Hallo!
Ich weiß garnicht wie ich anfangen soll. Ich finde es auf jeden Fall toll, euer Forum gefunden zu haben. Ich weiß nicht, ob es überhaupt noch Hilfe gibt in diesem Fall. Aber ich glaube, es würde mir gut tun, von euch das entgültige "Nein, man kann nicht mehr helfen" zu hören.
Meine ganze Familie ist weiß nicht mehr weiter.
Mein Opa trinkt seit Jahrzehnten. Er ist mittlerweile 66 Jahre. Er trinkt schon immer. Solange ich lebe (22 Jahre). Meine Mutter und meine Tante (seine Töchter) haben es auch schon als Kinder miterlebt. Und bei meiner Oma verstehe ich es nicht, warum sie ihn überhaupt geheiratet hat.
Seitdem er in Rente ist (das ist schon 10 Jahre her), beschäftigt er sich immer weniger, lässt sich total hängen, hat keine Lust mehr zu garnichts....außer besoffen sein. Und von Jahr zu Jahr wurde es natürlich schlimmer.
So sehr wir alle versucht haben, mit ihm zu reden, es hat nichts geholfen. "Ich trink net!" kommt nur als Antwort. Wir waren bereits bei der Drogenberatung von der Diakonie, zusammen mit meiner Oma. Mehrmals. Meine Oma ist eine sehr konservative, streng christliche Frau. Ihr ist nur wichtig, was andere denken und sagen: "Was sollen denn die anderen Leute denken???"
Wir waren auch schon beim Hausarzt. Aber der kann halt nichts tun, solange mein Opa es nicht einsieht oder selber dazu bereit ist, etwas zu unternehmen.
Die Tipps, die wir von der Drogenberatung gekriegt haben, haben wir auch eingehalten. Nur meine Oma nicht.
Es ist leider so, dass mein Opa jeden Tag Unmengen trinkt, er immer labiler wird, er kann immer schlechter laufen, sieht aus wie 90. Trotzdem hat er noch Kraft, meine Oma zu schlagen und sie den ganzen Tag und die ganze Nacht auszulachen und anzuschreien. Er wird sehr aggressiv, wenn sie etwas sagt.
Das meine Oma das mit sich machen lässt, daran ist sie ja selbst schuld, das weiß ich. Wir wissen auch, dass man unserem Opa wohl nicht mehr helfen kann. Es hört sich sehr böse an, aber wir alle wünschen uns, dass das so schnell wie möglich ein Ende hat...ich glaube, ihr wisst, was ich meine. Aber je länger er lebt, desto mehr haben wir Angst, dass er unsere Oma evtl. noch mehr schlagen wird bzw. sie vor ihm stirbt, weil sie so sehr leidet.
Sie schafft es einfach nicht, sich von ihm zu trennen. Wir haben so Angst um sie. Immer, wenn wir mal eine realistische Chance hatten, unserem Opa oder ihr zu helfen, hat sie total abgeblockt. Andere Male kommt sie von allein zu uns und weint und möchte da raus....sie ist so zwiespältig! Wir können es alle nicht verstehen!
Wahrscheinlich nennt man so etwas co-abhängig???
Meine Oma geht auch immer wieder zu ihm zurück, weil er alles kaputt schmeißt, wenn sie nicht da ist. Die Stühle reduzieren sich tagtäglich, genauso wie die Telefone und die Fernseher.
Wir wollen einfach nur, dass meine Oma wieder ein glückliches Leben führen kann und wir wieder schöne Zeiten miteinander, alle zusammen (ohne meinen Opa), verbringen können.
Was kann man machen? Kann man meinen Opa wegen Körperverletzung anzeigen? Was sind die Voraussetzungen dafür? Was für andere Möglichkeiten gibt es (ihn loszuwerden)? Ihr müsst wohl denken, dass ich total unmenschlich bin....normalerweise ist das aber garnicht der Fall. Mittlerweile denken von uns alle so. Es ist wirklich verrückt. Ich möchte das ja auch nicht denken, aber ich kann nicht anders.
Oder sollen wir meine Oma einfach lassen? Und uns nicht mehr einmischen? Wir wissen, dass es das sinnvollste ist, wenn sie sich einfach von ihm trennt. ABer wenn sie sich weiter so "foltern" lässt, dann können wir ja auch nichts mehr für sie tun.
Tut mir leid, dass es so viel geworden ist. Ich danke euch schonmal im Voraus von ganzem Herzen, einfach nur fürs Durchlesen der langen Nachricht!
Vielen lieben Dank!