Liebe Gemeinschaft,
ich habe ein paar Gedanken zum oben genannten Thema und frage mich, ob jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat:
Ich habe einen alkoholkranken Vater, für den ich mich schon als Kind unheimlich verantwortlich gefühlt habe, was mich natürlich heillos überfordert und mir ein Stück Kindheit geraubt hat. Zeitlebens hatte ich Schwierigkeiten mich auf Freund- und Partnerschaften einlassen zu können. Ich bekam es richtig mit der Angst zu tun, wenn mir jemand nahe kam und wichtig für mich wurde. Heute vermute ich, dass es daran liegt, dass ich befürchte wieder so ungesund verstrickt zu werden und mich für jemanden verantwortlich zu fühlen, der selbst keine Verantwortung für sich übernimmt - kurz: wieder in eine solche Beziehung zu geraten wie zu meinem Vater.
Dennoch habe ich ein schöne Partnerschaft aufbauen können, mich sogar getraut zu heiraten und seit einigen Monaten haben wir ein wundervolles Baby.
Und hierauf beziehen sich meine Überlegungen: Ich glaube, dass die Bedürftigkeit meiner Babies (auch, wenn es hier eine natürliche, gesunde ist, der ich als nun erwachsene Frau gewachsen bin) alte Erinnerungen an die überfordernde Bedürftigkeit meines Vaters wach ruft. Ich habe manchmal mit diffusen Ängsten und einem Überforderungserleben zu kämpfen, was ich mir allein durch die zweifelsohne schon auch anstrengende Umstellung auf das Leben mit Baby nicht erklären kann.
Vielleicht kennt das ja jemand und kann seine Erfahrungen teilen.