bewußter Schlafentzug gegen Schlaflosigkeit?

  • Servus zusammen!

    Ich leide seit ich nicht mehr trinke an einer gewissen Schlaflosigkeit, d.h. eher an sehr unregelmäßigem Schlaf zu abstrusen Zeiten. Ich schlafe sehr spät ein (frühestens 2.00), schlafe nie mehr als 2-3 h am Stück, wenn ich doch früher schlafen gehe (z.B. 22.00) stehe ich ab ca. 2.00 wieder auf der Matte und kann frühestens um 6.00 wieder einschlafen (vielleicht bis 8.00 oder so), oder ich schlafe auch mal mittags 2 h, ...
    Alles andere passt perfekt, ich fühle mich auch nicht groggy oder so, aber auf Dauer kann das ja wohl nicht sein. Ab nächster Woche hab ich wieder einen vollen Terminkalender, und da könnte das ganz schön hinderlich werden. Also denke ich über einen bewußten Schlafentzug nach, d.h. ich mache 48 oder sogar 72 h durch, damit ich mal wieder in einen anständigen Tiefschlaf (min 8 h) komme.
    Hat von euch jemand mit sowas schon Erfahrungen gemacht?

    Grüssle, swiss

  • Hallo swiss,
    bei mir sind es nunmehr ein(paar)Jahre her,seit ich keinen Alkohol mehr trinken muß!Mein Arbeitstag beginnt normal um 13:00 Uhr-21:00 Uhr,vor 00:00 Uhr gehe ich gar nicht ins Bett,jede 2te Woche beginnt er schon morgrns um 05:00-21:00 Uhr.Es hat sich bei mir so eingependelt,daß ich Nachts nur maximal 4 Stunden Schlaf brauche(scheinbar).Ich denke viele hier im Forum,können Dir davon berichten,daß Sie am Anfang Ihrer Trockenheit unter Schlafstörungen litten,und das sich das mit der Zeit auch wieder normalisiert hat.Mir sagte mal jemand aus meiner realen SHG,daß wenn man über Jahre lang stark Alkohol getrunken hat,in diesen Zeiten,nie einen richtigen Tiefschlaf hatte,sondern nur eine Phase von einschlafen,dahindämmern und wieder aufwachen besteht.Auch wenn wir gedacht haben,daß wir richtig fest geschlafen haben,haben wir dieses im Grunde überhaupt nicht.Das was Du vorhast,Deinem Körper bewusst den Schlaf zu entziehen,halte ich persönlich nicht für so eine gute Idee.Versuche doch lieber ein Einschlafritual für Dich zu finden,ein Buch lesen,vor dem zu Bett gehen,noch einen Spaziergang machen,oder eine heisse Badewanne zu nehmen,es gibt so viele Dinge die man für sich ausprobieren kann.Oder Du schreibst oder liest hier im Forum.Das wir unter Alkohoeinfluß keinen gesunden Schlaf hatten,ist doch ganz normal,denn der Körper hat te jede Menge damit zu tun den Alk irgendwie wieder abzubauen,daher auch der morgendliche Kater.Irgendwann holt sich der Körper schon seinen Schlaf,wie er ihn benötigt,Du solltest Dir da keine Gedanken darüber machen,habe Geduld das pendelt sich schon wieder ein,tue Dir bitte nur eines nicht an,setze Dich nicht selbst unter Druck,Du kannst es nicht erzwingen,und das brauchst Du auch nicht,denn das kommt alles von selbst.Bedenke,Dein Körper läuft noch voll auf Hochtouren,also Geduld!!

    Liebe Grüße,Andi

  • Hallo Swiss,

    das mit dem Schlafentzug ist so eine Sache.
    Das wird in der Psychatrie eingesetzt um gewisse Hormone zu erzeugen , um mal ganz salopp zu sagen um Glücksgefühle zu erzeugen. Das jetzt genauer zu erklären sprengt hier den Rahmen.

    Das Problem was ich bei Dir sehe, auch in Bezug auf Deinen anderen Thread, wäre das Du sowiso schon euphorisch bist. Ich denke einen weiteren Stressfaktor brauchst Du nicht. Und das ist Stress.
    Die Euphorie die dabei erzeugt wird , kennst Du aus Deiner nassen Zeit.
    Das Gefühl ist vergleichbar, deswegen möchte ich Dir davon abraten.
    Dein Stoffwechsel und der Hormonhaushalt brauchen sehr lange um sich wieder zu erholen, es dauert eine Weile bis sich alles wieder einpendelt. Die Geduld musst Du einfach aufbringen.
    Zwinge Dich in einen festen Plan.
    Steh morgens um 6 Uhr auf ( egal wie müde Du bist) , frühstücke und beschäftige Dich. Der Mittagsschlaf muss weg, stattdessen gehst Du spazieren. Wenn du dann gegen 23 Uhr schlafen gehst müsste das klappen.
    Wenn Du das eine Woche durchgezogen hast , Dein Körper und der Kopf wieder einen Plan haben, solltest Du wieder schlafen können.
    Trink nicht soviel Kaffee, vor allem abends nicht.
    Gib Deinem Kopf abends eine Chance müde zu werden. Das heisst noch etwas lesen oder leise Musik hören, um die Systeme wieder runterzufahren.

    Der Schlafentzug sollte unter ärztlicher Aufsicht erfolgen. In Deinem Fall wäre er aber nutzlos und eher mit Brachialgewalt zu vergleichen.
    Davon hattest du in Deiner nassen Zeit genug.

    Viele Grüsse

    White

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Danke für die Tips,

    ich werd mich dran halten. Das mit dem Schlafentzug war halt so ne Idee. Ich dachte, wenn ich ein gewisses Defizit schaffe, könnte ich ein bisschen nachhelfen, aber nach dem was ihr schreibt, lass ichs wohl lieber.
    Mal sehen, was dann meine Schlafstörungen machen.

    Gruss und einen schönen Tag,

  • Hallo,

    ich leide seit Jahren unter den von dir beschriebenen Schlafstörungen. Alkohol war jahrelang meine Schlafdroge.

    Jahrelang hatte ich den Irrglauben dadurch wenigstens einzuschlafen...hat ja auch durchaus funktioniert. Mit Absetzen des Alkohols habe ich 6 Nächte hintereinander maximal 1-2 Stunden geschlafen. Ich war körperlich am Ende. Die siebte Nacht habe ich bewußt "durchgemacht", mir also den Schlaf entzogen und ab der achten Nacht habe ich nach Jahren wieder regelmäßig und ohne Alkohol schlafen können.

    Bei mir hat also der Schlafentzug durchaus funktioniert.


    Grüße Julia

    Ich bin der Kapitän meines Lebens.

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