Beiträge von StepByStep

    Das mit der Familie war gerade mein Knackpunkt, ich muss für mich nüchtern sein, solange ich im Kopf andere Personen habe, für die ich das mache, bin ich selbst nicht frei. Andere, die Frau, der Mann, das Kind, die Kinder…..Oma, Opa …, Ich gehe diesen Weg für mich! Ich heile, für mich.

    So meine Gedanken.

    ja du hast recht Nika, man muss es für sich selber tun, mach ich auch, aber meine Familie spielt ja auch ne grosse Rolle. Wäre ja schlimm, wenn sie mir egal wäre. Aber ich weiss was du meinst, man muss ja selber das für SICH wollen in erster Linie

    Die Sonne und bombenwetter haben mich die erste Zeit stark getriggert. Das war eklig. Jetzt nach 3 Monaten Abstinenz ist das zum Glück nicht mehr so

    zum Glück! Ich hoffe, dass es bei mir auch besser wird. Ich muss mich immer beschäftigen, meine Hände beschäftigt halten. Wenn ich mich nur hinlege und die Sonne geniesse, dann kommt dieses "ach jetzt ein Drink". Vielleicht sollte ich es einfach lassen, und mich in nächster Zeit eben nicht einfach in die Sonne auf der faulen Haut legen :D

    In den ersten Monaten blitzten bei mir auch schon mal vermeintlich positiv besetzte Trinkgedanken auf. Da hatte sich die Sucht in mir drin mal wieder bemerkbar gemacht. Die Sucht versuchte stets nur eins, mich mit allen Mitteln wieder an die Flasche zu bringen, mal rabiat, manchmal auch nur zart und leise mit der angeblich schönen Atmosphäre z.B. in einem Biergarten. Das war für mich ein wichtiger Prozess, das alles durchlaufen und Trinkgedanken wieder abzuschütteln. Wie gesagt, das ging nicht in wenigen Wochen. Zumindest bei mir dauerte es deutlich länger.


    Ich habe mal von einem Polytox den Rat erhalten, mich dann selbst zur Ordnung zu rufen: "Halt! Stopp! Da stimmt was nicht, ich will wieder saufen." Mir hat es seinerzeit geholfen, an ich selbst zu appellieren.

    Heutzutage geht es mir so wie bereits von anderen geschildert: Eine schöne Umgebung lässt bei mir Gedanken an einen Kaffee, eine Saft-Schorle oder eine ganz ordinäre Cola aufkommen. Mein ehemals so "geliebtes" Weißbier spielt da keine Rolle mehr. Wenn andere so was vor sich stehen haben, nehme ich es allenfalls beiläufig zu Kenntnis, es löst jedoch kein Trinkverlangen aus. Sollte dies mal wieder der Fall sein, weiß ich, was zu tun ist. Denn, ob es so bleiben wird, wie es jetzt ist, das kann ich nicht behaupten.

    Vielleicht kannst Du ja damit etwas anfangen.

    ja, vielen Dank. Ich freu mich jetzt auch mal tatsächlich auch auf ein kühles Bitter Lemon oder eine dünne Johannisbeersaft-Schorle, obwohl ich vorher nur Wasser (und natürlich Wein oder Sekt) getrunken habe.

    Immerhin gibt es schon ganze Tage, an denen ich nicht an Alkohol denke, aber wenn mal ein Suchtgedanke oder die Lust auf Wein kommt, dann fühl ich mich so klein wie am ersten Tag.. wenn dann dieser Moment vorbei ist, bin ich stolz wie Bolle

    Da bin ich ganz bei Hartmut‘ s Gedanken.
    So lange ich Neid empfinde, den Alkohol mit was Schönem verbinde oder schöner Worte umschreibe, ist das Suchthirn noch sehr präsent und sucht seine Chance.

    natürlich, ich weiss, dass mein Suchthirn noch präsent ist. Sind ja schliesslich noch nicht mal ganz 6 Wochen. ich wünschte, ich wäre schon weiter. aber es gibt ja keinen Zauberstab. Step by Step eben

    Glaube mir da wird nichts schönes dran sein an diesem Getränk. Nur Leid und Kummer. Ich musste das selber letzen Monat leidvoll erkennen. Seit dem geht es mir bis heute nicht wieder richtig gut, obwohl ich den Rückfall relativ stoppen konnte und nun wieder seit 5 Wochen nüchtern lebe.

    ja das glaube ich. Ich weiss, dass nach DIESEM eine Glas ich mega enttäuscht von mir wäre und ich in ein Loch fallen würde. Und ich weiss, ich würde meine Familie enttäuschen. Ist dieses eine Glas das wert! Nein!!!! 10 minuten Giftgenuss für Leid und Kummer hinterher. Hope, dir trotzdem Respekt, dass du den Rückfall wieder stoppen konntest und du wieder alkoholfrei bist.!!

    Wie weit siehst du dich eigentlich schon wieder am Glas sitzen?

    Wenn ich lese, welche Sucht‑Gedanken du hast, ist das erst mal normal. Aber wie viel Raum du ihnen gibst und wie weit du sie weiterdenkst , zum Beispiel dieses Sommerfeeling, kühler Drink, „wäre schön“ das ist schon etwas anderes. Da geht es nicht mehr nur um ein Gefühl, sondern um eine Richtung.

    Ich habe auch Sommerfeeling und freue mich auf ein alkoholfreies Getränk. Der Unterschied ist mich verbinde das nicht mit Alkohol.

    An den Stellen, wo du sagst „da wäre es schön“, führt dich die Sucht hin und zwar nicht auf die gesunde Weise.

    Zumindest aus den Erfahrungen

    nein, ich seh mich nicht vor dem Glas sitzen. Wenn diese Gedanken kommen "wäre schön - Sommerfeeling" , werde ich eher traurig, dass ich dieses Feeling mit dem Alkohol assoziiere, denn ich hol mir die Bilder vor meinen Augen, in denen dieses anfängliche Sommerfeeling in peinliche Situationen ausgeartet ist . Da schäme ich mich dann

    Hallo zusammen, ich hab mich jetzt schon seit einigen Tage nicht gemeldet. Mein Tag ist voll mit Arbeit und Aktivitäten. Die Gedanken an Alkohol werden weniger, aber manchmal, wenn sie kommen, sind sie sehr widersprüchlich. Manchmal denke ich: bin ich froh, dass ich das nicht mehr brauche. Manchmal: schade, dass ich bei diesen Sommerfeeling mit einem kühlen Drink nicht mehr so geniessen kann. Es ist eben ein auf und ab. Aber ich bin stolz, jetzt schon in der 6. Woche meiner Abstinenz zu sein.

    LG

    Kurzes update von mir: Seit 23. April nicht getrunken. Ich bin jetzt also in der 5. Woche.

    Die Gedanken kommen und gehen . Diese Woche hatte ich einen kurzen Moment, der gefährlich war. Ich war mit dem Auto nach der Arbeit unterwegs und plötzlich der Gedanke: die Sonne scheint, der Sommer kommt, und ich kann jetzt den Sommer ohne Sekt oder mal ein Aperol Spritz nicht geniessen. Jetzt ist mir scheiss egal, jetzt trinke ich.

    Dieser Gedanke war wie ein Teufel. Zum Glück konnte ich den noch stoppen, bin heim gefahren, was gegessen und dann hat es sich beruhigt und ich bin dann bald ins Bett.

    Puh...der hat mir wirklich Angst gemacht, dieses "Scheiss-egal"-Denken

    Und ich bin auf niemanden neidisch, der das noch vor sich hat. Also es würde, wenn überhaupt, eher abschreckend wirken und es bestätigt mich auch auf meinem Weg.


    Trockene Alkoholiker sind für mich definitiv kein schlechterer sozialer Umgang als andere Leute. Bei Anderen steht mir auch oft der gewöhnliche Trinkumgang eher unangenehm im Weg

    Hallo Lebenskünstler,

    danke für deinen Beitrag. Diese Sachen sieht man natürlich erst, wenn man selber nicht mehr trinkt. Wenn man selber trinkt ist es eher "beruhigend" zu sehen: ach der andere trinkt ja viel mehr, also bin ich safe oder bei mir ist es nicht mehr so schlimm.

    Wenn man dann nüchtern ist, ist zusehen, wie viel andere trinken eher abschreckend, hast recht.

    Dennoch auch am Anfang gefährlich, wenn man sich dabei ertappt zu denken: ach so schlimm war es bei mir nicht. Diese Gedanken kommen ab und zu bei mir. Ich muss dann immer wieder ganz schnell STOPP sagen

    Ob häufig oder nicht, mit diesem Verhalten trainiere ich ein Muster an, welches mich in die Sucht führen kann.

    ja das versteh ich, ich hab mir regelrecht dieses abendliche Muster antrainiert. Jetzt gilt es, das Gehirn mit neuen Mustern zu überschreiben....obwohl es leider nicht mehr ganz rückgängig zu machen ist :(

    Dieser Satz von dir ist mir gerade ins Auge gesprungen.

    Ich bin nicht hier im Forum, um über Alkohol zu sprechen. Ich erzähle nicht ständig was ich zu mir genommen habe, wann und wie.

    Ich rede über mich als Mensch, als Alkoholikerin. Über meine Gedanken und Gefühle. Über Gefahren, Notfallkoffer, und was ich vielleicht schon geschafft habe.

    Ja, das hilft mir nach wie vor. Auch wenn ich erst einige wenige Jahre trocken bin, ist das nächste Glas immer nur eine Armlänge entfernt. Meine Krankheit bleibt mir erhalten. Ich kann sie lediglich weiterhin stoppen. Und dafür muss ich sie mir bewusst machen.

    hmmm...vielleicht kann ich es noch nicht ganz begreifen...kommt Zeit, kommt Rat

    Ich war noch nicht allzu lange abstinent, als ich einen Nebenjob in einer Bäckerei angefangen habe. Ich war nie scharf auf Süßes, war eher Chips-Fan, aber da hab ich ALLES probiert und mir immer eingeredet, dass ich ja mitreden können muss, wenn Kunden mich was fragen 🙈Ganz schlimm war die Berliner-Saison... und was soll ich sagen, ich hab es nie mehr ganz sein lassen können - und hab mich dafür im Fitnessstudio angemeldet! Lieber zwei Berliner als zwei Flaschen Wein,

    Grüße, Hera

    ja man muss doch schliesslich wissen, was man verkauft :lol:

    Lieber zwei Berliner als zwei Flaschen Wein, - da haste recht:thumbup:

    das gehört dazu. völlig normal, aber man sollte es halt im auge behalten. dein körper hat eben eine menge arbeit und vor allem dein kopf läuft auf hochtouren. das hirn arbeitet vorwiegend mit zucker, daher hast du eben auch einen hohen bedarf. achte insgesamt auf die ernährung dann pendelt sich auch die schokimenge mit der zeit auf ein legitimes maß ein.

    dein Wort in Gottes Ohr:saint:

    Hallo Tabsi,

    hallo an alle,

    das lange Wochenende hat gut getan. Die Gelüsten am Abend kommen immer wieder, aber sie gehen auch wieder. Momentan "belohne" ich mich mit Schoki, obwohl ich normalerweise nicht so die süsse bin....aber ich hab gelesen, dass es am Anfang normal ist, schliesslich enthält Alkohl, bzw. Wein und Sekt auch Zucker. Und der fehlt jetzt.

    Kennt das jemand? Hoffe, dass vergeht bald. Ich reiss mich ja schon zusammen..

    Hallo Step,

    von mir noch ein Hallo und Willkommen hier im Forum, sowie Glückwunsch zu 20 Tagen Abstinenz. Ich habe gerade Deinen Faden gelesen und mich in einigen Dingen ( Dein Trinkverhalten, Deine Scham) wiedergefunden.
    Die Anfangszeit war schwer für mich, ständig die Gedanken an Alkohol, aber es wurde mit der Zeit leichter. Inzwischen sind es 2 Jahre, trotzdem befasse ich mich jeden Tag damit, aber es triggert mich nicht mehr.
    In der Anfangszeit bin ich früh ins Bett, hab dann noch gelesen oder versucht zu schlafen.
    Ich habe mich auch bei Familie und Freunden geoutet, um Hintertüren zu schließen. War bei der Suchtberatung und habe es offiziell bei meinen Ärzten und Therapeutin gemacht.
    Heute stehe ich dazu, dass ich Alkoholikerin bin, kein Verstecken, keine Lügen mehr…

    Hallo Tabsi, vielen Dank für dein Willkommensgruss. Wow, zwei Jahren sind eine Menge.

    Mit dem Outen ist so eine Sache, gut mein Mann weiss ja, dass ich aufgehört habe zu trinken (meine vierte Woche fängt jetzt an :-). Meine Mutter weiss halt, dass ich immer wieder "Trinkpausen" mache, mit ihr will ich jetzt nicht unbedingt gross darüber reden oder diskutieren. Zumindest noch nicht.

    Was Ärzte und Therapeutin betrifft, ich hatte mal vor vielen Jahren einer Therapeutin erzählt (damals war ich wegen einer Angsterkrankung in Therapie), dass ich abends zu viel trinke, um runterzukommen. Die ist überhaupt nicht darauf eingegangen. Jahre später habe ich weinend auch meinem Hausarzt berichtet, dass ich zu viel trinke. Er meinte ich soll versuchen zu reduzieren. Da meine Blutwerte völlig ok sind, hat er wohl das nicht zu ernst genommen. Muss man denn erst am Abgrund stehen oder unter der Brücke landen, bis man ernst genommen wird?

    Zur Suchtberatung hab ich mich noch nicht getraut. Momentan zieh ich es alleine durch und mit dem Forum hier. Vielleicht reicht es aus, vielleicht auch nicht. Vielleicht bin ich einfach noch nicht so weit, mich so zu öffnen :( ich hatte es ja schon vor Jahren probiert...

    So. mir geht es gut, heute beginnt Woche 4, und es ist immer wieder ein schönes Gefühl, mit einem klaren Kopf aufzuwachen

    Wünsche euch einen schönen Vatertag.

    LG

    Step