Den Kreis durchbrechen

  • Hallihallo,

    heute war ich in "meiner" SHG :D Es tat mir gut dort live mit den Leuten drüber zu sprechen was in mir los ist.
    Dabei fiel mir auf, dass ich ziemlich aggressiv und eher pessimistisch bin. Vielleicht liegt es an den Eriegnissen der vergangenen 14Tage, sehr wahrscheinlich sogar.
    Auf dem Rückweg (Fahrrad) machte ich mir Gedanken darüber und habe festgestellt, dass ich mich selber unter Druck setze und gerne selber stresse. Ist etwas worüber ich mal nachdenken will, warum ich Druck auf mich ausübe auch wenn kein anderer es tut :?::?:

    Ausserdem habe ich einen tollen Spruch mitgenommen wieder:

    Wenn es Dir schlecht geht; geh zur Gruppe!
    Wenn es Dir gut geht; dann renne zur Gruppe!

    Gestern Abend habe ich angefangen ein Buch zu lesen (was ich sonst nie tat) Thema ist: die innere Leere füllen.
    Tolles, fesselndes Thema. Wenn ich später noch Lust habe werde ich darin weiter stöbern.

    Schönen Abend allerseits!

    Bete nicht für ein einfaches Leben, sondern um die Kraft ein schweres Leben meistern zu können!

  • glück auf marco

    Zitat von marcomarco

    Wenn es Dir schlecht geht; geh zur Gruppe!
    Wenn es Dir gut geht; dann renne zur Gruppe!

    richtig!

    ich hab den eindruck, das du auf m guten weg bist.

    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Zitat von silberkralle

    glück auf marco

    richtig!

    ich hab den eindruck, das du auf m guten weg bist.

    schöne zeit

    :D
    matthias

    Moin moin,

    heute leider nichts zu tun auf der Arbeit,also hab ich kurzerhand meine Mutter eingesammelt und bin mit Ihr auf einen naheglegenen Obst und Gemüse Markt gefahren und wir haben uns mit leckeren Vitaminen eingedeckt.

    Das mit dem "guten Weg" finde ich einerseits klasse, andererseits macht es mir Sorgen. Oft war ich schon vermeintlich auf "dem guten Weg"
    Es ging alles viel zu schnell: Trinkpause, attraktive Freundin, tolle Hobbys, Übermut!! Ja ich hab ja sogar schon von einer eiwgen Partnerschaft und Glück geträumt.

    Wie tief mich die Sucht im Griff hat, habe ich gar nicht realisiert, mit dem "Alleinesein", "Einsamsein" habe ich erst begriffen wie es um mich steht.
    Ich habe grosse Angst davor mich in irgendeiner Sicherheit zu wiegen.
    Vielleicht für die ersten Schritte auch der beste Schutz.
    Eine tolle und gute Erfahrung finde ich, dass Liebeskummer mich nicht umbringt und man auch mit Schmerz im Herzen nicht zur Flasche greifen muss. Manche Wahrheiten habe ich zu lange vor mir hergeschoben, als dass ich sie jetzt noch weiter ignorieren könnte.

    Es ist nicht leicht mit all diesen Gefühlen umzugehen, welche Vielfalt an Emotionen einen durchströmt und Ehrfurcht lehrt.
    Hoffentlich bleibt es so!

    Bete nicht für ein einfaches Leben, sondern um die Kraft ein schweres Leben meistern zu können!

  • glück auf marco

    Zitat von marcomarco

    Ich habe grosse Angst davor mich in irgendeiner Sicherheit zu wiegen.

    die überlegung is richtig, is gut und wichtig.
    angst is aber "flüssiger als wasser" :P (überflüssig).
    aufmerksamkeit, achtsamkeit und "risikominnimierung" - bis die 6 bretter zusammengenagelt werden.
    wenn die gefahr besteht, dass ich "übermüdig" werde bzw. in ne, wie du schreibst, "irgendeine Sicherheit" ?abrutsche? - erinner ich mich drann, warum ich mit m saufen aufgehört hab.

    du bist auf m guten weg.

    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo,

    Danke für Deine ermutigenden Worte Matthias!
    Ich glaube das ist seit 15 Jahren das erste Mal, dass ich Liebeskummer bewusst und nüchtern erlebe, wenn man mal die 1000L Kaffee und die 40 Zigaretten täglich weg lässt :(

    Je mehr ich mich versuche dagegen aufzulehnen, umso schlimmer wird die Unruhe und das "schlechte" Gefühl. Erst wenn ich mich dazu bringe es einfach mal hinzunehmen bessert es sich minimal. Minimal is ja auch schon mal besser.

    Eben hatte ich den Gedanken: Meine Seele holt sich alle Traurigkeit, die ich versucht habe zu dämpfen zurück! Unaufhaltsam, Sie ist auf dem Weg zu mir. Und ich versuche auch noch dagegen zu halten. Warum verstehe ich eigentlich gar nicht. Sobald ich es zulasse geht es besser und ich kann mich fangen. Ich denke mir, dass Seele und Sucht sich bekämpfen und ich endlich nach Jahren des Kampfes der Seele mal Aufmerksamkeit schenken sollte. Auch wenn das schmerzt.

    Tut schon gut einfach nur mal drüber zu schreiben.

    Bete nicht für ein einfaches Leben, sondern um die Kraft ein schweres Leben meistern zu können!

  • Guten Abend Marcomaro ,

    Zitat

    Ich habe gestern eine Pro und Contra Liste Alkohol geschrieben, bemühe mich auch sonst den Notfallkoffer zu organisieren, aber einen wirklich festen Anker befürchte ich auch noch nicht gefunden zu haben

    Du wirst Deinen Rettungsanker finden und in Deinen Notfallkoffer packen können. Wenn Du mal ganz ruhig wirst, ohne an zig andere Dinge gleichzeitig zu denken, dann kommst Du bestimmt dazu.

    Und Dein tägliches Leben kann Dir auch dazu helfen. Du kannst in Situationen kommen wo Du realisierst : Hier brauche ich Hilfe,da muss ich aufpassen.

    Wetten dass Du schon bald einen bepackten Notfallkoffer haben wirst?

    Herzliche Grüsse
    Yvonne

    ichbinda123

  • Hallo,

    ich mal wieder. :D Heute war ein guter, ruhiger Tag bisher.

    Spanijoggel :
    Ein paar Dinge habe ich schon wirkungsvoll und sofort griffbereit gelegt. Ich habe mal ein Foto meiner Wohnung gemacht nach einem tagelangenen Rückfall. Das ist ein Zustand, den ich innerlich und äusserlich nicht wieder so haben möchte.
    Ich versuche einfach noch mehr Ruhe zu bekommen und dann sehe ich weiter.

    @matti-hh

    Die Kommunikation zwischen Kopf und Bauch hat über viele Jahre aber überhaupt nicht funktioniert - konsequent alles weggesoffen. Das hat zu tausend vollgemüllten Schubladen geführt: Emotions-Messi auf 2.000 Quadratmetern Gehirnzellenoberfläche.

    Das Gefühl des Vermissens hatte ich mir aber für alle Zeit verboten, und ich brauchte diese Gefühle ja auch nicht auszuhalten: Flasche auf - trinken - Sorgen weg.

    So sieht es aus :wink: Ich habe mir verboten zu vermissen; treffend gesagt. Die Bauch-Kopf Kommunikation... Kann ich auch so unterschreiben.


    Habe einige kleine Änderungen für mich auf den Weg gebracht: Sport habe ich von 4-6mal wöchentlich auf 2-3mal reduziert und nach der Arbeit lege ich mich erstmal 30-45Minuten aufs Bett und mache mal die Augen zu und relaxe ein wenig. Hatte sonst immer alle Priorität auf auspowern und Tagesfüllendes Programm gelegt, das will ich versuchen runter zu schrauben um einfach "mehr dürfen" zu dürfen. Den Anstoss dazu habe ich auch hier aus dem Forum. Leistungsdruck von aussen ist eh gegeben.

    Danke für die Antworten. Ich werde weiterhin berichten.

    Bete nicht für ein einfaches Leben, sondern um die Kraft ein schweres Leben meistern zu können!

  • Mahlzeit,

    kleiner Zwischenbericht von mir.
    Ich hatte eine recht turbulente Woche mit Gefühlsbergen und Tälern, leider mehr Tal als Berg aber OK. Gut finde ich natürlich trotz Kummers nicht getrunken zu haben. Gestern habe ich im Gedanken für mich dazu formuliert; es war und ist nicht leicht mit den ganzen Emotionen umzugehen, aber ich habe nüchtern etwas was ich betrunken gar nicht mehr habe; Handlungsspielraum und ein klein wenig mehr Freiheit.

    Gestern wurde ich in der SHG auf etwas aufmerksam gemacht, und zwar, dass die Vorraussetzung einer ambulanten Therapie eine stabile Abstinenz ist. Meine letzte Abstinenz (Trinkpause?!?) war aber nur gute 11-12 Wochen alt. Zähle das nicht immer genau, weil ich denke, dass die vergangene Zeit relativ ist bei der Zielsetzung ein nüchternes Leben führen zu wollen.
    Diese Ansage hat in mir ein Gefühl von Druck erzeugt a la: jetzt muss ich aber... Ich merke aber, dass dieses Druck Gefühl absolut kontraproduktiv ist. Eine stationäre Therapie würde ich gerne umgehen aus folgenden Gründen: a) der Arbeitgeber weiss noch nichts von der Krankheit und b) dem Unternehmen geht es wirtschaftlich sehr schlecht gerade und in 15 Jahren Zugehörigkeit habe ich mich etabliert und bin fester Bestandteil der Arbeitsplanung c) ich habe massive Angst bei dem Gedanken für 4 Monate "weggesperrt" zu sein (ja ich weiss, Denkfehler, ist aber so)
    Am 18.02. ist meine Sachbearbeiterin bei der Suchthilfe wieder da und dann werde ich mit Ihr zusammen besprechen wie es weiter geht. So lange will ich versuchen mir diese Spekulationsgedanken und Befürchtungen vom Leib zu halten.

    Gut finde ich, dass ich mir selber klar geworden bin, dass, falls ich die ambulante Therapie beginnen kann, ich mich umstellen muss.
    Bisher gab es da immer nur Sport, Sport, Sport und Motorradfahren. Innerlich habe ich mich schon eingestellt darauf, dass das zwar schöne Sachen sind die mir gut tun, aber im Moment auf meiner Prioritäten Liste nach unten rutschen. Die Chance aktiv an der Krankheit zu arbeiten ist mir da langfristig gesehen deutlich mehr Wert.
    Der Besuch der Gruppe war aber ansonsten sehr positiv für mich, bringe mich dort gerne und viel ein. Habe schon langsam ein schlechtes Gewissen, weil ich so oft Fragen und Anmerkungen zum Gehörten habe.

    Desweiteren hat mich das Arbeitsleben in Form einer 40Std Handwerker Woche wieder, nachdem die letzten Wochen eher kaum etwas zu tun war und ich deshalb manchmal nur halbe Tage arbeiten musste oder ganz frei hatte. So ne Arbeitswoche plus eigener Haushalt ist natürlich auch eine unumgängliche Pflicht für mich und ich merke, dass ich mir Zeit und Kraft besser einteilen (lernen) muss und möchte.

    Gut finde ich auch, dass ich mittlerweile bei aufkommender Euphorie mir immer wieder ins Gedächtnis holen kann wo ich nicht mehr hinmöchte. Ich lasse es mir gut gehen, aber versuche die Zügel doch fester in der Hand zu halten als vorher immer. Da habe ich nach ein paar Wochen schon gar nicht mehr dran gedacht überhaupt ein Problem zu haben udn hab mich vom guten Gefühl weg tragen lassen. Ich weiss nicht, ob das die "richtige" innere Einstellung ist, aber ich will meinen persönlichen Tiefpunkt nicht vergessen oder beschönigen vor mir selber.

    Ja das war es erst einmal und ich wünsche Euch allen eine schöne Restwoche und angenehme Tage in der warmen Stube.

    Lasst es Euch gut gehen!

    Marco

    Bete nicht für ein einfaches Leben, sondern um die Kraft ein schweres Leben meistern zu können!

  • Hallo Marco,

    das mit der Prioritäten Liste halte ich für eine gute Idee.
    Bei mir steht ganz oben die Trockenheit und was ich tun und lernen kann um sie auch ganz oben stehen lassen zu können.
    Ich vertraue drauf, dass der Rest dann auch klappt, eben weil ich meinen Teil dazu tue.
    Es ist jetzt Jahr 3 bei mir und ich lerne immer noch gerne.
    Zu trinken aufhören ist das wo ich am meisten über mich erfahren habe.
    Find ich spannend.
    Wenn dir dein Sport so gut tut, findet der sicher auch noch wo Platz.

    Grüße :)

  • Hallo schnuffi,

    die Prioritäten Verschiebung war glaube ich schon mehrfach mein Verhängniss. Wachsamer sein und die Trockenheit an Erste Stelle und nicht hinter den Sport setzen. Das ist eine der Änderungen die ich umsetzen will.

    Darum habe ich mich ja auch bewusst hier angemeldet. Bei mir fängt es irgendwann nach 3 Monaten an kribbelig zu werden. Wenn ich mich zu gut fühle bringe ich mich mit voller Absicht an meine körperliche Belastungsgrenze. Letztes Jahr habe ich mich nach solchen Gewalt Aktionen dann immer mit einem Vollrausch "belohnt"
    :shock:
    Wie dämlich ich war/bin!! Als ob es eine Belohnung für meinen gestressten, ausgezehrten Körper wäre Ihn noch zu vergiften.
    Aber es ist wohl bei mir ein unterbewusstes Ritual geworden. Also möchte ich dem Ritual den Boden unter den Füssen weg ziehen und den Sport moderat aber nicht mehr so verbissen angehen.

    Heute war ein super Tag und schon erwische ich mich bei dem Gedanken wie gut es mir doch schon wieder geht und dass ich ja doch noch dies und jenes und das tun könnte. Stattdessen hab ich mich erstmal in Ruhe hin gestezt, einen Tee getrunken und mir Zeit fürs Forum genommen.
    Keine Gedanken an Alkohol, aber ein wenig bemerke ich eine "ich will alles und zwar jetzt, sofort" Einstellung.
    Also Gang zurück schalten, Tee trinken und in Ruhe weiter sehen.

    Schönen Abend noch!

    Bete nicht für ein einfaches Leben, sondern um die Kraft ein schweres Leben meistern zu können!

  • glück auf marco

    Zitat von marcomarco

    "ich will alles und zwar jetzt, sofort"

    ja - ich will auch viiiiiiiiiiel geduldiger werden - und zwar jetz gleich (und bitte zack zack).

    meine mutti hat immer gesagt: "einsicht is der erste schritt zur besserung".

    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo Marco,

    Ich bin gerade dabei mir vorzustellen wie das bildlich mit dem Sport aussehen würde, wenn du ihn auf Platz eins lässt und die Trockenheit auf Platz zwei.

    Du kommst dann gegen Ende in so eine kleine Arena, im Zirkus oder im Vergnügungspark, die Arena ist voller Streu, die nicht mehr ganz frisch ist, die nach Angst und Pisse riecht und du schaust den Athleten zu, wie sie sich auf ihre Auftritte vorbereiten, mit einem stechenden Schmerz in deiner Brust.
    Denn du weißt, dass du eigentlich einer von ihnen wärst.
    Dass du das Zeug dazu gehabt hättest.
    Wenn nicht, ja wenn dann nicht wieder die Belohnung in Form von Gift gekommen wäre.
    Jetzt musst du am Boden bleiben in der Arena, jemand bringt dir deinen Kopfschmuck, es sind alte, nach Mottenkugeln riechende rostrote Federn und dir bleibt nichts anderes über als sie dir aufzusetzen, denn du musst alles für denjenigen tun, der dich in dieser Arena angestellt hat.
    Weil du es so wolltest.
    Du hörst schon den Knall seiner Peitsche und beginnst loszutraben. Wie ein Pferd, dabei bist du doch gar keines.
    Du senkst den Kopf, denn der Anblick der Athleten über dir, den erträgst du nicht.
    Du bist kein Pferd und trotzdem hält wer deine Zügel. Es ist deine ehemalige Belohung. Sie hält deine Zügel und zieht sie immer fester.
    Im Kreis im Kreis im Kreis den ganzen Tag, das ganze Leben.
    Bis? Bis du so vergiftet bist, dass du nicht mal mehr dazu taugst.
    Bis du zu nichts mehr zu gebrauchen bist.
    Dann kommst du einfach in die Wurst und niemand wird dich vermissen.

    Das sind meine Grüße an dein Unterbewusstsein.

    Du bekommst nochmal extra welche, weil du das mit dem Tee und dem Forum gut gemacht hast. :)

  • Zitat von schnuffig


    Du bist kein Pferd und trotzdem hält wer deine Zügel. Es ist deine ehemalige Belohung. Sie hält deine Zügel und zieht sie immer fester.
    Im Kreis im Kreis im Kreis den ganzen Tag, das ganze Leben.

    Du bekommst nochmal extra welche, weil du das mit dem Tee und dem Forum gut gemacht hast. :)


    Den Kreis durchbrechen. :!: Sehr bildliche Darstellung. Ich kann mich nicht so bildlich ausdrücken, aber als ich Deinen Text gelesen habe, hatte ich doch Bilder vor meinem gesitigem Auge. Danke für Deine Zeilen!

    Es sind fast 4 Wochen seit dem letzten Konsum vergangen, mir gehts gut und die Bilder wie ich am Boden liege sind noch sehr präsent. Um diese auch nicht mehr zu vergessen oder zu beschönigen werde ich weiterhin versuchen meine Gedanken hier regelmässig zu teilen.

    Ein schönes Wochenende an Alle!!!

    Bete nicht für ein einfaches Leben, sondern um die Kraft ein schweres Leben meistern zu können!

  • Hallo,

    gestern war ich in der realen SHG und es hat wie immer gut getan. Egal wie ich mich vorher fühle: müde, aufgedreht, genervt, schlapp, stinkig... Wenn ich aus der Gruppe gehe und mich auf den Weg nach Hause mache, fühle ich mich entspannt. Es macht mir richtig Spass mich dort mit den Leuten auszutauschen und Denkanstösse zu bekommen oder selber welche zu geben.
    Gestern hatte ich kurz im Auto, auf dem Weg nach Hause, das Gefühl weinen zu wollen, keine Ahnung warum. Irgendetwas passiert in diesen 90 Minuten mit mir. Sehr gut!!! Es war kein unangenehmes Gefühl. Eher so ein; ja das bin ICH. Und zu diesem ICH gehört halt auch der Gruppenbesuch. Auch wenn ich erst seit gut 5-6 Monaten wieder regelmässig gehe.
    Ich bin auch einfach nur froh, die Entscheidung getroffen zu haben. Kein innerer Zwiespalt, ob ich Kiffen oder Trinken soll/will/muss. Das möchte ich dann gerne auch anderen vermitteln, dass eine klare Entscheidung einfach der erste Schritt ist. Es ist nicht plötzlich alles "heile Welt" aber ein guter Anfang.

    Heute habe ich dann mit meiner Kontakt Person bei der Suchthilfe telefoniert und für nächsten Mittwoch einen Termin vereinbart. Habe bei dem Telefonat kurz abgeklärt, dass ich einfach mit Ihr zusammen besprechen will, wo ich jetzt stehe und wie Wir zusammen weiter vorgehen können.Eine ambulante Therapie ist immer noch das Ziel, aber dadurch, dass ich in den letzten 7 Monaten doch 3 mal abgeknickt bin, muss sich zeigen, ob es sinnvoll ist diese jetzt zu beantragen.
    Innerlich habe ich keinen Zeitdruck. Wie schon mal von mir geschrieben, finde ich, dass Zeit eh relativ ist bei meiner Zielsetzung.
    Hauptsache ich bleibe dran und nehme meine Möglichkeiten wahr.


    Fühle mich im Moment ziemlich gut, auf der Arbeit und privat läuft es runder. Treibe regelmässig Sport, führe den Haushalt, aber lege meine Messlatte einfach niedriger an und siehe da; weniger Stress und ich bin besser drauf.

    Leider weiss ich auch, dass mich schnell etwas aus der Bahn werfen kann und ein unglaublicher Saufdruck aufkommen kann. Meinen selbstpersönlichen Notfall Koffer habe ich bisher nur mit einem Bild(Absturz, da möchte ich nie mehr hin) und einem Besuch bei meinem Bruder gepackt. Ich hoffe überhaupt noch so weit zu denken, dass ich mir das Bild ansehe, viel Wasser trinke und eine kalte Dusche nehme, falls die Gefühls-und Gedankenachterbahn den Haltebügel vor meiner Nase zuschnappen lässt. Es gibt keinen Alk im Haus, Trink und Konsum Bekanntschaften (Freunde?)habe ich seit Monaten nicht mal am Telefon gesprochen und ich versuche mir Überbelastung vom Halse zu halten.
    Gute Laune ist schön, aber bin da auch etwas vorsichtiger und misstrauischer geworden.

    Einen schönen Abend allen!!

    Marco

    Bete nicht für ein einfaches Leben, sondern um die Kraft ein schweres Leben meistern zu können!

  • glück auf marco

    Zitat von marcomarco

    Ich hoffe überhaupt noch so weit zu denken, dass ich mir das Bild ansehe, viel Wasser trinke und eine kalte Dusche nehme,

    wenn du dir das ab und zu vornimmst solang es dir gut geht, is das n toller "notfallkoffer"

    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Guten Abend allerseits,

    mir geht es soweit gut. Leider plagt mich seit Sonntag eine Erkältung mit leichten Halschschmerzen, Schnupfen und Gleiderschmerzen. Mein heissgeliebtes Sportprogramm liegt jetzt erstmal auf Eis, um mir keine Myokarditis einzufangen. Lieber ausruhen und gesund werden, danach kann ich noch genug Sport treiben.

    Zur Arbeit und zur SHG gehe ich trotzdem. Gerade brummt die Hütte in meiner Firma und gleichzeitig ist der Krankenstand astronomisch hoch.
    Noch ist alles aber im grünen Bereich und wenn ich merke, dass es nicht mehr geht, dann werde ich auch zum Arzt gehen und mich krank schreiben lassen.
    Gestern war wieder SHG angesagt und da konnte ich sehen, dass es sehr sinnvoll ist Dinge nicht zu verbissen anzugehen. Sich in einer Sache zu verbeissen führt schnell in eine Sackgasse wenn das dann nicht so funktioniert wie man es gerne hätte oder etwas dazwischen kommt. Aber so ist das Leben nun mal.
    An mir bemerke ich, dass mir Denkfehler oder festgefahrene Strukturen an anderen sehr schnell auffallen, ich aber in Selbstbeobachtung noch eine Menge lernen muss.
    Morgen habe ich den Termin mit meiner Suchtberaterin. Es geht um eine Standortbestimmung für mich. Ziel bleibt weiterhin die ambulante Therapie. Zur Zeit besuche ich nämlich eine Motivationsgruppe. Diese wird vornehmlich von Leuten besucht die noch in der Entscheidungsphase sind. Da komme ich mir dann schon ein wenig erfahrener vor, weil ich mir nicht mehr die Frage stelle, ob ich weiter oder kontrolliert oder wie auch immer Alkohol konsumieren möchte.
    Bei der ambulanten würde ich die Gruppe wechseln und dort wären dann nur Leute die ebenfalls eine Therapie machen. Ich denke dann könnte es mehr ans Eingemachte gehen.

    Die Grundbausteine befolge ich konsequent aber eher unterbewusst. Ich muss sie nicht nachlesen um zu wissen was ich besser vermeide. Das freut mich sehr. Konnte durch viel lesen hier im Forum noch ein oder zwei Gefahrenquellen für mich ausmachen. Es fällt mir leicht Trink Kumpels nicht zu treffen, weil das absolut nicht das ist was ich möchte.
    Gestern sagte ich noch in der Gruppe, dass ich das Gefühl habe, nicht mehr "einfach so" in die Sucht zurückfallen zu können/wollen. Mit meinem jetzigem Wissen und der Einstellung habe ich für mich herausgefunden, dass der Suchtkreislauf nicht das ist, was ich mir für den Rest meines Lebens wünsche. Ich hoffe, dass das ein guter Ansatz ist.
    Ansonsten habe ich nur einen starken Kaffee Konsum und starkes Rauchen, aber da will ich mir einfach die Zeit geben eins nach dem anderem anzugehen. Erstmal steht mein Alkohol Problem an erster Stelle.

    Ich nehme mir weniger vor und die geplanten Schritte sind kleiner als ich es am Anfang versucht habe. Das hilft mir. Ich denke nicht von Tag zu Tag, eher so von Woche zu Woche. Eine Woche ist für mich ein ganz guter Zeitraum und ich behalte den Überblick.

    So das war es auch schon. Einen schönen Abend noch an alle Forums User.

    Gruss
    Marco

    Bete nicht für ein einfaches Leben, sondern um die Kraft ein schweres Leben meistern zu können!

  • Hallo @all,

    da das ganze Ruhrgebiet Karneval feiert sitze ich zu Hause und habe genug Zeit für mich und das Forum. Bin ziemlich viel unterwegs hier, mehr als bei Facebook mittlerweile :D

    Gestern war der Termin bei der Suchtberatung. Hatte ein einstündiges Gespräch zur Standort Bestimmung. Den Antrag zur Entwöhnungsbehandlung habe ich bis auf auf ein aktuelles Blutbild komplett und in 14 Tagen geht es ans Ausarbeiten meines Sozial Berichts(das wird zusammen mit meiner Sachbearbeiterin gemacht, den Rest musste ich alleine bei verschiedenen Stellen zusammentragen)
    Die endgültige Entscheidung zu welcher Massnahme die Kosten übernommen werden liegen nach Aussage meiner Ansprechpartnerin bei der Rentenkasse. Die bewertet dann die Unterlagen und meinen Sozial Bericht und gibt dementsprechend grünes Licht für eine ambulante, stationäre oder Kombi-Therapie.

    Beschäftige mich zur Zeit sehr intensiv mit meiner Sucht. Vielleicht schon exzessiv? Lese jeden Tag hier im Forum, sitze viel am PC und lasse gerade viele andere Freizeit Aktivitäten und Kontakte schleifen. Sonst habe ich mich nur Montags in der Gruppe mit der Sucht auseinandergesetzt und die restliche Zeit versucht möglichst viel zu tun. Mein (selbstabgesteckter) Lebensraum umfasst zur Zeit nur die Arbeit, meine Wohnung und einige Geschäfte in denen ich Einkaufen gehe. Ich bringe das aber auch mit dem Wetter in Verbindung. Mir fehlt einfach gerade die Motivation zu vielem.

    Gruss
    Marco

    Bete nicht für ein einfaches Leben, sondern um die Kraft ein schweres Leben meistern zu können!

  • glück auf marco

    Zitat von marcomarco

    Beschäftige mich zur Zeit sehr intensiv mit meiner Sucht. Vielleicht schon exzessiv? Lese jeden Tag hier im Forum,

    das halt ich für gut - ich hab mich in den ersten zwei jahren auch sehr viel mit der sucht befasst - hab fast jeden tag ne gruppe besucht (s forum wollte erst noch erfunden werden) - hab aber in der zeit auch gelernt wie schön das leben ohne alk is (natur und so).

    schöne zeit

    :D
    matthias

    trocken seit 25.4.1987 - glücklich liiert - 7 Kinder - 17 Enkel

  • Hallo Matthias,

    für wichtig erachte ich das auch. Mir fehlt gerade etwas Abwechslung einfach. Freue mich aufs Frühjahr, habe eine Terasse und dann wird fleissig gegärtnert :D
    Vor wenigen Monaten habe ich mich einfach nur Montags mit Sucht auseinandergesetzt; in der Gruppe. Jetzt kann ich das auch jederzeit über das Forum, das ist wirklich gut.
    Es ist halt ein langer Weg in eine zufriedene Abstinenz, ich denke nicht an Alkohol, habe aber eine Menge zu lernen, um mein Leben im Hier und Jetzt zu gestalten.

    Natur ist ein tolles Stichwort und ich werde morgen früh den Tag mal mit einem Waldspaziergang beginnen. Habe morgen Urlaub und dann gönne ich mir das doch direkt mal :)

    Gruss
    Marco

    Bete nicht für ein einfaches Leben, sondern um die Kraft ein schweres Leben meistern zu können!

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