StepByStep - Mehrfach versucht aufzuhören – diesmal will ich es schaffen

  • Hallo Step,

    von mir noch ein Hallo und Willkommen hier im Forum, sowie Glückwunsch zu 20 Tagen Abstinenz. Ich habe gerade Deinen Faden gelesen und mich in einigen Dingen ( Dein Trinkverhalten, Deine Scham) wiedergefunden.
    Die Anfangszeit war schwer für mich, ständig die Gedanken an Alkohol, aber es wurde mit der Zeit leichter. Inzwischen sind es 2 Jahre, trotzdem befasse ich mich jeden Tag damit, aber es triggert mich nicht mehr.
    In der Anfangszeit bin ich früh ins Bett, hab dann noch gelesen oder versucht zu schlafen.
    Ich habe mich auch bei Familie und Freunden geoutet, um Hintertüren zu schließen. War bei der Suchtberatung und habe es offiziell bei meinen Ärzten und Therapeutin gemacht.
    Heute stehe ich dazu, dass ich Alkoholikerin bin, kein Verstecken, keine Lügen mehr…

    Hallo Tabsi, vielen Dank für dein Willkommensgruss. Wow, zwei Jahren sind eine Menge.

    Mit dem Outen ist so eine Sache, gut mein Mann weiss ja, dass ich aufgehört habe zu trinken (meine vierte Woche fängt jetzt an :-). Meine Mutter weiss halt, dass ich immer wieder "Trinkpausen" mache, mit ihr will ich jetzt nicht unbedingt gross darüber reden oder diskutieren. Zumindest noch nicht.

    Was Ärzte und Therapeutin betrifft, ich hatte mal vor vielen Jahren einer Therapeutin erzählt (damals war ich wegen einer Angsterkrankung in Therapie), dass ich abends zu viel trinke, um runterzukommen. Die ist überhaupt nicht darauf eingegangen. Jahre später habe ich weinend auch meinem Hausarzt berichtet, dass ich zu viel trinke. Er meinte ich soll versuchen zu reduzieren. Da meine Blutwerte völlig ok sind, hat er wohl das nicht zu ernst genommen. Muss man denn erst am Abgrund stehen oder unter der Brücke landen, bis man ernst genommen wird?

    Zur Suchtberatung hab ich mich noch nicht getraut. Momentan zieh ich es alleine durch und mit dem Forum hier. Vielleicht reicht es aus, vielleicht auch nicht. Vielleicht bin ich einfach noch nicht so weit, mich so zu öffnen :( ich hatte es ja schon vor Jahren probiert...

    So. mir geht es gut, heute beginnt Woche 4, und es ist immer wieder ein schönes Gefühl, mit einem klaren Kopf aufzuwachen

    Wünsche euch einen schönen Vatertag.

    LG

    Step

  • Tue das, was Dir Dein Bauchgefühl sagt und alles in kleinen Schritten. Man muss ja nicht gleich alles von rechts auf links drehen.

    Bei der Therapeutin habe ich anfangs auch die Erfahrung gemacht. Ich denke, die haben das nicht so gern, weil Du dann eigentlich psychosomatisch als nicht therapierbar giltst, wenn man noch nass ist.

    Die wenigsten psych. Therapeuten nehmen Patienten auf, die noch nicht zur Suchttherapie waren und noch nicht langfristig trocken sind.
    Beim Hausarzt und Psychologen war es mir wichtig, weil auch Medikamente abhängig machen können und nicht von eine Sucht in die nächste möchte.
    Es ist auch wichtig vor OPs das anzugeben. Ich habe schon von einigen trockenen Alkoholikern gehört, dass sie bei Narkose mehr „Stoff“ brauchten als Nichttrinker und sei es auch nur die Betäubungsspritze beim Zahnarzt.

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    LG Tabsi, abstinent seit 27.04.2024

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