Seid Ihr auch unsicher ohne Alkohol?

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später hier dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo,


    seit ich hier lese und mir auch anderswo Informationen über Alkoholismis besorge, versuche ich weniger oder auch gar nichts mehr zu trinken.
    Jetzt hat hier ein Gasr geschrieben, das er auch Schwierigkeiten mit dem Umgang mit anderen Menschen hatte, als er nüchtern wurde. Wenn ich jetzt über mich nachdenke, ist es bei mir auch so. Wenn ich nüchtern bin, habe ich Hemmungen, mich so zu geben, wie ich eigentlich bin. Ich glaube dann, das man mir ansieht, das ich Unsicher bin. Wenn ich dann wieder was getrunken habe, habe ich solche Gedanken nicht und es ist mir auch egal, was die Anderen über mich denken.
    Ist das normal und bei Euch auch so?
    Ich meine, wie bin ich wirklich? Ich habe eigentlich keine Schwierigkeiten mit anderen Menschen und auch mein Freundeskreis ist sehr locker.
    Könnt Ihr mal Eure Erfahrungen dazu schreiben.


    Danke


    Mike

  • Die permanente Unsicherheit im Umgang mit anderen Menschen ist mir sehr gut bekannt :shock:


    Ich habe immer versucht, mich anzupassen, mich irgendwie so zu präsentieren, wie ich dachte, daß man es von mir erwartet.


    Man könnte also sagen, ich hab mich in eine Rolle reingezwängt, die ich gar nicht selbst war. Irgendwie wollte ich keinem zeigen, wie ich wirklich bin, sondern wollte als "stark" oder wie immer man es nennen mag darstellen.


    Mit der Sicherheit nach außen, das hat bei mir (und auch erst nach Jahren...) geklappt, als ich lange geübt habe, einfach ich selbst zu sein, und ehrlich zu mir selbst. Was auch noch eine Rolle spielte :


    Ich war überheblich. Dermaßen arrogant und von mir selbst eingenommen, es war für andere einfach nur widerlich :!: und das hab ich an mir selbst gar nicht bemerkt.


    Ich war ein hochnäsiges - man verzeihe mir - Arschloch.


    Ich bin, wie ich bin - diese Erkenntnis hat mir geholfen. Vor allem aber bin ich nichts besseres.


    Wer mich so akzeptiert, wie ich bin, der zählt noch heute zu meinem Freundeskreis. Einige sind gegangen - ich weine nicht um sie...


    Einige gute Freunde sind geblieben - und das sind die wahren Freunde !

    Wenn etwas möglich erscheint, mach ich das, wenn das nicht klappt gehts ans Unmögliche und ansonsten das undenkbare.

    Ich denke, also BING ich!

  • Hallo,


    das klingt ja ganz schön hart Garfield. Ist das bei allen so, die nicht mehr trinken, oder warst Du da eine Ausnahme?


    Ich habe da ja keine Erfahrung und es würde mich interessieren, wenn es nich zu direkt ist.


    Grüße
    Heike

  • Mal ganz unabhängig von der Sauferei (die ich so im Alter 16 - 20 aaaaaaaaaarg übertrieben hab, wenns mans mal so nennen darf), war ich schon immer ein unsicherer Mensch.


    Wie das bei anderen ist, muß ich ehrlich sagen: Keine Ahnung.

    Wenn etwas möglich erscheint, mach ich das, wenn das nicht klappt gehts ans Unmögliche und ansonsten das undenkbare.

    Ich denke, also BING ich!

  • Hallo Heike.
    Auch ich kenne das Gefühl der tiefen Unsicherheit und kann die Schilderungen von Garfield sehr gut nach vollziehen.
    Ich habe in den Jahren meiner Abstinenz gelernt mit den Gefühlen der Unsicherheit zu leben und komme mittlerweile sehr gut mit ihnen klar.
    Wenn ich meinen Mitmenschen schildere wie ich mich oft innerlich fühle, bekomme ich oft zur Antwort: "Du bist Unsicher, dass merke ich dir aber gar nicht an?"
    Nach Außen erscheine ich wohl stark und habe mir sicherlich in den Jahren eine Maske zugelegt.
    Innerlich bin ich trotz dieser Maske unsicher, was mich dann auch oft überheblich macht.
    Ich bringe diese Unsicherheit nicht mit dem Trinken in Verbindung.
    Klar habe ich den Alkohol und die Drogen zu mir genommen, um die mit der Unsicherheit verbundenen Gefühle zu betäuben, und auszuschalten. Was mir auch lange Jahre sehr gut gelungen ist.
    Durch die Abstinenz sind diese negativen Gefühle lediglich verstärkt wieder hoch gekommen und ich musste lernen, sie trocken zu ertragen.
    Hierbei hilft mir der Austausch in meiner SHG. Ich habe hier festgestellt, dass viele Menschen unter Unsicherheit leiden und das Gefühl, mit meiner Schwäche nicht allein zu sein, hat mir sehr geholfen.
    Zufriedene 24h
    wünscht
    Klaus (mehrfachabhängig und zufrieden abstinent)

  • Hallo Mike,


    mir geht es ähnlich. Ich bin relativ leicht zu verunsichern, wenn man mir laut und unangenehm kommt. Ich habe über einen längeren Zeitraum versucht, dass mit Alkohol zu überspielen, das Ende vom Lied war aber, dass zur Unsicherheit noch das schlechte Gewissen hinzu kam und ich mich außerdem noch weniger ernst genommen fühlte (und bestimmt auch immer weniger ernst genommen wurde) - und dadurch noch unsicherer. Und dass ich süchtig nach Alkohol wurde. Dadurch habe ich mir von manchen Menschen viel zu viel gefallen lassen, da sinkt zudem das Selbstwertgefühl manchmal in den Keller...


    Ich bin erst seit wenigen Tagen trocken und kann nicht sagen, dass ich vor Selbstsicherheit strotze, aber ich habe festgestellt, dass ich total dankbar und stolz bin, dass ich in diesen Tagen nicht zur Flasche gegriffen habe, obwohl ich es in einigen Situationen sonst getan hätte, sogar als ich innerlich vor Hilflosigkeit vor Wut gezittert habe. "Du kriegst mich nicht dazu," habe ich bei mir gedacht, "Du wirst schon noch sehen, wohin Dich Deine verlogenen Behauptungen führen werden - jedenfalls bringst Du mich nicht zum Trinken damit." Ich hab's geschafft, auf der Sachebene zu bleiben - und das hat mein Gegenüber mit Sicherheit nicht erwartet. Ich hatte das übrigens selbst nicht von mir erwartet. :D


    Ich möchte in der nächsten Zeit meine Nüchternheit ganz bewusst erleben und beobachten, wie meine Mitmenschen darauf reagieren. Wenn ich beispielsweise dem, der mir immer über den Mund fährt, ganz ruhig sage: "Ich fühle mich immer ganz schlecht, wenn Du mich nicht ausreden lässt." Und wenn der mir dann z.B. sagt, ich erzähle sowieso nur Müll, einfach aufzustehen und freundlich zu sagen:" Dann ist eine Unterhaltung zwischen uns keine gute Idee, nicht wahr?" So oder so ähnlich stelle ich mir das vor, und ich spiele solche Situationen derzeit andauernd in meinem Kopf durch, in verschiedenen Varianten. Ich kann die Menschen um mich herum nicht ändern, aber ich kann mein Verhalten ändern und dadurch an Sicherheit gewinnen.


    Weißt Du, Mike, ich glaube, herauszufinden, wie Du eigentlich wirklich bist, ist ein großes Abenteuer. Du wirst Menschen gewinnen und verlieren, Du wirst an die Wand laufen und in offenen Armen landen. Aber Du musst Dich nicht mehr verstellen - und das ist ein wirklich gutes Gefühl...


    LG, Meni

  • Oh, ich achte im moment wohl gar nicht auf das Drumherum, Karsten :oops: Ich lese etwas und dann fällt mir ein Stein vom Herzen. Ich versuch das einfach mal mit einem neuen Thread und schreibe es ein bisschen um. Vielleicht kannst Du mein letztes Posting ja einfach löschen?


    LG, Meni

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