Gibt es noch eine Chance

  • Servus Paddy,

    ich habe mir nochmal den gesamten Thread mit allen Kommentaren in Ruhe durchgelesen. Inzwischen bin ich mir sehr sicher, dass Dein Problem -und eventuell auch das Problem Deines Partners- die Partnerschaft als solche ist, und nicht primär der Alkohol.
    Du schreibst u.a., dass Du 27 Jahre alt bist und seit 7 Jahren mit Deinem Mann verheiratet bist. Das heisst für mich realistisch, dass Du nahtlos von der Abhängigkeit Elternhaus in die Abhängigkeit Ehe gewechselt bist. Das soll jetzt KEINE negative Bewertung sein, sondern einfach eine Feststellung.
    Leider schreibst Du nicht, wie alt Dein Mann ist, und ob er -zumindest mal ein paar Jahre- vor der Ehe auf sich selbst gestellt war, oder analog vom Elternhaus in die Ehe wechselte.

    Unabhängig davon scheint es mir, dass ihr Euch beide einfach unterschiedlich entwickelt habt. Und nicht miteinander redet, sondern übereinander oder aneinander vorbei.
    Habt ihr BEIDE eigentlich in den letzten Jahren Euch mal über Eure Wünsche und Bedürfnisse gesprochen? Einen echten Dialog? Oder nur Monologe geführt?

    Wie dem auch sei, Du solltest Dir unbedingt mal professionelle Hilfe holen, um zumindest jetzt in dieser -für Dich akuten- Phase aus dem Teufelskreis ausbrechen zu können. Vielleicht hilft Dir das, um wieder einen realistischen Überblick über Dein Leben und Deine Möglichkeiten zu erhalten und dann zu einer Entscheidung zu kommen.

    LG
    Spedi

  • Hallo Spedi,
    auch ich bin 27 Jahre alt, 10 Jahre mit meinem Mann zusammen, davon 6 verheiratet. Wir haben 2 Kinder. Es kann sein, dass es evtl. besser wäre, erst ein paar Jahre alleine zu wohnen. Jedoch denke ich nicht, dass das das Entscheidende ist. HIER spielt der Alkohol eine entscheidende Rolle. Und ich denke auch, wenn er nicht wäre, wäre vieles anders gelaufen. Denn alleine durch das Alkoholproblem und durch die einseitige Freizeitgestaltung und die einseitigen Interessen des Abhängigen, ist es überhaupt nicht möglich, ordentlich miteinander zu reden usw. Es wird ja immer abgeblockt. Weil sein einziges Ziel nicht das Verbessern der Ehe oder evtl. gemeinsame Aktivitäten sind, sondern einzug und alleine, abends (oder wann auch immer) nach einem anstrengenden Tag, sich mit einem Bier o. ä. zu belohnen. Alles andere ist egal! Dadurch entstehen natürlich auch Eheprobleme anderer Art, die jedoch meiner Meinung nach alle aus der Alkoholsucht und auch natürlich der Co-Abhängigkeit resultieren... Und wenn man über Jahre hinweg solch eine Situation erlebt und mitmacht, dann ist die Ehe selbstverständlich hinterher keine Ehe mehr, sondern ein einziger Scherbenhaufen! Doch das primäre Problem ist der Alkohol! Sonst nichts! So war es jedenfalls bei mir!

  • Servus Ayki,

    nun, vielleicht habe ich mich missverständlich ausgedrückt, dann hier nochmals die Kernaussage: Wer es noch nie gelernt hat, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen, der kann auch in einer Partnerschaft -erst recht unter extremen Belastungen (wie z.B. Sucht)- nur schwer entsprechende Strategien entwickeln.
    Das soll jetzt kein Vorwurf sein, sondern ist eine nüchterne Feststellung. Und ist mit Sicherheit auch nicht auf jede(n) zutreffend.

    Was resultiert daraus, bzw. was sagt das für Paddy aus (um die geht es ja hier)? Sie selbst benötigt für sich Hilfe, da sie nach eigenem Bekunden momentan nicht aus eigener Kraft aus dieser Situation herauskommt und damit überfordert ist.
    Mein Rat an Paddy ist es, sich professionelle Hilfe zu suchen. Wir sind hier eine SHG, die speziell auf Alkoholprobleme ausgerichtet ist und nicht auf eine Vielzahl weiterer Problemfelder (Beziehungsstörungen, Persönlichkeitsstörungen, Verlustängste usw die nicht aus Alkoholabhängigkeit herrrühren) spezialisiert sind.

    Und bis Paddy so weit ist, dass sie sich dem Thema Co-Abhängigkeit in allen Ausprägungen widmen kann, braucht sie erst mal Freiraum.

    Dieser Rat schliesst werder aus, dass Paddy sich hier weiter mit dem Thema Co-Abhängigkeit auseinandersetzt, noch soll mein Kommentar irgend eine Wertung der Problematik darstellen. Ob ihr Partner ein Alkoholproblem hat oder nicht kann ich schließlich gar nicht beurteilen bzw ist es unerheblich. Nicht er sucht Hilfe, sondern Paddy, und zwar für ihr Problem. Und das ist vielfältiger als "nur" Co-Abhängigkeit.

  • Hallo ihr Lieben,
    es stimmt, ich habe mir das alles viel einfacher vorgestellt. Jetzt bin ich erstmal richtig verwirrt, muß das alles erstmal überdenken, was ihr geschrieben habt. Irgendwie weiß ich im Moment gar nicht was ich eigentlich will und was gut für mich ist.
    Auf jeden Fall wünsche ich allen erstmal ein frohes Weihnachstfest. Ich möchte allen danken dafür, dass ihr euch mit meinen Problemen auseinandergesetzt habt, das allein hat mir schon ein wenig geholfen. Ich werde die Zeit erstmal nutzen, um ein bißchen nachzudenken.

    Paddy

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