Bei mir war es jahrelang die Scham und Angst mich zu outen. Ich hatte einen Job, ein schönes Haus, eine Tochter, die studierte…. Lief doch alles. Außerdem war doch Alkohol trinken auf dem Dorf und Freundeskreis „ normal“. Ich wusste schon längst, dass ich abhängig bin, da ich nach Feiern zu Hause bis zum Kontrollverlust noch nachtanken musste. In der Öffentlichkeit habe ich mir nie die Blöße gegeben, war ich doch im Kundenverkehr im Vertrieb tätig, teilweise unter leitender Funktion. Da musste ich meinen Schein wahren.
Ich? Alkoholikerin? Nein- das sind die, die durch die Straßen mit ner Pulle ziehen, sich gehen lassen, alles versoffen haben.
Auch die Vorstellung, dann NIE WIEDER ein Glas Wein, Aperol, Glas Sekt trinken zu können, im Restaurant, im Urlaub, bei Feiern war einfach zu GROSS für mich.
Selbst als ich dann nach einem Burnout in psychosomatischer Behandlung und Kliniken war, konnte ich meinen Alkoholkonsum verheimlichen.
Von der Erkenntnis abhängig zu sein und sich Hilfe zu holen vergingen so ca. 10 J., vlt. auch mehr.