Verhaltensänderung unter Alkohol positiv oder negativ?

  • Hallo!

    Mich würde mal interessieren, wie das bei euch war.

    Viele schreiben, daß der alkoholkranke Elternteil unter Alkoholeinfluss brutal, aggressiv oder verbal verletzend wurde.

    Gibt es auch welche hier, bei denen es umgekehrt war/ist?

    Wenn mein Vater z.b. getrunken hatte, wurde er oft entspannter und manchmal (wenn er richtig viel getrunken hatte) sogar zugänglich und liebevoll.
    Das einzige offene, liebevolle, schöne Gespräch hatten wir beide im Vollsuff. Da haben wir uns so die Kante gegeben, daß ich am nächsten Tag fast eine Alkoholvergiftung hatte. Er ist die Treppe hochgefallen und hat sich eine Rippe gebrochen.

    Nüchtern haben wir auch nie wieder ein Wort über dieses Gespräch verloren. Aber ich bin trotzdem froh, daß wir es hatten.

    Wem geht es ähnlich? Gibt es eine Erklärung für die Verhaltensänderung in so unterschiedliche Richtungen?

    alles liebe
    lydia

  • hallo lydia

    hm... so richtig fällt meine mutter da etz wohl in keine kategorie.

    ist sie betrunken, ist ihr alles egal, gleichgültigkeit für uns kinder und den rest der welt. aggressiv is sie kein bißchen, verletzend kann sie schon immer wieder sein, worin sie aber auch gut is, wenn sie nüchtern is, das hatte ich heute erst, naja eigentlich war sie sogar teilweise agressiv, aber "nur" in worten...

    weißt du zwischen mir und meiner mutter gibt es kaum zärtliche gesten, aber an zwei kann ich mich erinnern, da war sie betrunken.

    mein kleiner bruder würde es dir anders sagen, mit ihm kann sie den ganzen tag schmusen und kuscheln (ausnahme: sie ist betrunken), solche bilder kenn ich etz bei meinem größeren bruder net, obwohl er nur zwei jahre älter wie der kleine is.
    keine ahnung warum das so is, wenn ich mir das gerade so überlege, sagt sie immer, dass mein großer bruder und ich nach unserem vater kommen während meine schwester und der kleine nach ihr kommen. könnte sogar gut sein, früher bekam meine schwester auch viele zärtlichkeiten von meiner mutter, aber seit sich meine schwester von der mutter abgrenzt, is das nicht mehr so. seitdem sagt meine mutter auch, dass meine schwester immer mehr wie der vater wird, also gut möglich.

    ne erklärung hab ich dafür etz net, gibts dafür überhaupt eine?
    alk baut hemmschwellen ab und macht wohl agressiv, zumindest viele. sieht man doch scho auf festen, wie oft da geschlägert wird. und wenn ich so überlege, fällt mir etz keine schlägerei ein, wo ich mitbekomm hab, wo net mind. einer der streitsüchtigen betrunken war.

    ich denke auf alk reagiert jeder unterschiedlich, viele werden agressiv, manche aber auch sensibel. hemmschwellen werden auf jeden fall niedriger, vielleicht war es deinem vater nur dann möglich, dir zeigen zu können das er dich lieb hat?

    liebe grüße & alle achtung vor dir, ich wünsche dir viel glück auf deinem weiteren weg mit der trockenheit

  • danke, summerdream.
    Hm, das ist ja noch einmal eine ganz andere Situation, wenn die Geschwister unterschiedlich behandelt wurden. Wir wurden wenigstens alle gleich sch**** behandelt :)

    Ja, wahrscheinlich war es so wie du schreibst. Er konnte nur Gefühle und Nähe zulassen, wenn er etwas getrunken hatte.

    Bei einer meiner letzten Begegnungen mit ihm legte er von hinten liebevoll seine hand auf meine nackte Schulter (war im sommer). Ich bin nur zusammengezuckt und wurde wie starr, ich glaube er hat es gemerkt und hat seine Hand wieder weg gezogen.

    Das tat mir so leid für ihn, das verfolgt mich. Aber ich kann es nicht ändern, da waren so viele Verletzungen.
    trotzdem tut es weh.

    alles liebe
    lydia

  • hey lydia

    Zitat

    Das tat mir so leid für ihn, das verfolgt mich. Aber ich kann es nicht ändern, da waren so viele Verletzungen.
    trotzdem tut es weh.


    glaube ich dir, wohl ganz besonders auch, da du es nicht mehr ändern kannst. aber wie du schreibst, es war einfach zuviel negatives vorgefallen, glaube dein vater hat das auch verstanden, als er seine hand wieder weggenommen hat.

    liebe grüße

  • Hallo Lydia,

    wenn meine Mutter getrunken hatte war sie meistens immer sehr traurig und hat geheult und geheult und war sehr anhänglich, fast schon zu anhänglich... Sie wollte das ich auf ihren Schoß sitze und hat mich dann immer endlos gedrückt... Und mir gesagt das ich Ihr ein und alles bin und sie mir so dankbar ist für alles....

    Hört sich jetzt vielleicht gar nicht so schlimm an, bzw. besser als wie wenn sie agressiv gewesen wäre und geschlagen hätte aber ich mochte das überhaupt nicht, mir wurde das immer zu viel und ich hab es jedes mal wieder gehasst...

    Wenn sie nüchtern ist, bekomme ich das natürlich so gut wie nie zu hören..

    Eben auch fast so wie bei Dir, nur Gefühle zu lassen können wenn man betrunken ist...

    Doch eine Erklärung dafür hab ich auch nicht wirklich, die Hemmschwelle fällt halt dann weg, was anderes wirds wohl nich sein?

    LG Mandy

  • summerdream
    ja, du hast recht. Ich versuche mich dafür auch nicht zu martern. Aber ich spüre immer noch SEINEN schmerz. Toll oder. Ich spüre immer jedermann's Schmerzen um meine nicht fühlen zu müssen.

    @mandy
    doch das ist schlimm. Ich stelle mir das sehr einengend vor. Du wirst da als Kind mit einer Verantwortung ("mein ein und alles..") überhäuft, die du nicht tragen kannst.

    ich bin wirklich stolz auf uns, daß wir es versuchen anders zu machen.

    Habt ihr selbst kinder? ich nicht.

  • Hallo Lydia,

    auf Dauer wird das sicher aber nicht gut gehen bei Dir, ich denke Du solltest mal anfangen auf Dich zu schauen und lernen Deine Gefühle wahrzunehmen...

    Ich habe noch keine Kinder aber mein Freund und ich wollen welche und sind schon fleissig am üben :wink: Hoffen nur, dass es bald mal klappt. Und wie schaut es bei Dir aus, willst Du welche?

    Liebe Grüsse, Mandy

  • hallo mandy,

    klar, ich arbeite ja auch daran, meine Gefühle wahrzunehmen und ernst zu nehmen. Das ist sehr schwierig für mihc, nicht umsonst habe ich ja getrunken. Unsere Erziehung zielte auch nicht gerade auf respektvollen Umgang mit kindlichen Emotionen und Bedürfnissen.

    Momentan bin ich der Einstellung, daß ich zuviel mit mir zu tun habe und die Verantwortung ein Kind groß zu ziehen nicht tragen kann. Habe ja auch noch Zeit...
    Im Zweifelsfall werde ihc mich allerdings immer gegen ein Kind entscheiden.

    Wünsche euch viel Erfolg bei den Versuchen ;)
    gruß
    lydia

  • Hallo Lydia,

    Deine Entscheidung find ich sehr vernünftig, Du solltest erstmal Dein Leben in Griff bekommen...
    Das rät man mir auch, aber ich denke, mit meiner Mutter wird es immer Probleme geben und deshalb versuchen wir es einfach.

    Wie meinst Du das, im Zweifelsfall wirst Du Dich immer gegen ein Kind entscheiden?

    Gehst Du eigentlich in eine SHG, falls ja, hilft es Dir?

    LG, Mandy

  • hey lydia

    des glaub i dir, dass du an deinen gefühlen arbeitest und ich finde es ganz toll und auch wichtig.

    wenn ich dich mal was fragen darf, ist es eigentlich für dich durch deine sucht leichter geworden die sucht deiner eltern zu verstehn?

    ne kinder hab ich keine, hilfe :wink: , fühl mich dazu auch noch viel zu jung, manchmal bin ich selber noch ein kleines kind :lol:

    kann deine einstellung bezüglich kinder gut verstehn, mir gehts au net viel anders.

    liebe grüße

  • hallo summerdream!

    "wenn ich dich mal was fragen darf, ist es eigentlich für dich durch deine sucht leichter geworden die sucht deiner eltern zu verstehn? "

    Nein. Denn ich habe immer versucht trotzdem für mich und mein LEben die VErantwortung zu übernehmen. Klar haben auch andere unter mir gelitten (Freunde). Aber was meine Eltern verzapft haben ist schon schwer unverantwortlich. Ich kann das einfach nicht entschuldigen.

  • hey lydia

    das hört sich für mich sehr verbittert an.

    ich weiß, du möchtest an deiner trockenheit arbeiten und weiß etz au net, ob es gut is, wenn ich dir das etz anbiete, aber falls du noch was wegen deines vaters oder deiner mutter (wenn ich das richtig verstanden habe hegst du noch groll gegen deine mutter) loswerden möchtest, halt einfach drüber reden willst, kannst du es von mir aus auch gern hier tun (falls etz niemand anders was dagegen hat).

    wegen deiner trockenheit können wir dir wohl keine ratschläge geben und wenn wäre es unangebracht, aber vielleicht können wir dir ja bei deinen eltern ein bißchen helfen.

    is nur ein angebot, du kannst es auch irgendwann später in anspruch nehmen, du musst für dich entscheiden, was im moment das wichtigste für dich is. das is etz wohl falsch formuliert, die trockenheit sollte für dich an erster stelle kommen, aber wenn du das gefühl hast, dass dir das aufarbeiten deiner kindheit auf dem weg in die dauerhafte trockenheit helfen könnte, dann sind wir gerne für dich da. ich glaub so, hab ichs etz richtig formuliert :wink:

    liebe grüße

  • hallo Summerdream,

    das ist sehr lieb von dir, vielen Dank :)

    Klar ist das THema Elern ein großer Bereich bei mir.
    Verbittert..klar. Manche Dinge sind auch einfach bitter, wenn man sie als Erwachsener begreift und einordnen kann.
    Als Kind idealisiert man die Eltern ja doch etwas. Wenn man erwachsen wird, sieht man, wie entsetzlich schwach sie waren, daß sie versagt haben.

    Und ja, es ist für mich schwierig. Auf der einen Seite habe ich verständnis für meine Eltern, die selbst aus sehr verkorksten Familien stammen und die eindeutig ihre Situationen wiederholt oder wieder heraufbeschworen haben.

    Auf der anderen Seite kann ich ihnen die Verantwortung dohc nicht abnehmen und sie MIR auflasten. Meine Mutter hat sich einfach in der Opferrolle gesuhlt und uns Kinder vernachlässigt. Das würde sie so nicht sehen, aber es war so. Basta. Wer Kindern notwendige ärztliche Betreuung nicht zukommen läßt oder Kinder im Chaos sich selbst überläßt, obwohl sie eindeutig VErhaltensauffäligkeiten haben,handelt meiner Meinung nach verantwortungslos.

    Wer Kinder nicht schützt oder keine Hilfe sucht/holt, wenn er das selbst nicht mehr kann, handelt verantwortungslos.

    Ich bin nicht verbittert, aber teilweise sehr sehr zornig. Aber wie sagt meine TH: Wut ist die Umkehrung der Depression.
    Ich richte die Wut nicht mehr selbstzerstörerisch gegen mich, sondern gegen den, der mich verletzt hat.

    Ich weiß, daß meine Eltern nicht absichtlich Mist gebaut haben. Mit den Wunden muß ich (müssen meine GEschwister) trotzdem leben.

    Das Coolste fand ich noch, als ich mal bei meinem Vater war und er sich noch darüber lustig machte daß ich so auf mihc achte von wegen kein Koffein, kein Alkohol. Er hat meine Psyche als KInd vergewaltigt, ich habe Depressionen und bin alkoholkrank. Und wenn ich mein Leben in die Hand nehme und versuche trotz des ganzen Mülls klar zu kommen, muß ich mir noch seinen Spott antun.
    Ja, das MACHT mich zornig.

    Und ich bin FROH daß ich mittlerweile zornig sein kann.

    Wie gehen denn andere mit ihren ambivalenten Gefühlen zu ihren Eltern um? Du, SUmmerdream?

    alles liebe und schönen abend
    lydia

  • Hallo phoenix,

    mein Verhältnis zu meiner Mutter war immer Eiskalt. Ich habe mich sehr über sie geärgert aber mich nie getraut ihr das zu sagen. Ich habe nie Lob und Anerkennung von ihr bekommen.

    Doch irgendwann hab ich mir gedacht warum muß ich mich damit rumschlagen und nicht sie.
    Da hab ich ihr einen Brief geschrieben nur über meine Gefühle, der Brief war nicht angreifend.
    Hab mich zu erst auch nicht getraut ihn weg zu schicken aber dann tat ich es doch. Die Reaktion war nicht wie erwartet. Es kam nichts, totenstille. Kein Anruf zu meinem Geburtstag.
    Vor kurzen war ich dann bei meiner Oma und die hat sich dann meine Mutter zur Brust genommen und ihr gesagt das ich mit ihr reden will auf neutralen Boden. Sie wollte erst nicht hat es dann aber doch gemacht.
    Ich hab ihr alles gesagt was mich geärgert hat und sie wollte ab und zu mir Schuldzuweisungen machen aber ich habe gegen gehalten und das kannte sie überhaupt nicht.
    Jetzt gehen wir normal miteinander um ich nehm sie wie sie ist und sag ihr aber auch was ich denke.

    LG
    Elocin

  • Hallo ELocin,

    danke daß du deine ERfahrung erzählst. Ich finde es schön, daß ihr euer Verhältnis normalisiert habt.

    WAs meinen Vater angeht habe ich das auch des öfteren versucht, habe ihm versucht klar zu machen, wie er mit menscne umgeht. Daß ICH für mich das nicht ertragen kann. Eine Zeit lang bemühte er sich immer etwas, aber über kurz oder lang fiel er wieder in seine destruktive, verletzende Art. Aber gut, das THema ist ohnehin gegessen, er ist ja nun tot.

    Meine Mutter ist halt die Superverdrängerin. Nur so erträgt sie wohl, was 20 Jahre lang lief. Sie sieht halt jetzt die großen´Probleme ihrer Kinder und kann sich nciht länger in ihrem "war doch alles gar nicht so schlecht, ihr hattet doch zu essen und ein zuhause"-Kokon schützen. Ich habe ein...recht normales Verhältnis zu ihr. Manchmal kommen halt sachen von ihr, da gehe ich hoch wie eine Rakete, weil es den anschein hat, als hätte sie NICHTS verstanden. Zumindest kann ich heute kontra geben und habe meine eigene Meinung. Und ich merke auch, daß meine Mutter eine viel einfacher gestrickte Frau ist, als ich das immer dachte. Jegliche psychologische Zusammenhänge überfordern sie total. SChon deshalb konnte es mit meinen ELtern nicht klappen, weil sie sich beide zu 95% in die destruktive Eigendynamik ihrer eigenen verkorksten Psyche fallen ließen. Ohne Reflexion, ohne Verantwortung zu übernehmen.

    danke fürs Lesen.
    da muß wohl immer noch einiges raus...
    lydia

  • hi lydia

    Zitat

    Wie gehen denn andere mit ihren ambivalenten Gefühlen zu ihren Eltern um? Du, SUmmerdream?


    über deine frage hab ich seit gestern gegrübelt, aber eine antwort hab ich (noch) nicht gefunden.

    schreib dir später mehr, mein kleiner bruder will schnell was mit mir spielen *g*

    liebe grüße

  • so lydia, etz hab ich zeit *g*

    hm... fangen wir mal mit meinem vater an...
    sagen wir mal so, er is zwar mein vater, aber in meiner vorstellung stell ich mir nen vater anders vor. vielleicht ist meine vorstellung auch falsch oder zumindest übertrieben, aber ich weiß, so wie er möchte ich net sein.
    weißt du, wie er noch bei uns gewohnt hat, war er den ganzen tag auf der arbeit und da wie wir von anderen gehört ham, superfreundlich und total zuvorkommend, das hat er dann wohl bei uns ausgelassen. geldgeil, egoistisch, machtgierig, das fällt mir so spontan über ihn ein. das meine mutter wegen ihm wohl angefangen hat zu trinken, kann ich ihr net verübeln, sie musste einiges mitmachen, auch wenn das keine entschuldigung is.
    wie gesagt, er is mein vater, er wohnt etz au weiter weg, daher seh ich ihn selten und ich hab auch nicht das bedürfnis danach ihn öfter zu sehn. eigentlich traurig, aber ich hab mich dran gewöhnt.

    meine mutter is ein anderes thema, kannst dir ja denken, ich wohne net weit weg von ihr und meine brüder wohnen ja auch bei ihr. inzwischen geh ich bei ihr extrem auf abstand, auch wenn das manchmal schwer is. kann ihr ja net immer ausn weg gehn und sie macht, wenn sie nüchtern is, auf heile welt und will mit mir reden und so.
    inzwischen seh ich das ganze mit etwas abstand, das macht es leichter. vielleicht auch, weil ich zu der meinung gekommen bin, dass sie ein hoffnungsloser fall is. manchmal bekomme ich wut, wie man sein leben so sinnlos wegschmeißen kann, aber das geht dann auch wieder vorbei.

    weiß etz net ob ich deine frage so einigermaßen beantwortet hat, wie gesagt, so richtig weiß ich keine antwort drauf.

    finde ich gut, dass du wütend auf deine eltern sein kannst, das is scho mal ein erster schritt. vielleicht kommst du irgendwann an den punkt, wo du dich net mal mehr drüber aufregst, ganz einfach, weil du ihnen bzw. mehr deiner mutter gleichgültig gegenüber stehn kannst.
    du hast recht, es ist verantwortungslos, was sie alles gemacht haben, dein vater war alkoholiker, deine mutter wohl zu sehr co. um für euch da zu sein, sogar in solchen extremsituation. ich weiß das is keine entschuldigung, aber ne andere erklärung gibts wohl leider net :(

    liebe grüße

  • Hallo summerdream und danke für dein langes Posting. Ist sehr interessant und ich finde es toll, daß du schon so weit bist bei deinem Umgang mit dem ganzen.

    Du sprichst ein wichtiges Thema an.

    "das meine mutter wegen ihm wohl angefangen hat zu trinken, kann ich ihr net verübeln, sie musste einiges mitmachen, auch wenn das keine entschuldigung is. "

    Das beschäftigt mich schon länger. Klar, rutscht dann irgendwann schon fast in's Philosophische ab.
    Freier Wille...oder inwiefern kann ich jemanden die Verantwortung über seine Taten übergeben. Oder ist die Person "Opfer" ihrer Lebensumstände. Wo fängt der Wille an, sich zu verändern. Und die, die nicht über sich nachdenken und an sich arbeiten - können sie es wirklich nicht?

    Verstehst du was ich meine?

    Unsereins versucht niemanden "schuldig" zu sprechen und die gesamte Verantwortung auf sich zu nehmen, um lebensfähig zu werden. GLeichzeitig spricht man aber die Personen, die einem nachhaltig geschadet haben, ein Stück weit von IHRER Verantwortung frei. Ich habe da irgendwie Bandsalat im Hirn.

    Oder seh ich da was falsch? Beschäftige mich auch sehr mit dem THema "Verzeihen".
    Ist es ein Zeichen von STärke? ODer muss ich das gar nicht?

    liebe grüsse
    lydia

  • huhu lydia

    musste erstmal zweimal in ruhe durchlesen, aber etz hab i glaub so grob verstanden um was es geht :D

    Zitat

    Unsereins versucht niemanden "schuldig" zu sprechen und die gesamte Verantwortung auf sich zu nehmen, um lebensfähig zu werden. GLeichzeitig spricht man aber die Personen, die einem nachhaltig geschadet haben, ein Stück weit von IHRER Verantwortung frei.


    ich spreche damit meine mutter nicht von ihrer verantwortung frei, wie gesagt, sie mag verständliche gründe gehabt haben, aber das genehmigt noch lange net ihr trinken.
    ich persönlich glaube schon, dass niemand ohne grund anfängt zu trinken, letztendlich hat aber jeder die wahl. nicht jeder trinkt, weil ihm ein haufen sch... im leben passiert is, mal drastisch ausgedrückt.

    meine mutter is krank, dies is ein punkt, wo für uns angehörige wichtig is, macht er doch einiges leichter zu verstehn. deswegen heißt das aber für mich net, dass ich mich etz um sie kümmern muss oder soll, denn sie hat eine krankheit, gegen die sie etwas machen kann, das aber will sie net.

    warum du für dein verhalten verantwortung übernehmen sollst?
    wie gesagt gründe fürs trinken gibt es, deswegen muss man aber net trinken, das is immer noch jedem selber überlassen. außerdem denke ich das es auch darum geht, für deine taten selbst gerade zu stehn, etwas was wir kinder oft auch lernen müssen.
    ich z.b. hab ein problem damit nähe zu zu lassen. könnt mich ja etz ewig hinstellung und jammern, nach dem motto "hätte meine mutter net getrunken, hätt ich des problem net". komme ich deswegen weiter??? nein, das muss ich scho selber in die hand nehmen und niemand anderes.

    weiß etz net, ob ich dir damit helfen konnte bzw. ob ich überhaupt richtig auf deine frage eingegangen bin, hört sich glaub auch recht wirr an :( hm... glaub bei mir herrscht auch grad bandsalat, da pass mer zam :wink:

    liebe grüße

  • Hi summerdream,

    so bandsalatig finde ich das posting gar net :D

    ja, du hast schon verstanden was ich meinte.
    Und von deiner gesunden einstellung kann ich da nur lernen. Habe da woh lauch co-abhängige Züge. Schuldgefühle, weil man jemandem niht helfen kann/konnte.

    Die Eltern hätten auch die Wahl gehabt, ja. Warum sie sich nicht für sich und ihre Kinder sondern für Verdrängung und Sucht entschieden haben, ok, vielleicht sollte ich diese Frage einfach abhaken. Aber ich habe halt auch in der Kindheit meiner Eltern ziemlich rumgewühlt - einfach um für SIE verständnis aufbringen zu können.

    Vielleicht muß ich noch lernen, diese "Folgeschäden" einfach ein stück weit zu akzeptieren. Wie du das z.b. mit deinem Näheproblem tust.
    Die Akzeptanz fällt mir schwer. Und einige Problem fühlen sich unlösbar an (das problem mit der Nähe kenne ich auch, sabotiere gerne Beziehungen, dieser Mechanismus steht auch noch auf meiner To-To-Liste).

    liebe grüsse
    lydia

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