Hallo!

  • Hallo Wilhelm,

    es ist schön, dass du dich hier eingefunden hast und deinen Vorsatz diesmal in die Tat umsetzen willst. Das mit der Registrierung kann ich bestätigen…hatte danach auch irgendwie das Gefühl, schon jetzt was für mich getan zu haben.

    Wenn ich lese, dass du nach 10 Jahren wieder eingestiegen bist in den Kreislauf macht mir das auch etwas Angst. Bei mir waren es 4 Jahre und ich habe ohne Grund wieder begonnen, zu saufen. Volles Programm. Nicht bei Null sondern bei 100 gestartet. Hab 1,5 Jahre gebraucht um zu erkennen, dass ich diesmal nicht auf den Abgrund zusteuere, sondern bereits im freien Fall bin.

    Seit einigen, wenigen Tagen bin ich nun wieder auf dem für mich einzig, vernünftigen Weg. Der dauerhaften Abstinenz.

    Nachdem ich jetzt wieder aufgehört habe, habe ich Zeit gefunden mit klarem Kopf zu überlegen, warum ich den Rückfall in Kauf genommen habe.
    Ich habe für mich die Antwort gefunden, dass ich den Alkohol und meine Sucht verdrängt habe. Ich habe es als etwas Vergangenes angesehen und mich nicht mehr täglich damit beschäftigt. Es gibt sicher Alkoholiker, die einfach aufhören und das wars. Ich kann es offensichtlich nicht.

    Dieses Forum hat mir in vielen Dingen die Augen geöffnet. Lies dir bitte mal die Geschichte von Karsten, der dieses Forum gegründet hat durch. Karsten hat dieses Forum auf der einen Seite gegründet, um Menschen wie uns die Chance zu geben, sich auszutauschen und ihr Leben nicht mehr wegzuwerfen. Auf der anderen Seite denke ich, bietet es ihm auch eine ständige Konfrontation mit der eigenen Vergangenheit.

    Die eigene Vergangenheit gehört halt zu uns, wie früher der Alkohol. Und wer sie als passiert abtut oder verharmlost, der läuft Gefahr dass sie ihn wieder einholt.

    Ich hoffe, du findest im Forum viele Antworten auf deine Fragen. Ich bin sicher, viele hier können von deinen Erfahrungen profitieren.

    Ich wünsche dir trockene, 24 Stunden und sende Grüße nach Wien (würd ich ja gern mal hin :D )

    Michael

  • Hallo Wilhelm
    schön das du hierher und wieder deinen Weg zurückgefunden hast in die Abstinenz , das zeigt auch mir der schon so lange trocken ist ( seit 1987)
    wie schnell es gehen kann Rückfällig zu werden , man wird zu sicher und vergisst ganz schnell
    Ich denke das du dir nach 10 jahren trockenheit zu sicher geworden bist ( mir kann doch nichts mehr passieren ) und das ging in die Hose.
    Jetzt hast du schon den 2 Tag hinter dir und du schaffst auch die nächsten 24Std und und........
    und sollte doch mal der Saufdruck kommen, mach es so wie ich , ich verschieb es auf den nächsten Tag. und am nächsten Tag hab ichs vergessen.
    Ich wünsche dir noch viele trockene Tage.

    rudi

    Wer mein Schweigen nicht versteht,
    versteht auch nicht meine Worte.
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    Ich bin Rudolf trockener alkoholiker

  • Hallo Alex, geht mir genauso- gestern mußte ich auch wieder an Alkohol denken und an da s Wochenende, wo ich immer alkoholisiert gewesen bin.

    Das Forum, und deswegen sitzte ich auch jetzt schon wieder hier, hilft ungemein und ist eine gute Möglichkeit über diese Gedanken hinwegzukommen.
    LG Claudi

  • Hallo Micha,

    du schreibst: Ich habe für mich die Antwort gefunden, dass ich den Alkohol und meine Sucht verdrängt habe. Ich habe es als etwas Vergangenes angesehen und mich nicht mehr täglich damit beschäftigt. Es gibt sicher Alkoholiker, die einfach aufhören und das wars. Ich kann es offensichtlich nicht.

    Es gibt keine Alkoholiker, die einfach aufhören, und das wars !!!

    Gruß, Freund.

  • Moin,

    vor einigen Monaten habe ich im TV , ich glaube es war bei „Beckmann“, einen sehr populären und bekannten Schauspieler (mit seiner Frau) im Interview gesehen.
    Er bekannte sich irgendwie zu seiner Alkoholsucht, die in seiner Vergangenheit von Exzessen geprägt war und hatte darüber auch ein Buch geschrieben.
    Gleichzeitig verkaufte er sich aber in gewissem Sinne mit den Worten: Es gibt sicher Alkoholiker, die einfach aufhören und das wars. Ich war nicht der klassische Alkoholiker, so sagte er. (…wollte er sich damit vielleicht nicht in das altertümliche Bild drücken lassen, Alkoholiker seien arbeits- und wohnungslos, arbeitsscheu …)?
    Der besagte Schauspieler hatte durch Heirat, Kind, privatem Glück und einer ganz starken jüngeren Frau, die ihm neues Perspektivisches gab, sicher einen Riesenschritt gemacht. Eine andere Art der privaten SHG !?!
    Und vor diesem Schritt habe ich auch Respekt und Achtung und freue mich für diesen Menschen und seine Familie.
    Aber dies „irgendwie bekennen“ ist mir schon suspekt. Die Einsicht steht mir auf zu dünnen Stelzen, die bei jedem größeren Sturm (Lebensschwankungen) schnell ins Wanken geraten kann. Und der altbewährte Griff zur Flasche ist allgegenwärtig.
    Wenn du also deine Abstinenz fürs Leben realisieren willst, heißt es nicht einfach aufhören und das wars ... sondern es gehört tagtägliche Arbeit daran dazu. Anders geht`s nicht.

    Gruß, Freund

  • Zitat von Freund

    Wenn du also deine Abstinenz fürs Leben realisieren willst, heißt es nicht einfach aufhören und das wars ... sondern es gehört tagtägliche Arbeit daran dazu. Anders geht`s nicht.

    Exakt meine Aussage!

    Gruß Michael

  • Zitat von Wilhelm

    Seit meinem großen Rückfall aber is das anders geworden. Ich bin schlampig und wenn ich mal 4 wochen trocken bin vergess ich total drauf und denk mir; so jetzt hab ich den Schalter wieder umgelegt, mir gehts gut, ich habs wieder mal geschafft und leb einfach ins blaue hinein. Dann kommt eine kleine bis mittlere Krisensituation und ich renn in die Kneipe und mach mich zu. Ich muss wieder mehr Bewusstsein für diese Angelegenheit entwickeln. Ich bin gefährdet; ein Leben lang. Vielleicht werd ich doch auch zu den AA`s gehen ?! Bei dem Onlinemeetig hab ich mich ja schon registriert.

    Eine gute alkfreie Zeit

    Wilhelm

    Hallo wilhelm,
    ein bisschen rätselhaft ist mir Dein Rückfall immer noch, Du hast ja alles gegen einen Rückfall unternommen und trotzdem passierte es , erschreckt mich auch ein wenig, weil ich ja nun auch schon über 4 Jahre trocken bin. Kann es sein, das Du Deine Alkoholabstinenz als Verlust gesehen hast, die ganze Zeit und immer dagegen angekämpft hast, nie frei warst. Ich erlebe das anders, für mich ist es eine unglaubliche Bereicherung, nicht mehr trinken zu müssen und auch nicht zu wollen. Ich denke nicht täglich darüber nach,dagegen anzukämpfen, ich kämpf schon lange nicht mehr, für mich ist es ganz selbstverständlich, nicht mehr zu trinken, ich bin so froh darüber. Aber an mir arbeiten muss ich doch täglich,hmmm, das hört sich so widersprüchlich an... ich denke oft über alles nach, auch über mich, gerade auch hier im Forum immer, aber es ist bei mir jeden Tag so, froh zu sein, nicht trinken zu müssen, zufrieden und glücklich zu sein, ohne Kampf.
    Vielleicht fehlte Dir die vollkomme Zufriedenheit bei der Abstinenz?

    Du schreibst, Du denkst, Du hättest den Schalter wieder umgelegt und kannst dann wieder kontrolliert trinken?? Das funktioniert niemals, wir Alkoholiker können NIEMALS wieder kontrolliert trinken, ist Dir das nicht klar? Ohne dieses Wissen total zu verinnerlichen, wirst Du nie trocken werden können. Jedes mal , wenn Du wieder an diesem Schalter rumfummelst, wirst Du wieder trinken. Ich glaub, ich habe meinen Schalter einfach abgebrochen, den gibts gar nicht mehr.
    Damit ist hiermit bei mir das Schwarz-Weiß-Denken gemeint, es gibt für mich NUR eine Möglichkeit, andere kommen nicht in Betracht, es gibt kein grau mehr bei mir. Ich will nie wieder auch nur einen Tropfen Alkohol trinken, ohne Wenn und aber, es gibt für mich keine Alternative, und ich will auch keine. Ich denke, je näher man dem Schwarz-Weiß-Denken kommt, desto leichter wird es. Entweder oder, nichts dazwischen.

    Lieben Gruß von der Lilly

  • hallo wilhelm

    irgendwie kann ich mich des eindrucks nicht erwähren das du "im kopf" nie trocken warst.
    dieses ich darf nicht trinken ist in meinen augen der völlig falsche ansatz, ich darf, wer will mich daran hindern? ich will nicht trinken, das macht für mich den riesen unterschied aus. du hast kneipen gemieden, tue ich nicht, war gestern wieder in der disco mit meinen großen, da habe ich mal wieder hautnah erlebt wo ich nie wieder hin will.
    das ich bei nahrungsmitteln drauf achte das kein alk drin ist, ist mir so in fleisch und blut übergegangen das ich darüber gar nicht mehr nachdenken muß. ich quäle mich nicht mehr selbst, indem ich ständig über alk nachdenke. ich brauche das ganz einfach nicht mehr.
    auf die leichte schulter nehme ich meine krankheit trotzdem nicht, sonst wäre ich nicht hier. aber sie bestimmt eben nicht mehr mein leben.
    dinge die verboten sind sind interessant, also verbiete dir nichts gelange zu der überzeugung den alk nicht mehr zu wollen. das ist wie gesagt für mich der große unterschied.

    du schaffst das auch

    lg doro

    Alkohol ist ein prima lösungsmittel es löst familien arbeitsverhältnisse freundeskreise und hirnzellen auf.
    trocken seit 18.10.2001

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