Trockenheit=Freiheit

  • Hey Frank,

    du warst am Rechner. :D

    Danke für deine Antwort(en).

    Warum ich DICH frage müsstest du dir selbst beantworten können :) , und ich habe deinen Hinweis verstanden und werde danach handeln bzw. nicht handeln.

    Mach´s gut.

    Marion

  • Hi Marion,
    das war das Smartphone kein Rechner... wenn dir irgendwie hat helfen können was ich schrieb freut mich das. Wirklich helfen kann nur Dein Gefühl, und das basiert darauf daß Du ihn kennst, Dich kennst, Euch kennst. Nur Du kannst einschätzen welches Handeln welche Folgen hätte.
    Aber einen Bauchtip hatt ich dir versprochen. Hier ist er: wenn ihr euch gut verabschiedet habt dann laß es dabei. Es muß ja mal heilen können. Aber Ohne Gewähr und vielleicht anmaßend. Doch mit all meinen guten Wünschen ja? LG

  • Iss klar, dein "streng sein" kann ich mir vorstellen ;) .

    Dann fehlt jetzt ja nur noch der schnarchende Papa .....

    Gud´s Nächdle.

  • Guten Morgen,

    wenn ich durch den Supermarkt, am Weinregal vorbei gehe, an der Tankstelle bezahle und die dort oft aufgereihten Flaschen sehe, im Lokal oder am See sitze und den Leuten beim Trinken zusehe, ( bevor ich schnell wegschaue ) , dann spüre ich welch große Verbindung wir beide haben.

    Der Alkohol und ich.

    Sie besteht aus Jahrzehnten nassen Lebens, und den tagtäglichen Erlebnissen und Gefühlen die ich in dieser Zeit hatte.

    Waren sie doch viel zu oft mit Alkohol oder dem Gedanken daran verknüpft, und egal ob sie gut oder schlecht waren ( mal abgesehen davon, dass diese Einteilung ja eh für die Katz ist ) , sie haben mein Leben seit ich 15 Jahre alt war geprägt.

    Es kommt mir wie ein Wunder vor, dass diese Verbindung für mich nur noch beim Anblick von Alkohol zu Tage tritt.

    Und das auch nicht im Zusammenhang mit dem Wunsch nach Konsum, sondern eher so, als ob man das Bild eines verflossenen Lovers anschaut, sich zwar schon erinnern kann, dass es oft schön war, sich aber trotzdem fragt was einen dazu bewogen hat so lange zu bleiben. :)

    Ich habe keine Angst vor Alkohol, aber einen Riesenrespekt und bestimmt werde ich noch sehr lange alle alkoholischen Getränke aus meinem Wohnumfeld verbannen. Wahrscheinlich für immer !

    Heute Abend sind wir vom "Opa" zum "Italiener" eingeladen.

    Tja, und die Leute werden trinken, wenn auch nicht an unserem Tisch, dann aber am nächsten oder übernächsten.

    Ich werde trotzdem hingehen.

    Habe die Familie schon lange nicht mehr gesehen, es ist mir wichtig und mein Noch-Ehemann und die kidis freuen sich wenn ich mitgehe.

    Schöne Familienbande sind auch ein Grundbaustein.

    Ich werde sehr viel leckeres Blubberwasser trinken und mir die größte und fetteste Pizza aussuchen die es gibt.

    Dann werde ich mich auf die Familie und die Gespräche fokusieren und mich damit ablenken, sollte dieses Gefühl von Verbindung zu stark werden.

    Ich fahre auch mit dem eigenen Auto hin, dann kann ich jederzeit abhauen.

    Jetzt heisst es für mich eine lange Reihe von schönen trockenen Erlebnissen und Gefühlen an die Alkizeit anzuhängen, denn mit jedem von ihnen wird der Abstand größer werden und sich damit wahrscheinlich auch diese starke Verbindung und das Risiko eines Rückfalls verkleinern.

    Manno, hab ich jetzt schon Kohldampf auf Pizza. :)

    Marion

  • Guten Morgen,

    beim Italiener war´s nett.

    Und direkt auf dem Tisch vor meiner Nase stand eine Weinkaraffe, 1 Liter Weisswein, abperlendes Wasser von aussen, schönes Essen dazu, Kommunikation...genau mein Beuteschema (ganz) früher.

    Es hat nix in mir ausgelöst. Ich war voll auf die Kommunikation konzentriert.
    Es war mir egal.

    Ausser, dass ich mir gesagt habe, dass die Familie meines Mannes nichts gerafft hat. :(

    Ich hatte ja eine ganz klare Ansage gemacht bezüglich meines Alk Problems.

    Muss mir jetzt überlegen wie ich in Zukunft mit Familientreffen umgehe, da ja anscheinend ein so starker Wunsch nach Alkohol da ist, dass meine Bitten und Wünsche ignoriert werden.

    Ich denke, das war auch der Grund, warum ich mich auf dem Heimweg nicht ganz so gut gefühlt hatte.

    Der Abend hat mir aber auch gezeigt, dass das Thema Alkohol und Beziehung das eine ist, das ich, und darauf bin ich stolz, wirklich gut für mich bearbeitet habe.

    Es gibt noch andere Themen, Einsamkeitsgefühle trotz viel menschlicher Nähe, Akzeptanz meines Körpers ohne nasse Essstörung, ....... ach es gibt noch einiges, das ich erst mal mit mir selbst teilen möchte. :)

    Was nun kommen muss, das schrieb ich bereits ist das "neue Leben", das bedeutet mit ganz viel neuen, (was aber ja oft ja auch ganz alte sind), Interessen, Gewohnheiten und Freuden wieder anzufangen. Dieses Mal aber von einem ganz anderen "Level" aus, einem freieren, mir zu gewandtem, unabhängigeren.

    Das gute Leben leben, und das findet nicht in virtuellen Welten statt.

    Ich habe mich die letzten Wochen hier stark eingebracht und das hat mich stark gemacht, nun habe ich das Gefühl, dass ich die Beziehung zu diesem "Anker" verändern möchte.

    Ich werde sehen wie es weiter geht.

    Für heute heisst es "einfach leben"............

    Marion

  • glück auf marion

    Zitat von MaryLou

    Ich habe mich die letzten Wochen hier stark eingebracht und das hat mich stark gemacht, nun habe ich das Gefühl, dass ich die Beziehung zu diesem "Anker" verändern möchte.

    Ich werde sehen wie es weiter geht.

    Für heute heisst es "einfach leben"............

    schöne zeit - gib ab und zu n update

    umärmelung

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Guten Morgen,

    ich habe meinem ehemaligen "Objekt der Begierde" gestern nun doch per mail zum Geburtstag gratuliert.

    Mitten am Tag war mir klar, dass es im Anblick unserer vergangenen Beziehung bzw. dessen guten Ende, und unserer beider, trotz allem starken Verbindung, "unmenschlich" gewesen wäre es nicht zu tun.

    Drei Sätze, freundschaftlich formuliert, mit dem Zusatz, dass es mir gut geht und versehen mit dem .......pssssst......das bedeutet, dass es weiterhin bei der Kontaktsperre bleibt, schickte ich sie los. Fünf min später kam ein Danke und ein :) .

    Er muss darauf gewartet haben.

    Es war gut gratuliert zu haben.

    Trotzdem dass es ok war, ich habe mal wieder gemerkt, dass unmöglich mehr als das "drin" wäre.

    An Freundschaft gar nicht zu denken.

    Als seine mail auf meinem neuen "tollen "handy angezeigt wurde, klopfte mir das Herz in Sekunden schnelle bis in den Hals.

    Ich wusste, dass er mir so gut wie nichts schreibt ( so wie ich es möchte), aber trotzdem war diese automatisierte körperliche Reaktion da.

    Ich habe ihn dann aber wieder gut weggesteckt, weit nach hinten in die unterste Schublade ;) .

    Was mir der Anblick von Alkohol nicht antun kann, schafft es dieser Mensch alleine mit einer kleinen Reaktion direkt an mich gerichtet.

    Ich "vergesse" für eine kurze Zeit mich selbst.
    Bin dann raus bei mir und drin bei ihm.

    Ich bin erst ganz am Anfang meines trockenen Weges.

    Mir kommt immer wieder ein Tagebuch Titel in den Sinn:

    "Alles auf Null" .

    So geht es mir.

    Aber für eine lebenslänglich Sucht geplagte wie mich, ist das schon ganz schön viel.

    Danke für´s Lesen und schöne Stunden im heutigen Rest unseres Lebens.

    Marion

  • glück auf marion

    Zitat von MaryLou

    automatisierte körperliche Reaktion

    so stell ich mir n rückfall vor.
    pack s in deinen "notfallkoffer"

    von "Alles auf Null" bist du aber schon n bissl weg :wink:

    schöne zeit - umärmelung

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Guten Morgen,

    uiuiu, was für Träume.

    Erst habe ich mich mit meinem "Gschbusi" wieder eingelassen und um der Sache gleich noch die richtige "Würze" zu geben, vorher noch kräftig einen gebechert.

    In diesem Fall sind Träume allerdings wirklich Schäume, nix liegt mir ferner als das.

    Vorbei ist vorbei.

    Was ich noch zu dem Thema : "Ich bin froh Alkoholikerin zu sein..." sagen wollte.


    Es geht dabei nicht nur darum, dass ich durch die Sucht, die Probleme dadurch, die Nöte und den Weg raus, zu einem anderen/bewussteren Menschen geworden bin.

    Ich weiss nicht ob ich das schreiben darf hier aber:

    Viele, viele ( auch wichtige ) Dinge in meinem Leben hätte ich mich ohne Alkohol nicht getraut, einfach nicht gemacht.

    Mein Konsum war ja meist so, dass ich ein ganz "normales" Leben aufrecht erhalten konnte.

    Von Kindheit an war ich sehr gehemmt und mit ihm konnte ich mehr wagen.

    ( Natürlich hätte ich auch lieber eine Kindheit gehabt, die mir eine Sucht freies Leben ermöglicht .)

    Die Kehrseite der Medaille ist natürlich, dass ich mich wegen ihm seelisch und geistig nicht so weiter entwickelt habe, wie ich es ohne ihn wohl getan hätte.

    Das möchte ich jetzt, nachdem ich ihn nicht mehr brauche, nachholen.

    Zumindest in meinem Leben HATTE der Alkohol seinen Sinn, das kann ich einfach nicht anders sagen.

    Ich wünsche uns allen einen trockenen ( von was auch immer ) Tag.

    Marion

  • Guten Morgen,

    gestern war ein sehr schöner Tag.

    Nichts besonderes passiert, ausser dass wir bei der Nachhilfe waren ( Mathe, ist auch nicht gerade etwas bei dem ich nicht noch dazu lernen könnte ;) ) und am Abend noch ein Abstecher in´s Kino zur "Belohnung" der Film heisst Merida.

    Das ist ein schöner, kleiner Film über eine schottische Prinzessin, die sich in keine Klischees pressen lassen möchte, und ihren Weg auch gegen Widerstände mit viel Charme und Schönheit geht.

    Wir waren alle ganz verzaubert, nicht nur durch die etwas dusselige Hexe die dort auch ihr Unwesen treibt. :)

    Ich habe das Gefühl, dass meine Zufriedenheit von Tag zu Tag wächst.
    ein "Muggefürzle" zwar nur, wie der Schwabe sagt, aber das reicht mir.

    Die wichtigste Veränderung an meinen "Trockenheiten", Alk und Beziehung,
    geschieht in meiner Seele.

    Weg von der Bedeutung die die anderen für mich haben, hin zu mir.

    Das bedeutet nicht, dass mir die anderen Menschen nicht mehr am Herzen liegen, oder ich mir keine Gedanken mehr über sie und ihr Wohlergehen machen würde.

    Aber ich fühle langsam immer mehr, dass alles was im außen passiert nichts mit meinem inneren Kern zu tun hat.

    Mit dem Kern, wo ich wohl behütet bin und sorgsam behandelt werde, Tag für Tag gut leben und wachsen darf, mit der größten Liebe versorgt bin, die sich ein Mensch wünschen kann, mit der Selbstliebe.

    Das ist die beste Suchtprävention für mich.

    Einen liebevollen Tag wünscht Marion

  • Danke für die letzten Tage.

    Danke, dass sie für mich schön waren, genau so wie sie waren.

    Danke, dass ich geduldig sein kann mit anderen aber auch mit mir, und ich lerne mich mit mir selbst auszusöhnen.

    Danke, dass ich es immer öfter schaffe die anderen nicht wichtiger zu nehmen als mich und ich mir meine eigene Meinung zugestehen kann.
    Ohne dabei Angst vor Kritik zu haben.

    Danke für meine harmonische Familie, meine humorvollen Freunde die mich genau so lieben wie ich bin, für alles was wir haben, was wir geschenkt bekommen und auch für alles was wir geben können.

    Danke, dass ich meine beiden schlimmsten Süchte trocken gelegt habe.

    Danke, dass mir noch die eine oder andere kleine bleibt, um mein Leben meistern zu können.

    Danke, dass ich voller Vertrauen bin, dass auch sie irgendwann nicht mehr nötig sein werden.

    Danke HM, dass ich gelernt habe an dich zu glauben.

    DANKE
    :D

  • HM=Höhere Macht=Gott so wie ich ihn verstehe, aus dem 12-Schritte Programm der AA und allen verwandten Gruppen.

    Gute Nacht :)

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