ich brauche dringend hilfe!

  • hallo katrin,

    willkommen hier im forum.

    also, da du nicht viel schreibst, kann ich dir nur einfach mal einen der möglichen wege aufzeigen.

    normalerweise gibt es erst einmal ein gespräch mit dem hausarzt. der entscheidet auch, ob man zum entzug ins krankenhaus gehen sollte. ein kalter entzug zuhause kann tödlich enden, das solltet ihr garnicht erst in erwägung ziehen. danach eine suchtberatungsstelle. dort wird geschaut, was das beste für deine mutter wäre, eine ambulante oder eine stationäre therapie. dann muss sowas beantragtt werden, sie muss einen sozialbericht schreiben, dann wartet man auf die zusage vom versicherungsträger und dann kommt man irgendwann in eine therapieeinrichtung.

    es gibt aber auch zwischenformen, manchmal kann man das beschleunigen, sowas hängt alles von den gesprächen im vorfeld ab. hilft dir das ein bisschen? ansonsten müsstest du ein bisschen konkreter fragen.

    und letztlich ist es so, dass - wenn deine mutter nicht will - dass ihr nichts machen könnt. ihr könnt sie nicht vom trinken abbringen, ihr könnt nur versuchen, euch abzugrenzen und im äußersten fall muss sich dein vater von ihr trennen, ehe er mit den bach runter geht. das hört sich brutal an, aber häufig ist das die einzige lösung, wenn der betroffenen nichts ändern will.

    ausserdem schieb ich dich jetzt in die rubrik "kinder von alkoholikern", da bekommst du wahrscheinlich auch noch ein paar paar antworten von betroffenen.

    gruß

    lavendel

  • hallo katrin

    Zitat

    sie gesteht es sich aber nicht ein und immer wenn sie getrunken hat bin ich oder mein vater an allem schuld!

    dich oder deinen vater trifft keine schuld am alkoholproblem deiner mutter oder habt ihr euch etwa hingestellt und ihr die flasche an die lippen gesetzt? wohl kaum. sie hat sich für diesen (vermeintlichen) fluchtweg entschieden, sie muss sich auch dafür entscheiden wieder aufzuhören. dazu könnt ihr sie nicht zwingen!

    vielleicht könntest du und dein vater mal zu ner suchtberatung und/oder selbsthilfegruppe für angehörige von alkoholikern gehn. so ne anlaufstelle gibts normal in jeder stadt. könnte mir gut vorstellen, dass euch das auch hilft. nicht als hilfe für eure mutter sondern für euch selbst!

    falls du noch fragen hast oder einfach nur deine gedanken niederschreiben willst, tu das, wir lesen und antworten hier gerne :)

  • hallo katrin

    nichts von dem was du schreibst, hört sich doof an, mir ging es lange zeit genauso wie dir, auch wenn meine mom erst getrunken hat als ich (ich schätz etz mal) 13 jahre alt war, vielleicht auch länger.

    hm... ob das mit dem krankenhaus was bringt bezweifle ich jetzt mal. wir hatten zweimal den krankenwagen da (ich war jeweils zu der zeit auf arbeit, kann es also nur aus den erzählungen meiner geschwister und großeltern wiedergeben).
    das erstmal war sie besoffen im bad gelegen und hat nicht reagiert, wie sie meine großeltern und meine schwester angesprochen haben, als der krankenwagen da war ist sie aufgewacht und hat sich geweigert mitzugehn. die sanitäter waren ca. 1 1/2 stunden da, ham auf sei eingeredet und meine kleine getröstet (sie musste danach noch abschlußprüfung schreiben, gott sei dank nur irgendwas am computer, war nicht sooo wichtig), dann sind sie wieder gegangen, da sie nichts ausrichten konnten.
    beim zweiten mal ist sie gestürzt, hat sich am kopf verletzt und war total weg. sie ist erst wieder im krankenhaus aufgewacht und hat sich furchtbar geschämt. auch da haben die ärzte sich bemüht, mit ihr geredet, zufällig war ein psychologe bei nem anderen patienten, da is der arzt meiner mom hin und hat ihn gefragt, ob er mal mit meiner mutter reden könnte, das hat der dann auch gemacht, aber war auch wieder alles sinnlos. sie ist am nexten tag auf eigene verantwortung aus dem krankenhaus raus und es ging weiter wie davor.

    vielleicht könntet ihr ja den hausarzt mal anrufen, dass er kommt, er wird zwar wenig ausrichten können, solange deine mutter betrunken ist, aber dann erkennt er wenigstens schon mal den ernst der lage und redet vielleicht dann mal mit ihr, wenn sie nüchtern ist.

    wenn ich ehrlich bin, hat mir das gespräch bei der suchtberatung auch nichts gebracht. aber ich kenn welche, die waren total begeistert. hast du eigentlich den rat angenommen und gehst zu einem psychologen? wär vielleicht gar keine schlechte idee, zumindest probieren könntests ja mal.

    das meine mutter mich oft genug angemault hat, wenn sie nüchtern war, kenne ich nur allzugut. das tat dann immer ganz besonders weh. oft waren es vorwürfe, welche total ungerechtfertigt waren z.b. entscheidungen welche meine eltern für mich getroffen haben, aber mir hinterher vorgehalten wurden, wie ich das nur machen kann und ich hätte das ja so gewollt. oder das mir die sätze total im mund verdreht wurden. als meine mutter noch getrunken hat, hab ich wegen jeder kleinigkeit mit ihr gestritten. bin mit 16 ausgezogen, hab meine familie zwar jeden tag gesehen, aber ich hatte einen rückzugsort, wo ich für mich alleine war und glaub mir, das war das beste was mir passieren konnte.

    wohnst du noch daheim? wenn ja, siehst du eine möglichkeit das zu ändern? wie alt bist du denn eigentlich? 20, 21? arbeitest du oder gehst du noch zur schule?

    du musst darauf nicht antworten, wenn du nicht möchtest, es wäre nur interessant zu wissen.

    liebe grüße

  • hi aur3lie

    deine mutter will es wahrscheinlich schon, aber sie ist krank! es ist wahrscheinlich nur eine trinkpause, um euch angehörige zu beschwichtigen. ohne professionelle hilfe wird sie es sehr schwer haben. bis man sich zu ner langzeittherapie entschließt ist es ein weiter weg, aber vielleicht könnte sie ja wenigstens in ne selbsthilfegruppe und zur suchtberatung. es wäre wirklich wichtig für sie. wäre gut wenn ihr diesbezüglich mit ihr reden würdet. außerdem sollte sie auch mit ihrem hausarzt reden.

    aber auch falls deine mutter trocken werden sollte, würde ich dir trotzdem empfehlen, für dich hilfe zu suchen. du lebst dein ganzes leben damit, hast viel schlimmes mitgekriegt und mit dir herumgeschleppt bzw. tust es jetzt noch. das solltest du alles aufarbeiten, wenn du es jetzt verdrängst, wird es dich für dein ganzes leben prägen.

    liebe grüße

  • hi katrin

    auch wenn du das etz net hören willst, aber ihr könnt gar nix tun. du kannst deine mutter nicht zwingen aufzuhören, dass muss sie alleine wollen. wenn sie dann soweit is, dann gibt es möglichkeiten, wo ihr helfen könnt.

    warum möchte sie denn keine hilfe? wieso ist sie nicht mal bereit wenigstens in eine shg zu gehn?

    könntest ihr ja mal diese internetseite empfehlen, vielleicht schaut sie ja mal rein und liest sich durch.

    sorry aber mehr fällt mir etz net ein :(

    ich wünsch euch auf jeden fall viel glück, vergesst bitte nicht euch selbst, tut auch mal euch was gutes

  • hi katrin

    bitte bitte, wir hörn dir doch gern zu :)

    zwar schön, dass deine mutter ihr trinken reduziert hat, aber das gelbe vom ei is es ja wirkli net. sorry, wenn i etz diesen gedanken ausspreche, aber gut möglich, dass sie offiziell ihre zwei drei bierchen trinkt und heimlich noch mehr. sie scheint aber wirklich net bereit sein, hilfe annehmen zu wollen. da is wohl all dein gutgemeintes zureden verlorene zeit :(

    achte bitte auf dich, dass dir das alles net zuviel wird, sorg dafür das du ablenkung bekommst, aber red auch drüber, wenns dir schlecht geht. du kannst an deiner mutter nix ändern, aber du hast es für dich selber in der hand, dich um dich zu kümmern. grenz dich soweit es geht ab, das is etz der ratschlag den ich dir gebe, auch wenn du ihn vielleicht net hören willst.

    liebe grüße

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