Der Hass auf den Alkohol wächst....

  • Hi Jukka,

    geht mir auch so. Dieser Ekel und Hass ist aber meiner Ansicht nach einfach rundum gesund!

    LG, Meni

  • Hallo Robin,

    ich kann mich dem Beitrag von Meni nur anschliessen.
    Wir reagieren viel empfindlicher,wenn wir trocken sind.
    Hauptsache wir gehen richtig damit um.
    Wir können,wenn wir trocken sind,natürlich nicht die ganze Welt trocken legen,wir müssen viel an unserem Eigenschutz arbeiten.

    LG Peter Pan

  • Zitat

    Dieser Ekel und Hass ist aber meiner Ansicht nach einfach rundum gesund

    Schon mal diesen Spruch gehört? "Liebe und Hass liegen verdammt eng beieinander..."

    Auch in einer Ehe kommt gelegentlich die Phase des Hasses. Umso stärker fällt anschliessend die Liebe aus. Solange man Haß verspürt, kommt man ohne nicht aus.

    Meiner Meinung nach muss man erst einmal akzeptieren, daß ICH derjenige bin, der ein Problem mit Alkohol hat. ICH bin krank. ICH kann nicht aufhören zu trinken. Andere haben damit vielleicht kein Problem. Also darf man sie auch nicht dafür verurteilen, wenn sie das schaffen, wozu wir nicht mehr in der Lage sind!

  • guten morgen liebe leute !
    Nach Meiner Therapie vor 12 Jahren. konnte ich auf keine Feier gehen, ich hatte Angst mit alkohol nur in einem Raum zu sein. heute mag ich zu keiner feier gehen weil sich im laufe der Jahre ein Hass und Ekel entwickelt hat.
    Es wird noch schlimmer wenn ich da zusehe wie leute die ich kenne und mag mit jedem glas immer " blöder " werden. dann will ich da nur noch weg.
    vieleicht hängt das auch damit zusammen, das ich ca. 100 rückfälle an der seite meiner Freundin mitgemacht habe. Da ist für meinen Ex-Freund den Alkohol nur noch hass und Ekel übrig geblieben.
    Alles Gute für diesen trockenen Tag wünscht euch Bernd

    Trocken seit dem 06.12.1993 und das bleibt auch so !!!

  • hallo yukka,

    natürlich ist das wichtigste, dass es DIR gut geht, trotzdem möchte ich auch noch was dazu sagen, was in annikas richtung geht. bin schließlich schon ein paar jährchen älter als du - darf ich also einen auf große schwester mit lebenserfahrung machen :D .

    ich denke, solange hass da ist, bedeutet dir das, wogegen sich der hass richtet, noch etwas. das ist jetzt egal, ob das der alkohol ist, der ex-freund, was weiß ich. hass ist sicher am anfang richtig und wichtig, aber du solltest darauf achten, dass er nicht überhand nimmt. dann hat dich der alkohol nämlich immer noch in der hand, du schenkst ihm gedanken, gefühle... ich denke, dass sich der hass in gleichgültig wandeln sollte. erst dann bist du frei von ihm. und das ist sicher das gesündere. dann kostest es dich auch keine kraft mehr, hass kann nämlich unheimlich kräftezehrend sein, weißt du...

    wünsche dir viel glück auf deinem weg.

    lavendel

  • hallo liebe demi,

    Zitat

    Mir tun die Menschen einfach leid, das sie nicht soweit sind schluss zu machen und so tief unten stecken.

    ja demi da ist was dran sehe ich fast auch so.
    es gibt aber keine armen alkoholkranken, jeder hat die möglichkeit etwas gegen seine sucht zu tun, aber wie gesagt ich finde es auch schlimm, dass menschen so leben, in ihrer sucht gefangen.

    ich hasse den alkohol nicht, als ich loslassen konnte, ausgestiegen bin aus dem kampf freund/ feind alkohol, habe ich frieden mit ihm geschlossen. ich habe lange gekämpft und immer verloren. der alkohol ist ein zu starker gegner, keine chance und welcher vernünftige mensch kämpft gegen einen übermächtigen gegner.

    aber jukka solange es dir beim stehen lassen des alks hilft, verdamme ihn.

    für mich hat alkohol keine bedeutung mehr, er ist da hat aber keine macht mehr über mich.

    liebe grüße

    schorni

  • hallo robin,
    mir geht´s ein bisschen wie annika; am Anfang (Entgiftung) ging es mir nur um meine Gesundheit/"bloß da heil rauskommen", Tage bis Wochen darauf um "nichts mehr trinken" und dann hat´s irgendwann "Knack" gemacht und alles war anders, ist schwer zu erklären: kein Kampf, Alkohol ist mir gleichgültig, trotzdem bin ich gewarnt.
    Hass habe ich gegenüber Alkohol nie empfunden, wenn´s dir in diesem Stadium hilft, ist doch gut, du bleibst ja dann nicht auf der Stelle stehen, sondern entwickelst dich weiter :wink:

  • guten morgen robin,

    hass auf alk -hmm hab ich eigentlich weniger -eher große angst vor...

    aber ich könnte gerade vor allen leuten, denn man "es" eben so mal ansehen kann, davonlaufen. die ekeln mich regelrecht an. mit ner "fahne" braucht hier bei mir auch keiner antanzen. -hatte da schon ein problem am sonntag abend als mein ex-mann hier mit einer auftauchte. ich habe mich geekelt -und am nächsten tag wieder zur pulle gegriffen. ich denke, dass da hass und liebe doch eng beieinander sind....

    ich halte mich fern wie es nur irgendwie geht -möchte aber meine zeit und energie nicht mit hassgedanken vergeuden.

    gute 24 stunden
    wünscht dir
    marla

  • hi robin,
    -mein beitrag sollte keineswegs kritik an dich üben!!! (-wie käme ich den dazu, bist doch mein leidensgenosse) ich habe nur meine meinung dargelegt....

    du hast das doch auch so verstanden?
    lg
    marla

  • Zitat von Jukka


    Allerdings stelle ich mir die Frage: wieso in aller Welt muss das in aller Öffentlichkeit sein?? Keiner braucht sich derart gehen lassen. Jetzt werde ich wieder schroffe Antworten ernten, aber das ist meine Meinung und die vertrete ich. Man muss sich nicht unbedingt am Bahnhof oder Busbahnhof, oder auf einer Bank im Park vor den Augen anderer (dazu gehören auch Kinder!!!) voll laufen lassen. Das muss einfach nicht sein. Nicht jeder Alkoholiker ist obdachlos, kann also auch in der Wohnung trinken - ob alleine oder in Gesellschaft. DADURCH kommt es dann dazu, dass wir Alkoholiker immer wieder als Menschen 2.Klasse behandelt werden.

    Hallo Robin,
    das wiederum sehe ich ganz anders. Alkoholiker, die in der Öffentlichkeit trinken, mach das nicht aus Jux und Dollerei. Das macht die Sucht und wohl auch die Angst vor Einsamkeit. Und viele sind wirklich obdachlos.
    Ich habe NOCH NIE Ekel oder Abscheu vor diesen Menschen gehabt, auch nicht, als ich selber noch soff. Ich kann in den Gesichtern lesen und ich möchte nicht mit ihnen tauschen, sie tun mir nur leid. Ich geb denen auch manchmal ein paar Euros und sag, sie möchten sich bitte auch was zu essen davon kaufen. Ob sie es manchmal tun, weiß ich nicht. Dort "ganz unten" ist es einfach wahnsinnig schwer,dem Teufelskreis Alkohol zu entkommen.
    Ich geb Dir mal nen Tipp: Hüte Dich vor Überheblichkeit in jeder Form. Es gibt für mich keine "Klassen" von Alkoholikern, wir leiden alle an derselben Krankheit. Es gibt verschiedene Stadien der Sucht, aber es ist immer wie in einem Aufzug, der nur runter fährt, nie wieder hoch, so ist das, solange wir trinken.

    Wer weiß, wo wir mal gelandet wären? Ich jedenfalls würde mich nie soweit wegwerfen, das das für mich vollkommen ausgeschlossen gewesen wäre. Es ist nur eine Frage der Zeit, Hardcore-Alkies landen früher oder später dort.
    Job weg wegen Trunkenheit und kein Bock auf Arbeit, Wohnungsverlust, weil kein Einkommen mehr vorhanden ist, erstmal pennen bei Freunden, und die ganze Zeit hat Dich der Alkohol fest im Griff. So schnell geht das, irgendwann können Dich auch die Freunde nicht mehr ertragen, das ist dann das Ende der Fahnenstange.
    Sicher sehen das auch Kinder. Aber es gehört leider zu unserem Gesellschaftsbild, je eher Kinder das mitbekommen, desto besser, das ist nur meine Meinung. Wir können auch unsere Kinder nicht in einer heilen "Marshmallow"-Welt aufwachsen lassen, das ist nicht möglich. Aber wir können mir ihnen reden und erklären.

    Dann wollte ich noch was zum Hass sagen. Ich empfand nie Hass auf Alk, aber ich hatte eine wahnsinnige Angst davor, Todesangst. Das hat mich lange Zeit vor einem Rückfall gerettet. Nun bin ich zum Glück hier und kann mit anderen an meiner Trockenheit arbeiten, das empfinde ich persönlich als großes Glück.
    Der Alkohol ist mir gleichgültig geworden, da geht es mir wie Annika. Ich kann nicht trinken, ohne rückfällig zu werden, ich kann es nicht kontrollieren, weil ich Suchtkrank bin, und das für mein restliches Leben. Wenn man seine Krankheit als solche annimmt und akzeptiert, ist es einfach, trocken zu bleiben, das ist jedenfalls für mich so. Aber ich werde mich immer vor Überheblichkeit und Übermut schützen, denn es ist mein bester Schutz vor einem Rückfall. Und Arbeit an meiner Trockenheit, auch das schützt mich.
    Auch Dein Hass wird vergehen,aber das braucht seine Zeit. Dann wird er Dir nur noch gleichgültig sein, der Alkohol.

    LG an Dich
    Lilly

  • hi robin,

    ich habe dich verstanden. aber dieses thema ist wirklich "schwierig".

    eine grenze zwischen "kranken alkoholikern" und nunmal menschen die hmmm ich sag einfach mal, von vandalen (die natürlich auf saufen...) ist kaum möglich...

    ich kam heute an einer tanke vorbei, wo sich immer ein paar säufer aufhalten... die sahen mir nicht so aus, als ob sie das gerne machen würden. -verfroren und abgezerrt. ich glaube jeder von denen war mal an so einem punkt wie wir jetzt sind und hat die kurve nicht mehr gekratzt...

    andererseits mag ich´s auch gar nicht, wenn zb auf spielplätzen nacht´s da so ein treffen ist und randalliert wird...

    aber wie schon mal geschrieben, da irgendwo sagen: der is es und der nicht -ist fast nicht möglich.

    so und jetzt würde mich mal interessieren, wie es dir den geht robin, soweit alles i.o. ?
    schau, jetzt sind wir schon mal wieder bei tag (lass mal zählen...) -genau der vierte tag!!! da hängen wir bald ne null noch drann, ja?

    ach ja, seit ich nicht mehr trinke fühle ich mich auch nicht mehr wie ein mensch zweiter klasse. und falls mich jemand wegen meiner krankheit so behandeln würde..... wäre das für denjenigen ein armutszeugnis.


    ganz liebe grüße
    marla

  • hi,

    mir tut eine virtuelle umarmung auch sehr gut...

    hatte ja heute den termin bei der suchtberatung...

    ist gut gelaufen aber seitdem fühle ich mich ganz leeeeer.....und deprimiert. naja -ansonsten alles ok soweit.

    lg
    marla

  • Hallo Robin,

    mal 2 Zitate von Dir, was einiges über Dich aussagt (das ist nicht negativ gemeint, es spiegelt nur Deinen "Entwicklungsstand" bezüglich unserer Krankheit wieder).

    Zitat

    Und das ist keine Überheblichkeit: ich möchte nicht dazu gezählt werden; ich möchte nicht, dass meine Mitmenschen tuscheln, mit dem Finger auf mich zeigen und sagen: "Da, ein Alkoholiker. Wie die, die am Busbahnhof sitzen und sich Alkohol von unserem Geld kaufen."

    Bei mir ist das ganz anders. Mir ist es völlig gleichgültig, was andere über mich tuscheln. Es interessiert mich nicht. Ich möchte an dieser Stelle mal dorothea zitieren, sie sagt oft: "Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie andere Menschen mich gern hätten..."
    Wenn jemand über mich sagt: Du bist ja ne Alkoholikerin ! dann stimmt das ja. Bin ich auch, aber halt trocken. Also nicht, wie die da am Busbahnhof, die sich von unserem Geld Alkohol kaufen. Von unserem Geld ? Meinst Du damit, von Harz4 ? Unseren Steuern, die wir bezahlen? Ach herrje, da gibt es weitaus schlimmere Dinge, die mit unseren Steuergeldern angestellt werden, darüber regt sich allerdings kaum jemand auf, z.b. wenn die Herren Politiker sich bereichern auf übelste Art und Weise, zum 40.ten mal die Diäten erhöhen, kannst Du mir einen plausiblen Grund dafür nennen?

    Es zeigt mir aber auch, das Du Angst davor hast, was andere Leute über Dich denken oder reden. Davon solltest Du Dich beizeiten lösen, über Alkies wird IMMER geredet, das werden wir wohl in unserer Gesellschaft nicht mehr ändern können. Ich denke, das liegt auch in Deiner Erziehung, Du schreibst ja, das Du lange unter dem Einfluss Deiner Eltern standest, und so wahrschienlich viele Entwicklungsschritte erst später machen wirst. Dazu gehört auch Toleranz anderen gegenüber. Wenn man zu lange von den Eltern vollgelabert wird, die oft ein merkwürdiges Obrigkeitsdenken und Angst davor haben, was die Nachbarn denken oder sagen könnten, wird man irgendwann auch so. Ist aber nur meine Meinung...

    Zitat

    Für die sind wir einfach nur "Alkoholiker"... assozialer Abschaum; und das muss man dann ja nicht noch unterstützen, in dem man sich derart verhält....

    Du solltest wirklich nicht soviel auf die Meinung anderer geben. Ob wir für die "asozialer Abschaum" sind, das interessiert mich genauso, als ob in China n Sack Reis umfällt. Was interessiert mich das Geschwätz dummer Menschen, GAR NIX. Lass sie doch reden...

    Wir sind trotzdem alle Alkoholiker, es gibt halt nur viele verschiedene Facetten unserer Krankheit, je mach dem, wie tief man schon unten ist.

    Robin, mal eine Frage: Hast Du Deine Krankheit für Dich akzeptiert ? Das Du sie für immer hast? Das Du SUCHTKRANK bist?

    Abschliessend möchte ich noch sagen: Ich schrieb NICHT, das Du überheblich bist, ich schrieb lediglich : Hüte Dich davor, so zu sein oder zu werden, so war das gemeint. Das ist ein Unterschied.

    Ich könnte jetzt noch weiter Deine Beiträge auseinander nehmen, aber ich lass das besser. Denn das bringt nix, lass uns lieber zusammen weiterhin an UNSERER Trockenheit arbeiten, und nicht um das dumme Geschwätz anderer Leute kümmern.

    Lieben Gruß an Dich
    Lilly

  • Hallo Robin,

    das hört sich schon VIEL BESSER an. Es ist nicht einfach, seine Krankheit zu akzeptieren, wenn man noch ganz am Anfang steht, das weiß hier jeder.
    Und Du hast Zeit und brauchst die auch, um es lernen zu können. Jeder auf seine Art und Weise, ich brauchte auch dazu lange. Das ich krank bin, wußte ich allerdings von Anfang an, aber es anzunehmen, dauerte sehr viel länger.

    Wenn Du länger trocken bist, wirst Du automatisch selbstbewußter, weil Du Dich nicht mehr ewig schuldig fühlen muß, wegen der ollen Sauferei. Da werden einige dran zu kanbbern haben, es wird ihnen nicht gefallen, datt sach ich Dir schonmal gleich. Aber wenn sie Dich lieben oder Dich sehr gern mögen, werden sie es so akzeptieren.
    Und eines Tages ist es Dir egal, was andere darüber denken. Das kommt so, glaubs mir... :shock:
    Lieber Robin, wir hier geben Dir sicher alle Zeit der Welt, hauptsache ist doch, trocken zu sein. An seiner Trockenheit zu arbeiten, bedeutet auch, sich hinterfragen zu lassen, bzw. das auch selber ab und zu zu tun. Das nicht gleich als Kritik anzusehen, sondern sich zu fragen: Was stimmt davon, was kann ich daraus für mich lernen? Wenn die Kritik ungerechtfertigt ist, dann muss man sich allerdings auch wehren, iss ja wohl klar :lol: .

    Lg an dich
    Lilly

    LG an Dich
    Lilly

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