Was soll ich bloß tun...?

  • Hallo zusammen,
    mein Vater ist, seit ich denken kann, dem Alkohol nicht abgeneigt.
    Momentan setzt sich meine Mutter in den Kopf "er macht sowieso nicht mehr lange...". Aber um ehrlich zu sein, wette ich schon jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit mit mir, ob er das nächste Weihnachtsfest denn auch noch erleben wird.
    Augenblicklich zermürbt es mich, wie ich ihn dazu bewegen kann, dass Weihnachten bei uns (meiner Tochter und mir) gefeiert wird. Die letzten Jahre habe ich leider nachgegeben, und wir haben bei meinen Eltern gefeiert. Nun ist meine Tochter 3 Jahre, und ich finde, es ist an der Zeit, dass Weihnachten eben zuhause gefeiert wird. In den letzten Jahren war es auch immer wieder für mich traurig, weil ich die Bescherung nicht zuhause für meine Tochter vorbereiten konnte.
    Einerseits ist mein Wunsch zuhause zu feiern zu groß, andererseits weiss ich auch, wie mein Vater reagieren wird, wenn ich den Vorschlag mache. Denn er wollte schon den Geburtstag meiner Tochter bei sich feiern.... .
    Aber andererseits möchte ich auch meiner Tochter das Fest nicht versauen, denn sie hängt sehr an Opa.

    Wie bringe ich denn alles unter einen Hut ?

    Ich möchte mich auch endlich diesem Druck, meinem gnädigen Herrn Vater immer alles recht machen zu müssen, entfliehen. Es geht ALLES nach seiner Pfeife.....

    Hat jemand Erfahrung mit psychologischer Beratung ? Ich meine, für mich und nicht für meinen Vater (ihm ist nicht zu helfen).

    Meine Mutter spricht ständig nach dem Motto "Hab Geduld", "Unsere Zeit wird kommen" und "Er sorgt schon dafür, dass er sich zugrunderichtet".
    Aber das kann ja noch Jahre dauern, und so lange möchte ich nicht warten... .

    Gruß,
    Kerstin

  • Hallo Kerstin

    Bei uns in der Gegend ist es so Sitte, dass der erste Weihnachtstag immer in der eigenen Familie gefeiert wird und die Geschwister sich am zweiten Tag bei den Eltern treffen. Wäre doch auch für euch ein Kompromiss, oder?

    Lieben Gruß
    Henri

  • Hallo Henri,

    an sowas hatte ich auch schon gedacht. Nur muss ich ja auch irgendwie das Christkind ins Haus lassen, damit es die Geschenke unter den Baum legen kann. Könnte höchstens meinen Bruder beauftragen, dass er zwischenzeitlich mit meiner Kleinen spazieren geht.
    Allerdings wüsste ich trotzdem genau, dass mein Vater dann meiner Mutter die Hölle bereitet, so dass ich nicht wirklich "frei" bin, um mit meiner Kleinen besinnlich zu feiern.
    Zudem ist seit Jahr und Tag Traditon am 1. Feiertag zur Uroma zu fahren.... .

    Bin grade am Austüfteln von Varianten. Bin mal gespannt, wie viele Blätter ich bis zur Ideallösung verbrauche.

    Die Ideallösung nach meinem Vater ist wohl bekannt.....nur wenn auch nur einer gegen diese verstößt, bekommt die gesamte Familie einen Vorgeschmack auf die Hölle.

  • Hallo Kerstin

    Bei uns kommt das Christkind schon an Hl. Abend abends. Kommt vielleicht auch auf die Tourenplanung an und die Zustellung erfolgt dadurch bei euch erst am 1. Weihnachtstag.

    Nun wieder ernsthaft. Wie wär’s, wenn ihr nachmittags für ein paar Stunden hinfahrt? Ihr seid dort gewesen und der alte Herr hat seine Ruhe.

    Lieben Gruß
    Henri

  • Hallo Kerstin,

    bei Deinem Weihnachtsproblem kann ich Dir leider nicht helfen, aber ich kann Dein Dilemma verstehen. Mir graust es auch schon davor, zum Glück muß ich nur für mich planen und es sind keine kleinen Kinder mit betroffen. Du wirst schon das Richtige für Dich und Deine Tochter finden. Manchmal ist es auch ganz gut ein Problem etwas ruhen zu lassen, oft kommt dann die Lösung aus einer Richtung an die man vorher gar nicht gedacht hat. Ich drück Dir jedenfalls die Daumen.

    Ich möchte Deine Frage nach psychologischer Beratung aufgreifen. Ich bin inzwischen ein gutes halbes Jahr in Behandlung. Als Kindern von Alkoholikern liegt bei uns vieles im Argen, es ist nicht immer leicht das allein aufzuarbeiten. Manchmal sieht man auch einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht. Mir tut die Hilfe gut, von meinem Standpunkt aus kann ich es nur empfehlen. Ich wäre jetzt noch nicht soweit wie ich bin, wenn ich diese wöchentlichen Termine nicht hätte. Bei manchen Dingen frage ich mich, ob ich ohne soweit überhaupt gekommen wäre. Ob ich ohne regelmäßige Schubbser die nötige Ehrlichkeit mir selbst gegenüber aufgebracht oder wieder den vermeintlich bequemeren Weg der für mich „sicheren“ Ausreden gewählt hätte.

    Probiere es einfach einmal aus ob es etwas für Dich ist. Ich brauchte dazu nur eine Überweisung meines Hausarztes. Die bis zu ersten 5 Sitzungen sind so was wie Probesitzungen, wo Du und der Therapeut(in) feststellen könnt ob die Chemie stimmt. Stimmt sie wird ein Antrag bei der Krankenkasse gestellt, wenn der genehmigt ist, kann es weiter gehen. Im Allgemeinen ist die Genehmigung für die erste Runde kein Problem. Passt es nicht, bekommst Du eine weitere Überweisung vom Therapeuten und Du suchst weiter. Ich habe Adressen von einem Psychologen bekommen, den mir mein Hausarzt empfohlen hat. Du kannst aber auch bei der Krankenkasse, Suchtberatungs- oder Familienberatungsstellen nachfragen. Die kennen häufig Adressen für Psychologen mit entsprechenden Fachgebieten in der näheren Umgebung. Allerdings haben alle eine ziemlich lange Warteliste, Du solltest Dich also in Geduld üben, wenn Du diesen Weg gehen willst.

    Einen guten Abend wünscht

    Skye

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