• Äpfel vertrag ich glaub ich, danke!

    Die pflanzlich, gänzlich alkoholfreien, rezeptfreien Sachen, die ich mir beim Arzt besorgt habe, als ich nicht schlafen konnte, die vertrag ich nicht.
    Argh. Grrr.

    Einer der weiteren Vorteile an diesem Forum ist auch, dass es mehrere Unterforen gibt.
    Dass ich hier wirklich finde, was ich brauche.

    Tocco, alles klar bei dir?

  • Hallo Tocco, bestimmt gibt es bis zu deiner Op noch das ein oder andere Tor!


    .....

    Jemand hat mich gefragt, wie ich denn überhaupt auf die Idee gekommen bin, Alkoholikerin zu sein.
    Ich frage mich eher, wie ich je auf die Idee gekommen bin, keine zu sein.
    Ich bin froh, nicht mehr zu spüren, wie mein Gaumen nach dem ersten Schluck austrocknet und ich mit jedem Schluck durstiger werde.
    Wenigstens sind die Dinge, die ich tun muss, um das nicht mehr zu erleben, klar umrissen.
    Ich kann trocken bleiben und dafür was tun. Heute. Jeden Tag.
    Das ist meine tägliche gute Nachricht.

    Schönen Tag

  • Hey schnuffig,

    Das kenn ich. Mit wurde auch schon mal gesagt, "Du hast halt einen Fehler gemacht", wobei ich jetzt nicht wüsste, worin dieser Fehler bestand und zu welchem Zeitpunkt ich ihn gemacht hätte.

    Mit der Entscheidung, ganz aufzuhören, holte ich mir auch ein Stück Normalität und Selbstbestimmung wieder, dass für die anderen so selbstverständlich war, aber ich auch erstmal wieder mit umgehen lernen musste.

    Schönen Tag Dir.

    Bruce

  • Hey Bruce!

    Das absurde Theater. Hab's gelesen!

    Es gibt bei dem Thema nichts zu verhandeln, keinen Spielraum. Ich weiß gar nicht ob man sowas dann überhaupt Gespräch nennt.
    Ich wollte Ruhe und jetzt gebe ich Ruhe.

    Schönen Tag auch dir!

  • Sag Tocco, bist du wieder da?

    ............

    Gestern im Freien kugelt für mich wie aus dem Nichts ein Mensch am Boden vor meine Füße. Eine Dose mit Alkohol fällt ihm aus der Hand.Spritz herum. Von weiter drüben rufen seine Freunde dass da nichts ist. Da ist nichts. Das hat er öfter. Nur ein kleiner Anfall. Da ist nichts.

    Ich bin einen Moment wie versteinert. Der Mensch am Boden kommt zu sich. Schaut mich an. Zieht sich hoch. Öffnet die nächste Dose. Grinst.

    Ich hätte die Rettung rufen können. Ich konnte das aber nicht.
    Alles was mir möglich war, war aufzustehen und zu gehen.
    Der Mensch da am Boden war jünger als ich.

  • Schön viel Freiheit hat es mir eingebracht, das erste Jahr ohne Alkohol.
    Vor diesem Jahr sah ich das natürlich anders, da dachte ich, saufen hat was mit Freiheit zu tun.
    Weggehen bis in die frühen Morgenstunden und das Zeugs.
    Dabei folgt der Alkoholkonsum unumstößlichen Regeln.
    Die für alle gleich sind. Die auch alle gleich machen.
    Da ist keine Freiheit. Das ist ekeliger Knast.
    Da will ich nicht mehr hin und ich tue einiges damit ich dort auch nicht mehr hinkomme.
    Ich gehe nicht in die Nähe von dem Zeug und ich habe immer eine Wasserflasche mit.
    Ich informiere jeden den ich treffe klar und deutlich darüber, dass ich keinen Alkohol trinke und ich lehne das Gespräch mit Betrunkenen oder über Alkohol oder ausgehen ab.
    Ich habe schon gelernt, mich zu schützen.
    Und ich werde weiter lernen.
    Das zu dürfen ist ein Privileg und weit entfernt von irgendwas, was mit Verzicht zu tun hat.
    Danke.

  • hallo schnuffig,

    herzlichen Glückwunsch zu Deinem ersten, trockenen und freien Jahr. Danke für Deinen für mich sehr ausdruckstarken Bericht. Liebe Grüße, zerfreila :D

  • Hi schnuffig :)

    Bei deinen Ausführungen wurde ich an all die ziellosen Jahre erinnert, in denen ich glaubte, es würde reichen, einfach nur meinen Konsum ein wenig einzuschränken.

    In diesen Zeiten drehte sich mein Leben aber dann nur noch bewusster um den Alkohol, es ging nur noch um das Einhalten der selbstauferlegten Regeln, das Verhandeln, und dem ständigen Wissen, dass man in Wirklichkeit ja doch lieber wieder was Trinken würde.

    Stimmt, es war wie Knast.

    Ich freue mich mit Dir über ein Jahr selbstbestimmte Freiheit.

    Und alles Gute für die kommenden Jahre.

    Bruce

  • Danke schön Zerfreila :)

    Außerdem war ich letzte Woche als Fabelwesen auf einer Veranstaltung für Kinder und Erwachsene unterwegs.
    Ich brauche den Rausch nicht. Aber diese Dinge brauche ich. Laut singen können, herumhüpfen, tanzen, frech sein.
    Ich werde mir ein neues Kostüm machen.
    Man wollte mich auch auf ein alkoholisches Getränk einladen und es war fabelhaft über den ganzen Platz zu rufen, dass ich das Zeug nicht brauche, weil ich sooowiesoooo alles was ich brauche im Blut habe. ;)
    Ich habe viele Möglichkeiten und ich schöpfe sie auch aus, so gut es gelingt, weil ich es mag mich lebendig zu fühlen.
    Ganz lebendig!
    Saufenderweise hätte ich keine Möglichkeiten mehr, keine Wahlfreiheit.
    Da bin ich doch lieber ein Fabelwesen, wenn es mich schon überkommt, das über drüber.
    Das ist auch viel weniger peinlich als sich zu betrinken. Nämlich gar nicht. Schlechtes Gewissen und verletze Gefühle bleiben auch aus.
    Tja. Weiter gehts.


    .

  • hallo schnuffig,

    Du schreibst mir aus der Seele. Ich erinnere mich an mein erstes, trockenes Jahr. Das Zu-mir-kommen, das Wiederentdecken der eigenen Gaben und Schätze, das Aufblühen, die Entfaltung, das Leichte, das Gute. Das Springen über Wiesen und Felder. Das Öffnen, die Offenheit. Die Beweglichkeit. Die Bewegung. Die Lebendigkeit.

    Schön, Dich so zu lesen. Die Schätze in Dir. Bewahre sie Dir. Du bist das Wertvollste, was Du hast.

    Ganz interessant auch, auch ich hatte kürzlich in meiner realen Welt mit Fabelwesen zu tun.

    Liebe Grüße, zerfreila

  • Hallo schnuffig

    Weiterhin die Fähigkeit total für das
    da zu sein was du wirklich möchtest.
    Singen, herumhüpfen, tanzen, frech sein.
    Das ist deine spürbare Schönheit.
    Ein Schmetterling, der durch das Forum fliegt.
    Gratulation und Danke für das Jahr mit dir hier.

    Sei gesegnet

    OF

  • glück auf schnuffig

    Zitat von schnuffig

    Schön viel Freiheit hat es mir eingebracht, das erste Jahr ohne Alkohol.

    gratulation

    das is soooooo schön - da lass ich beim zitieren keinen buchstaben weg.

    weiter schöne zeit - umärmelung

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Zitat von Old Flatterhand

    Hallo schnuffig

    Weiterhin die Fähigkeit total für das
    da zu sein was du wirklich möchtest.
    Singen, herumhüpfen, tanzen, frech sein.
    Das ist deine spürbare Schönheit.
    Ein Schmetterling, der durch das Forum fliegt.
    Gratulation und Danke für das Jahr mit dir hier.

    Sei gesegnet

    OF

    Und ich finde auch diese Zeilen hier von OF ganz wunderbar und zutreffend...

    ...hallo schnuffig, auch ich entdeckte die Welt der Klänge und das eigene Singen wieder, auch das Singen in Gemeinschaft, ganz befreiend wirkt Singen, nicht nur seelisch sondern auch körperlich. Liebe Grüße, zerfreila

  • Hallo Karsten!

    Dieser Tag war wichtig, ja, er enthält immerhin auch die Dinge, die mich nicht vergessen lassen, warum ich aufgehört habe. Dinge, durch die ich nicht auf die Idee komme dass es hier irgendwas gäbe, was man schaffen kann und was dann dadurch irgendwann vorbei wäre.

    Dir einen extra Dank für alles!

  • Hallo Old Flatterhand!

    Du hast mir gestern ein paar schöne Momente beschert, durch deine Worte.
    Deshalb habe ich gerade gar keine Lust dir zu sagen, dass ich eher kein Schmetterling bin. Ich halte es allerdings nicht für ganz ausgeschlossen, dass ich noch einer werde!
    Hast mir eine grosse Freude gemacht!

    Matthias, zu der Umaermelung sag ich auch gerne ja!


    Hallo Zerfreila!

    Für mich war es anfangs eher ein Problem, weil ich die Nächte durchgetanzt hatte....bis es eben nicht mehr ging....und weil ich einmal für eine Leistung das meiste Lob und ein weiter so bekommen habe, als ich einen widerlichen Kater hatte.
    Da gibt es kein weiter so.
    Aber manches muss eben trotzdem raus. Und darf auch!
    Außerdem schreibe ich ganz gerne Liedertexte und warte bis die Worte zu klingen beginnen.
    Bist du in einem Chor?

    Liebe Grüße!


  • hallo schnuffig,

    den ersten Absatz weiß ich leider nicht einzuorden.

    Dass Du Liedertexte schreibst, finde ich ganz toll. Und auch Deine Formulierung, Du wartest, bis die Worte zu klingen beginnen, gefällt mir so gut.

    Heißt das, dass Du nach dem Texten auch die Melodie dazu schreibst?

    In einem Chor bin ich nicht, ich bin nur seit drei Jahren schon in der glücklichen Lage, dass Singen auch zu meiner Arbeit gehört. Sowas hatte ich bis dahin noch nie, so ist es ein großes Geschenk.

    Liebe Grüße, zerfreila :D

    ps: auch der mittlere Absatz ist mir nicht ganz klar

  • Hallo Zerfreila!

    Ja leider kann ich das eben auch nicht ganz einordnen, diese Absätze, darum lesen sie sich wohl auch so. War nicht Absicht!
    Es geht um meinen alten Berufsweg, den ich nicht weiter gegangen bin, seit ich trocken bin.
    Aus den Gründen die du vielleicht unter "Verknüpfungen" einordnest.
    Andererseits brenne ich eben für gewisse Dinge und habe auch wieder Feuer gefangen.
    Und bei diesen Dingen sollen stehen:Kostüme von Schnuffig, Text von Schnuffig, Regie Schnuffig, Bühnenbild Schnuffig, und jetzt eben auch noch Musik, ach ja und auf der Bühne selbst bin ich natürlich auch ein wenig.
    Da schrillen schon Alarmglocken auch in mir, die mich sicher auch warnen wollen, dass ich wieder was bis zum Exzess mache und nicht nur intensiv.
    Ich könnte was delegieren, bin aber um alles was ich nicht selbst machen kann, besorgt, weil es dann sein könnte, dass es dann doch nicht passiert.
    Irgendwie beneide ich dich gerade um deinen Job obwohl ich gar nicht weiss was du machst.
    Hm ja.

    Ich hoffe ich habe mich jetzt verständlicher ausgedrückt.

    :)

    Und wo ist der Tocco?

  • hallo schnuffig,

    Danke für Deine Erklärungen, so kann ich mir ganz gut vorstellen, worum es Dir geht.

    Und ich denke und erlebe es ja bei mir, die wunderschönen Dinge, meine Aktivitäten, das Kreative, das gewinnt ja an Intensität durch die Klarheit der Trockenheit, macht sie für manche Menschen und für mich auch überhaupt erst wieder möglich dadurch. Kreativität und Trockenheit sind daher überhaupt kein Widerspruch. Mein Leben in Nüchternheit und in Klarheit war mir Voraussetzung, um mich wieder dem Guten, dem Schönen, dem Kreativen, der Musik, den Klängen, der Literatur, der Kunst, der Natur… in all der Vielfalt und Schönheit zuzuwenden, daran teilzuhaben und selbst teilzunehmen, und zwar mit Freude und auch mit Genuss. Dafür bin ich dankbar. Zum Genuss gehört Können. Mich mit Alkohol zuzuschütten, hatte weder etwas mit Können noch mit Genuss zu tun, sondern es war am Ende Siechtum und Elend.

    Die Welt des Alkohols bzw. meine eigene Sauferei konnte mir ja vieles vorgaukeln und sie hat es auch, ich selbst gaukelte mir durch den Nebel des Alkohols dies ja vor, doch am Ende war Dumpfheit und Leere. Das hatte mit Lebensqualität nichts zu tun.

    Schönes Wochenende, Danke für Deine Gedanken und Impulse und liebe Grüße, zerfreila

    PS: Vielleicht siehst Du es ja gerade für Dich so als Gratwanderung, wenn ich zwischen den Zeilen richtig gelesen habe, dass es nicht kippt und ins Uferlose gerät, diese Sorge kann ich verstehen, daher Achtsamkeit.

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