mein dilemma

  • Moin aschy,

    für die Absicherung der Familie und der Finanzen muss man heutzutage einiges auf sich nehmen.

    Du schreibst:
    und nun beginnt mein großes dilemma. eine anstellung in meinem fachgebiet bedeutet ... alles was mir lieb und teuer ist, besonders meine frau, nur am wochenende zu sehen. und genau diese situation war im jahre 2004 mitauslöser für meinen rückfall, jobverlust, entgiftungen und eine therapie.

    Was soll jetzt Mitauslöser gewesen sein ? Fern deiner Frau die Woche zu verbringen ?

    Genießt du nicht deine neue Freiheit, ist es dir nicht auch im Extremfall es wert, solche Verpflichtungen einzugehen, um euch abzusichern und Pflichterfüllung nachzukommen ? Daraus musst du schöpfen.

    Gruß, Freund.

  • Servus Aschy,

    sieh es mir bitte nach, aber weil ich einen sehr ähnlich gelagerten Fall erst kürzlich in meiner realen SHG hatte, möchte ich Dir folgendes mit auf den Weg geben:

    Unser Gruppenmitglied war vor nahezu der exakt gleichen Ausgangssituation als Kundendienstmonteur. Er hat sich mir der Annahme dieser Arbeitsstelle seinen Rückfall zurechtgelegt, quasi "gerechtfertigt", bevor er überhaupt passierte. Er passierte auch, ganz klar.

    Warum? Nun, in letzter Konsequenz wollte sich unser Gruppenmitglied zwei Dinge beweisen: dass er immer noch für den alten, gut bezahlten Job tauglich sei - das ist er nicht mehr.
    Und zweitens, dass er kein Alkoholiker sei und damit umgehen könne - fataler Irrtum, der ihn fast das Leben gekostet hätte.

    Welche Fragen Du Dir jetzt beim Lesen stellst, überlasse ich ganz Dir - genauso, ob und welchen Job Du annimmst.

    LG
    Spedi

  • hallo frank,

    habe mir jetzt mal die postings durchgelesen. muss feststellen, dass da nix ungewöhnliches passiert bei dir. das meine ich im bezug auf die angst die du hast in dein "altes leben" zu rutschen.

    ich hab da so gedanken die mir kommen wegen der einsamkeit usw.... ich nehme an das du all diese gefühle damals in nasser zeit erlebt hast. bzw. kurz nach trinkpausen und bist dann wieder rückfällig geworden.
    vielleicht schaffst du es die abende mal zu geniessen. ein buch lesen. darüber nachdenken wie du dein trockenes leben gestalten willst. sich im positiven auf deine frau freuen. glücklich sein, dass du geld nachhause bringst. vielleicht schaffst du es aus einem blickwinkel zu sehen der nicht alles so "schwarz" erscheinen lässt. vielleicht!

    bei mir ging das in einigen situationen sogar sehr gut. und zwar ohne das ich mich auf unnötige risiken die einen rückfall hätten auslösen können eingelassen habe. hier gings einfach darum sich den situationen zu stellen die man sich als ziel aussucht. step by step eben.....

    im zweifel natürlich konseqent sein und das ding nicht durchziehen.

    viele grüße
    carnel

    7. Juni 2005

  • Hallo Frank,
    ich finde es wirklich mutig, dass Du bei Deinen Vorstellungsgesprächen ehrlich in Bezug auf Deine Alkoholkrankheit bist. Nur so kannst Du Dir den Rücken frei halten. In meiner SHG sind einige Leute, die beim neuen Arbeitgeber nichts gesagt haben. Jetzt haben Sie immer Angst, dass etwas durchsickert. (Ich bin zum Glück gar nicht erst in diese Situation gekommen, da ich gleich in den Ruhestand geschickt wurde.)
    Du hast Angst, wieder rückfällig zu werden, wenn Du von Deiner Familie räumlich getrennt bist. Du musst aber nicht zwangsläufig in Dein altes Leben zurückfallen. Du hast jetzt ein neues, anderes Leben, in dem Du auch allein den Tag bewältigen kannst. Das sind völlig neue Chancen, auch für Deine Ehe. Klammern ist der Tod jeder Beziehung.
    Klammern bedeutet für mich Abhängigkeit....darin sehe ich die Gefahr.
    Gruß Sweety

    Es ist keine Schande krank zu sein.
    Es ist aber eine Schande, nichts dagegen zu tun!

  • Hallo aschy,

    die Frage, ob es nun sinnvoll ist sich einem NEUEN Arbeitgeber gegenüber zu outen, wurde ja schon mal in Deinem thread mit unterschiedlichen Antworten diskutiert. Ich halte mich mal zurück.

    Etwas verunsichert bin ich allerdings durch die Aussage, dass es DIR nach den Gesprächen immer gut ging.

    Du bist der Bewerber und nicht der Entscheider. Letzterem muss ein gutes Gefühl entstehen.

    Dass Dir, wie vielen hier von uns, durch Gespräche eine Last von den Schultern genommen wird, macht den Sinn der Selbsthilfe aus.

    Aber Du bewirbst Dich ja nicht in einer SHG, sondern um einen Arbeitsplatz.

    Es ist meine persönliche Erfahrung, wenn ich hier schreibe, dass eine gewisse "Zurückhaltung" bei Vorstellungsgesprächen auch vorteilhaft sein kann.

    Aber Du musst es für Dich entscheiden und die besten Wünsche für Erfolg begleiten Dich von allen.

    gruss vom schreck

  • Hallo Frank,
    wenn Du entgegen deiner Überzeugung,nicht ehrlich in erster Linie mit Dir selbst warst,und deinem gegenüber,dann hast Du einen Schritt zurück gemacht!Tja,da hilft jetzt auch kein verletzt sein,lag es doch an Dir,offen und ehrlich mit Dir,und deiner Krankheit umzugehen,dann musst Du jetzt auch die Konsequenz daraus tragen.Wenn Du schreibst;Ob nun Offenheit bei der Stellensuche ( siehe craving ) etwas nützt oder nicht - keine Ahnung - und davon viel. Morgen beginnt eine neue Woche und ich lasse mir meine positve Lebenseinstellung nicht durch solche Kleinigkeiten vermiesen.

    Ehrliche,und offene Umgehensweise,mit mir,und meiner Krankheit,ist für mich keine Kleinigkeit!
    Das ist für mich Präorität um erstens:Mich zu schützen.
    Und zweitens:Nicht nach Ausreden suchen zu müssen,und mich damit unglaubwürdig erscheinen zu lassen!
    Vieleicht solltest Du mal in Betracht ziehen,daß auch die weiteren potenziellen Arbeitgeber,die Möglichkeit haben,sich wiederrum telefonische Referenzen einzuholen,und dann,wieder etwas verletzt sein?So wird datt nichts!

    Gruß Andi

  • Hallo Frank,
    dann solltest Du es bei diesem einen Test auch belassen,und deinen geraden Weg weitergehen,denn nur er wird dich letztendlich zum Ziel bringen!!

    Gruß Andi

  • Hallo aschy,

    Dein „Dilemma“ teilen viele Leute. Ganz unabhängig davon, ob krank oder nicht : Absagen sind an der Tagesordnung. Ich habe einmal den Spruch gehört „Wenn sich nur 10 Bewerber auf eine Anzeige melden, war die Anzeige nicht gut gestaltet.“ Mindestens 100 (natürlich abhängig von der Art der Arbeit) Schreiben sollte eine Anzeige bewirken.

    Klar, dass der Personalchef sich dann die (vermeintlich) Besten herausfischen kann. Was mich verwundert, ist das telefonische Einholen von Referenzen. Das ist äußerst ungewöhnlich. Noch ungewöhnlicher, und für mich fast nicht glaubhaft, ist die Tatsache, dass man Dir als Ablehnungsgrund die eingeholten telefonischen Referenzen benennt.

    Wer solches erzählt begibt sich auf sehr dünnes Eis. Es wäre für Dich u.U. schnell nachvollziehbar, wer hier Informationen weitergegeben hat, die Dich möglicherweise darin hindern, eine neue Arbeitsstelle zu finden. Deshalb würde ein Personalchef, wenn er alle Sinne beisammen hat, niemals die eingeholten Referenzen erwähnen, sondern eine x-beliebige andere Ausrede erfinden.

    Zeugnisse richtig zu lesen ist übrigens gar nicht so einfach. Es gibt Code-Wörter, die in positive Beurteilungen eingebaut werden, den Fachkundigen aber wissen lassen, dass es eigentlich negativ gemeint ist. Vielleicht steckt da doch etwas in Deinem Zeugnis. Aber selbst wenn es so wäre, hilft Dir das im Moment auch nicht weiter.

    Ich wäre ja so frech genauer nachzufragen, worin denn nun der eigentliche Grund der Absage liegt. Am Zeugnis kann es ja nicht liegen, hast Du gesagt. Vielleicht sagt ja ein Einsteller mal was.

    Das Thema „outen beim Berwerbungsgespräch ja oder nein ?“ geistert immer wieder mal durch´s Forum. Und ähnlich wie bei der Frage „trennen ja oder nein ?“ wirst Du auf Für- und Gegenstimmen treffen und die Entscheidung bleibt bei einem selbst.

    Wie Du es auch machen wirst, Geduld gehört wohl auf jeden Fall dazu. Viel Glück

    wünscht schreck

  • Servus Aschy,

    ich kann das bis zu einem gewissen Grad schon nachvollziehen. Auch mich hat es seinerzeit sehr belastet, einer Situation ausgesetzt zu sein, die ich nicht bewusst ändern konnte. Mir ging es erst wieder besser, als diese Situation vorbei war.

    Was mir aber geholfen hat war die Tatsache, dass mich meine SHG auf eine andere Sichtweise der Dinge gebracht hat, die mir diese Situation "erträglicher" erscheinen liess.

    Ich kenne dich leider zu wenig, um Dir eine Option aufzeigen zu können, aber vielleicht magst Du ja ein wenig mehr erzählen über Deinen beruflichen Werdegang und Deine Vorstellungen, wie es weitergehen kann / soll.

    LG
    Spedi

  • Servus Aschy,

    meine Herren Gesangsverein! Du hast ja auch schon das Eine oder Andere durchprobiert. So aus dem Stegreif fällt mir da jetzt auch nicht allzu viel ein, eventuell noch der reine Material-Vertriebsbereich Deines Berufes, also Heizungs-, Lüftungs- Großhandel/Fachverkauf. Die Fach- und Marktkenntnis hast Du, die Abnehmerfirmen kennst Du (z.T.) sicher auch - und da sind die Arbeitszeiten mit Sicherheit "kommoder" als in Deiner Branche.

    Aschy, ich kann das gut nachempfinden. Meine Situation war ähnlich gelagert, auch ich war dem Druck nicht mehr gewachsen. Nach eingehender Analyse bin ich dann zu der Entscheidung gekommen, das es nicht die Branche oder die Position waren, sondern mein Arbeitgeber, der mich an den Rand des Wahnsinns getrieben hat.
    Ich habe dann entschieden, mich umgehend aus der Position zu befreien und erst danach etwas neues zu suchen.
    In meiner heutigen Position habe ich wieder ein zufriedenes Arbeiten gefunden, welches mich fordert, aber den nötigen Freiraum belässt.

    Ich wünsche Dir, dass Du bald eine Lösung für Dein Problem findest. Vielleicht kommt ja auch noch der eine oder andere Kommentar der Leserschaft, der Dich weiterbringt.

    LG und glaub weiter an Dich,

    Spedi

  • Servus Aschy,

    meinen herzlichen Glückwunsch! Das klingt ja fast nach Volltreffer, oder?

    Dann wünsch ' ich dir erst mal viel Kraft und "Gutes Gelingen" im neuen Job.

    LH
    Spedi - ich freu mich für Dich!!!

  • Hallo Aschy,
    na da gratuliere ich Dir doch ganz herzlich!
    Gut,daß Du von vornherein,für klare Verhältnisse gesorgt hast!

    Dann entspann dich noch einmal ein paar Tage,und dann frisch ans Werk,suppi!

    Gruß Andi

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