mache ihm keine Vorwürfe!) Ich weiss nicht wie was warum... keine Ahnung.... ich wollte wirklich eins trinken um zu schauen ob ich es schaffe wirklich nur eins zu trinken! Ich bin dann an den Kühlschrank (Der liegt immer noch voller Bier vom Geburtstag) habe das Bier angeschaut..... und da gingen mir tausend Sachen durch den Kopf, die ich mit gemacht habe. Diese Einbildung ein Tag nichts zu trinken, gemeint man hat es im Griff (was ein Witz! :evil: )
    Auf dieses Eine kamen dann wieder 6 Bier usw.... Und da habe ich auf einmal Angst bekommen! Richtige Angst vor Bier! ....
    Ich habe dann eines aufgemacht und dies meinem Freund gebracht. Es viel mir megaleicht! Er hat mich komisch angeschaut.... ich sagte ihm dass ich das Bier lieber weg lasse! Allerdings: Ich habe vor meinem Tag X (so heisst mein 41 Geburtstag seid dem) ab und zu mal einen Ramazotti getrunken.... beim Italiener nach dem Essen, oder wenn ich es am Magen hatte, das ganze 0-2 mal im Monat ein 0,2 Gläschen. Eben normal halt. Das habe ich gestern auch getan.... aber immer mit der Beobachtung, ob da jetzt was draus wird, sich etwas zurück entwickelt.... irgendwas.... aber nichts! Meinem Magen gings dann besser (war wohl die Literweise Abfüllung durch den Gemüsesaft).... und danach war gut! Kein weiteres Verlangen! Die Angst war immer noch da.... :D

    Weiteres Erlebnis von heute.... :?
    Wir waren am See Kanu fahren.... angelegt und einen Cappu getrunken.... kam ein älterer Typ und kaufte sich ein Bier..... Er führte das warme Bier in der Mittagshitze an den Mund und trank das mit total zittriger Hand, besabberte sich dabei.... Ein weiterer Grund, auf meine vorhanden tausend Gründe, NIE WIEDER BIER zu trinken!!!!!
    Als wir dann gingen fragte mich mein Freund, ob ich diesen Typ gesehen hätte.... henri, ich habe mich geschämt! Obwohl ich nie so war, ich habe mich in Grund und Boden geschämt! Ich war zwar so nie, aber ich wäre so geworden! :oops:

    Mein Resümee....
    Ich werde kein Bier mehr trinken! Ich habe Angst davor! Anderen Alkohol mochte ich nie, und mag ihn heute auch noch nicht! Und diesen Ramazotti in diesen Maßen habe ich früher getrunken, und schaffe das heute (auf Entzug) auch! Was mich nicht wundert, ehrlich gesagt! :wink:

    oh, habe ich so viel geschrieben? :oops:

    Naja, ich habe es dir ja angedroht henri :lol:

    PS: Mit dem verstorbenen Bekannte konnte ich mir denken.... :(

  • Hallo Paul

    Ich glaube, ich habe beim lesen deines Beitrags ein paar graue Haare bekommen. Nicht deshalb, weil ich in der Zeit soviel älter geworden bin, sondern weil du Ramazotti trinkst. Das ist eine Ausnahme die du machst, wie viele werden jetzt noch folgen? Du machst dir damit eine Hintertür auf, größer geht’s nicht. Du machst es nicht anders, als der Mann von dem du geschrieben hast. Ein Glas kann ich, okay, aber wie lange glaubst du, hältst du das durch. Auch wenn du heute keine Wirkung gemerkt hast, es ist in deinem Gedächtnis, dass ein Glas dir nichts ausmacht und demnächst ist es dann jeden Tag ein Glas nach dem Essen und du wirst dich auch noch dabei wohl fühlen. Und dann? Immer wenn du dich nicht wohl fühlst, trinkst du ein Glas. Was wäre es mit zwei Gläschen? Alkohol hättest du dann soviel wie von einem 0,3er Bier.

    Und dann der Hammer, fragt die Frau doch ihren Freund, ob er ein Bier mit ihr trinkt. Das hätte aber ins Auge gehen können und es wäre heute nix mit deinem Juchuuuuu gewesen. Zum Glück hast du das doch noch in den Griff bekommen. Aber es war sehr, sehr nahe dran. Wie wäre es, wenn du deinen Freund mal darüber aufklärst was es bedeutet, wenn du Alkohol trinkst. In so eine Situation wirst du noch öfter kommen und du bist nicht immer so stark wie gestern Abend. Da könnte er helfen, dass es nicht zu einem Rückfall kommt.

    Wünsche dir einen schönen Abend und mit dem Fuselzeug das du trinkst, überlegst du dir doch noch, bitte.

    Lieben Gruß
    Henri

  • Hallo Paul

    Du bist Alkoholikerin und schaffst es im Entzug wie früher Ramazotti zu trinken ??

    Ganz ehrlich dazu fällt mir nix mehr ein.

    Ich weiß im Moment nicht , bei welchem Tag deines Entzugs Du bist und wieviele trockene Tage Du dein eigen nennst.

    Meiner Meinung nach bist Du alles andere als trocken.

    Nochmal zur Erinnerung : Alkohol, egal in welcher Form ob nun Bier Schnaps oder sonstwas beendet sofort jede Trockenphase wenn er getrunken wird.

    Vielleicht war Dir das wirklich nicht bewußt - das kann ich nicht beurteilen, aber jetzt weißt Du es und es bleibt dir nichts anderes, als jeglichen Alkohol zu meiden und erneut anzufangen mit deiner Zählung.

    Sorry, wenn Dir das jetzt hart vorkommt, aber ich glaube nicht daran, das ein Alkoholiker mit Streicheleinheiten trocken wird.

    Pass auf dich und deine Gedanken auf
    Ich wünsche Dir gute 24h

    Marie

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