• hallo mary

    auch von mir erstmal ein herzliches willkommen hier im forum!

    schön, dass du dich hier scho aweng umgeschaut hat, ich finde es tut so gut, einfach nur zu sehn, dass man net alleine is und das viele genauso fühlen wie man selbst. da fühlt man sich nämlich dann gar nicht mehr so anders :)

    mir persönlich hat viel geholfen hier zu schreiben, zu lesen, erst im kinder- und partnerbereich, nach längerer zeit auch im alkoholiker-bereich, das hilft irgendwie besser zu verstehn und vieles mit anderen augen zu sehn.

    weiß ja net, ob du gern bücher liest, aber da gibts auch einige gute, auch speziell für kinder, wenn auch net so viele. familienkrankheit alkoholismus finde ich persönlich klasse.

    in ne shg würd ich gern gehn, aber einerseits hab ich hier eine mit dem forum und andererseits gibts bei mir in der umgebung keine.

    liebe grüße & du darfst auch gerne mehr von dir verzählen, oft kommt dabei wahnsinnig viel text zusammen, aber es tut gut mal aufzuschreiben. und keine sorge, wir sind eifrige leser :wink:

  • Hallo Mary!

    auch von mir ein herzliches Willkommen!

    Wie du ja schon gesehen hast, kennen die meisten hier diese Gefühle, auch diese Irritation, wenn man endlich 1+1 zusammenzählen und den Alkoholismus als Grund vielen ÜBels erkennen kann.

    Es gibt viele Möglichkeiten für dich, dir zu helfen:

    - schreibe hier und tausch dich aus, das tut schon mal unglaublich gut, weil man sich nicht mehr so alleine fühlt..

    - Besorge dir Literatur, summerdream hat das schon erwähnt, unter Büchertips sind einige direkt für erwachsene Kinder von Alkoholikern. Alkoholismus ist immer eine Beziehungs- und FAmilienkrankheit, heißt es so schön...

    - Ob du eine Therapie machen möchtest oder nicht, bleibt dir selbst überlassen. Es gibt viele hier, die es momentan nicht brauchen, aber auch viele, die in TH sind (ich auch). Da du ja momentan unter Druck stehst wegen des Studiums und du auch von den ganzen Belastungen blockiert bist, gibt es z.b. die Möglichkeit einer "Krisenintervention", das ist eine kurzzeittherapie (25 STunden glaube ich), die auf Verhaltenstherapie gründet (also sehr Praxisbezogen) und dir helfen kann, dich gegen deine Mutter abzugrenzen etc.

    Was deine Mutter da macht ist falsch. Es ist nicht DEIN job, IHREN frust zu richten.

    Ich finde es toll, daß du so konkrete Pläne für die Zukunft hast, hatte ich in dem Alter nicht.

    Ich wünsche dir alles alles gute weiterhin und bleib hier im Forum, es tut gut :)

  • hallo mary,

    auch von mir ein herzliches willkommen hier.

    nein, natürlich wäre es zu einfach, alle probleme auf unsere trinkenden eltern(teile) zu schieben, aber vieles kommt schon ganz plausibel da her: dass wir zum beispiel nicht schnell vertrauen fassen - warm werden, hast du das genannt, das mangelnde selbstwertgefühl, oft ein ungesunder perfektionismus, ein sich selbst nicht so wichtig nehmen, ein über die massen meinen sich kümmern zu müssen, ständige angst... so allerlei "kleinkram", der einem in der summe das leben schwer macht.

    aber der austausch hier hilft ungemein, so ging es mir jedenfalls. wünsche dir alles gute auf deinem weg.

    lieben gruß

    lavendel

  • hallo mary

    Zitat

    Nun bin ich sehr verwirrt, da mir Sachen gesagt wurden, die ich so nicht gesehen habe. Außerdem wurde mir ans Herz gelegt, zuhause auszuziehen.


    immer noch verwirrt oder konntest dein gefühlschaos inzwischen wieder ein bißchen ordnen? wenn du willst, kannst du das auch gerne hier schreiben :D

    egal ob man es ausheulen oder nicht nennt bei deiner mutter, es ist definitiv nicht richtig. könntest dir ja die nummer von der suchtberatung vor ort raussuchen und wenn sie das nexte mal wieder zu dir kommt, diese ihr geben mit den worten "ruf da an, die können dir helfen, ich nicht!"

    es kommt häufiger vor, dass der nichttrinkende elternteil sich bei einem (manchmal auch mehreren) kindern ausläßt, das kind unbewußt benutzt als tröster und dich damit in eine erwachsenen rolle steckt, eine rolle der du nicht gewachsen bist. in einer alkoholikerfamilie hat jede person eine bestimmte rolle mit bestimmten aufgabengebieten, bricht eine person aus, hat das folgen für alle beteiligten - aus diesem grund wirst du mit unverständnis rechnen müssen. das darf dich aber nicht davon abhalten weiter auf deine meinung zu beharren, glaub mir, mit der zeit wird das dann auch besser werden - auch wenn zeitweilig immer noch versucht werden wird, dich wieder zu integrieren.

    Zitat

    Er versteht nicht, warum ich manchmal seltsam reagiere, und reagiert seinerseits mit Wut darauf.


    das er es nicht ganz versteht, kann ich gut nachvollziehn, aber warum wird er wütend??? vielleicht möchtest du uns das ja näher erläutern.

    liebe grüße

  • hi mary

    auweia, das hört sich wirklich nach einem wahren gefühlschaos an :(

    erstmal zu deinem freund:
    was erwartest du denn von ihm???
    und ich frage mich auch, was er von sich erwartet?
    weißte, i find das ja echt toll, dass dein freund sich um dich gedanken macht, aber die ganze gedankenmacherei bringt ihm und dir nix, er kann sich als nicht-alki-kind nicht vorstellen, wie es genau in dir bzw. uns aussieht. klar wird er brauchbare vorschläge bringen, aber die sind halt für dich net so einfach umzusetzen...
    nur etz so ein vorschlag:
    wie wärs wenn du ihn bittest, dir einfach nur das gefühl zu geben, dass er dich liebt, das du immer zu ihm kommst und er dir nur ratschläge gibt, wenn du ihn speziell drum bittest? - ansonsten einfach nur zuhören, klappe halten, dich ihn arm nehmen und trösten!

    Zitat

    Nun frage ich mich, ob ich wirklich so egoistisch sein darf, und einfach ausziehen kann. Wo sie es doch im Prinzip nur gut gemeint hat.


    ob lieb gemeint oder vielleicht zu festgefahren in ihren vorstellungen lasse ich etz mal offen. das alkoholismus bei einem elternteil nicht gut ist für ein kind, sollte ja eigentlich jeder wissen...
    würdest du ausziehn wirklich egoistisch finden? also ich net!
    egoismus is erstmal eine sache, die wir alki-kinder lernen müssen, natürlich net in dem sinne, das wir auf die anderen keine rücksicht nehmen, aber so das wir mal lernen auf uns und unsere gefühle rücksicht zu nehmen! machen andere auch, nur wir müssen das erstmal lernen. gesunder egoismus nennt sich das, den begriff find i ehrlich gsagt echt toll :lol:

    hm... das mit deiner mutter hört sich ja au net toll an... wenn du sie drauf ansprichst und sie fühlt sich deswegen angegriffen - kein gutes zeichen! hat sie das thema im nachhinein nochmal angesprochen oder ist es für sie ad acta gelegt? vielleicht möchtest ja nochmal mit ihr reden, ohne vorwürfe, nur sagen, was dir aufgefallen is und das du dir sorgen um sie machst?

    ansonsten kann ich dir wirklich nur raten, auszuziehn, lern auf dich zu schaun und auch auf dein gewünschtes studium.

    liebe grüße

  • hi mary

    Zitat

    Ist von euch jemand bei Al Anon und kann mir davon etwas berichten.
    Ich habe mir das Programm angeschaut, aber auf den ersten Eindruck wirkt es fuer mich persoenlich nicht allzu ansprechend


    ne, ich war nicht bei al anon oder einer sonstigen realen shg, aber ich würde es an deiner stelle einfach mal ausprobieren. geh hin, hör's dir an (glaub des is unterschiedlich ob du dich vorstellen musst oder net, aber denk da langt dann auch ne kurze vorstellung) und schau was du für ein gefühl dabei hast. ich denk, das wichtigste is wie du mit den anderen mitgliedern klarkommst - dir nützt des beste programm nix, wenn du mit den anderen net warm werden kannst.
    achja, das letzte kapitel von familienkrankheit handelt von selbsthilfegruppen - is übrigens total interessant.

    das du dich im moment sehr schutzlos fühlst, glaub ich dir - es kommt grad soviel auf dich zu - vielleicht zuviel auf einmal???
    familienkrankheit is a super buch, aber auch a harter brocken - wenns du merkst, es wird zuviel, vielleicht einfach mal beiseite legen und was schönes machen - dich einfach ablenken. raus an die frische luft, sport, schwimmen, shoppen, nen wellness-tag einlegen, weiß ja net, was du alles gerne machst...

    Zitat

    Sie hat gestern erst gesagt, dass wir sowenig wie moeglich ueber meinen Vater und was noch alles passieren kann reden sollt


    autsch, das is hart und wohl auch verkehrt. gerade für dich wäre es wichtig über alles zu reden! immer diese co's :roll:

    liebe grüße

    p.s. wenn deine mutter nicht mit dir reden will, hier darfst du es auf jeden fall - ich schreib hier manchmal nur auf, was mir grad durch den kopf geht - in der hoffnung es entweder damit zu entwirren oder bevor ich ins bett geh usw.

  • hi mary

    Zitat

    Das schlimmste ist, das wir schuld an seinem Trinken sein sollen. Man hat immer eine Wahl, immer. Und dafür könnte man sagen, dass ich ihn dafür echt hasse.


    da kann ich dich verstehn, kenn ich selber ja auch zu genüge - auch wenn meine mutter nicht direkt gsagt hat, dass meine geschwister oder ich schuld wären. das können wir kinder uns auch ganz gut selber einreden :(
    bei einem alkoholiker sind immer die anderen schuld, nie sie selber. das manche probleme durch den alk verursacht werden bzw. die probleme durch das trinken nicht kleiner werden - das sehen sie nicht. gibt wohl auch keine erklärung für das verhalten, zumindest ich weiß keine, außer das es eben zu der krankheit dazu gehört.

    Zitat

    In "Familienkrankheit..." steht ein Satz, den ich mir versuche zu Herzen zu nehmen: man muss den Alkoholkranken anfangen zu akzeptieren, erst dann kann man mit sich selber ins reine kommen. Aber er macht es mir so verdammt schwer.


    ob das so einfach geht sich das zu herzen zu nehmen, wie du es so schön formulierst? ich weiß net... kannst du es akzeptieren, dass er krank is?

    liebe grüße

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