midnavi - Vorstellung EKA

  • Hallo an alle hier! Ich hoffe, ich schweife nicht zu sehr aus, ich versuche euch meine Situation gut zu schildern.

    Ich bin die einzige, 36 Jahre alte Tochter meiner alkoholkranken Mutter. Mein Vater lebt schon lange nicht mehr, die engsten Freundinnen wissen von nichts (oder können es nicht zuordnen/sehen), zwei ältere Schwestern wollen mit dem Thema nichts zu tun haben bzw. nehmen es nicht ernst, weil (Selbstaussage) ihr Vater bereits Alkoholiker war und früh verstorben ist - und ihnen schlicht das Verständnis für ihre kleine trinkende (demnach "schwache") Schwester fehlt.

    Mit ihrem jetzigen Ehepartner (seit fast 30 Jahren zusammen) ist es auch sehr schwierig, da er nicht nur seinen eigenen Konsum sondern auch den meiner Mutter oft herunterspielt, sie sogar zum Trinken provoziert mit Aussagen wie "du schaffst es eh nicht, nicht zu saufen". Er macht insgeheim auch alle anderen für ihre Krankheit verantwortlich, nur er sei der einzige, der "nichts dafür" kann. Für mich ist es psychische Misshandlung, war nie anders. Eine Trennung ist aber ausgeschlossen, das würde sie nicht verkraften, sagt sie.

    Die Sucht hat angefangen sich abzuzeichnen als ich 17 oder 18 Jahre alt war. Aber damals konnte ich das alles überhaupt nicht einordnen. Erst mit Mitte 20 habe ich verstanden. Ihr selbst ist ihre Krankheit bewusst, vor 8 Jahren war sie für 3 Monate in einer Reha-/Entzugsklink. Davor hatten wir 2 Jahre kaum Kontakt, ich hielt sie um ehrlich zu sein, einfach nicht mehr aus. Meine ganzen 20er habe ich damit verbracht, mich zu fragen, was mit meiner Mutter passiert ist und mir einfach nur zu wünschen, dass es ihr gut geht. Aus Angst, mich gänzlich zu verlieren, hat sie sich nie getraut, mir zu sagen, dass sie Alkoholikerin ist. Nachdem sie das geschafft hatte, war es unfassbar erleichternd für uns beide. Dennoch erzählt sie mir nie von einem Rückfall, aber wer denkt, er könnte vor seinem Kind verheimlichen dass er getrunken hat, der irrt...

    Nach der Reha war sie einige Zeit lang komplett trocken. Nun häufen sich immer mehr Rückfälle und damit auch die kalten Entzüge, die sie jedes mal zu Hause macht. Was mir extreme Sorgen bereitet, nachdem ich hier einige Beiträge gelesen habe. Nun möchte ich sie überzeugen, dies nicht noch einmal zu machen. Alleine letztes Jahr hat sie bestimmt 5 oder mehr kalte Entzüge gemacht. Seit etwa einer Woche trinkt sie wieder, was bedeutet, dass sie nicht normal ansprechbar ist. Egal was ich jetzt zu ihr sage, sie hat es in 5 Minuten vergessen. Was mich am meisten belastet ist diese Wut, die in mir aufkommt, wenn wir telefonieren und ich merke, sie ist betrunken. Ich bin mir zu 100% bewusst, dass sie nichts für ihre Sucht kann und das weiß sie auch. Aber mir fehlt langsam die Geduld und das Verständnis, dass sie bei jedem Stress-Trigger wieder trinken muss und sich einfach nicht und nicht helfen lässt. Da plagen mich dann auch Schuldgefühle.

    Ich bin hier gelandet, weil ich zum einen Austausch mit anderen Angehörigen suche und zum anderen Rat, wie ich mit ihr umgehen soll, wenn sie wieder trinkt und auch, wenn sie nicht trinkt. Sie fühlt sich so schnell in die Ecke gedrängt, dabei will natürlich helfen. Es hat gut getan, das man von der Seele zu schreiben...Danke!

  • Guten Abend Midnavi,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Es geht vielen Angehörigen ähnlich wie Dir. Auch ich konnte früher nicht verstehen, warum sich meine Mutter teilweise so unberechenbar verhalten hat.

    Der Austausch mit anderen Angehörigen wird Dir guttun.

    Hier ist der Link zur Freischaltung für den offenen Bereich:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und ganz kurz etwas dazu schreiben.

    Danach werden wir Dein Thema in den offenen Bereich zu den "Erste Schritte für EKA" (Erwachsene Kinder Alkoholiker) verschieben.

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, midnavi.

    Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch!

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

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