Beiträge von Alleszuviel

    mich innerlich zerreißt zwischen den Familiebild was ich mir wünsche

    Liebe Meilenstein,

    ich kann diesen Wunsch absolut nachempfinden. Aber ist dieses Familienbild mit deinem Mann und dem Bier tatsächlich möglich? Im Moment führt ihr ja eine Beziehung zu dritt und bei diesen Konstellationen ist eigentlich immer einer zuviel.

    Ich denke, solange er nicht von sich aus was ändern möchte, bist du leider machtlos, so weh das tut. Und deine Überlegungen haben nichts mit Egoismus zu tun, schon garnicht deinen Kindern gegenüber. Ich weiß nicht wie alt diese sind, ob sie um Papas Zustand wissen oder nicht, aber langfristig wäre eine Trennung für deine Mäuse das Beste. So haben sie die Chance, egal was Papa draus macht, einen gesunden Abstand zu der Situation zu bekommen. Und sollte dein Mann die Einsicht bekommen, dass er Hilfe benötigt und trocken wird, gibt es für eure Kinder immer noch die Möglichkeit einen gute und gesunde Beziehung zum Papa zu haben. Je länger die Situation hinausgezögert wird desto schwieriger wird es. Für alle Beteiligten. Du schreibst, dass du Angst hast, dass die Kinder leiden, weil du ihnen im Falle der Trennung den Vater nimmst (so lese ich das zumindest). Der Vater hat aber ebenfalls seinen Kindern die Verantwortung gegenüber und ist im Moment nicht Willens diese auch zu übernehmen. Es ist doch im Falle der Trennung auch seine Verantwortung weiter für die Kinder der Papa zu sein die sie brauchen. Seine Entscheidung.

    Du machst das schon gut, hast den objektiven Blick auf die Situation und selbstverständlich machen einen die Überlegungen den kranken Partner zu verlassen kirre. Eigentlich genau zu wissen, dass du nichts tun kannst und auf der anderen Seite doch alles was in deiner Macht steht versuchst und hoffst. Warte nicht auf seinen Tiefpunkt, vielleicht kommt der nie, aber warte auch nicht auf deinen. Meistens fehlt dann die Kraft die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen.

    Moin Sonnenschein,

    nun komme ich mal dazu dir zu antworten.

    Nachdem mein Kerlchen und ich gemeinsam beschlossen hatten, dass es aufgrund seiner Triggermomente im Haus und ergo auch mich nicht mehr für ihn hinhaut, ist er mit hängenden Ohren zurück zur Klinik. Aus immer irgendeinem Grund änderten sich danach die Gespräche zwischen uns, als ob es einfach den Druck rausgenommen hat. Lange Rede kurzer Sinn, Single kann und möchte ich mich nicht mehr nennen, wie schrieb Anna Blume: wenn ihr euch liebt findet ihr auch wieder zusammen. Das ist über die letzten Wochen passiert. Er kam die Wochenende nach Hause, auch wenn ich nicht da war. Ich habe ja mein Leben weiter geplant, ohne ihn. Und eines hat sich geändert, ich sage meine Verabredungen nicht mehr seinetwegen ab. Never ever. So haben wir es tatsächlich geschafft quality time miteinander zu verbringen, sind zusammen schwimmen gegangen, waren an der See, haben gemeinsam gekocht und es und auch er wurden immer mehr wie vor dem schei... Alkohol. Heute wurde er aus der LT entlassen, ich bin arbeiten, er ist zu Hause. Das WE machen wir uns schön und am Montag geht es dann auf seine neue Arbeit. Wie er dann frei bekommt weiß ich nicht, in seinem Job arbeitet man auch an den Wochenenden. Ist aber auch nicht wichtig, wird sich klären. Wenn ich was vor habe ist dasa so. Er ist jetzt seit etwas über 4 Monaten trocken, hat sich um die Nachsorge gekümmert, die ist für ein weiteres halbes Jahr bewilligt worden, 1 x die Woche Einzel, 1 x Gruppe.

    Ich bin fein damit, dass wir nicht gleich wieder in den normalen Alltag starten, eigentlich sogar froh drüber. So gibt es uns beiden eine Art Bewährungsprobe. Er kümmert sich eigenständig um seinen Kram, klar kann und darf er mich um Hilfe bitten, aber erstens muss er auf mich zukommen und zweitens er sich im Endeffekt drum kümmern. Mutti und Therapeutin habe ich abgelegt, kann und will ich nicht mehr sein. Nun hängt es an ihm ob er es schafft auf dauer trocken zu bleiben, dann sehe ich eine solide Zukunft für uns, aber das ist sein Job, nicht meiner. Wie sagte er so schon: er hatte 100 Probleme, 90 davon sind weg weil er nicht trinkt. Und die restlichen 10 kann man wie halbzivilisierte Mitteleuropäer lösen.

    Nichtsdestotrotz lese ich hier immer noch fast täglich mit, einfach um mich selbst zu schützen und mir immer wieder bewusst zu werden, dass Alkohl ein A-loch ist und die Sucht immer wieder zuschlagen kann, wohl oft wenn man nicht unbedingt damit rechnet.

    Mein Fazit zur Zeit: Ich bin, so wie es gerade ist, sehr glücklich. Bin mir aber durchaus bewusst, dass es für ihn noch ein langer Weg sein wird den er alleine beschreiten muss. Ich vertraue auf meinen Instinkt (ja, dass habe ich hier gelernt) und habe grundsätzlich Plan B in der Schublade. Und meine umgebastelten Urlaube stehen fest, da wird nix mehr geändert und ich freue mich drauf. In 3 Wochen um diese Zeit bin ich schon im sonnigen Süden, wobei wir ja zurzeit Sonne genug haben.

    Ihr Lieben,

    mal ein kurzes Update:

    ich bin seit dem Wochenende Single, nach etwas längerem Hin und Her, vielen Tränen und Gesprächen mit Freunden sowie die Einbeziehung eurer Erfahrungen sind wir tatsächlich einvernehmlich zu dem Entschluß gekommen, dass es zwischen uns nichts mehr bringt. Aus zuvielen Verletzungen, Vertrauensbrüche, Lügen und meinerseits das Übernehmen der Mutter-Therapeuten-Animation-Krankenschwester-Sekretätin, also alles was es so gibt außer PARTNERIN, bleibt tatsächlich nicht mehr viel über als eine Freundschaft. Und zumindest diese wollen wir nicht riskieren, sonst bleibt tatsächlich irgendwann nichts mehr übrig.

    Ihr habt mir alle wahnsinnig geholfen mein Verhalten und das Thema Sucht zu verstehen, diejenigen die mir aktiv geschrieben haben aber auch diejenigen deren Geschichten ich einfach mitlesen durfte und daraus meine Schlüsse ziehen konnte. Dafür bin ich euch allen wahnsinnig dankbar und hat meinen "Leidensweg" extrem abgekürzt.

    Ich fange an dem "Alleinsein" was abzugewinnen, ich bin der Herrscher über die Fernbedienung, kann spontan zu Freunden fahren und mein Wochenende nach meinen Vorstellungen gestalten. Erste Amtshandlung war, ein Wochenende zu einer Freundin zu buchen. Und alleine bin ich nicht, ich hab meine Mama, meine Kinder und so tolle Freunde und erweiterte Familie um mich rum.

    Ich bleib aber hier im Forum, werde ab und an lesen, einfach da ich mir im Klaren bin, dass auch noch wieder härtere Zeiten kommen werden.

    Liebe AnnaBlume,

    Warum stellst du dich dann weiter in täglichen Gesprächen zur Verfügung? Und was macht dich so sicher, dass du diese Beziehung noch willst?

    Zu Frage 1: genau das ist es ja was ich jahrelang gemacht habe. Nicht erst seit der Alkohol im Spiel ist. Und aus diesen antrainierten Gepflogenheiten auszubrechen ist schon ein hartes Stück Arbeit. Ich bin ja schon einigermaßen Stolz, das zumindest ich ihn von mir aus nicht kontaktiere und ihn sein Ding machen lasse.

    Frage 2: Sicher bin ich mir nicht, bis zu seiner Aussage war ich es mir aber, wahrscheinlich hat es mir desshalb so den Boden unter den Füßen weggerissen. Leider bin ich ein unverbesserlicher Optimist und für mich ist das Leben grudsätzlich ersteinmal positiv. Ich sehe die ganzen schönen Zeiten, der letzte Urlaub (der war erst Ende April), der gemeinsame Humor, das herzliche miteinander Lachen und so vieles mehr. Das sind alles Gründe wesshalb ich nach 16 Jahren nicht einfach sagen kann geh mit Gott aber geh.

    Ist es nicht auch irgendwie schön, dass er gerade weg ist?

    Ja, ist es. Kann ich dir ohne wenn und aber so beantworten. Da er aufgrund von Krankheit tatsächlich 1,5 Jahre zu Hause rumsaß hatte ich so gut wie keine Zeit nur für mich. Nur die 2 Stunden, die ich vielleicht mal später ins Bett gegangen bin.

    Und wenn ihr euch noch liebt, findet ihr auch wieder zusammen

    Liebe AnnaBlume, genau diesen Satz habe ich gebraucht. Danke danke dafür. Du hast ja Recht, dabei ist das immer mein Satz für meine Freunde in Liebeskummer. Das hatte ich tatsächlich vergessen.

    Und zu dem Thema Vorwürfe und forcieren: da halte ich mich tatsächlich zurück. Alles was ich hier in meinem Gefühlschaos dagelassen habe, und da kommt bestimmt noch mehr, ist hier gelandet, nie bei ihm.

    Ich lerne doch auch erst das Thema Sucht kennen. Bis auf den Dududu Unterricht in der Schule hatte ich bisher keinerlei Berührung damit. Was es für Auswirkungen hat, wie es den Erkrankten in seiner gesamten Denkweise auch noch lange Zeit nach erfolgreicher Therapie und Trockensein beschäftigen kann. Ich bin in meiner Naivität tatsächlich davon ausgegangen, das er das sofort packt und wir da weiter machen können, also nach ein paar Paargesprächen mit Mediator, wo wir aufgehört haben. Und ich höre förmlich das leise schmunzeln einiger Personen hier ob meiner rosaroten Brille ;), muss ja ob der Aussage über mich selber lachen.

    Liebe Tabsi,

    im Moment tut es mir hautsächlich weh weggeworfen zu werden. Sollte es so rüber gekommen sein, dass ich versuche eine Schuldfrage zu klären tut es mir leid, das war nie meine Intention. Wer in unserem Konstrukt welche Schuld trägt ist komplett unerheblich an der IST Situation.

    Ich wollte für mich nur verstehen ob dieses Achterbahnfahren zu dem jetzigen Zeitpunkt eine mehr oder weniger gängige Situation ist. Zum einen den Lebensmittelpunkt einschließlich der Beziehung zu beenden um dann aber wieder zu signalisieren dass das eigentlich vielleicht ja doch nicht richtig ist. Also das bekannte Hintertürchen offen halten. Er kommt mir halt sehr zerissen vor. Wie schon mal geschrieben: dieses umschwenken kam innerhalb von 24 Stunden.

    Naja und ich fühle mich halt ebenfalls zerrissen. Daher tut es mir gut MEINEN Frust mal rauszulassen bei Personen die unter Umständen ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Es hilft mir meine Gedankengänge zu sortieren und selber runter zu kommen.

    Ich erwarte von ihm nicht das er sich für mich ändert, das muss er für sich selber tun. Ich versuche nur zu begreifen. Und da es alles neu für mich ist, versuche ich halt einen Weg für mich zu finden mit der neuen Situation umzugehen.

    Ich arbeite, treffe mich mit Freunden, rede (kann ich besonders gut und viel) und versuche gelassen zu bleiben. Freue mich auf meinen Urlaub, den habe ich vom ursprünglich geplanten umgebucht, er kommt ja nun nicht mehr mit. Um mich nicht in eine traurige Situation zu bringen habe ich Art, Ziel und Reisebegleitung umgestellt. Ansonsten versuche ich Tag für Tag zu nehmen und ,zumindest nicht in seine Richtung, keine langfristigen Pläne zu machen

    Das klingt generell erst einmal gut, ihr seid offensichtlich nicht verheiratet.

    Stimmt, geheiratet haben wir nie. Das wir zusammenbleiben wollten war klar und manche heiraten aus steuerlichen Gründen, wir tatsächlich aufgrund von Erbrecht nicht.

    Das ist ein normaler Vorgang und nennt sich „geographische Flucht“. Wenn das gesamte Umgeld langsam „Wind“ von seinem Problem bekommt, wird das Umfeld gewechselt, das ist so etwas wie ein Neustart, alles ist auf 0 gesetzt, er ist dann ein Fremder ohne Vorgeschichte.

    Macht für mich Sinn, jobtechnisch ist er bei uns in der Gegend "verbrannt", und wie schon geschrieben triggert ihn natürlich das Umfeld. Soziale Kontakte hatte er nie, er hat einen Freund, das reichte ihm. Der lebt allerdings ebenfalls 2,5 Stunden entfernt on uns, allerdings in die entgegengesetzte Richtung seiner neuen Wirkungsstätte.

    Er ist innerlich zerrissen, es wechseln sich normale und suchtbelastete Gedanken ab. Es ist die normale Achterbahnfahrt, hoch runterrechts links. Da ist wenig vorhanden, was wir „Normalos“ als ausgeglichen und konstant nennen würden.

    Es beruhigt mich gerade enorm, das du es als normale Achterbahn bezeichnest. Du schreibst, dass du es laufen lässt. Wie reagierst du auf Anrufe? Annehmen und so tun als ob alles normal ist? Nicht auf die Manipulationen etc eingehen? Ich fühle mich so hilflos. Grenzen aufzeigen? Bis hierher und nicht weiter? oder eben nicht....

    Das würde ich heute keinem nassen Alkoholiker glauben.

    Aber ist er nicht nach 3 Monaten Abstinenz trocken? Oder übernimmt die Sucht immer noch die Gedankengänge? Er meint, dass er in der Klinik überhaupt nicht an Alkohol denkt. Ich habe immer mehr das Gefühl, dass er sich mit Krampf an einem Gedankengang festklammert. Hat er schon immer wenn aus seiner Sicht Experten ihm zu etwas raten.

    Nun wurde immer gesagt, von verschiedenen Therapeuten, dass er sein Leben drastisch ändern soll. Das hat er im Kopf, wie ein Mantra. Drastisch ändern bedeutet für Ihn jetzt: alles alte muss weg. Job war eh schon weg, aber neuer Job gute 250 km entfernt, Lebensgefährtin muss weg, Haus und Hof muss weg. ABER: der Kontakt "nach Hause" soll trotzdem nicht abbrechen. Täglich wird telefoniert, wie gesagt, spricht von nach Hause kommen wenn er dann frei hat, sowie er zurück in der Klinik ist, So als ob ein Schalter umgelegt wird, klingt alles wieder ganz anders. Ist diese Achterbahn normal?

    Bekommt er am Telefon von mir eine Reaktion die ihm nicht passt, schlüpft er in die Opferrolle und straft michmit Ignoranz ab.

    Wenn ich ihm sage er soll mich in Ruhe lassen damit ich die Chance habe zu "heilen" weiß ich jetzt schon wie es laufen wird, da sind wir dann beim Umkehren in die Opferrolle was so viele von euch schon beschrieben haben. Die beherschen die Alkoholiker wirklich vortrefflich.

    Im Moment will ich mir einfach eine Decke über den Kopf ziehen und auf die Glitzerfee warten die mir sagt, dass alles wieder gut ist. Oder die Zeit um ein Jahr vorstellen.... Geht leider beides nicht.

    Ich versuche mich abzulenken, hab glücklicherweise eine Arbeit mit der ich 11 Stunden am Tag außer Hausbin, treffe mich mit Freunden, sabbel meine Mama voll, heule wie ein Schloßhund und verzweifel langsam immer mehr.

    Es tut mir gut hier vieles aufzuschreiben, es sortiert meine Gedanken und euer Input und Erfahrungsschatz hilft mir gerade sehr mich zu sortieren. Das so viele Geschichten sich ähneln. Ich habe z.B. gerade erst begriffen, dass er ja schon viel länger Alkoholkrank ist und es völlig irrelevant ist seit wann er schließendlich abhängig wurde. Jemand schrieb hier mal etwas von einem Alkoholgesicht, kenne ich zu gut. Auch die leichte Fahne, drauf angesprochen habe ich Ihn oft, jedesmal wurde er pissig und drehte alles so, das ich diejenige war die wieder schlechte Stimmung verbreitet und Streit sucht. Nachdem dann alles eskaliert war wurde er die Ruhe selber, schlief wie ein Baby und ich lag die Nacht über wach. Am nächsten Tag wurde dann gefragt ob ich wieder lieb bin.

    OMG, wenn ich das hier so runterschreiben wird mir von meinem eigenen Verhalten schlecht. Kann man so manipuliert werden und trotzdem glauben, dass man selber die Schuld hat?

    jetzt scheint er es ja ohne mich zu schaffen, und ich fühle mich wie eine ausgelutschte Trinkflasche die man getrost wegschmeißen kann.

    Er bekommt in der Klinik von alles Seiten bestätigt wie toll er alles macht, er sähe so gut aus. Naja, da er recht früh erkannt hat dass er Hilfe benötigt hat er noch keine lange Abhägikeitszeit hinter sich, ich schätze "nur" knapp 1 Jahr.

    Ich komme gerade mit dem Cut den er mir gegenüber macht nicht klar. Ich war so Sicher, dass wir dieses Thema ebenfalls gemeinsam meistern können, wie schon so vieles. Dieses hat er mir zu beginn der Therapie auch immer suggeriert, und dann, von heute auf morgen, weiß er nicht mehr ob die Gefühle mir gegenüber noch so sind wie früher? Sorry, natürlich nicht. Schmetterlinge fliegen nach ein paar Jahren davon, es bleibt mit Glück eine tiefe Verbundenheit und Freundschaft mit Vertrauen. Und das wird alles in die Waagschale geworfen? Angezweifelt?

    Und natürlich habe ich auch Angst um Ihn, er will in einen Landstrich ziehen, der im Sommer total toll ist, im Winter aber sehr neblig und stürmisch mit einem Schlag Mensch welcher ehr unter sich bleibt. Ich wünsche ihm ja, dass er trocken bleibt, aber sehe die Gefahr wenn er da alleine, mit langer Dunkelheit aufgrund der Jahreszeit hockt. Und ich weiß, ich muss ihn ziehen lassen, er ist ein erwachsener Mann. Und doch kenne ich ihn so gut, dass ich das Gefühl habe, das der Schuß nach hinten los geht. Dann steht er mit hängenden Ohren vor mir, im schlimmsten Fall bringt er noch ne Fahne mit. Aber wo soll er sonst hin? Es gibt keinen.

    Noch sind zu viele Gefühle auf meiner Seite vorhanden, ich schwanke zwischen Wut, Enttäuschung und tiefer Traurigkeit, wobei letzteres leider überwiegt. Ich versuche viel für mich zu tun, mich abzulenken immer in der Hoffnung, dass es besser wird und nicht mehr so weh tut.

    Es tut gerade gut alles mal rauszulassen, es zu schreiben. Entschuldigt meine Schreibfehler, ich tippe langsamer als ich denke. Ich weiß gerade nicht was richtig oder falsch ist. Eigentlich kann ich Zusammenhänge gut analysieren und verstehe viele Dinge aufgrund logischer Schlußfolgerungen. Hier bin ich am Ende meiner Logik angelangt. Ich begreife einfach nicht wie sich das Gefühl von ohne dich geht es nicht zu ohne dich geht es mir besser innerhalb von 24 Stunden stattfinden kann.

    So, ich hab das mal sacken lassen.

    Ich bin wütend, wütend, dass man (n) 16 Jahre wegwirft, sich immer noch hinstellt, als ob er alles für die Beziehung tut. Mir erzählt, das in seinem Einzelgespräch rausgekommen ist, dass er ja auch schon aufgrund der Beziehung mal getrunken hat.

    Ich fühle mich ausgenutzt, emotional, finanziell....jeden Sch...hab ich mir von Ihm angehört, ehr von der Arbeit nach Hause zwischen Entgiftung und start der LT, weil "ich brauche dich, ohne dich schaffe ich es gerade nicht" alles damit er nicht rückfällig wird. Freunden abgesagt, damit er ja nicht alleine zu Hause ist und nun bekomme ich auf gut deutsch nen A-tritt.

    Er war das WE gerade zu Hause, was er sagt passt mal wieder nicht mit seinen Taten zusammen. Er hatte überlegt nächstes WE zu kommen, so zum grillen. Wir können ja meine (erwachsene) Tochter fragen ob sie auch kommen will. Ich meinte, dass ich das im Moment nicht möchte solange zwischen uns alles offen ist. Findet er nicht gut, ob er sie jetzt nicht mehr sehen darf. Es geht um IHN...IHN....IHN. Er macht ja alles damit es zwischen uns wieder funktioniert...ach ja? Aber immer wenn es darum geht wie es bei mir aussieht flüchtet er.

    So, sorry, das musste mal raus, und ist auch nur ein kleiner Auszug aus dem ganzen Mist

    Hej hej,

    mir war gar nicht bewusst wie schwierig es ist sich vorzustellen.

    Ich lebe seit 16 Jahren mit meinem Partner zusammen. Psychische Probleme hat er schon lange, Vater war Alkoholiker, Mutte Co und Schwester schwer narzistisch. Beide Eltern starben innerhalb kürzester Zeit im mittleren Alter, zur Schwester herscht kein Kontakt. Ich stand zu Ihm in alles Höhen und Tiefen des Lebens, wurde immer mehr in die Therapeuten, Mutte, Seelsorger, Sekretätinnen, Animateurinin Rolle gedrängt (und ja, ich habe es leider zugelassen). Seit Jahren sage ich immer wieder, das er professionelle Hilfe benötigt um seine Traumata aufzuarbeiten, leider hat er das immer abgewiegelt. Ende letzten Jahres gestand er mir, das er dringend Hilfe braucht, er würde trinken. Plötzlich passten alle "Magen und Darmverstimmungen" Schüttelfrost usw. zusammen und er ist auch sehr schnell in die Entgiftung. Es gab nochmal einen Rückfall mit Aufenthalt in der Klinik, seitdem ist er bis auf 2 Entgeleisungen trocken. Seit mehreren Wochen befindet er sich nun in der Langzeittherapie. Ich vermute, dass er noch nicht lange abhängig war, Alkohol aber durchaus schon immer eine Rolle spielte. So weit die Umstände.

    Mein Grund, dass ich mich hier angemeldet habe ist zu verstehen, ob es "normal" ist, dass im Zuge der Therapie der Patient sein gesammtes Leben ändert und sich vorallem auch gegen das stabile Umfeld richtet. Ich kann durchaus verstehen, dass Ihn unser zu Hause triggert, hat er dort doch seine persönliche Hölle erfahren. Kann durchaus auch verstehen, dass er erstmal ausziehen möchte, der neue Job ist gute 2,5 Stunden entfernt von uns. Was ich nicht nachvollziehen kann, wie sich innerhalb von einer Woche angeblich Gefühle ändern, man keine Beziehung mehr möchte (aber alle Benefits weiter in anspruch nehmen möchte), sich aber 2-3 mal telefonsich am Tag meldet, von zu Hause spricht, durchaus jetzt schon Pläne für Weihnachten macht, all son Tüddelkram plant, aber Gefühlstechnisch nicht mehr so fühlt. Oder ist das durchaus eine verbreitete Reaktion aufgrund der Therapie, dass man erstmal alles hinterfragt, überfordert ist mit alles Gefühlen?