Fühle mich einsam...

  • Hallo Lupe,
    ich glaube du verstehst da etwas falsch. Du musst dich nich von deinem Freundeskreis trennen wenn ihr Kafffee trink, Volesungen besucht oder gemeinsam lernt. Du solltest dich aber nicht mit ihnen treffen wenn dort Alkohol getrunken wird.

    Gruß Martin

  • Hallo Lupe,
    Kannst du deinen Freunden denn nicht sagen dass du ab sofort nichts mehr trinken möchtest ? Ihr könntet euch doch dann bei dir treffen, eine Zone wo es keinen Alkohol gibt und irgendetwas spielen oder einen Film ansehen. Frage sie doch mal ob sie dazu bereit sind.

  • Hallo Lupo,

    hast du denn nur Freunde, die in ihrer Freizeit Alkohol trinken ?
    Niemanden, der nicht trinkt oder für dich darauf verzichtet ?

    Sicherlich war ich auch sehr auf meinen "saufenden" Freundeskreis fixiert zu jener Zeit, die ich nicht missen wollte.
    Aber ich hatte in meiner Gruppe angenommen, dass ein nichttrinkendes Umfeld unumgänglich für meine angehende Trockenheit war.

    Ich hatte also meiner Trockenheit, meinem Leben, meiner Zukunft die oberste Priorität gegeben.

    Ich habe auf solche Treffen erst verzichtet, habe neue Freizeitbeschäftigungen, neue Freunde gesucht, mit denen ich ohne Alkohol viel Lebensfreude erfuhr und den Verzicht damit abgeschafft.

    Gruß, Freund.

  • Hallo Luppe,

    was hast du den an Wochenenden gemacht bevor du mit den anderen was getrunken hast, in deinen "nüchtternen Zeit" ? Denk mal nach, vielleicht fällt dir ja was ein auf das du auch Heute noch Lust hast.

    Grruß Martin

  • Hallo Lupe,

    so schwer ist es gar nicht.

    Wenn du wirklich gewissenhaft deinen Weg gehst, z.B. hier im Forum oder einer anderen SHG, die bei dir passt, Erfahrungen annimmst und umsetzt, kannst du bereits in kurzer Zeit sehr große Lebensqualität genießen und die tägliche "Arbeit" als Freude ansehen.

    Gruß, Freund.

  • Hallo Lupe,

    ich glaube du solltest deine Erwartungen und Ansprüche an dich selbst überprüfen. Ich glaube du hast da ein Idealbild im Kopf wie Dinge deiner Meinung nach "richtig" gemacht werden. Ein totales ganz-oder-gar-nicht und je höher deine Ansprüche an dich selbst, desto besser ist das Gefühl für dich, wenn du es geschafft hast (oder denkst du dann, das war ja da mindeste, was du tun konntest?) und desto böser ist das Loch in das du fällst, wirst du deinen eigenen Erwartungen nicht gerecht.

    Bitte "ganz-oder-gar-nicht" nicht falsch verstehen, ich habe mit dem Trinken aufgehört, weil ich Alkoholiker bin. Es gibt für mich beim Alkohol auch nur noch ein ganz-oder-gar nicht. Das ist so, weil ich süchtig bin. Das ich mich jetzt dauerhaft, jeden Tag wieder, für das gar-nicht entschieden habe, ist eng damit verknüpft, dass ich mich, so wie ich bin, angenommen habe und ein schönes Leben führen will. Das kam aber erst nachdem ich mit dem Saufen aufgehört habe. Ich kann mit Alkohol nicht umgehen, aber das bedeutet nicht, das ich mit meinem Leben und vor allem mit mir selbst nicht zufrieden sein kann. Für mich ist das nicht-trinken von Alkohol kein Verzicht, sondern die Grundlage dafür mein Leben auf der Reihe zu haben (und der beste Beweis dafür, dass ich vor mir selbst nicht mehr davon laufe). Was ich mit dieser Grundlage jedoch anstelle, das liegt jetzt ganz allein in meinen Händen.

    Du schreibst du bist ungeduldig mit dir selbst. Deine Erwartungen sind wahrscheinlich immens hoch. Frag dich mal, warum ist das so? Wem willst du evtl etwas beweisen und warum? Wo kommen diese Ansprüche her? Sind die wirklich sinnvoll? Warum ist dir nur ein voll-power-konsequent-durchgezogen gerade mal gut genug?

    Auch das bitte nicht falsch verstehen, um vom Alkohol loszukommen gilt es einen konsequenten Weg einzuschlagen und konsequent zu sein. Ohne das gehts nicht, ich hoffe du weißt du was ich meine.

    Der erste Grund dafür, dass du von einem Extrem ins andere schleuderst, ist, weil du das so willst. Warum willst du das also? Es zwingt dich außer dir selbst wahrscheinlich keiner mehr dieses oder jenes im 200%-Stil durchzuziehen. Wo dieser Wille (oder Zwang?) herkommt, kannst nur du dir beantworten.

    Viele Grüße,

    Timster

  • Hallo Lupe,

    das braucht natürlich auch alles etwas Zeit.
    Wenn Du natürlich auch mit niemandem darüber sprichst wie ernst die Sache ist kann sich auch niemand wirklich darauf einstellen.
    Vieleicht solltest Du Dir eine reale SHG für den Übergang suchen.
    Da triffst Du Leute mit demselben Problem, brauchst Dich nicht verstecken, lernst neue Menschen und Perspektiven kennen. Das kann eine grosse Hilfe sein um aus der ( selbstgemauerten) Isolation auzubrechen.
    Ausserdem steigert es Dein Selbstbewusstsein mit der Krankheit umzugehen...auch Deinen Freunden gegenüber.

    Dieses Drahtseilspiel geht nicht lange gut und Du musst nicht alleine sein nur weil Du nicht mehr trinken willst.
    Du musst Dir einfach neue Horizonte öffnen, umdenken. Das gehört zum Trockenwerden. Und ist unerlässlich für das Trockenbleiben.

    viele Grüsse

    White

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • hallo Lupe,

    du hast alle Zeit die Du eben brauchst, keine Entschuldigung nötig.

    Die von Dir angesprochene Problematik ist nicht selten.
    Hang zum Perfektionismus und Versagensängste, damit verbundenes Extremverhalten...himmelhochjauchzend zu Tode betrübt.

    Das ist uns hier nicht unbekannt.
    Du kannst zu der Thematik also ruhig mehr schreiben wenn Du es möchtest, wir können damit was anfangen.

    Um das aufzuarbeiten wäre wohl threapeutische Hilfe sinnvoll.

    Wenn Du es denn willst. Und wenn Deine Kräfte es zulassen. Ein diesbezügliches Infogespräch kannst Du ja mal in Angriff nehmen.

    Aber:
    Die Erkenntnis das da irgendwas nicht gerade läuft sollte Dich nicht davon abhalten Dein Ziel weiter zu verfolgen. Bevor Du ernsthafte therapeutische Massnahmen angehst muss das Thema Alkohol abgehandelt sein.
    Wenn Du noch trinkst macht eine Gesprächstherapie keinen Sinn.
    Erst Gespräche führen und mit den Erkenntnissen dann trocken werden funktioniert nicht.

    viele Grüsse

    White

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

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