Mein Vater ist gestorben

  • Hallo Lisa,

    auch in meiner Familie kamen viele Dinge erst spät zutage, manches liegt noch immer im Verborgenen. In meiner Familie wurde Vieles unter den Teppich gekehrt. Mein Vater starb mit 38 Jahren, als ich 20 war, mit einem total ruiniertem Körper. Er war ein Mensch, für den es keine Grenzen gab, was ihn selbst betraf.

    Ich bin froh, dass ich nicht zu seinem Begräbnis gegangen bin - wäre ich dabei gewesen, als der Priester gesagt hat, er sei ein guter Vater gewesen, hätte ich aufstehen und die Kirche verlassen müssen. Das wollte ich seiner Familie nicht antun. Ich war niemals an seinem Grab, habe 20 Jahre später im Vorbeigehen nur einen Blick darauf geworfen.

    Als ich von seinem Tod hörte, war ich grenzenlos erleichtert; denn nun verlor ich endlich die Angst, dass er irgendwann auch meinen Kindern gegenüber versuchen könnte, seine Neigungen auszuleben.

    Alles Gute für Dich und Deine Familie,

    Meni

  • Hallo Lisa,

    wilkommen hier bei uns.
    Erst am Ende,sieht man das ganze Ausmass,es wird einem viel klarer,was in der Zeit alles abgelaufen ist.
    Ich habe für Dich volles Verständnis,dass Du nicht richtig trauern kannst und Ihr erleichtert seid.
    Angehörige leiden sehr mehr als ein uneinsichtiger Alkoholiker.

    Ich wünsch Dir alles Gute

    Peter Pan

  • hallo lisa!
    habe meinen vater im alter von 16 jahren verloren und konnte auch nicht trauern . er wollte nie auhören zu trinken und hat es somit in kauf genommen seine frau und kinder zuverprügeln. ich kann dich sehr gut verstehen. wie kann ich trauern wenn ich doch eigentlich erleichtert bin ! bin selbst alki jedoch seit 13 jahren trocken. meine mutter hatte vor zwei wochen einen schweren schlaganfall,sie hat es einfach nicht verdient. jezt kann ich zum ersten mal trauern. aber ich denke trauern hat doch auch was positives. ich erinnere mich an die schönen zeiten mit ihr und rede und schreibe darüber das befreit. ich hoffe es geht dir ebenso.
    viele grüsse und glück bernd

    Trocken seit dem 06.12.1993 und das bleibt auch so !!!

  • hallo lisa,

    in dir konnte sich keine liebe zu deinem, ich nenn ihn mal "erzeuger" aufbauen.
    denn vater bin ich erst wenn ich meinen kindern gegenüber den gleichen respekt zu teil kommen lasse, wie ich ihn auch von ihnen erwarte.
    ich bin auch erst zum vater geworden als ich aufhörte zu trinken und meinen kindern ein vater bin.
    zur trauer gehört nun mal verlust, einen menschen verlieren, ich kann dich verstehen wenn du keinen verlust empfindest, auch wenn ich das traurig finde.
    versuche aber ihn nicht zu hassen, es war sein leben und er hat es sich so ausgesucht, schlimm ist immer wenn der frust dann noch an den eigenen kindern ausgelassen wird.
    versuche frieden mit ihm zu schließen, dann findest du auch besser zu dir.

    sei lieb gegrüßt

    schorni

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