Beiträge von Tabsi

    Hallo Steevie,

    bei Eurer Situation habe ich das Bild mit dem lecken Boot im Kopf. Das Boot läuft voll mit Wasser, Dein Mann tut nichts, säuft weiter… Du bist die Stärkere, versuchst das Boot auszuschöpfen-vergeblich. Anstatt ans rettende Ufer zu schwimmen, bleibst Du im Boot sitzen und gehst mit unter.

    Der Schwächere zieht den Stärkeren immer mit runter.

    Du kannst gern weiter ausschöpfen, aber Deine Kraft kann irgendwann auch nachlassen und dann ist der Griff zur Flasche nicht weit.
    Pass auf Dich auf.🍀

    Bei mir war es jahrelang die Scham und Angst mich zu outen. Ich hatte einen Job, ein schönes Haus, eine Tochter, die studierte…. Lief doch alles. Außerdem war doch Alkohol trinken auf dem Dorf und Freundeskreis „ normal“. Ich wusste schon längst, dass ich abhängig bin, da ich nach Feiern zu Hause bis zum Kontrollverlust noch nachtanken musste. In der Öffentlichkeit habe ich mir nie die Blöße gegeben, war ich doch im Kundenverkehr im Vertrieb tätig, teilweise unter leitender Funktion. Da musste ich meinen Schein wahren.
    Ich? Alkoholikerin? Nein- das sind die, die durch die Straßen mit ner Pulle ziehen, sich gehen lassen, alles versoffen haben.

    Auch die Vorstellung, dann NIE WIEDER ein Glas Wein, Aperol, Glas Sekt trinken zu können, im Restaurant, im Urlaub, bei Feiern war einfach zu GROSS für mich.

    Selbst als ich dann nach einem Burnout in psychosomatischer Behandlung und Kliniken war, konnte ich meinen Alkoholkonsum verheimlichen.

    Von der Erkenntnis abhängig zu sein und sich Hilfe zu holen vergingen so ca. 10 J., vlt. auch mehr.

    Ich habe ihn pusten lassen jeden Abend. Und dachte okay. Wir schaffen das. Und irgendwie hatte ich immer das Gefühl es stimmt was nicht. Ich hatte ein schlechtes Gewissen ihm das vorzuwerfen. Er hatte sich ja schließlich bemüht. Dann kam der Rückfall und im Rückfall meinte er er hat in der Zeit einfach morgens getrunken, damit der Test abends 0.00 anzeigt.

    Im Ernst? Du hast ihn jeden Abend pusten lassen?
    Ich komme von der Alkoholikerseite.
    Das hätte keine(r) mit mir machen dürfen, nicht zu Sauf- oder Trockenzeiten.

    In Deinen Beiträgen dreht sich alles nur um ihn, was er macht, was er tut, wie er denkt.

    Jetzt kommt evtl. die Trennung und Du hast ihn nicht mehr unter Kontrolle.

    Wo bleibst DU bei dem Ganzen?
    Es ist sinnlos, sich darüber Gedanken zu machen , was er fühlt, was er denkt. Hier geht es nur um DICH.

    Es ist einfach krass, wie sehr der Alk verankert ist. Und es fällt mir erst jetzt so richtig auf.

    Du wirst Dein Umfeld in Bezug auf Alkohol nicht ändern können . Die Frage ist, was kannst Du für Dich ändern? Inwieweit gefährdet dieser Job Deine Abstinenz, wenn es ein Dauerproblem ist, damit umzugehen und der Alk quasi zum Geschäftsgebaren der Firma gehört.

    trinkt schon am Abend so 2, 3 Bierchen, aber es stört mich null!

    Oh, da klingeln bei mir schon die Alarmglocken.
    Allein schon die Verniedlichung ist schon ein Herunterspielen, insbesondere was auch Deine eigene Sucht betrifft.

    Es muss Dich vielleicht auch nicht den Moment stören, aber das Suchtgedächtnis ist trotzdem hellwach.

    Allerdings gab es jetzt schon 2x die Situation, dass er sich nach den Abschied (wir wohnen in verschiedenen Städten) betrunken hat. Offensichtlich hat er große Probleme damit, wenn wir nach viel gemeinsamer Zeit wieder räumlich getrennt sind.

    Ich hatte auch immer Gründe fürs Trinken gefunden. Es gibt aber keinen!
    Du nimmst ihn damit in Schutz.

    Pass gut auf Dich auf und achte auf Dich. Liebe löst eine Welle von Gefühlen aus und kann Deine Sucht hinten anstellen. Das würde ich mir immer bewusst machen, dass meine Abstinz Priorität 1 hat.

    ich sehe hier jeden Tag Dinge die wir gemeinsam machen wollten, besser gesagt Dinge im Haus die wir uns nach unseren Wünschen aufbauen wollten. Die ich nun alleine mache

    Kann es sein, dass es vielleicht nur Dein Wunsch war und er es nie wirklich wollte ( auch wenn er es vielleicht gesagt hat) ?
    Mach Dir nichts vor, hänge nicht in „gemeinsame“ Träume, die vlt. gar keine gemeinsamen waren.

    Hallo Kati50,

    da hat es sich jemand ganz schön bequem gemacht, seine Verantwortung für sich selbst abgeschoben auf jemand anderen, er hatte sein Opfer gefunden und gehofft, dass er so in seiner Komfortzone bis an sein Lebensende weiterleben kann.
    Diese Hoffnung hast Du ihm genommen.

    Aber es geht hier nicht um ihn, sondern um Dich. Du hast Dich bis zur Selbstaufgabe um alles und andere gekümmert. Kann es sein, dass Du eine gewisse Leere verspürst?

    sich verwandeln von „ich darf nicht trinken“ zu „ich will nicht“.

    Letztendlich „darf“ ich ja auch tatsächlich trinken…wer will mir das verbieten? Es ist meine Verantwortung für mein Leben oder Nichtleben.
    Allerdings müsste ich dann mit den weitreichenden Konsequenzen „leben“ und da möchte ich eben nicht mehr hin.

    mich innerlich zerreißt zwischen den Familiebild was ich mir wünsche und was nicht ist… ob es noch werden könnte…

    es verfolgt mich seit meiner Kindheit durch mein stark Alkoholkranken Vater

    Wie war es denn für Dich als Kind mit einem alkoholkranken Vater? Meinst Du nicht, dass Deine Kinder jetzt in der gleichen Situation sind wie Du damals?

    wenn ich egoistisch Handel.

    Ich finde es ist Selbstschutz und Fürsorge für die Kinder und hat nichts mit Egoismus zu tun.

    Diesmal möchte ich mein Tiefpunkt erreichen auf eine gesunde Weise

    Ich denke nicht, dass man einen Tiefpunkt auf gesunde Weise erreichen kann, er hat immer Aus- u. Nebenwirkungen.
    Tiefpunkt hat für mich was mit Leidensdruck zu tun.
    Die meisten kommen erst ins Handeln, wenn der eigene Leidensdruck groß genug ist. Bei jedem liegt die Schmerzgrenze woanders. Ich hatte keine Trennung, noch keine gesundheitlichen Schäden, kein Job- oder Führerscheinverlust, keinen Unfall mit Alkohol und trotzdem wollte ich nicht mehr Sklave meiner Sucht sein.

    Mich hielt dieses „ nie wieder“ lange davon ab, mit dem Trinken aufzuhören, weil es mir Angst machte. Es war noch der Gedanke da, auf etwas zeitlebens verzichten zu müssen.
    Diese Angst nahm mir dann anfangs der Gedanke raus : „Ich kann ja, wenn ich will- ich möchte aber nicht“.

    Wohlwissend natürlich, dass jeder 1. Schluck mich wieder dahin bringt, wo ich vorher geendet habe und das wollte ich nicht. Es nahm mir aber den Druck raus.

    Es hilft Dir nichts, wenn Dir 100 Alkoholiker von ihrem Tiefpunkt berichten, weil jeder seinen eigenen hat. Viele sind dem Tod nochmal von der Schippe gesprungen und wiederum andere schaffen es nicht. Also kann Dir auch niemand sagen, wann dein Mann diesen jemals erreicht.
    Die entscheidende Sache ist, dass er selbst als Erwachsener verantwortlich ist für sein Leben. Er darf trinken.

    Hallo Meilenstein,

    nur durch meine eigene Einsicht, zu erkennen, dass ich Alkoholikerin bin und den Weg aus der Sucht nicht allein schaffe, konnte ich abstinent werden.

    Als Alkoholikerin funktioniert für mich kein kontrolliertes Trinken, weil Kontrollverlust ein Symptom der Krankheit ist.

    Wann jemand diese Einsicht erkennt ( viele schaffen es nie ) ist unterschiedlich, je nach Leidensdruck oder Tiefpunkt.

    Ich habe Dir diese Frage bewusst in Deinem Faden hier beantwortet.
    Eine Selbsthilfegruppe funktioniert, wenn wir unsere Fragen gemeinsam teilen. So können auch andere ggf. davon profitieren.

    Warum siehst Du Dich verantwortlich zu sein, für seine Ängste vor dem Alleinsein?