Alkohlkranker Sohn und Probleme damit umzugehen

  • Hallo Winni

    Mein Name ich Vaan, ich bin Alkoholiker

    Auf diesem Wege ein "Willkommen im Forum" von mir. Ich bin sehr gespannt, wie sich Dein Thema hier entwickeln wird. Dass hier ein Elternteil wegen des Kindes schreibt dürfte wohl sehr selten sein.

    Hier gibt es viele Leute, die den Vorstellungsbereich nicht lesen können. Wenn Du dort noch Informationen liegen hast, die über das hinausgehen was Du im ersten Beitrag geschrieben hast wäre es sicherlich prima.

    Tja und das was Dein Sohn da gerade NICHT macht nennen wir hier "Alkohlfreies Umfeld schaffen". Eines der Themen, mit dem ich mich im Augenblick auch noch sehr sehr schwer tue. Das hat dann wohl die Aufgabe des bisherigen Freundeskreises und/oder/bzw der Sauftruppe zur Folge. Da die Spreu vom Weizen zu trennen ist für Alkoholiker sehr schwer. Es ist einfach schwierig zu unterscheiden mit wem man nur los zieht um sich die Rübe wegzuschießen und was halt die echten Kumpels sind.

    Wie gesagt ich bin sehr gespannt darauf wie sich das hier weiterentwickelt.

  • Servus Winnielein,

    schwer zu sagen, warum sich Dein thread nicht wie von Dir erhofft entwickelt. Hast Du denn hier in der Rubrik der Coabhängigen schon ein wenig gelesen? Kommen Dir manche Lebensgeschichten bekannt vor? Nun, es würde mich nicht wundern. Das Thema ist ja schließlich die gemeinsame Sucht...

    Winnielein, was soll ich Dir anderes schreiben, als jede(m) anderen Angehörigen auch? Lass den Alkoholkranken in Liebe los, er wird seinen eigenen Weg gehen müssen. Du und ich, das ganze Forum hier, wir alle können ja noch nicht mal mit Sicherheit sagen, ob Dein Sohn bereits abhängig ist oder noch nicht. Das kann nur er herausfinden, wenn er es möchte und ehrlich zu sich selbst ist.

    Was bleibt Dir also als Hilfsmöglichkeit? Dich selbst abzugrenzen und Deinem Sohn klarzumachen, dass Du für Ihn als nüchternen Menschen jederzeit gerne da bist. Aber nicht im trinkenden Zustand. Das von einer Mutter zu "verlangen" ist sehr viel verlangt, meistens zu viel. Das weiss ich. Aber genauso habe ich oft miterlebt, dass es der einzige Weg für beide war, um aus der Sucht herauszukommen.

    Ich kann nur für mich sprechen: ich bin für meine Gesundheit alleine verantwortlich, ohne jedes "wenn" und "aber". For meine physische Gesundheit genau so wie für meine psychische Gesundheit. Es liegt einzig an mir im Krankheitsfall dann auch Mittel und Wege aus der Krankheit zu suchen. Ob es dann letzendlich Hilfe gibt, steht auf einem völlig anderen Blatt Papier. Aber so lange ich von mir aus nicht für mich tätig werden will, ist jede von außen herangetragene Hilfe vergebens.

    Ich wünsche Dir, dass Du einen Weg findest, für Dich damit so umzugehen, dass Du in Frieden leben kannst.

    LG
    Spedi

  • Servus Winnielein,

    genau das ist für viele Angehörige die Schwierigkeit:

    Zitat

    Wenn ich z:B: nicht möchte das er auf die nächste Party geht oder ähnliches.

    Auch wenn es menschlich nachvollziehbar ist, aber Du hast keinen Erziehungsauftrag für Deinen Sohn mehr - er ist volljährig. Er muss sein Leben in den Griff kriegen.

    Was Dir bleibt, ist aufzupassen, dass aus der (normalen) elterlichen Sorge keine Co-Abhängigkeit wird und Du dich womöglich noch in zwanzig Jahren um das Wohlergehen Deines Sohnes kümmerst (nicht lachen - ich habe zwei solche Fälle im RL in der SHG!).

    Und noch etwas möchte ich Dir zum Nachdenken mit auf den Weg geben: Bei mir hat es Jahre gedauert bis ich vom Wissen, Alkoholiker zu sein, bis hin zum wirklich-weg-wollen von der Droge. Klartext: er kann AA oder sonstwen besuchen, so lange er will. Sofern er nicht gleichzeitig den ausschließlichen und absoluten Willen hat, mit dem Trinken aufzuhören, wird sich an seiner Situation nichts ändern. Die Sucht wird stärker sein und er wird trinken müssen.

    Winnielein, auch wenn Du eventuell anfänglich meinst, Deine Situation sei "anders" als die von anderen Co-Abhängigen: lies Dich mal hier in Ruhe ein, lass die Informationen für ein bis zwei Wochen sacken, und dann sieh' für Dich weiter. Es ist vielleicht alles etwas viel auf einmal.

    LG
    Spedi

  • Hallo Winnilein

    Meine Schwiegermutter hat seit längerem wieder ihren Jüngsten (mitte 30) bei sich wohnnen.

    Weil: keine Arbeit, kein Geld, keine Freundin.
    Seit langem Alkoholiker.
    Oh, das ist so bequem zuhause.

    Der Mutter kann man tausendmal sagen, das sie ihn hängen lassen soll. Sie versteht das, aber umsetzen kann sie es nicht, Weil sie eben die Mutter ist.
    Aber ,,lieben,, heißt eben auch loslassen können.

    Wenn das mit der Party deines Sohnes schiefgeht, dann sagt der bestimmt glatt: wieso, du hast mich doch gehen lassen??

    Und schwupps, schon fühlst du dich schuldig.
    Du machst dich bestimmt schon für alles verantwortlich, oder?

    Lass den einfach machen und selber die Konsequenzen spüren.

    Sei stark!!!!!!!!!!!!!!!!

    Liebe Grüsse

    vergissmeinnicht

  • Hallo Winni

    ,,ER,, muss das geregelt kriegen!!!!!!

    Klingt schlau was?
    Aber wenn man mit einem Suchtkranken zusammenlebt ist vieles völlig daneben. Das ist ja eben der Mist der Co-Abhängigkeit. Besser gesagt als getan.

    Wenn er das nicht geregelt bekommt, hat er sein Leben schon verkorkst bevor es überhaupt richtig angefangen hat.
    Hoffentlich sieht er das für sich??
    Langfristig glaube ich aber, außer den AA`s (was super ist) braucht er sicher noch professionelle Hilfe.

    LG

    vergissmeinnicht

Unserer Selbsthilfegruppe beitreten!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!