Mutter liegt fast im sterben

  • hallo und erstmal ein herzliches willkommen hier.

    wieviel zeit deine mutter noch hat ist eine frage, die dir hier niemand beantworten kann, da wir a) den genauen gesundheitszustand deiner mutter nicht wirklich kennen und b) keine ärzte sind. da müsst ihr ihren arzt fragen und zwar ganz direkt.

    was aus ihr wird, das wird auch von ihr selber abhängen. erholen kann sie sich, aber dann muss sie an ihrem lebensstil radikal was ändern. wenn sie das nicht tut, bezweifle ich, dass sie es schaffen wird.

    wie gesagt, versucht mit dem arzt und eurer mutter zu reden, mehr fällt mir im moment leider nicht ein.

    liebe grüße

    - Dani -

  • hallo honig,

    schlimme situation, in der du da steckst. ich hab mit meinem vater das gleiche erlebt, und es ist nicht gut ausgegangen, er ist gestorben.

    kann dich auch nur dazu ermuntern, möglichst viel bei ihr zu sein, ihr die dinge zu sagen, die dir noch auf dem herzen liegen, damit DU nachher das gefühl haben kannst, ihr seid in frieden auseinander gegangen, bzw. du kannst in frieden damit leben, dass sie nicht mehr da ist. ich glaube, dass das für uns alkoholikerkinder ganz wichtig ist, dass wir nicht immer weiter mit unseren eltern hadern, das macht uns nur kaputt.

    versuch auch weiter die ärzte zu löchern, aber ich glaube nicht, dass sie dir was definitives sagen können.

    bei mir war es so, dass ich noch abends bei meinm vater auf der intensivstation war, die ärzte sagten mir, ich solle mir keine sorgen machen, er sei stabil, er war auch klar. irgendwie war ich dann doch unruhig und bin nachts nochmal hingefahren, durfte dann zu ihm, und dann hat er mich ganz fest in den arme genommen und hat nur gesagt "ich hab angst". ich hab das damals nicht kapiert, aber wahrscheinlich hat er es da schon gespürt. acht stunden später kriegte ich den anruf, es geht zu ende, eine halbe stunde später war er tot. was ich damit sagen will: prognosen gehen in solch einem zustand wahrscheinlich wirklich nicht.

    wünsche dir viel kraft.

    lieben gruß

    lavendel

  • Hallo Honig,

    meine Mutter hat sich fast zu Tode getrunken, schwere Leberzirrhose etc.. Sie hat die Kurve gekriegt, ist seit 20 Jahren, trocken. Dass ich die schlimmen Jahre mit ihr endlich aufarbeiten konnte und noch kann, ist heute für mich, nachdem ich selbst alkoholkrank geworden bin, von unschätzbarem Wert.

    Mein Vater starb qualvoll am Missbrauch von Alkohol und Drogen, als er erst 38 Jahre alt war, dürre wie Spargelkraut, Magenblutungen, Leberzirrhose, Krebs, alles. Ich hatte nie die Möglichkeit, mit ihm irgend etwas aufzuarbeiten, er hatte nicht einmal die Möglichkeit, mich um Verzeihung zu bitten. Ich hätte ihn nicht sehen wollen zu diesem Zeitpunkt, ich glaube, ich hätte erst heute die Kraft dazu.

    Möchtest Du denn bei Deiner Mutter sein? Oder möchtest Du es nicht?

    Bei meinem Vater wollte ich nicht sein, nicht mal auf dem Sterbebett, meine Mutter würde ich selbst bei einem Rückfall (oh bitte nicht und damit ist auch nicht zu rechnen) in meiner Nähe haben wollen. Ich glaube, es kommt wirklich darauf an, womit wir selbst leben können und wollen, welche Bedürfnisse w i r haben, nicht wieviel Z e i t uns für die Dinge bleibt, sondern, o b wir sie tun m ö c h t e n. Dies ist meine Erkenntnis, sie muss nicht für Dich oder Deine Schwester gelten.

    Ich wünsche Dir und Deiner Schwester viel Kraft für die nächste Zeit...

    LG, Meni

  • hallo honig

    puh, ich kann dir jetzt nicht sagen, ob ich es meiner mutter sagen würde, dass sie sterben. aber ich denke, dass deine mutter es auf jeden fall ahnt besonders da sie es ja schon angesprochen hat. sie wird deine reaktion (egal wie du versucht hast dich zusammenzureißen) bestimmt bemerkt haben. vielleicht könntest du ja die ärzte diesbezüglich um rat fragen?

    ich kann mir vorstellen, das du den verlorenen weihnachtsfesten hinterhertrauerst, aber wenn ihr die gehabt hättet, wären diese glaube ich nicht schön gewesen und du hättest es jedes jahr aufs neue bereut, diese tage nicht anders verbracht zu haben.

    warum musst du die starke sein? wenn ihr die arbeit aufteilt ist es doch leichter. aber wenn du nicht zeigst, wie stark dich das mitnimmt, werden die anderen auch weiterhin alles dir überlassen. außerdem ist es keine schwäche vor anderen zu weinen, ich bin mir sogar sicher, dass es dir mal gut tun würde nicht alles in dich reinzufressen.

    grüßle

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!