Trennung trotz Liebe, da Alkohol ihn enthemmt

  • Hallo Jule,

    herzlich willkommen, klasse, dass Du so viel zur Vorstellung von Dir gibst. Hier im Co-Bereich bist Du schon richtig.

    Du hast ja schon einiges gelesen und viele Antworten gefunden. Die Abhängigkeit selbst ist relativ, mit der Zeit stellt sich der Pegel ein, dann ist es vorbei mit Sport, Job oder Gesundheit, dann geht es nur noch um das nackte Leben, jeder kommt dahin, wenn es nicht klick macht und einschneidende Dinge passieren und auch jeder Angehörige.

    Du hast es mit zwei Menschen zu tun, die immer weiter auseinander mutieren und für Dich ja schon die Entscheidung getroffen, dass Du nicht so weiterleben möchtest, selbst wenn Du es könntest, eines Tages würdest Du mit aufgefressen. Ob sich alles normalisiert, wenn er trocken wäre, kann Dir niemand sagen.
    Tatsache ist aber, dass sich bestimmte Verhaltensmuster verstärken. Ich denke aber, Neugierde und Getue sind eine Sache, wenn es in einer Beziehung funktioniert braucht man das nicht, da ist einfach kein Grund zu experimentieren und die Prioritäten zu verschieben.

    Wir haben am Wochenende über lustige Anzeigen in einer Eurer Wochenzeitungen gelacht. Für die einen ist das ein Bedürfnis, für mich sind das Kranke, eben, lachhaft, aber das muss jeder für sich entscheiden, wir sind nun einmal alle anders. Du kannst nur für Dich entscheiden wozu Du bereit bist, wo Deine Gehgrenze liegt und vor allem, was er Dir wert ist. Da Du ein gesundes Selbstvertrauen hast, ein unabhängiges Leben führen kannst, ist der Herzschmerz schwer, aber auch sicher ein zu verarbeitender Punkt, nur, wo Du die Grenzen ziehst, dass musst Du finden. Du hast Dich jetzt getrennt und in einigen Tagen oder Wochen sieht vieles anders aus.

    Da Du selbst wenig Verpflichtungen aus der Beziehung hast, sage ich einfach einmal ganz frech: das Beste was Dir passieren konnte. Dein Herzschmerz heilt, die Alkoholdauerwunden, die Folgen werden durch die Liebe nur in die Länge gezogen.

    Die Wertstellung hat für mich auch etwas mit der persönlichen Bindungsbereitschaft zu tun. Dieses gelabere über Selbstbestimmung und alles im Griff zu haben, kontrollieren zu können und gereizt zu reagieren ist ein typischer Abhängigkeitsvorgang, da ist man zu nichts bereit, nur zu Worten und zur Befriedigung seiner Sucht. Wenn ich mit jemandem zusammen bin der eine andere Vorstellung von Essen, Glauben oder Sonstigem hat, dann respektiere ich das, einfach so und wenn mir Dinge gegen meine Moral, gegen den Strich gehen, dann muss ich einen Strich ziehen und sehen dass das in Ordnung kommt.

    Ich bin heute so egoistisch, dass für bestimmte Dinge in meinem Leben kein Platz mehr ist und dazu zählen auch aufreibende Gedanken an ein was wäre wenn und überhaupt. Entweder meine Frau entwickelt sich vom Alkohol fort oder erledigt, das hat lange gedauert, aber ich habe die volle Schmerzdosis erlebt, die Trennung, einen neuen Versuch und es wirkt heute einfach anders, da ist wenig Platz für neue Wunden.

    Ich wünsche Dir, dass Du weiterhin so aufgeräumt und klar im Kopf bleibst, viel Kraft um die wehmütigen traurigen Tage zu überstehen und dass Du hier noch viel liest und schreibst.

    Lieben Gruß kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Hallo Jule36,
    ich hab deinen Thread nur überflogen. Aber die Dinge, die mir ins Auge gefallen sind, die reichen mir absolut! Dein Freund hat ein drastisches Alkoholproblem, und sein Alkoholkonsum stört dich! Ich rate dir dringend, Abstand von alledem zu bekommen, denn du zerstörst dich selbst damit, wenn du weiterhin bei ihm bleibst!

    Du bist sehr zielstrebig, weißt, was du willst! Stehst auf eigenen Beinen! Also - was stellt sich dir in den Weg? Liebe - das ist keine Liebe. Und du wirst sehen, wie wenig er dir fehlen wird, hast du dich erst einmal getrennt. Du wirst erkennen, wie viele Sorgen du hattest, die du dann einfach nur loslassen kannst. Wie glücklich du wieder wirst und wie sehr du dein Leben genießen kannst - ohne ihn!

    Dein Freund wird nichts ändern. Und das alles hast du einfach nicht verdient! Auch die Sache mit den anderen Frauen. Dieser Vertrauensbruch - und dann ständig - ich könnte damit nicht leben. So kann man doch keine Beziehung führen! Und: Meiner Meinung nach hat das alles sehr viel mit dem Alkohol zu tun. Er holt sich so die Bestätigung, die er zu Hause nicht mehr bekommt. Da kriegt er doch nur kontra - also wählt er den einfachen Weg (wie jeder Alkoholiker) und lässt sich Hintertürchen offen. Genauso wie mit dem Alkohol auch mit anderen Frauen. Wieso auch nicht. Alkoholiker schlängeln sich durchs Leben, und wenn man ihnen nicht klare Grenzen setzt, dann werden sie auch immer damit durchkommen!!!

    Genau, werde egoistischer! Und steige aus aus diesem Spiel und nimm Abstand von Dingen, die du einfach nicht glauben kannst und die absolut nicht ernst gemeint sind.

  • Hallo Jule,

    hau weiter in die Tasten, es sind nicht nur die Antworten, die uns richtig einstellen. Viele Menschen lesen Dich und jedes Mal wenn Du liest, auch Deinen eigenen Text, kommt etwas in Bewegung, bei Dir, bei anderen.

    Meine Frau trank nur Wein, das hat mich nie gestört, ich trank ja auch, unser Umfeld, alle. Wir lebten auf einer Wolke, die es so nicht mehr gibt, vielleicht anders, aber nie mehr so wie sie war. Wir schrieben uns täglich alles was uns bedrückte, erfreute, machten uns Mut und und und, brachten Gefühle zu Papier, auch wenn wir schon darüber gesprochen hatten, eine schöne Zeit. Heute lese ich manche Zeile anders, da waren sehr viele Rechtfertigungen, eigentlich rechtfertigte ich mich laufend. Diese Rechtfertigungen hatten nur vorsichtig umschrieben worum es eigentlich ging: um Alkoholsucht, als ich aus dem Co-Dasein erwachte und etwas änderte, wurde vieles überflüssig, hinfällig und damit löste sich auch unsere Wolke auf.

    Meine Frau trank keine konzentrierten Sachen, ekelte sich davor, eben nur Wein, wie andere ihr Bierchen. Sie funktionierte, machte ihren Job, brachte Höchstleistung, war klar im Kopf, wir hatten einen tiptop Haushalt, sie machte sogar Sachen die sie hasste, für mich und die sie noch nie für einen Kerl gemacht hat, z. B. meine Wäsche, alles, auch im Schlafzimmer, auf Wolken, wir hatten eine heile Welt, bis mir diese eine halbe nächtliche Stunde der klaren, abgehobenen Unzurechnungsfähigkeit bis zum Hals stand und das ganze Ausmaß, all die gesteuerten kleinen Zusammenhänge klar wurden.

    Da passierte was, ich wollte und will es nicht mehr, nach Monaten. Du bist da schon viel weiter.

    Wir haben ein Abkommen: keinen offenen Alkohol vor meinen Augen, keinen kalten Entzug, bis in Kürze der Entzug etc. beginnt, passt nicht wirklich, es ist ein manchmal unerträgliches Abkommen.

    Der herrliche, sonnengereifte Rebsaft ist jetzt gestaucht, komprimiert, wasserklar, fast Spuren los. Der Inhalt einer Flasche Rotwein auf ein Drittel verdunstet, zwei Flaschen auf eine gute halbe Flasche stinkendes, nachts, unbemerkt aus den Poren quirlendes, abends in den schönen Klamotten steckendes Zeugs, die Haut, die Küsse, die Augen, überall ist dieses Zeugs, ich lebe im Dunst einer riesigen Desinfizieranstalt. Das metallische Klacken des sich öffnenden Verschlusses lässt mich immer noch erzittern, wie damals der Korkenblub, durch die Tür, durch die Schallwellen der Lautsprecher. Ich mag meine Frau, liebe sie, sie riecht gut, wir können uns immer noch sehr gut riechen, aber manchmal stinkt es.

    Wir wären nicht zusammen gekommen, wären nicht verheiratet, wenn sie täglich eine halbe Flasche Komprimiertes in sich rein geschüttet hätte, es war nur Wein, es hat mich 3 Jahre nicht wirklich gestört. Man sagt, die Zeit heilt Wunden, Ette sprach von Narben, irgendwas bleibt, auch in meinem kranken Kopf bleibt immer was, aber es geht auch wieder, deshalb haben wir ein Abkommen, da sind Raketen aufgestellt, die keiner wirklich will.

    Wir gehen duldsam miteinander um. Ich verstecke meine Abneigung, sie ihre Sucht. Klar und komprimiert: Wir verarschen und verscheißern uns, keine gute Basis, irgendwie ein geistiges Fremdgehen, da fällt es schwer zu definieren, dem Partner beizustehen, Werte nicht zu verlieren, auch mit zeitlich begrenztem Fenster und wolkenfreier Aussicht.

    Es zählt nur, dass es Dir gut geht, mit Alkohol geht es irgendwann nicht mehr, egal von welcher Wolke aus Du das betrachtest und Du machst gerade genau das Richtige, für Dich.

    LG kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Hallo Jule,

    Zum Thema Alkoholismus kann ich Dir hier nur als Alkoholikerin schreiben, denn ich bin ja keine CO, das mußt Du immer ein wenig berücksichtigen.
    Also: Wenn man sich aus seiner Sucht befreien will, muß man das für sich ganz persönlich wollen. Partner und auch Kinder müssen dann erstmal an zweiter Stelle stehen, weil das Trockenwerden sehr viel Kraft kostet. Das können nur selbst Betroffene so nachvollziehen, so wie ich die CO-Abhängigkeit auch immer nur versuchen kann, zu verstehen. Es kostet einfach viel Kraft.
    Und was ich hier auch immer wieder schreibe, die Sucht ist stärker als die Liebe und der eigene Wille. Es ist auch so, das man durch unsere Krankheit im nassen Zustand viele Gefühle betäubt, ich kann nur von mir sagen, das ich Liebe zu anderen Menschen kaum noch empfinden konnte, ich war zu gefangen in meiner Sucht, meine Gedanken drehten sich nur noch darum, wie ich sie befriedigen kann. Wann kann ich endlich wieder saufen ? Wo bekomm ich möglichst unauffällig meine Droge her ? Das sind die Fragen, um die es sich am Ende nur noch dreht.

    Nun mal zu Deinem Ex-Freund (nenn ich jetzt mal hier so)
    Wenn er sich aus seiner Sucht befreien will, MUSS er sich Hilfe suchen. Dazu gehört erst einmal ein Arztbesuch, dann eine professionelle Entgiftung. Das sind nur die ERSTEN SCHRITTE auf einem Weg in die Trockenheit. Wie eine Entgiftung aussieht, entscheidet der Arzt.
    Danach sollte man sich GANZ DRINGEND Unterstützung in SHG suchen, der Austausch mit Betroffenen ist unheimlich wichtig, darum sind wir alle hier, auch die Langzeittrockenen.
    Ohne Hilfe ist es zu schwer, sich aus der Sucht nochmal befreien zu können. Alle, die hier sind, haben das sicher versucht, durch runtertrinken, evtl. kontrolliertes Trinken, es funktioniert nicht. Unsere Krankheit ist AUCH in unserem Kopf, von daher klappt das nicht, wir sind IMMER auch psychisch abhängig.
    Sicher gibt es auch immer Einzelkämpfer, ich gehörte selber lange zu ihnen, war schon 4 Jahre trocken, als ich hier herkam, ich merkte erst hier, wie schwer ich es mir selber gemacht hatte, es wäre nicht nötig gewesen.

    So, Du willst Dich noch einmal mit ihm treffen....
    Dann sage ihm mal bitte, wie sein Weg aussehen könnte und ob er bereit wäre, ihn so zu gehen ?

    Dann mal zu der anderen Sache da mit dem Fremdgehen. Sicher setzt Alk die Hemmschwelle herunter, in welchem Maße, ist wohl sehr verschieden. Ich kann nur sagen, das ich meinen Partner nie in nassen Zeiten betrogen habe. An Gelegenheiten mangelte es sicher nicht. Und viele andere Alkies taten das auch nie.

    Ich PERSÖNLICH denke, wer zum Fremdgehen neigt, tut es auch, wenn er trocken ist. Woher es kommt, ob es eine Art Veranlagung ist, ob es der immer wieder notwendigen Selbstbestätigung dient oder nur der Befriedigung sexueller Bedürfnisse, frag mich nicht...ich weiß es nicht.
    Wahrscheinlich sind die Gründe so unterschiedlich, so individuell auch die Menschen selber sind.

    Aber eins weiß ich mit Sicherheit: Wenn sich mein Partner auf einer Seitensprung-Site anmeldet, dann schrillen bei mir aber die Alarmglocken. UND es würde mich sehr kränken. Ich würde mich fragen, warum tut er das und es würde mir sicher weh tun.
    Und wenn mein Partner nix besseres zu tun hat, als sich dauernd solche Filmchen anzusehen, werde ich auch hellhörig und frage mich, was steckt dahinter. Ist er unzufrieden, braucht er das mittlerweile, es kann sich ja auch in dieser Richtung eine Art Abhängigkeit entwickeln, etc.
    Ich meine hier jetzt aber sicher nicht das mal-ansehen solcher Filmchen, das macht wohl jeder mal....
    Ich würde da auch das Gespräch suchen und nachfragen.

    Und wenn mein Partner immer wieder anderen Frauen hinterherschauen würde und deren körperliche Vorzüge in den Vordergrund rücken würde, würde mich auch das kränken. Dann wäre er einfach der falsche Partner für mich. Auch hier meine ich nicht, das manchmal-hinterherschauen, das wird ja wohl noch erlaubt sein....macht man ja selber auch mal. Und Männer schauen nun mal wohl gern hübschen Frauen hinterher, warum auch nicht, solange sich das in Grenzen hält, die den anderen nicht verletzen.

    So, das war jetzt aber nur meine ganz persönliche Meinung dazu. Andere mögen da eine andere haben, jeder wie er mag.

    Ich für meinen Teil lasse mir ungern weh tun und würde daraus meine Konsequenzen ziehen, die würden in diesem Fall Trennung bedeuten.

    Lieben Gruß an Dich
    Lilly

  • Hi Jule,
    sein Verhalten bzgl. der anderen Frauen ist schlicht und ergreifend nicht normal! Du brauchst dich auch nicht dafür rechtfertigen, dass es dir dabei schlecht geht und versuchen, alles runterzuspielen. So etwas macht man einfach nicht, wenn man in einer festen Bezehung ist. Punkt!

    Ich kann das alles sehr gut verstehen. Mein Mann war nicht so extrem wie deiner, aber wenn er getrunken hat, dann hab ich auch solche Dinge bemerkt, weil er einfach zu dösig war, sie sich in seinem Zustand nicht anmerken zu lassen. Und in diesem Zustand war es ihm auch völlig egal, wie es mir dabei geht. Er hat auch oft Pornos geschaut, was mich sehr getroffen hat damals (ständig hat er sich neue Filme besorgt, obwohl er meinte, er macht das nicht mehr, weil ich ihm ja gesagt habe, dass es mir schlecht dabei geht, wenn er sich in sein Büro verzieht, anstatt zu mir zu kommen), und im Bett lief bei uns nur dann etwas, wenn er evt. gerade mal da war (wenn überhaupt) - was nicht oft war, da er es vorzog, die Abende in seinem Büro zu verbringen und dort zu trinken. Die Porno-Tussis konnten ihn ja auch nicht riechen - war doch so viel bequemer... Im Bett hat er schon seit ca. 5 Jahren nicht mehr geschlafen, da es ihm auf der Couch anscheinend besser gefiel.

    Was ich dir damit sagen möchte: Mach das alles nicht so runter!

    Bei uns war definitiv der Alkohol daran schuld. Denn er hat sich so die Bestätigung der anderen geholt - es waren ja nicht nur Pornos, sondern auch andere Frauen (wir hatten ja nur noch Streit wegen seines Alkoholproblems). Abends konnte er trinken, und ich hab nichts davon gemerkt (ich lag ja schon im Bett und er war noch lange wach) usw. Hinterher ist mir das auch alles viel klarer geworden - als ich meine Scheuklappen endlich abgenommen und der Wahrheit ins Gesicht geschaut hatte. Die tat zwar weh - aber die hat mir auch dabei geholfen, den richtigen Weg zu gehen!

    Und zu der Liebe. Ich bin auch jetzt noch - nach 8 Monaten Trennung - davon überzeugt, dass mein Mann mich liebt. Aber das eine hat nichts mit dem anderen zu tun! Sie sind krank und ihre Krankheit muss behandelt werden - oder halt nicht - und dann werden sie ewig so weitermachen... Mal ganz abgesehen von den ganzen anderen Dingen, die durch den Alkoholkonsum passiert sind und die viel viel schlimmer für mich waren, als die Sache mit den anderen Frauen...

  • Hallo Jule,

    es ist wohl so, das für CO-Abhängige das gleiche gilt wie für Alkies, man muß erst einen bestimmten Tiefpunkt erreichen, wo gar nix mehr geht.
    Erst ab dann kann man trocken werden und sich trennen. So glaube ich zumindest.

    Nach Deinen letzten Beiträgen hört es sich für mich so an: Es ist ja alles nicht so schlimm. Und nach dem letzten: Eigentlich läuft ja alles prima.
    Wenn der Alk nicht wäre..... :wink:

    Kann es sein, das Du Angst davor hast, wieder allein zu sein ? Ich frag nur mal so.... ich meine nichts von dem, was ich schreibe, irgendwie provozierend.

    Ob Du nun extrem eifersüchtig bist, sei mal dahin gestellt, er hat Dir weh getan und fertig. An extremer Eifersucht kann bestimmt arbeiten, aber ich denke eher, das Dein mittlerweile vorhandenes Misstrauen gegen ihn auch etwas damit zu tun hat.

    Ich persönliche würde mich als "normal" eifersüchtig einstufen, falls es sowas gibt. Ich reg mich sicher nicht über Lappalien auf, aber was Dein Ex da tat oder tut, würde mich einfach verletzen. :(
    Ich hätte das sicher angesprochen und gebeten, das zu unterlassen, aber höchstens 2-3x, danach hätte ich daraus Konsequenzen gezogen.

    Denn ich sehe es so: Es gibt genug liebe Männer, die sowas nicht tun, ganz einfach, weil sie ihre Partnerin lieben und sie darum auch nicht verletzen wollen. Warum sollte ich mich da an jemanden hängen, der mir nicht mehr gut tut.
    Ich muß dazu sagen, so sehe ich das heute. Ich habe auch schon an Beziehungen festgehalten, die nix mehr taugten, nur um nicht wieder allein sein zu müssen. Aber in Nachhinein kann ich nur sagen, schade um die Zeit, die Trennungen wurden damit eigentlich nur aufgeschoben.
    Heute würde ich da anders handeln, ich würde Konsequenzen ziehen.
    Denn es gibt nicht nur diesen einen Mann auf der Welt. Vielleicht finde ich jemanden, der mich so liebt, wie ich bin, der mich nicht verletzt oder kränkt etc. ?
    Ansonsten würde ich lieber allein leben als in einer unglücklichen Partnerschaft, denn das raubt einem zu viele positive Energien.

    LG an Dich
    Lilly

  • Hallo Jule,

    Zitat

    Daß ich hier etwas wehmütig auch seine guten Seiten beschreibe, gehört für mich dazu, mir geht es eben auch so. Und im Vergleich zu anderen Geschichten hier, hatten wir doch viel Gutes.

    Es ist wohl immer so, das die guten Erinnerungen die schlechten übertreffen, oft auch im nachhinein betrachtet. Das ist vielleicht auch ein Schutzreflex unseres Gehirns, weil wir sonst an zu vielen schlechten Erinnerungen innerlich zerbrechen würden, ist nur mal so meine persönliche Meinung.
    Und eins ist wohl auch klar: Trennungen tun immer weh. So oder so.
    Bloss wenn man sich immer wieder nur die guten Dinge in Erinnerung ruft, fällt eine Trennung ja noch schwerer als überhaupt.

    Ich denke, wenn das Ungleichgewicht zu stark wird und die negativen Dinge beginnen, zu überwiegen, dann ist spätestens der Zeitpunkt für eine Trennung gekommen.
    Du kannst Dir ja mal aus Spaß eine Liste machen, in zweit Spalten aufteilen und dort die guten Eigenschaften und die schlechten, die Dich stören, einfach mal aufschreiben. Meist sieht man daran schon recht genau, wohin die Waage ausschlägt.
    Überwiegen die Guten, wird man wohl bleiben, überwiegen die schlechten und sind gravierender, ist wohl eine Trennung angesagt.

    Tja, was würde ich als Lappalie sehen ? Ich sags mal so anhand von ein paar Beispielen : Wenn mein Partner sich mal nach hübschen Frauen umdreht, hab ich damit kein Problem. Würde er aber beginnen, mich damit zu vergleichen, würde ich da wohl sauer werden.
    Oder wenn mein Partner sich mit anderen Frauen treffen würde und ich davon nix wüsste, wenn er das heimlich hinter meinem Rücken machen würde, wäre ich auch darüber sauer. Was wiederum nicht heißt, das er nicht mit anderen Frauen was unternehmen darf, was weiß ich Kaffee-Trinken gehen, gemeinsam Essen gehen, Kino, Sport etc. Und wenn es nur das ist, darf ich das doch dann auch ruhig wissen, oder ? Ich will ja dann nich gleich mit !! :lol:
    Mir wäre es auch relativ egal, ob er sich ab und zu im net Filmchen ansieht, solange das nicht zur Sucht wird, denn diese Gefahr gibt es ja eindeutig. Und sobald er versuchen würde, da evtl. persönliche Kontakte in Seitensprung-Foren zu knüpfen, würden bei mir die Alarmglocken heftig schrillen. Dann wäre es wohl bei mir vorbei mit lustich.
    Und der andere sollte sich immer mal vorstellen, wenn der Partner das gleiche tun würde, wie er das dann wohl finden und sich dabei fühlen würde, dazu sollte Vorstellungsvermögen wohl ausreichen, denk ich mal. :wink:

    Zitat

    und erst jetzt, wo ich mich damit beschäftigt habe, weiß ich z. B. wie sehr z. B. viele Männer auch in Beziehungen Liebe und S** trennen können und denken, dass sie ihrer Freundin/Frau damit nichts wegnehmen usw. (soll keine Entschuldigung sein, nur Feststellung, und Frauen gibt es auch, die das so sehen).

    Wenn viele Männer das können, ist es ja okay, wenn dann auch ihre Partnerinnen damit klar kommen ? Allerdings wäre so ein Partner nix für mich, für mich ist beides miteinander verbunden, bin da ein bisschen altmodisch :wink: . Also käme ein solcher Partner für mich persönlich nicht in Frage.

    Kann ja jeder so halten, wie er mag. Aber ich werde halt nichts tun und auch nichts dulden, was mich verletzt, warum sollte ich ? Es geht schliesslich um meine psychische Gesundheit, die lass ich mir nicht zerstören. Nöööö, lieber nich :D

    Lieben Gruß an Dich
    Lilly

  • Zitat von Jule36

    Hallo Lilly76,

    Schön, daß mal wieder jemand was hier rein schreibt, mein Thema scheint nicht sehr zu interessieren .....


    Er trinkt von Sonntag bis Donnerstag gar nichts mehr, am Wochenende darf er, aber kein „Komatrinken“. Er findet es selbst gut, sagt er (der Sonntag kam von ihm noch freiwillig dazu, weil er meint, dass er da eigentlich sowieso nur aus Frust trinkt, weil schon wieder fast Montag ist), weil es ihm eigentlich auch alles zuviel ist. Kein Frustsaufen, kein Heimlichsaufen, kein Alkohol am Steuer, nicht schon angetrunken auf Partys u.s.w.

    Hallo Jule,

    mh, das nicht mehr so viele in Deinem Thread schreiben, liegt wohl daran, das die meisten diese ganze Nummer schon durch haben und wissen, wie es weiter geht. Du mußt halt erst noch einige Runden drehen, das ist wie bei Alkies, deren Tiefpunkt noch nicht wirklich erreicht ist.
    Es ist sicher nicht bös gemeint, das nur noch weinige schreiben, wahrscheinlich beobachtet man jetzt eher, wie es weiter geht bei Dir. Ratschläge nützen wohl auch im Moment wenig, weil Du sie wohl nicht annehmen würdest ? Man kann erst dann helfen, wenn derjenige auch wirkliche Hilfe annehmen möchte und auch Ratschläge, eher ist es irgendwie auch vergebene Liebesmüh. Sorry, hört sich jetzt ein bisschen hart an, aber so sehe ich das persönlich. :wink:

    Aber um nochmals auf das Alkoholproblem Deines Freundes zurückzukommen:
    Dieses kontrollierte Trinken, was er /ihr da anstrebt, funktioniert bei Alkoholikern NICHT ! Das haben wir alle so oft durch, ich habe das auch immer wieder versucht.
    Es ist auch nicht so, das man das nicht ernst meint, auch Deinem Freund unterstelle ich das nicht. Er wird das sicher wirklich versuchen wollen. Es wird auch mal eine Weile gut gehen, aber der nächste Absturz ist vorprogrammiert. Bei mir waren die dann immer sehr heftig, volle Breitseite dann, so als hätte ich was "aufzuholen" :(

    Unsere Krankheit macht einfach körperlich UND PSYCHISCH abhängig. Das ist es doch. Der Körper zeigt Entzugssymtome, bei dem einem sehr heftig, bei dem anderen weniger. Das sagt aber nichts über die psychische Abhängigkeit aus. Die ist einfach vorhanden.

    Und wenn man nun auch noch einem Partner verspricht, weniger zu saufen, dann wird es darauf hinauslaufen, das man wieder heimlich damit beginnt. Man macht das nicht aus Bosheit oder Willensschwäche oder was-weiß-ich. Man macht es, weil man alkoholabhängig ist und somit KRANK und nicht mehr anders kann.

    Ich kann nicht beurteilen, ob Dein Freund Alkoholiker ist, das weiß er nur ganz allein. Ist er es aber, wird das SO nicht dauerhaft funktionieren, oder er wäre der erste, von dem ich jemals gehört hätte.

    Wie gesagt, wir alle haben das versucht, ich kenne wirklich niemanden, bei dem das dauerhaft gelungen wäre :(
    Die Sucht ist einfach zu stark, folgt keiner Logik und auch nicht dem eigenen Willen.

    Ich wünsche Dir natürlich trotzdem weiterhin alles Gute. Aber ich glaube in der Beziehung mit Deinem Freund da nicht so ganz dran, ich habe dafür einfach zuviel selber erlebt und auch hier gelesen und kenne auch persönlich Alkoholiker. Von daher kann ich das nicht mehr besonders rosig sehen :(
    Weißt Du, ich hoffe dann immer für die Betroffenen, das ich mich irre. Weil sie mir natürlich auch sehr leid tun für alles, was sie durchmachen.
    Ich drücke Dir aber trotzdem ganz fest die Daumen !

    Lieben Gruß an Dich
    Lilly

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