Hallo Goldkind
und Herzlich Willkommen hier im Forum.
Ein guter Entschluss, mit der Droge Alkohol Schluss zu machen. Ich sehe hier Deine Bereitschaft, aktiv zu werden, das ist doch eine gute Voraussetzung. Und wie ich herauslese, bist Du auch bereit, Hilfe anzunehmen.
Dein erster Weg sollte Dich zu Deinem Hausarzt führen, der wird dann mit Dir zusammen die weiteren Schritte besprechen. Ob eine ambulante Entgiftung für Dich in Frage kommt, kann nur er entscheiden, was Dir da lieber wäre, ist zweitrangig. Es kommt sicher auf Deinen Gesundheitszustand an, inwiefern das in Frage kommt.
Vor einer stationären Entgiftung brauchst Du keine Angst zu haben. Du gehst dort hin, bekommst ein sauberes Bett, die Ärzte werden Dir Medis gegen die Entzugssymtome geben und man darf sich da normalerweise auch frei bewegen. Sie dauert in der Regel so um die 7 Tage. Wenn Du Glück hast, wie ich damals, ist dort auch nettes Pflegepersonal, ich wurde dort sehr liebevoll betreut. Auf Dich herabsehen wird dort niemand, da sind jeden Tag Leute auf Entzug, die wissen alle, das wir an einer Suchterkrankung leiden und werden Dir helfen.
In ein Delir fällst Du sicher nicht während einer Entgiftung, Du bist doch dort unter ärztlicher Kontrolle. Das passiert eher bei einem Kalten Entzug. Ich war auf einem 2-Bett-Zimmer mit eigenem Bad in einem ganz normalen Krankenhaus.
Über SHG kann ich Dir nicht allzu viel sagen, ich war bei den AA, kam dort aber nicht klar. Aber es gibt noch andere Organisationen, wie Du sie auch schon nennst. Wo die sind, wird Dir bei einer Suchtberatung genannt werden.
Meine SHG ist hier und hier ist immer geöffnet, 24 Stunden lang rund um die Uhr. Eine Therapie hatte ich nicht.
Im übrigen ist es unerheblich, wie groß die Trinkmenge ist oder wann man trinkt, eine Abhängigkeit kann sich auch bei eher geringen Mengen entwickeln.
Schämen brauchst Du Dich sicher nicht, Alkoholiker zu sein. Schau Dich mal hier um, das sind wir hier alle (die CO`s mal ausgenommen) und wir sind ganz normale Menschen, ich finde sogar, normaler wie manch anderer
. Schämen brauch man sich nur, wenn man weiter säuft und nichts gegen seine Suchterkrankung unternimmt.
Ja, und Deine Schlafprobleme sind Entzugssymtome, ich hatte die später so stark, das ich gar nicht mehr schlafen konnte und auch Nachts Bier nachschütten mußte, ich konnte nicht mehr anders. Bei mir kamen dann auch später noch Panikattacken dazu, auch ausgelöst durch Entzugssymtome.
Also lass Dir bitte einen schnellen Termin bei Deinem Arzt geben, leg da offen die Karten auf den Tisch, beschönige nichts, er wird Dir helfen. Brauchst keine Angst davor haben.
Wir begleiten Dich gern auf Deinem Weg in die Trockenheit, denn auch mit einer Entgiftung ist der nicht zu Ende. Du wirst viele Dinge in Deinem Leben ändern müssen, das ist aber alles in kleinen Schritten zu schaffen, wir helfen Dir gern dabei. Das ein-oder andere wirst Du hier schon beim Stöbern im Forum darüber lesen, denn nur-nicht-mehr-trinken ist es noch nicht.
Und frag gern, was Du wissen möchtest, Antworten wirst Du hier immer bekommen.
Lieben Gruß an Dich
Lilly