Beiträge von koda

    Meinst du mit Standard das alte (was man auch in dunkel einstellen kann)?

    Update. Gerade nachgesehen, das meinst du wohl nicht. Ich benutze nämlich den alten Stil, damit ich das dunkle Farbschema nutzen kann, finde ich angenehmer für die Augen.

    Schönen Tag, Alex!

    ich bin 36 und möchte eigentlich Kinder. Aber ich habe angst davor Kinder in die Welt zu sezten mit jemandem der sich dann nicht kümmert und die Kinder mitansehen müssen wie der Vater am Wochenende nur auf dem Balkon sitzt und ein Bier nach dem anderen trinkt.

    Die Angst ist berechtigt. Ich bin in so einem Umfeld aufgewachsen. Mein Vater hat getrunken, jeden Abend. Jahrzehntelang. Es war normal. Ich kannte es nicht anders. Meine Mutter ist fast daran zerbrochen. Es hat für unsägliche Spannungen gesorgt. Ich als Kind habe von den Zusammenhängen auch nichts verstanden. Hab nur registriert, daß eigentlich nie Frieden war. Es wurde auch mit den Jahren mehr. Auch wenn es NUR Bier oder NUR Wein war. Er stieg nie auf Hochprozentiges um. Heute weiss ich, daß es trotzdem immense Mengen waren, eben weil viele Biere und Weine auch genug Alkohol enthalten.
    Er konnte und wollte nicht aufhören. Und hat sie auch irgendwann verlassen, aber es dauerte. Viel zu lange. Die beiden hielten das System sehr lange aufrecht, saßen es aus. Meine Mutter wollte, daß er aufhört zu trinken (und noch eine ganze Menge anderer Dinge, zu nichts war er bereit). Er wollte, daß sie ihn in Ruhe ließ.


    Uns Kindern erzählte man (auch meine Mutter), daß Papa bestimmte Weine nicht vertrug, - irgendwann trank er hauptsächlich Bioweine. Ich habe geglaubt, was sie uns erzählten. Papa hat einen empfindlichen Magen. Daß es nicht normal ist, daß ein Vater JEDEN verdammten Abend trinkt, hat mir keiner erzählt.

    Es vermittelte mir ein Bild von Familie, was mich vergiftete. Weil es mir normal vorkam.

    10 Bier sind 200ml reiner Alkohol. In etwa eine Flasche Vodka. Käme dir das immer noch wenig vor?

    Er ist selten richtig betrunken so dass man es ihm anmerken würde.

    Das kann auch an einer schon erhöhten Toleranz liegen. Aber ganz ehrlich, hier wird dir keiner schreiben, daß diese oder jene Menge zuviel ist. Weil am Ende nur dein Mann selbst sagen kann, ob es zuviel ist (für seine Gesundheit).
    Dann gibt es aber noch dich und deine Wahrnehmung und deine Emotionen dazu.
    Stört es dich?
    Dann ist es zuviel, ganz einfach.
    Ob er süchtig trinkt wiederum kann nur er sagen.
    Ob es dich in deiner Lebensqualität beeinträchtigt wiederum nur du.

    Ich verlange doch nicht viel? Ich wünschte doch bloss er würde die 10 Liter Bier auf vlt 5 Liter beschränken...wenn er kein Alkoholiker wäre (wie er sagt, weil er ja sein Leben im Griff hat und viel weniger trinkt als früher) könnte er dass doch aus Liebe umsetzen oder?


    Kann sein, daß du zuviel verlangst, weil er schon gar nicht mehr kontrolliert trinken kann.
    Wenn er süchtig ist, wird er aus Liebe nichts umsetzen, weil die Sucht stärker ist.
    Wenn er nicht süchtig ist, könnte er es auch ganz lassen.

    Die Frage ist aber eher an dich:
    Wieso wären 5 Bier ok für dich und 10 nicht?
    Und wären 10 oder 20 Bier OK, wenn dir hier Menschen schreiben, daß es normal ist?

    Alkohol ist ein Zellgift. Egal in welcher Menge. Es betrifft aber seine Zellen. Nicht deine.

    Wo betrifft es dich?

    Lieben Gruss
    koda

    Liebe Sonnenschein,
    das macht mich grade sprachlos. Zeigt es doch, daß strukturell da was schiefläuft. Du hast doch alles dokumentiert. Und daß manches schon länger zurückliegt, nimmt den Vorkommnissen doch nicht ihre Auswirkungen auf dich und deine Kinder.

    Es wurde abgelehnt. Ich hätte nicht oft und deutlich genug gesagt, dass ich nicht belästigt werden will und einige Vorkommnisse liegen zeitlich schon einige Monate zurück

    Schon fast ironisch, daß seine Anzeige dann wiederum was bei der Polizei bewirken konnte. Das freut mich für euch! Danke auch von mir daß du deinen Weg hier mit uns teilst. Auch wenn du dich nicht imer wie eine Kämpferin fühlen magst, du bist eine, und deine Kinder haben dich an ihrer Seite, das ist soviel Wert.

    Ich denke an euch.
    Koda

    Liebe Sonnenschein,
    tut mir leid zu lesen, daß es dir gerade nicht gut geht. Daß das Spuren hinterlässt, die dich schwächen, dir den Schlaf rauben und dir Alpträume verursachen... Kein Wunder, du hast auch sehr viel aushalten müssen in den letzten Wochen und Monaten. Das mit dem Ortswechsel hab ich mich auch gefragt. Soweit aus seiner Schusslinie, daß er nicht mehr weiss, wo du bist. Geht das?

    Ich wünsche dir sehr, daß du bald zur Ruhe kommen kannst, Kraft auftanken. Solange er dich noch kontaktieren kann, - soweit man das kontaktieren nennen kann, es klingt nach Terror, stehst du ja auch permanent unter Stress.

    Alles liebe, wär schön, wenn du wieder öfter schreibst. Ich versteh aber auch, daß du dich zurückgezogen hast. Den Hafen hast du hier immer noch. Wir sind da und lesen dich.

    Koda

    Liebe Iwona,
    wir kennen uns nicht (vielleicht treffen wir uns ja in Bertingen), ich versuche auch zu kommen. Aber ich wollte dir einen herzlichen Gruss dalassen, ich freue mich immer wenn du schreibst. Du hast eine Art zu schreiben, die wirklich herzerwärmend ist. Und Glückwunsch zur Hochzeit auch wenn sie schon ein paar Jahre her ist. Du klingst so zufrieden, das ist - wunderbar.

    Einen schönen Tag dir Koda

    Ich möchte noch etwas ergänzen. Der Ausgangspunkt der Orientierung beginnt immer bei mir und meiner Verfassung und Haltung zu mir und dem Tag, und noch etwas spielt eine Rolle. Resonanz in mir: mancher Kommentar hier mag alle von mir oben genannten Punkte umfassen (Klarheit, Selbstreflexion etc.) und es passiert trotzdem nichts bei mir. Es gibt also die rationale Orientierung, die mir eben auch leichter gefallen ist zu benennen, und dann gibt es das, was in mir was bewegt, buchstäblich. Ich spüre das regelrecht in mir. Das hat für mich auch viel mit Wohlwollen und Interesse (das ich verspüre) zu tun.

    Jump! Fangfragen hab ich jetzt hier nicht so wahrgenommen, Fragen, die darauf abzielen, eine bestimmte Haltung loszuwerden hingegen schon. Die haben aber auch ihren Platz hier finde ich. Womöglich kann ja eine andere Co damit etwas anfangen. Ich kann trotzdem für mich konstatieren, daß mich diese Art der Fragen, eher nicht berühren. Die machen schlicht nix mit mir, sie interessieren mich nicht. Da der Faden zudem allgemein gehalten ist, richten sie sich ja nicht mal gegen mich.

    Ich meine, daß die beiden Fäden "Fragen an..." in erster Linie der gegenseitigen Verständigung dienen, und das Forum hat den gegenseitigen Austausch im Vordergrund. So scanne ich auch diese Fäden, mir fällt grad kein besseres Wort ein. Scannen ist vielleicht zu rational, so lese ich hier nicht. Aber das was für mich nicht in Frage kommt, lasse ich gleich liegen. Vielleicht liegt es auch in der Natur der Cos, mehr wissen zu wollen über Alkoholiker, weil die Eingangsvorraussetzungen ja Cos in ganz unterschiedlichen Varianten von "mittendrin" stecken. Von bis zum Hals verstrickt über getrennt aber traurig etc.

    In diesem Sinne hoffe ich, daß hier weiterhin Fragen gestellt werden, die mich in meinem Werden weiterbringen. Die bedürfen aber vielleicht auch Reifezeit. So, das war jetzt etwas ausufernder. Das Thema Orientierung ist aber ein Wichtiges. Danke Hartmut

    An diejenigen, die sich arrangiert haben, oder an jene, die einen kompletten Neuanfang gestartet haben?

    Ich orientiere mich an denen, die eine Klarheit mitbringen, Mut zur Selbstreflexion haben und dabei ihren Blick dahin richten wo es nottut. Vorbilder, wenn man so will. Die wissen wer sie sind und was sie brauchen, wollen, tun. Die auch um ihre Begrenzung wissen. Das variiert für mich und kann sowohl von Cos, Ekas als auch Alkoholikern ausgehen. Mich interessiert wie sich jemand mit seinen Baustellen auseinandersetzt.

    Also auf die Frage von oben bezogen sowohl als auch.

    Naja passiert halt wenn Menschen aufeinander treffen, besonders wenn es persönlich wird und einem wichtig ist. Da wird es schon mal emotional. Nicht einfach sich dann zurückzupfeifen und an einem anderen Punkt weiter zu machen. Den Eindruck hatte ich teilweise beim Lesen daß sich ein Kreisel auftat. Insofern versteh ich auch aus mod Sicht daß nicht alles ausdiskutiert werden kann.

    Aber daß jetzt ein neuer Faden aus der Taufe gehoben wurde ist doch sehr gut. Die rege Beteiligung hier hat ihn ja quasi auf den Weg gebracht.

    Mir geht es ganz gut zur Zeit. Bin fast wieder hergestellt, schlafe besser. Was ich jetzt mal als ein Indiz nehme, das es aufwärts geht.

    Das habe ich vor einiger Zeit geschrieben, dann nicht abgeschickt. Mach ich öfter, manchmal auch einfach nur, um den Gedanken ruhen zu lassen und zu sehen, ob er noch relevant ist.

    Hier habe ich wohl etwas zu lange gewartet... Daher antworte ich mir hier mal selber. Ich schlafe immer noch besser. Deutlich besser.
    Heißt: ich wache nicht mehr jede Nacht um 4h auf, das war eine Zeitlang durchaus die Regel und hat mich ziemlich zermürbt.

    Es geht rasant auf Weihnachten zu. Ich freue mich auf meine Familie und bin aber auch gespannt, wie es meinem Vater geht. Mein oberstes Interesse gilt allerdings nicht seiner Abstinenz, die wenn noch vorhanden, sowieso keine freiwillige ist, sondern ich wünsche mir, daß wir solange er noch am Leben ist, möglichst entspannte Quality-Time haben. Das Bedürfnis mit ihm über Vergangenes zu sprechen habe ich nicht.

    Wobei manchmal natürlich schon, aber er war ja auch noch nie der redseligste Ansprechpartner. Ich habe mehr von ihm, wenn ich mit ihm eine Scrabble-Runde bestreite. Verdrängung? Vielleicht. Aber ich bin dankbar für jedes Quentchen Zeit, daß wir noch miteinander haben. Papa. Trotz Trinken warst du mir schon immer näher. Isso.

    Bilanz Forumsnutzung für mich:
    Ich lese viel weniger auf Alkoholiker-Seite als bei Cos oder EKAs. Hab nicht mehr das Gefühl ich müsste alles Wissen aufsaugen, um besser zu verstehen, warum jemand trinkt. Hab aber aktuell auch niemanden den ich retten will. Soll bitte so bleiben, ist gut für mein Wohlbefinden.

    Habt gute Feiertage.

    Es tut mir leid zu hören, daß das es bei euch wieder Rückfälle gab, vielmehr bei deinem Mann. Ich kann es gut verstehen, daß da erneut Hoffnungen begraben wurden. Ich glaube bevor ich hier ins Forum kam, war ich auch viel mehr voller Hoffnung, daß die Sucht etwas ist was man heilen kann. Daß jemand abstitent wird und das Trinken dann auch einfach kein Thema mehr ist. Aber es ist, wie es ist. So ein doofer Satz, bei der Sucht aber leider so wahr.

    DIe alten Freundschaften bestehen zwar auch noch, aber noch auf dem reduzierten Niveau, auf dass sie sich durch die Sucht entwickelt haben.

    Da lässt sich aber doch anknüpfen oder? Kann aus einem reduzierten Nievau nicht auch wieder etwas höher frequentiertes werden?
    Wollte dir jedenfalls Mut machen, es weiter anzugehen. Gut zu dir zu sein, herausfinden, was vielleicht sogar gerade alleine mehr Freude machen könnte, und darauf zu vertrauen, daß sich Dinge für dich zum Positiven entwickeln dürfen.

    Alles Liebe für dich und - heute ist ja der dritte Advent, - einen schönen solchen für dich.

    Schreib hier ruhig öfter, du bist nicht alleine. Und gelesen wirst du auch.

    Koda