Mal eine Frage zum Entzug

  • Hallo Miteinander,

    ich hatte vor einiger Zeit hier gepostet weil ich auch alkoholkrank bin. Mittlerweile bin ich entgiftet und trocken. Das war körperlich nicht so anstrengend, ich war zwar schon an den alkohol gewöhnt aber das ging alles gott sei dank ohne medikamente. ich habe eine Nacht geschwitzt und dann war gut, wie gesagt: ich bin sehr dankbar das ich früh genug merkte was los ist und hilfe gesucht und bekommen habe. Und danke an dieses Forum das so eindringlich vor dem kalten entzug warnt. In so ner Entgiftungsgruppe ist das wirklich viel geschützter. Derzeit bin ich immer noch in der Entgiftungsgruppe, schau aber für mich jetzt nach ner örtlichen passenden Selbshilfegruppe und ambulante therapie. Na gut, ich habe manchmal schon den drang zu trinken jetzt (psychische Abhängigkeit), nehm die situation aber als solche bewusst war und versuche zu reflektieren was den genau der Auslöser ist. Heute bin ich besonders unruhig und wollte euch um euren Rat bitten, weil ich nicht weiss wie ich mich verhalten soll. In meiner entgiftungsgruppe sind 2 Personen wo ich den Verdacht habe sie trinken heimlich weiter. Bei dem einen aus dem Grund, weil er das selber sagt-aber nie in anwesenheit der therapeuten, er pennt den ganzen Tag und bekommt diazepam. Bei dem anderen hatte ich gestern das gefühl er riecht nach alkohol, auserdem hat er Minzbonbons gelutscht. Na gut: beunruhigen tut mich meine wahrnehmung deshalb da er gestern Abend gekrampft hat :( und das obwohl die medikamente abgesetzt sind und bisher alles ok war. er ist langjähriger starker alkoholiker und hat schon mehrere Entzüge gehabt.
    Er selber sagt aber er hat derzeit gar keinen drang zu trinken. Was nu? Ich will mich da nicht einmischen und petzen, es ist bei dem letzteren auch nur ein verdacht. Der erstere sagt das von sich aus. Aber ich habe ein ungutes Gefühl...Habt ihr da vielleicht Erfahrung oder auch mal ähnliche Situationen erlebt? Würde mich sehr über euren Rat freuen? Es belastet mich weil ich mit leuten in ner entgiftung zusammensitze die eventuell nass sind :shock: und die therapeuten das nicht wissen und ich mir sorgen mache das da was passiert.

    liebe grüsse
    sina

  • Servus Sina,

    leider schreibst Du nicht näher, in welcher Art Einrichtung Du bist. Daher nur so viel: wenn Du Dich mit der Situation schlecht fühlst, dann sprich mit Deinem Therapeuten darüber. Jetzt. Nicht erst, wenn sich das schlechte Gefühl bei Dir festgesetzt hat. DU willst Dein Leben in Trockenheit weiterführen, und DU musst zusehen, dass es DIR gut geht. Das hat nichts mit "verpetzen" zu tun, sondern damit, dass Du den geschützten Raum einer solchen Einrichtung auch für Dich nutzen sollst, um stabil zu werden.
    Also, wenn es Dir damit nicht gut geht, dann raus damit und ab zum Therapeuten. Der/die ist für Deine Ängste da !!!

    Weiterhin viel Erfolg und Kraft bei Deinem künftigen Weg ohne Alkohol! Mach weiter so!

  • Hi Sina,

    das hat nichts mit "petzen" zu tun, du bist doch nicht im Kindergarten sondern in der Entgiftung und für Deine Genesung verantwortlich. Und so ganz nebenbei auch für die sogenannte "Solidargemeinschaft".

    Sprich mit dem zuständigen Menschen, die können doch mit sowas umgehen und werden Dich nicht auflaufen lassen.

    Wenn Du den Kopf mit solchen Gedanken voll hast, bist Du gefährdet und ziehst den konstruktiven für Dich nur unnötig Enegie ab.

    Lieben Gruß
    Arina

  • hallöle nochmal,

    also ich bin in einer Tagesklinik, in einer Entgiftungsgruppe.
    Ach ich weiss auch nicht, irgendwie müssen die ja selber wissen was sie tuen. Ich frag mich ja auch nur wie ich mich verhalten soll wenn ich weiss das einer während der entgiftung heimlich trinkt??? Vermutlich kann mir da auch niemand nen Rat geben... Ich will mich ja auch nirgendwo einmischen, aber blöd ist das schon!

    viele Grüsse Sina

  • Zitat von hanswester

    Von Krampfanfällen auf Konsumieren zu schliessen ist nicht immer richtig. Am häufigsten krampfen Menschen im Zusammenhang mit Alkoholmissbrauch wenn sie im Entzug sind .

    Wenn, wie hier geschildert, die entzugsbegleitenden Medikamente bereits abgesetzt wurden, ist Sinas Verdacht durchaus berechtigt.

    Und kann nur dazu ermuntern, dies anszusprechen. Heimlich Rückfällige gefährden alle! Das ist ein dämlicher Dünkel, man dürfe doch nicht, weil man selber ja auch schon Mist gebaut hat und so weiter...

    Das hier, Entgiftung, ist doch ernst, da mach ich doch nicht mit sowas rum.

    Sprich es an Sina, Du tust es für alle! Sche.... Ehrenkodex. Das ist doch wirklich der falsch Ort.

    Lieben Gruß
    Arina

  • hallo sina !
    Ich habe soetwas auch schon erlebt und zwar in einer therapieklinik.
    Meiner Meinung nach , giebt es da keine Zwei Meinungen. Selber musste ich 9 Wochen auf einen therapieplatz warten. Vieleicht weil solch Leute mir diesen enthalten haben. Auch von Solidarität kann da keine Rede sein, wenn 10 mann trocken werden wollen und ein oder zwei Ihnen das Leben schwer machen. Trinken können die auch draussen.
    Alles gute für dich und deinen abstinenten Weg.
    viele Grüsse von Bernd

    Trocken seit dem 06.12.1993 und das bleibt auch so !!!

  • Hallo Sina,

    wenn jemand in der Gruppe trinkt oder ich den Verdacht hätte,ich würde es melden.
    Dies hat mit petzen nichts zu tun.
    Wir wissen das Alkoholismus eine sehr gefährliche Krankheit ist.

    LG Peter Pan

  • Hallo Sina,

    ich kann mich nur den anderen anschließen
    wenn du den Verdacht hast das jemand trinkt , dann sprich es an
    am besten ihn selbst im bei sein des Therapeuten,der kann am besten
    damit umgehen,das hat mit falsch geglaubter Solitarität nichts zu tun.
    Es geht um dich und deine Gesundheit.
    Du willst trocken bleiben und gefährtest dich selbst und die anderen.

    Liebe Grüsse

    rudi

    Wer mein Schweigen nicht versteht,
    versteht auch nicht meine Worte.
    -----------------------------------------------------
    Ich bin Rudolf trockener alkoholiker

  • Hallo sina

    und herzlich Willkommen hier im Forum und unserer SHG.

    Ich kann mich auchnur meinen Vorrednern anschliessen, das ist kein Petzen. Außerdem, wer schon in einer Entzugsklinik das Lügen beginnt, hat meiner Meinung nach eh keine Chancen, trocken zu bleiben, der ist dann noch lange nicht so weit. Aber er nimmt damit anderen den Platz weg, auf den sie teilweise lange warten müssen, das ist einfach unfair.

    LG an Dich
    Lilly

  • Hallo an Alle,

    erstmal vielen Dank für eure Ratschläge:-) Ich habe es angesprochen. Es war ziemlich konfliktiv, aber die Therapeuten haben es gut geregelt. Ich habe mich jetzt wieder sehr davon distanzieren können und betrachte dies nun nicht mehr als mein Problem was mich belastet, da die Karten sozusagen auf dem Tisch liegen. Jeder ist bei der bearbeitung seiner Sucht an seinem eigenen individuellen Punkt... so seh ich das nun.

    liebe grüsse sina

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