Bin ich auch Alkoholker?

  • Liebe Leuz hier im Forum,

    ich habe hier eine ernsthafte Frage. Es bedeutet wohl auch schon einen guten Schrit, sich hier zu outen. Folgendes zu meiner Geschichte.

    In meiner Jugend hab ich - wie wohl die meisten - ziemlich viel getrunken. War Schlagzeuger in einer Punkband seit ich 13 bin und habe erst das Gymnasium versaut, dann gerade mit ach und Krach die Realschule gepackt, in der Zeit hab ich auch angefangen zu kiffen.
    Die FOS hab ich dann ganz passabel geschafft - bitte nicht fragen wie, das hat sich einfach so ergeben. Nach dem ganzen Dreck, den ich in der Zeit gesehen habe, hab ich mein Studium relativ gut durchgezogen, sogar unter den besten fünf aus meinem Jahrgang. Danach kam das große Loch. Kein Job, als Dipl. Ing. meine Brötchen als Waldarbeiter verdient und jetzt - 1.000% gegen meine Ünerzeugung im Vorbereitungsdienst für den Staatsdienst. Und genau da hat es angefangen. Kiffen geht nicht, ach nicht in Homöopatischen Dosen, in Bayern. Und jetzt trink ich halt so einmal unter der Woche und eben am Wochenende. Mein Prolblem ist, dass ich offensichtlich keine Grenzen kenne. Vor drei Wochen habe ich unter der Woche 3 Flaschen Wein alleine getrunken und bin üblest depressiv geworden. Seit dem habe ich immer wieder unter der Woche getrunken. Vermutlich, nein, ganz sicher aus Frust. Letzte Woche warens 9 Bier in 2 Stunden. Ich packe einfach den Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit nicht. Das alles ausführlich zu schildern ist mir auf einen Schlag zu viel. Jedenfealls bin ich Todtraurig und habe niemand zum Reden. Hilfe! Ich möchte mein Leben nicht wegwerfen.

    In meiner Familie habe ich auch einige Alkoholiker. Mein Onkel war mit vier im KZ und hat das nicht verkraftet, meine Tante wurde mit 15 von einem riesen Arschloch geschwängert, der sie dann hat sitzen lassen, ganz ohne Hilfe und mein Opa hat sich erschossen weil die Zukunft, die er seinen Kindern aufgebaut hat, nichts mehr wert war, als es soweit war.

    Klingt vielleicht lächerlich, aber es belastet mich wirklich. Und ich wil nicht alles wegwerfen. Kann aber nicht aus. Trinken bringt zumindest Erleichterung.

    Sorry für die Nerverei.

  • Hallo beppolino,

    willkommen hier bei uns.
    Du willst etwas für Dich tun,es gibt eigentlich nur eines,
    nichts mehr trinken.
    Wir können Dich hier auf Deinem Weg unterstützen,dies umzusetzen
    Es ist gut,dass Du erkannt hast,ein Problem zu haben und auch hier geschrieben hat.
    "Trinken bringt keine Erleichterung,nur Probleme"

    LG Peter Pan

  • Hallo Beppolino,

    Du nervst doch nicht. Ganz im Gegenteil!

    Erstmal herzlich willkommen hier in unserer SHG.

    Auch klingt nichts lächerlich. Du sagst, dass Du nicht alles wegwerfen willst. Das ist ja schonmal der 2. Schritt.
    Dass das Trinken, zumindest anfangs, Erleichterung bringen kann, ist klar. Aber es führt über kurz oder lang in den Abgrund. Dann trinkst Du nicht, um dich zu erleichtern, sondern um überhaupt funktionieren zu können (körperlich UND geistig).

    Wenn Du das nicht erleben willst, dann solltest Du den Absprung schaffen.
    Jeder hier wird Dir jederzeit dazu behilflich sein, wenn Du das willst.

    Überlegs Dir.

    Viele Grüße

    pauly

    Es ist nicht leicht, das Glück in sich selbst zu finden,
    doch es ist unmöglich, es anderswo zu finden.

    Agnes Repplier

    Abstinent seit Oktober 2006

  • Hallo Beppo!
    erinnert mich an meine eigene"laufbahn"...
    bin jetzt 42 und muss wohl wieder von vorn anfangen...
    aber so ist das Leben wohl...
    spielst Du noch Drums?
    ich bin Musikproduzent...;-)
    l.G
    Siggi

    .

  • Zitat

    In meiner Familie habe ich auch einige Alkoholiker. Mein Onkel war mit vier im KZ und hat das nicht verkraftet, meine Tante wurde mit 15 von einem riesen Arschloch geschwängert, der sie dann hat sitzen lassen, ganz ohne Hilfe und mein Opa hat sich erschossen weil die Zukunft, die er seinen Kindern aufgebaut hat, nichts mehr wert war, als es soweit war.

    Klingt vielleicht lächerlich, aber es belastet mich wirklich. Und ich wil nicht alles wegwerfen. Kann aber nicht aus. Trinken bringt zumindest Erleichterung.


    Hallo Beppolino,

    und Herzlich Willkommen hier im Forum und unserer SHG. Willst Du denn für immer ohne Alkohol leben? Sicher belastet das Saufen. Würdest Du Dich denn bereits als abhängig einstufen. Vielleicht magst Du mal den Alkoholikertest hier im Forum machen? Du findest ihn unter "Navigation".

    Ja, das hört sich nicht gut an mir Deiner Familie, aber was hat das jetzt mit Deinem Trinken zu tun ? Darum mußt Du nun trinken, oder wie?
    Ich würde mal vorschlagen, nimm Du dein Leben selber in die Hand und mach DU das Beste draus.

    Es gibt Wege aus der Sucht, wenn Du möchtest, begleiten wir Dich gerne auf Deinem. Du kannst hier Hilfe finden, aber solltest auch bereit sein, Ratschläge von uns anzunehmen.

    Ich sende Dir einen lieben Gruß
    Lilly

  • Danke schön für die lieben Worte.
    Weiß gar nicht, was ich sagen soll :oops:

    es hat jedenfalls gutgetan zu wissen, dass ich nicht ganz alleine stehe.

    Ich verstecke mich keinesfalls hinter dem Desaster in meiner Familie. Hab das nur mal geschrieben, weil es doch heißt, es gäbe irgendeine genetische Veranlagung zur Alkoholsucht.

    Auch hab ich mich, glaube ich, ganz gut von meiner Familie abgenabelt. Ich wohne jetzt seit fünf Jahren nicht mehr zuhause und bekomme alles auf die Reihe. Mein Problem ist nur, dass ich mich oft ziemlich einsam fühle und mich trotz guter Freunde irgendwie niemanden habe, bei dem ich mich richtig geborgen fühle und das seit Jahren.

    Ich schreibe das alles zur Zeit halbwegs sortiert auf und werd es hier mal reinstellen.

    Nochmal Danke und gute Nacht.

    Ah ja, Drums spiel ich schon noch, leider ohne Band. Nehme meine Songs zur Zeit allein am PC auf.

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