Alleszuviel - Angehörige

  • Liebe AnnaBlume,

    Warum stellst du dich dann weiter in täglichen Gesprächen zur Verfügung? Und was macht dich so sicher, dass du diese Beziehung noch willst?

    Zu Frage 1: genau das ist es ja was ich jahrelang gemacht habe. Nicht erst seit der Alkohol im Spiel ist. Und aus diesen antrainierten Gepflogenheiten auszubrechen ist schon ein hartes Stück Arbeit. Ich bin ja schon einigermaßen Stolz, das zumindest ich ihn von mir aus nicht kontaktiere und ihn sein Ding machen lasse.

    Frage 2: Sicher bin ich mir nicht, bis zu seiner Aussage war ich es mir aber, wahrscheinlich hat es mir desshalb so den Boden unter den Füßen weggerissen. Leider bin ich ein unverbesserlicher Optimist und für mich ist das Leben grudsätzlich ersteinmal positiv. Ich sehe die ganzen schönen Zeiten, der letzte Urlaub (der war erst Ende April), der gemeinsame Humor, das herzliche miteinander Lachen und so vieles mehr. Das sind alles Gründe wesshalb ich nach 16 Jahren nicht einfach sagen kann geh mit Gott aber geh.

    Ist es nicht auch irgendwie schön, dass er gerade weg ist?

    Ja, ist es. Kann ich dir ohne wenn und aber so beantworten. Da er aufgrund von Krankheit tatsächlich 1,5 Jahre zu Hause rumsaß hatte ich so gut wie keine Zeit nur für mich. Nur die 2 Stunden, die ich vielleicht mal später ins Bett gegangen bin.

    Und wenn ihr euch noch liebt, findet ihr auch wieder zusammen

    Liebe AnnaBlume, genau diesen Satz habe ich gebraucht. Danke danke dafür. Du hast ja Recht, dabei ist das immer mein Satz für meine Freunde in Liebeskummer. Das hatte ich tatsächlich vergessen.

    Und zu dem Thema Vorwürfe und forcieren: da halte ich mich tatsächlich zurück. Alles was ich hier in meinem Gefühlschaos dagelassen habe, und da kommt bestimmt noch mehr, ist hier gelandet, nie bei ihm.

    Ich lerne doch auch erst das Thema Sucht kennen. Bis auf den Dududu Unterricht in der Schule hatte ich bisher keinerlei Berührung damit. Was es für Auswirkungen hat, wie es den Erkrankten in seiner gesamten Denkweise auch noch lange Zeit nach erfolgreicher Therapie und Trockensein beschäftigen kann. Ich bin in meiner Naivität tatsächlich davon ausgegangen, das er das sofort packt und wir da weiter machen können, also nach ein paar Paargesprächen mit Mediator, wo wir aufgehört haben. Und ich höre förmlich das leise schmunzeln einiger Personen hier ob meiner rosaroten Brille ;), muss ja ob der Aussage über mich selber lachen.

  • Ich musste tatsächlich schmunzeln bei den letzten Worten. Aber zurück, deine Berührung mit dem Problem Alkohol ist bestimmt nicht neu, das besteht ja vermutlich viel länger wenn du zurück blickst. Nun schreibst du darüber, das ist gut. Mach dir ruhig Luft, es ist hier doch alles anonym, keiner kennt dich persönlich.

    Kümmere dich in erster Linie um dich selbst, das mache ich und viele andere nicht anders. Mein Geburtstag dieses Jahr war meine Frau nicht dabei, Gartenpartys ebensowenig. Hochzeit von Freunden war ich alleine und Urlaub hab ich auch schon kürzlich eine Woche alleine verbracht. Da geht die Welt nicht von unter, da kommst du auch noch hin.

    Du bist ein Optimist, wenn Erfahrung nach und nach hinzu kommt, wird daraus ein Realist.

    Natürlich kannst du hoffen, vielleicht wird es ja wieder, aber wenn eine Tür zu geht geht irgendwo eine andere auf.

    Ich zB. Habe eine Riesen Geschichte zu erzählen, darf ich aber nicht aufgrund anwaltlicher Empfehlung.

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