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  • Halle Madeleine,

    selbst wenn Dein Bruder noch so viel berechnet: Weder für die Arbeit reicht es aus um wieder nüchtern, geschweige denn halbnüchtern zu werden noch zu etwas anderem. Die von Dir beschriebene Menge schafft selbst jemand, der keine Arbeitsstelle hat, kaum zu trinken. Das ist eine absolut konditionierte Trinkmenge, die auf langen und / oder exessziven Alkoholkonsum schliessen lässt. Auch mit 4 Lebern liesse sich der Alkohol in der Tageszeit nicht gänzlich abbauen, d.h. es ist ein Dauerpegel da, auch mit für den nächsten Tag und das halte ich für äusserst bedenklich, wenn nicht lebensgefährlich.

    Ich würde es auch nicht so sehen, dass er "einfach (trotzdem) funktioniert".

    Welchen Grund hat das Nicht-Reagieren auf Telefon, Klingeln ? Kannst Du das mal ergründen ? Was ist in den 4 Wochen oder davor passiert ? Warum erfährst Du erst jetzt davon ? Was für ein Geschwisterverhältnis habt ihr beiden ? Vielleicht hast Du einen direkteren Einfluss auf ihn als die Freundin Deines Bruders.

  • Hallo Madeleine,

    Du hast mein Mitgefühl, was Deinen Vater und Deinen Bruder betrifft.
    Da hast Du ja viele Geschwister, die Dir zumindest mit der Alkohol-Information voraus sind. Eins verstehe ich nicht: alle 4 Geschwister wissen es, deine Schwester noch nicht ? Im Prinzip reicht es schon, wenn es einer weiss, der sich berufen fühlt zu helfen und sich einsetzt. Und wenn
    dann noch Deine Familie hinter Dir steht kann eigentlich nichts schiefgehen. Ich würde die Angelegenheit nutzen um die familären Bindungen zu verbessern und zu stärken.
    Der Tod ist eine traurige Angelegenheit. Es dauert lange um dies zu verkraften. Es ist dennoch kein Grund zu trinken, nicht im September, nicht im Oktober ...
    Ich hatte mal einen Arbeitskollegen, der kam tränenüberströmt zur Arbeit.
    Sein Vater war relativ überraschend gestorben, also nicht nach langer Krankheit. Was hat er gemacht ? Er hat sich geöffnet, gesagt, das ist im Moment so, es hat mich erschüttert, ich bin zur Zeit anders wg. des Schmerzes, nimmt es bitte so wie es ist. Und wenn ich auf der Arbeit fehlen sollte, wisst ihr warum. Er hat nie getrunken und unabhängig davon stiess er auf vollstes Verständnis.
    Ich würde mir Deinen Bruder zur Seite nehmen, wenn er nüchtern = aufnahmebereit ist. Es kann nicht schaden, wenn Du schon jetzt eine Beratungsstelle aufsuchst. Sollte der Zugang zur Wohnung verwehrt sein, muss notfalls die Feuerwehr oder die Polizei die Tür aufbrechen, wenn
    er sich selbst so "wegsperrt". Besonders im Falle der Gefahr für sein Leben.
    Und die sehe ich jetzt schon. Reden und Zuhören ist das beste, was Du tun kannst. Danach würde ich das Thema Alkohol ansprechen, in Hinblick darauf, dass das Selbstzerstörische bei ihm aufhören muss. Viel Erfolg!

  • Hallo Madeleine,

    es freut mich von Dir wieder zu hören. Es ist "ein wenig" Arbeit, aber es lohnt sich mit Sicherheit, Deinen Bruder aus dem Sumpf zu ziehen.
    Es gibt nichts zu verlieren, nur zu gewinnen. Berichte doch mal, was Dein Gespräch ergeben hat.

  • Hallo Madeleine,

    Du wirst uns sicher berichten, was Dein Gespräch ergeben hat. Eine abwartende Haltung scheint ebenso nicht dein Ding zu sein.
    Also, bin gespannt. Ob Dein Bruder mit dem Familientreffen ohne seine Anwesenheit einverstanden ist, halte ich für zweitrangig, da es um seine Gesundheit und sein Leben geht. Und schliesslich sind dessen Freundin und ausserfamiliäres Umfeld ebenso betroffen. Gibt es bei Deinem Bruder eine gewisse Ordnung, ausser dass er arbeitet ?

    Grüsse
    Schneemann

  • (uups. Hier ist mir eine Entwurfantwort im Internet Browser reingerutscht (8:54) sorry.Inhaltlich soll dennoch beides gelten mit Ausnahme des wiederholten Berichtes von der Beratungsstelle))

  • Hallo Madeleine,

    ich bin Alkoholiker, möchte Dir aber trotzdem etwas zu Deinem Problem schreiben.
    Meine Schwester ist seinerzeits auch zu einer Beratungsstelle gegangen.Es hat absolut nichts gebracht.Ich habe sie nur ausgelacht und gesagt. "Ich, ein Alkoholproblem?Komm mal wieder runter."
    Ich wollte Dir damit nur sagen, daß Dein Bruder von ganz allein Hilfe suchen muß.
    Das hat auch nichts mit Gefühlen zu tuen.
    Aber schön, das Du wenigstens hier bist und über alles sprechen kannst.
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie viel Glück

    LG Inanna

    Alkoholikerin aus Zufall
    Trocken aus Wahl

  • nun, es ist nicht jeder Alkoholiker gleich. Wenn man Fakten auf den Tisch legt, da warst Du besoffen, da musste Dich jemand nach Hause bringen, dort konntest Du Dich an unser Gespräch nicht mehr erinnern kann man schon Druck machen.

    Ich glaube den meisten Leuten ist bewusst, dass sie ein Alkoholproblem haben, aber sie finden da nicht raus. Ich habe auch mit einigen schon gesprochen, die dies zugegeben haben. Es ist vielleicht auch einfacher dies gegenüber von guten Freunden zuzugeben als gegenüber der Schwester oder der Mutter.

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