Hallo koda ,
diesen Beitrag. ,den du am 6.12.25 bei Elara grschrieben hast, fand ich sehr sehr gut. Daher möchte ich ihn mir hierher kopieren:
(Ich weiß nicht, wie ich ein Zitat aus einem snderen thread in merinen übertragen kann.)
Zitat koda, 6.12.25:
ZitatAlles anzeigenLiebe Elara,
bevor ich hier ins Forum kam, hatte ich auch schon unzählige "Wachrüttel-Gespräche" hinter mir, weil es mir sooo logisch vorkam, daß man nur überzeugend genug argumentieren muss, und dann muss es ja klappen mit der Abkehr vom lebenszerstörerischen Trinken. Und bis ich hierher kam, war mir auch nicht bewusst, das das ein fruchtloses Unterfangen sein könnte. Im Gegenteil, ich habe mich sehr oft gefragt, ob es nicht doch mehr gibt, was ich noch unternehmen oder sagen könnte, damit er endlich versteht, daß er sich umbringt. Da er jedoch ständig betrunken war, konnte er sich diese Gedanken ja gar nicht machen, und auch mit der Hilfesuche klappte das nicht besonders gut.
Ich hatte ihm bis dahin einige Telefonnummern herausgesucht, zu einem Pastor Kontakt aufgenommen, ihn mit zur Caritas genommen, den sozialpsychiatrischen Dienst kontaktiert, die Malteser, diverse Kliniken... Ich dachte, wenn ich ihm all das abnehme, und er nur noch Ja sagen und hingehen muss, dann muss doch endlich der eine Groschen fallen. Mich hat es täglich mehr heruntergezogen, ihn so mutlos zu sehen, und auch so handlungsunfähig. Irgendwann hat es mich auch wütend gemacht, es war eine Mischung aus Mitleid, (auch einem starken Sog, der von ihm ausging) aber eben auch Frustration, das er sich augenscheinlich so hängen liess, wo es doch in meinen Augen so "einfach" war. Bloss sich Hilfe suchen! Und weil ich regelmässig dachte, ich hätte das noch nicht richtig kommunziert, hab ich das immer wieder versucht, ihn wachzurütteln, weg von diesem benebelten Zustand, indem nur der nächste Schluck wichtig ist, hin zu einer Zukunft die sich wieder lohnen könnte.
Dann gab es ein längeres Gespräch mit ihm, indem er mich bat, ihn nicht mehr so zu bearbeiten, weil er es als übergriffig empfand. Ich verstand da aber noch was anderes, nämlich, daß er sehr wohl eine Ahnung davon hatte, was es mit seinem Umfeld machte, und daß er darüber auch verzweifelt war. Er wusste, daß er sich langsam umbrachte, auch, wie sehr sein Umfeld davon betroffen war, und trank weiter. Es ist nur zu verstehen, unter dem Aspekt der Macht, die die Sucht über den Süchtigen hat.
Die Menschen, von denen hier immer wieder zu lesen sind, die den Weg nicht herausgefunden haben und letztendlich daran sterben, sind dieser übergrossen Macht der Sucht schlicht erlegen. Sie kamen nicht dagegen an, weil dagegen nicht anzukommen ist. Hier ist öfters von der eigenen Machtlosigkeit die Rede. Irgendwo in dieser Akzeptanz liegt der Schlüssel zum Stoppen der Sucht. Aber das betrifft den Trinkenden genauso wie uns Angehörige. Man kann darüber irre werden, oder es akzeptieren und dann damit leben lernen. Voneinander lernen, und sich austauschen darüber, das geschieht hier. Nicht mehr und nicht weniger."
Zitat Ende