Beiträge von marcomarco

    Huhu,

    wieder mal ein kleines Lebenszeichen. Mir geht es gut, viel passiert in meinem Leben. Manche Veränderung ist sehr schön, andere könnten mich beunruhigen.

    Meine Firma wird die Produktion ins Ausland verlagern und nach 15 Jahren Betriebszugehörigkeit (inklusive Ausbildung) werde ich im nächsten Jahr aus betrieblichen Gründen gekündigt. DIe Kollegen und mich trifft es natürlich, aber ich sehe es auch als Chance einfach etwas ganz anderes zu versuchen.

    Wo es genau hin führt?Keine Ahnung. Ich mache mich nicht verrückt und lasse die Dinge möglichst auf mich zukommen.
    Ich trinke nicht und habe auch nicht das Bedürfnis so etwas als Anlass zu benutzen. Die Veränderung kann ja auch etwas absolut Tolles bedeuten. Das weiss ich aber nicht. Ungelegte Eier...


    Ich wollt nur ma updaten. Ich wünsche Euch allen was.

    Marco

    Hallo Frank,

    auch ich kenne Dich noch aus meinen Anfängen hier. Jetzt hast Du gerade von Hartmut ne Ansage bekommen. Ich bin sehr gespannt auf Deine Reaktion. Es geht hier nicht drum DIch fertig zu machen, wie denn auch. Ausser dem geschriebenen kennt Dich ja auch keiner.

    Es wird mit der Zeit aber leicht Gedankenfehler im Geschreibsel zu lokalisieren und darauf wirst Du dann hingewiesen. Mach nicht den Fehler in Trotz oder Ablehnung überzugehen. Dass das nicht angenehm ist wissen alle hier anwesenden.

    Hau mal raus Deinen Plan und dann halte DIch auch dran. Dieses Hin und Her macht doch nur mürbe und bringt DIch kein Stück weiter.
    Realistische Ziele setzen und auch dran halten! Das fängt mit dem Arzt Besuch an und dann geht es an regelmässigen Austausch.

    Trotzdem ist es doch erstmal schön und positiv, dass da wieder Einsicht ist. Nicht für mich, Hartmut oder das Forum, auch nicht für Deine Frau oder das Kind (Glückwunsch übrigens) DU musst es wollen.
    Schwüre bringen alle nichts wenn Du Dich nicht an die ersten Schritte wirklich ernsthaft dran hängst.

    Ich wünsche Dir was. Ich bin gespannt ehrlich gesagt.

    Hallo und Danke Leute,

    girasole Du und jeder andere dürfen sehr gerne jederzeit rein schneien.

    Ja Akzeptanz ist eine schwierige Sache. Es hat damit zu tun, dass das Süchtige Denkmuster nicht gerne durchbrochen wird. Jahrelange Übung im Selbstbetrug ist nicht mal eben so überwunden. Der Prozess meine eigenen Fehler aufzudecken ist langwierig und teils sehr schmerzhaft. Verdrängung ist da kein guter Ratgeber. Weinen hilft mir da manchmal enorm.

    Durch kleine Justierungen durfte ich schon positive Veränderungen erleben, an denen ich mich versuche zu orientieren. Wenn ich gegen eine Wand laufe muss ich mich wieder entscheiden. Ständig kommt man an eine Weg Gabelung. Dann muss ich mich für Herz oder Gedanken entscheiden. Meine Gedanken haben mich aber lange genug aufs Glatteis geschickt, also versuche ich auf meine Gefühle zu hören.
    Das ist wohl was mir absolut abhanden gekommen ist mit den Jahren. Der innere Konflikt ist für mich der Beweis. Herz und Verstand führen kein Miteinander sondern einen erbitterten Kampf: Sucht kann entstehen.

    Ich beschäftige mich sehr viel damit und kann nur durch eigenes Erleben herausfinden was richtig ist. Die Gefühle und die Umwelt sind meine Indikatoren für richtige Entscheidungen. Selbstverantwortung ist da das Mittel der ersten Wahl.
    Bei allen Misserfolgen frage ich mich nach meiner Rolle in dem "Spiel" und ob es berechtigt ist sich zu ärgern oder dergleichen. Da kommt dann wieder die Akzeptanz.
    Das heisst für mich aber ganz sicher nicht einfach alles hinzunehmen. Akzeptanz beziehe ich dabei zum grössten Teil auf mich selbst und meine Schwächen. Ich muss nicht alles mit mir geschehen lassen, aber meine Rolle klar und deutlich herausfiltern und daraus resultierend handeln.

    Je mehr ich auch meine Schwächen offen lege, umso einfacher wird der Umgang. Ich tausche mich schon lange nicht mehr ausschliesslich in Gruppen aus, ich beziehe mein Umfeld in meine Gefühlswelt mit ein. Woher sollen die sonst wissen wie ich ticke und mit mir dementsprechend umgehen? Dabei geht es nicht (nur) um Alkohol. Es geht um alles was mich beschäftigt, belastet oder freut.
    Ich sehe das Trockenwerden als den "Weg zu mir selbst"
    Zu weit hatte ich mich von mir entfernt und mich und meine Fehler verleugnet. Offenheit (soweit der Schmerz es zulässt) in allen Bereichen scheint mir eine Möglichkeit.


    Ich wünsche Euch allen das Beste!
    Ich habe jetzt Urlaub und werde auch 2 Wochen die Gruppe nicht besuchen, weil ich sehen will wie ich darauf reagiere. Ich habe es selber in der Hand gut für mich zu sorgen.

    Nabend,

    jaja, ich freu mich auch. Mir ist für mich klar geworden, dass es darum geht sich selber kennenzulernen und ich einfach nur durchgehend versuchen muss ehrlich zu Sich selbst zu sein.

    Saufen ist Selbstbetrug der allerhöchsten Güte. Ich habe drastisch reduziert Schuld bei irgendwem anderem zu suchen. Alles was ich tue habe ich selber in der Hand. Ich kann mit Trotz und Ablehnung reagieren und mich somit in Frust hineinsteigern, oder aber ich versuche auch meine eigenen Fehler und Ausreden anzuerkennen und damit besser umzugehen.

    Natürlich sind 6 Monate nur ein ganz guter Anfang, der Prozess ist aber lebenslang. Flucht in Ignoranz und Ablehnung (Trinken) wird immer weniger als Ausweg geduldet von mir selber. Es muss doch auch andere Lösungsstrategieen durch Krisen geben ist dann mein Gedanke.

    Ständige Übung vereinfacht den Zugang dazu, weil ich mit der Zeit ja auch schon manche Trigger Situationen "anders" lösen konnte. Trotzdem ist Achtsamkeit mein ständiger Weg Begleiter. Nur immer weniger in Bezug auf Alkohol, sondern eher den Umständen und Irrwegen der Problemlösungs Strategie gegenüber.
    Frust und Ärger mit nach Hause nehmen ist keine gute Sache für mich, also versuche ich besser mit mir und meiner Umwelt zu kommunizieren, um es nicht so weit kommen zu lassen.
    Wenn es dann doch Zoff gibt, will ich mir wenigstens nicht vorwerfen können, dass ich unehrlich, kompromisslos oder engstirnig war.

    Wenn ich alles gegeben habe kommt dann nur noch die Akzeptanz. Leider kann ich die bewusst nicht üben, sondern ich muss mich Ihr ergeben. Kapitulieren! Nicht nur dem Alkohol gegenüber, sondern allen Dingen und Konflikten gegenüber, die ich beim besten Willen nicht lösen kann.

    Nicht ganz einfach und teils ein schwieriger Prozess, bis es mir dann zu dumm wird und ich mich frustriert auf die Couch lege, einen Film an mache und ein paar Nutella Brote esse :D :D :D Suchtverlagerung die mich nicht in der Entwicklung hindert und somit vollkomen ok für mich.

    Sport zum auspowern, meist gesunde Ernährung, Gruppenbesuche, Selbsterkenntnis durch Autogenes Training und Offenheit sind meine Strategieen an denen ich mich orientiere.

    Wahrscheinlich würden alleine die Nutella Brote auch reichen, aber der Rest ist doch plötzlich eine ganz gute Alternative zu Vorwürden, Leiden, Kummer und Leidensdruck.

    Ich wünsch Euch allen alles Gute!! Übern Berg ist man erst wenn die Lichter ausgehen, aber das nennt man dann wohl das Leben?!? ;)

    Marco

    Huhu,

    ich wollte nur mal ein Ping hier lassen.

    Gestern war ich kalendarisch genau 6 Monate rückfallfrei. Das fühlt sich gut an.

    Ich trainiere weiterhin Autogenes Training, besuche eine Therapie Gruppe und versuche meinen Platz zu finden. Gar nicht so einfach nach einer komplett suchtgesteuerten Vergangenheit, aber es geht ganz gut.
    Manchmal rennt man gegen eine Wand und muss den Kurs leicht korrigieren, aber das gehört wohl zum Leben und hat rein gar nichts mit Sucht zu tun. Den Einen Weg gibt es einfach nicht und ich versuche einfach offen und flexibel zu reagieren.

    Immer öfter kommt das Gefühl auf, bei mir zu sein. Das ist mein grösster Schatz, den ich durch Alkohol Konsum nicht verlieren möchte. Auch wenn das Alltags Gewirr manchmal versucht mich von mir wegzutreiben, bleibe ich am Ball und suche die Mitte.

    Ich wünsch Euch was!!!!

    Marco

    Hallo,

    mir gehts weiterhin gut. Wollte nur ein Lebenszeichen da lassen. Dass ich mich wenig beteilige liegt daran, dass ich einfach sehr gut ausgelastet bin.

    Meine Arbeit, Mittwochs Therapie Gruppe, Sport, Haushalt und natürlich auch Freunde und Freundinnen spannen mich ganz schön ein. Aber ich kann es oft geniessen!

    Viel ABwechslung bestimmt meine freie Zeit und das ist Klasse.

    Ich wünsch Euch allen eine gute Zeit!!

    Marco

    Hallo Zusammen,

    @Matthias: In inneren Krisen/Konfliktsituationen habe ich immer getrunken, um mich zu beruhigen. Mittlerweile gehe ich andere Wege. Meist muss ich nur an das Gefühl am nächsten Morgen denken. Das reicht um Alkohol als Lösungsweg auszuschliessen.
    Konflikte versuche ich mittlerweile anders aufzulösen. Das Schöne dabei ist, dass ich bewusst Entscheidungen treffe und mit dem Ausgang auch meist ganz gut leben kann. Egal welche Entscheidung ich getroffen habe; ich habe sie nüchtern getroffen. Seitdem ich nicht mehr trinke komme ich 1000 Mal besser mit den Auswirkungen der Entscheidungen klar.
    Vorher, Im Suff, habe ich alles mögliche im Rausch "geregelt" und einen Tag später alles bereut. Das war dann der Anstoss des Hamster Rades.
    Dieses Wissen nutze ich, um Rückfälle auf der Denkebene auszuschliessen.

    Penta :

    Ja das "pull" Prinzip ist sehr sinnvoll. Das heraus ziehen was für mich wichtig ist im jeweiligen Moment.
    Zu den "Depris" zähle ich ja auch ab und an. Was mir unglaublich geholfen hat ist, dass ich mich auch etwas mit Psyschologie beschäftigt habe die letzte Zeit. Nicht zuu intensiv, nur das was ich wissen wollte ;)

    Ein Zitat welches mir momentan sehr gut hilft: "Es gibt keinen Qualitativen Unterschied ziwschen geistiger Gesundheit und geistiger Krankheit (Depressionen etc.), nur einen Quantitativen. Das bedeutet, dass alle Anteile im Menschen vertreten sind, nur der Fokus des jeweiligen Individuums liegt auf einem anderem Schwerpunkt. Ein depressiver Mensch betrachtet nur die "kranken" Anteile und sucht ständig die Bestätigung seiner eigenen Sichtweise"

    Dieses versuche ich ins autogene Training einfliessen zu lassen. Bewusstes Ein und Ausatmen ohne äussere Ablenkungen. Vorher mache ich mir bewusst, dass da wo die Depris herkommen auch die ganzen tollen und schönen Gefühle und Gedanken herkommen. Aus mir selbst. Das reicht oft schon, um auch wieder dem "gesunden" Anteil mehr Beachtung zu schenken. Vielleicht magst Du es ja mal versuchen?

    Rückfallfreie Zeit!!

    Marco

    Hallo Jürgen,

    ja das darf ich ja auch am eigenem Leib erleben. Eben stand mir mein eigener Trotz im Wege. Ich hab Eure Ratschläge angenommen und dadurch ist ja nichts schlimmes passiert. Im Gegenteil!

    Ohne Abstinenz wären dieser Trotz und negative Gefühle wieder bestimmend. Da möchte ich gar nicht mehr hin.
    Die Qualen gehören für mich definitiv dazu, nur so kann man das Schöne auch wirklich erst wahrnehmen.

    Marco

    Klaro,

    ich sehe es wie andere Dinge die ich vorher schon erleben durfte. Auch wenn sich mir der Sinn nicht direkt eröffnet, Ihr habt wesentlich mehr Erfahrung und es wäre nur mein Trotz dem zu widersprechen.
    Und Trotz bringt mir gar nichts. Ich vetraue einfach drauf, dass mir niemand etwas vorschreiben will oder Schuld geben will. Es geht darum uns gegenseitig zu helfen.

    Also wenn ich schon hier bin, dann möchte ich mir auch helfen lassen, das ich das Nicht-Trinken noch weiter festigen kann.

    Zitat von Hartmut

    Hallo marco,

    schöne Rechtfertigungsversuche, um etwas zu Hause aufzuheben, was nie gebraucht wird. Malzbier enthält Alkohol, also ist die nächste Aussage wohl für das nicht loslassen Wollens, der Machtlosigkeit, gegenüber dem Alkohol.

    beusst im Haus solltest du schreiben ;)

    Gruß Hartmut

    Ich bin davon ausgegangen, dass dort keiner enthalten ist. Also habe ich mir nichts vorzuwerfen. ;) Getrunken habe ich es bisher nicht, weil ich auch jede mögliche Querverbindung beim trinken aus dem Weg gehen wollte. Daher nehme ich das nicht so an.

    Ob dort Alkohol enthalten ist oder war werde ich jetzt nicht mehr festellen können.
    Ich will nicht beratungsresistent sein und habe es ins Klo geschüttet. Mal sehen, ob sich jetzt etwas für mich verändert. ;)

    Für mich steht im Vordergrund, ob ich es bewusst mit Alkohol zu tun haben möchte.

    Naja diese Diskussionen sind ja eh nicht fruchtend. Im Endeffekt entscheidet jeder ja eh selbst. Gefahren möchte ich vermeiden. Sobald ich etwas als solche erkenne, tue ich dies auch.

    Ich hab es weg geschüttet, weil ich mir im Nachhinein nicht vorwerfen möchte, dass ich nicht alles dafür tue um trocken zu werden/sein.

    Hallo,

    da sehe ich meine eigene Definition von Gefahr. Zum Beispiel After Shave. Für mich nur verknüpft mit dem Gedanken an eine gründliche Rasur und Körperpflege. Ich weiss nicht einmal, ob in meinem Lieblings After Shave Alkohol enthalten ist. Wenn ich mich damit auseinandersetzen müsste, dann wäre es problematisch und ich würde es wohl auch weg werfen. Da wird jeder an einem anderem Punkt sein.

    Ich kämpfe nicht gegen mein Malz Bier, wir beide können ganz gut miteinander leben. Ich beachte es nicht mal. Aber Lebensmittel weg werfen, die ich nicht in Verbindung mit Suff bringe finde ich für mich nicht sinnvoll.
    Ich trinke es nicht, es ist kein Alkohol enthalten, also habe ich nicht bewusst Alkohol im Haus. Warum soll ich Energie darin verschwenden dagegen zu kämpfen?

    Meine Sicht. Jeder muss Seine Gefahren Quellen selbst erkennen und einschätzen lernen. Bewusst Alkohol im Haus zu haben: Gefährlich.
    Aus Achtsamkeit nicht mal das Malzbier trinken: für mich absolut Ok.

    Wenn ich mich ernsthaft mit der Flasche beschäftigen würde, dann würde ich es als Problem ansehen.
    Ich werfe ja auch keine Sachen aus dem Kleiderschrank direkt weg, nur weil ich sie nicht anziehe momentan. Vielleicht mag ein Gast ja mal ein Malz Bier trinken :D

    Hallo,

    ohne alles genaustens durchgelesen zu haben kann ich mir direkt denken wo der Schuh drückt.

    Bewusst zu Bier oder Bier ähnlichen Getränken zu greifen ist gefährlich und ein Zeichen, dass man den Alkohol nicht los lassen will. Erfrischungsgetränke gibt es wie Sand am Meer.

    Ich hatte mir mal vor Monaten eine Flasche Malz Bier gekauft, die steht heute noch im Kühlschrank. Ich hab keine Angst vor Ihr, aber alleine der Name heisst ja, dass ich bewusst irgendeine Art von Bier trinken wollte.
    Die Flasche findet gerade nur Beachtung, weil ich dieses Thema hier gelesen habe.
    Lass weg das Zeugs. Ich trinke am meisten und am liebsten Wasser. Na gut und Kaffee :D

    Marco

    Hallo,

    Rückfall bedeutet für mich, dass ich mich selber noch nicht angenommen habe mit all meinen Facetten und Gefühlen. Das Saufen sehe ich mittlerweile als Kampf gegen sich selbst an. Der Kampf gegen einen Teil von sich selbst., den man so nicht akzeptieren will oder kann.
    Ich kann auch ohne Saufen gegen mich kämpfen, zum Beispiel beim Sport. Nur ist der wesentlich gesünder und hindert mich nicht an der weiteren Entwicklung.


    Der Rückfall kann aber dem noch Zweifelndem Alkoholiker die absolute Sicherheit bringen, dass er wirklich Alkoholiker ist. Hat ja vorher auch jahrelang gedauert bei den meisten von Uns bis man zur dieser kompromisslosen Einsicht bereit war.
    Komischerweise muss doch so ziemlich jeder Alkoholiker den ich kenne seinen persönlichen Tiefpunkt erreichen, bevor diese Einsicht einkehrt. Wäre dies keine Realität, würden alle vorher aufhören können zu trinken.

    Ich nehme meine Krankheit an, jedoch beschränke ich mich dabei nicht mehr nur auf den Begriff "Alkoholiker"
    In erster Linie bin ich ein Mensch. Und dazu gehören so viele verschiedene Probleme und tolle Seiten, dass ich diese unmöglich in irgendwelche Kategorien einordnen könnte. Nicht jedes Zipperlein das ich habe muss zwingend auf meinen Alkoholismus zurückzuführen sein.


    Die Unterteilung von "Trinkpausen" und "Abstinenz" nach Zeit finde ich nicht sinnvoll für mich.


    Marco
    seit nunmehr 5 Monaten Trinkpause, Rückfallfrei, trocken, abstinent. Sucht Euch was aus ;)

    Guten Morgen allerseits,

    Meditation ist auch etwas, wo ich mich mehr mit beschäftigen möchte. Stresse mich aber noch selber zu sehr. Da werd ich aber schon noch hinkommen. Danke für Deinen Beitrag. Das "revolutionieren" hat mir ganz besonders gefallen.


    Ansonsten gehts mir weiterhin gut, natürlich auch an manchen Tagen gar nicht :D
    Keine Gedanken an Alkohol. Das freut mich sehr. Ich habe auch kaum Zeit an Alkohol zu denken, zu erstaunt bin ich im Moment über die Entwicklungen die vor sich gehen. Manchmal muss ich mich etwas mehr dazu zwingen, aber manchmal läuft alles wie von selbst.

    Vor ein paar Tagen war ich mit einem Freund in der Stadt etwas einkaufen, es war ein toller Tag. Auf dem Weg zum Parkhaus trafen wir eine gemeinsame Freundin, die mich eigentlich nur nass kannte.
    Das Verhältnis war schon immer nett und höflich. Wir unterhielten uns kurz und beschlossen uns in ein nahegelegenes Cafe zu setzen.
    Ich konnte offen sein wie sonst kaum und rekapitulierte meine letzten 2 Lebensjahre ohne schönzureden. Daraus resultierte, dass auch diese Freundin alles erzählte was in Ihrem Leben so vor sich geht.
    Es war eine sehr angeregte und interessante Unterhaltung. Wir sassen gut und gerne 2Std in dem Cafe und Langeweile kam bei weitem nicht auf.

    Nach dem Gespräch sagte Sie mir wie sehr Sie sich freue mich so zu sehen und reden zu hören. Sie meinte ich strahle förmlich.
    So etwas tolles erleben zu dürfen erfüllt mich jedes Mal mit Freude.

    Das mit dem strahlen funktioniert natürlich nicht immer, schön wäre es. Aber das ist ja auch ganz normal. Trotzdem bestätigen mich solche Erlebnisse immer wieder, dass der gänzliche "Verzicht" auf Alkohol ein totaler Gewinn ist.


    Tränen gehören auch mehr zu meinem Alltag, nicht oft, aber wenn es sein soll... Ich empfinde das dann als reinigend. Irgendetwas hat mich ja dann auch belastet, was ich früher einfach versucht hätte runter zu spülen. Jetzt versuche ich einfach mal diese schlechten Tage anzunehmen und siehe da; am Ende kommt eh wieder irgendetwas Gutes um die Ecke. Man muss nur lernen drauf zu achten. Wenn ich das Gute dann bewusster geniesse, sind die schlechten Tage der Preis, den ich gerne bezahle, um auch solche tollen Erlebnisse wie mit der Freundin geniessen zu können.

    Ich zehre noch immer von meiner tollen Erfahrung von vor einigen Wochen. Wie könnten aufgesetzte Gefühle, wie ein Alkohol Rausch sie auslöst, diesem auch nur irgendwie nahe kommen? Gar nicht!


    Marco

    Morgen,

    die Grundbausteine sind erstmal eine Einschränkung, ein weiterer Verlust den es zu fürchten gilt. So ist der Mensch nun mal. Alles Neue macht Angst. Alles soll möglichst so bleiben wie es ist, nur besser.

    Die erste Zeit habe ich nur mit Willen durchgehalten, von Überzeugung keine Rede. Die GBS empfand ich schon als schwierig, aber der Nutzen hat sich mir nach und nach offenbart.
    Jetzt beherzige ich die GBS ohne darüber nachdenken zu müssen, da ist ein Gefühl, dass mir sagt was ich tun oder lassen sollte.

    Wenn Zweifel da sind hilft es nur sich darüber auszutauschen. Wir mögen zwar individuell erscheinen, aber die Ur Gefühle sind uns doch allen gleich gegeben. Nur die Art der Interpretation under der daraus resultierende bewusste Umgang unterscheiden sich von Mensch zu Mensch. Da war ich auch immer dankbar für jeden hilfreichen Denksanstoss.

    Leider sind diese Denkanstösse nicht das, was nass denkende hören wollen. Erst wenn man bereit ist diese einmal auf sich wirken zu lassen, auf deren Richtigkeit vertraut, wird man später durch eigenes Erleben die gleichen Schlüsse ziehen können.

    Vetrauen ist das was mir am Anfang gänzlich fehlte und sich auch heute nur ab und zu blicken lässt. Warum sollte ich Fremden vertrauen, die mich nicht einmal kennen??
    Durchhaltewillen und der Gedanke, dass es schon stimmen wird (denn die Menschen die diese GBS beherzigen konnten ja auch öfter trocken bleiben scheinbar) haben mich am Ball bleiben lassen.

    Mit eigenem Erleben werden die GBS zu Selbstverständlichkeiten, an deren Richtigkeit es nichts zu rütteln gibt.

    My 2 cents.


    Marco

    Hallo,

    ich wollt Euch noch was da lassen, was mich die letzte Zeit begleitet.

    Freier Wille.

    Ist iwie mein Motto gerade. Seitdem ich mehr will, muss ich weniger müssen.

    Zum Beispiel will ich früh auf der Arbeit sein. Ich will die Leute aus der Gruppe sehen. Ich will Sport machen (oder eben auch mal nicht) Ich will mich nicht in Ärger reinsteigern usw usw.
    Auch wichtig ist, Leuten zu sagen was man eben nicht will. Die wissen das meist nämlich nicht und das darf man ruhig sagen. Damit kann ich Grenzen setzen wo ich mich vorher Handlungsunfähig und überrumpelt gefühlt habe.

    Ganz kleines Wort, das ich mit Freiheit verbinde.

    Ganz viel Glück und Erfolg an Alle!!!

    Marco

    Hallo,

    ich habe zu danken. Zu sehen, lesen, dass es möglich ist wieder zu sich selbst zu finden, hat mir die Kraft gegeben an mir zu arbeiten.
    Dieser Prozess ist lange nicht abgeschlossen, wird er wohl niemals sein. Aber der Weg scheint mir das Ziel zu sein.

    Etwas hat sich verändert: ich habe irgendwie angefangen meine Gefühle zuzulassen. Jahrelange Verdrängung hat mich in die Sucht Spirale getrieben, jetzt empfinde ich es als Befreiung mal hemmungslos weinen zu können. Manchmal gibt es nicht mal wirklich einen Grund dafür, es fühlt sich einfach wie eine Befreieung an. Die Gefühle drängen an die Oberfläche und das ist auch gut so.

    Seitdem ich ehrlicher zu mir selber bin, kann ich mich auch viel besser verstehen und manchmal sogar fast in meiner Mitte ruhen. Aber natürlich wird man durch äussere Faktoren immer wieder etwas beeinflusst.

    Danke an das Forum, die Betreiber und jeden, der hier seine Geschichte schreibt. Das alles hilft ungemein und ist verdammt wichtig, um zu sehen, dass man nicht alleine ist und es einen Weg gibt.

    Ich geniesse jetzt das schöne Wetter, das solltet Ihr auch tun.

    Marco