Papa fängt sich nach dem Tod unserer Mama einfach nicht mehr

  • Hallo Lila,

    erst einmal recht herzlich Willkommen hier bei uns im Forum!

    Nein, antun sollst Du ihm sicher nichts!

    Aber Du kannst Dir Hilfe von aussen holen!

    Zum Beispiel bei einer Suchtberatungsstelle oder auch beim Jugendamt!

    Es sind unhaltbare Zustände bei Euch und Du kannst nicht alles alleine auf Deinen Schultern tragen!

    Also lass Dir helfen und zwar so schnell, wie irgend möglich!

    Auch hier wirst Du ganz sicher noch Unterstützung bekommen, also, wann immer Dir danach ist, schreibe!!!

    Es ist immer jemand hier, der Dir "zuhört" !!!

    Lieben Gruß an Dich
    Speedy

  • hallo lila

    nein du sollst ihm ganz sicher nix antun. warum nicht? es mag banal klingen, aber willst du dein leben wirklich wegwerfen? du würdest definitiv dafür bestraft werden, egal wie die umstände sind und das ist er nun mal einfach net wert. mag etz für manche hart klingen, aber das ist nun mal meine ansicht darüber. schmeiß dein leben deswegen net weg, verdamme diesen gedanken am besten aus deinem kopf.

    ich kann deine sorge um deine kleine gut verstehn, habe selber drei jüngere geschwister und mach mir große sorgen um meine zwei brüder, auch wenn ihnen noch nie körperliche gewalt angetan wurde. aber dieses zusehn wie sich ein geliebter mensch kaputt macht, diese zeit während unsere mutter betrunken ist und nix mit ihr anzufangen ist (sie ist quartalstrinker), zerrt schon viel zu sehr an ihnen und mir. ich merke doch wie meine jungs fertig sind deswegen, deiner schwester wirds wohl noch schlimmer gehn, besonders da ihr auch keine mutter mehr habt.

    ich kann mich meinen vorrednern nur anschließen und dir raten hilfe zu holen. am besten vielleicht erstmal bei der suchtberatung, dann kannst du immer noch zum jugendamt. wär vielleicht net schlecht, wenn deine kleine zu dir könnte, aber überfordern sollst du dich auch net. vielleicht gibts ja noch andere verwandte die bereit sind, sie aufzunehmen, oma, paten, tanten usw. vielleicht findet sich ja da ne lösung.

    du schreibst ziemlich viel von deiner sorge um deine schwester, dir gehts doch auch net gut, du hast doch auch schon so viel mitgemacht evtl. mehr als manch anderer vertragen könnte. würde dir bestimmt gut tun, wenn du net nur wegen deiner sister zur suchtberatung gehst, sondern auch wegen dir. gibt übrigens auch selbsthilfegruppen für kindern von alkoholikern, bei mir zwar net in der direkten umgebung (wohn halt doch zu weit vom schuß :wink: ), aber hör dich doch mal um, ob's sowas bei dir gibt. glaub mir es tut gut mit gleichaltrigen drüber zu sprechen, ich hab selber ein paar freundinnen, wo das gleiche problem daham haben wie ich :(

    liebe grüße, wäre schön mehr von dir zu hören, vielleicht schreibst du ja auch mal mehr über dich (aber nur wenn du möchtest)

  • hey lila

    oje, das ist eine verdammt große last die du auf dich genommen hast. wenn ich ehrlich bin, hört es sich für mich auch ein bißchen so an, als würdest du vor dir selbst davon rennen. du kümmerst dich viel um alles andere, für dich selber bleibt aber kaum zeit, liege ich da richtig?

    hättest du nicht caritas geschrieben, hätte ich dich gefragt ob du bei mir in der nähe wohnst *g*. bei uns gibts auch net viel für angehörige, eigentlich nur die suchtberatung. war auch mal da und mir gings genauso wie dir. sachen die ich wusste hat er wiederholt und auf fragen die ich hatte, erhielt ich keine antwort

    Zitat

    So muss ich ihn irgendwie einfach ins Auto setzen und etwas unternehmen.


    ähm... was möchtest du denn unternehmen? im endeffekt kannst du deinen vater nur unterstützen, wenn er selber hilfe möchte. zwingen geht nun mal (leider) net und wenn es ginge, wäre es nicht von dauer. wir kinder & auch andere angehörige können nur mit dem süchtigen reden, wenn der oder diejenigen net möchte, ist alles zwecklos. dann bleibt nur sich selbst zu schützen, auf sich selber zu achten und das tun, worauf man lust hat.

    liebe grüße

  • hi lila

    kann ich mir vorstellen, das dir das recht ist, denn so hast du wenig zeit um über alles nachzudenken. vielleicht könntest du dir ja nen tag in der woche einrichten, wo du einfach mal was für dich tust. wann heiratest du denn eigentlich? bist scho aufgeregt? (kann mir sowas gar net vorstellen)

    wir haben unsere mutter auch öfters fotografiert wenn sie betrunken war, meine schwester hat ihr auch die bilder gezeigt, gebracht hat es aber gar nix. einmal hab ich sie auch mit der digi-cam aufgenommen als es ganz besonders schlimm war, habe es dann aber nicht übers herz gebracht ihr das video zu zeigen als sie nüchtern war :( ich weiß net ob ichs an deiner stelle machen würde, da du geschrieben hast, dein vater wird agressiv und handgreiflich. wer weiß was passiert, wenn er mitbekommt, dass du ihn filmst, ich hätte da glaub viel zu viel angst davor.

    bei uns ist es auch immer so, dass die nüchterne zeit der mutter richtiggehend genossen wird, irgendwo ist dann doch immer die hoffnung da, dass sie es diesmal schafft. aber irgendwie hab ich diesbezüglich inzwischen schon aufgegeben...

    liebe grüße

  • hi lila

    das kenne ich, ich verwöhn meine kleinen auch mitunter viel zu sehr. wenn mich der ganz kleine anschaut und um was bittet, kann ich einfach net nein sagen, egal wie oft ich mir des davor vorgenommen hab.

    hey, du kannst mich fragen was du willst. meine geschwister sind 13, 15 und 18, ich selber 23. ne, meine mutter wurde nie handgreiflich, sie schnallt dann oft überhaupt nix mehr, hockt oder liegt nur da und ist meistens auch net ansprechbar bzw. sie schaut dich an, aber ist einer antwort net fähig.

    ja, das kenne ich, manche dinge trau ich mich auch net verzählen, da ich mir sicher bin, dass ich da net verstanden werde. hier im forum ist mir das aber schon gelungen, es ist halt doch anonym und hier machen alle das gleiche mit wie wir.

    falls es mit der familientherapie doch nix werden sollte, kannst du ja immer noch eine für dich machen. es ist oft so, dass alki-kinder immer erst an andere denken und nicht an sich selber, aber das ist auch wichtig. daher auch mein vorschlag mit dem freien tag für dich :)

    liebe grüße

  • Du schreibst die Dinge würden nicht verstanden werden, wenn Du sie nicht erzählst.

    Da drängen sich mir zwei Sachen auf:

    1. die Dinge sind verrückt oder total abnormal, also traust Du Dich nicht zu erzählen was da passiert

    oder

    2. bei Euch sind die Familienstrukturen so durcheinander, dass z. B. durch gegenseitige Mitwisserschaft Verpflichtungen entstehen (ist nur ein Beispiel), so dass sich irgendwann keiner aus der Familie mehr was zu sagen traut.

    Ich denke beides sind sehr schlechte Aussichten für ein geordnetes Familienleben. Hier sollte sozusagen reiner Tisch gemacht werden. Ansonsten reitet ihr Euch alle zusammen immer tiefer rein und versucht auch die Verfehlungen des Alkoholkranken zu decken.

    Ist aber alles natürlich hier leichter geschrieben als getan. Vielleicht irgendwo mit dem ersten Schritt den Hebel ansetzen. Z. b. offen in der Familie u. vielleicht auch gegenüber den unmittelbaren Nachbarn ansprechen, dass wenn der Vater oder die Mutter betrunken ist. Das wird schon was helfen, auch wenn ihr Euch bisher vielleicht schämt, wenn dies passiert.

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