Hallo ihr beiden,
eure Situationen sind mir sehr bekannt. Habe selbst einen trinkenden Vater, ich kann mich nicht erinnern, ihn irgendwann etwas alkoholfreies trinken gesehen zu haben. Trinkt Bier und Wein/Mineralwasser und wenn er darauf angesprochen wird, hat er ja kein Problem damit. Durch den jahrelangen Missbrauch tauchen auch die bekannten Problemchen auf, körperlich und geistig. Die begründete Angst, dass er ein Pflegefall wird, ist natürlich auch da.
Ich muss hier noch erwähnen, dass ich auch auf dem besten Wege dorthin war, einmal aber gottlob ordentlich auf die Schnautze gefallen bin und mich dann ohne wenn und aber für professionelle Hilfe entschieden habe und somit schon mein 3. Alk-freies Jahr angefangen habe.
Ich habe im Zuge der Therapien sehr viel gelernt und vor allem, sehr wichtig - ich wollte nicht mehr trinken und das ganze Drumherum haben (Probleme in der Ehe, Arbeitsplatz, beim Autofahren etc.). Unsere Väter oder Alkohol trinkende Menschen allgemein müssen oft einen Tiefpunkt erreichen, damit sie bereit sind, sich helfen zu lassen. Als Angehöriger kann man da weniger helfen, es muss vom Trinker ausgehen.
Ich in meiner Situation halte einen gewissen Abstand, so geht es mir am besten. Und ich weiss auch, wie kampfgeisterin schrieb, "Papa, ich habe Angst um Dich" - das würde ihn nicht umstimmen.
Wir müssen hier davon ausgehen, dass diese Menschen - auch wenn es unsere nächsten Angehörigen sind - krank sind. Man muss als Angehöriger auch sehr vorsichtig sein, sich nicht auch noch gefangen nehmen zu lassen (Co-abhängig!). Co-abhängig ist man zum Beispiel, wenn man den Trinkenden indirekt unterstützt, seine Sucht auszuleben (man macht für Ihn Behördenwege, kauft die Getränke, meldet ihn am Arbeitsplatz krank usw.).
Ich hoffe, ich war mit meinem Beitrag nicht zu hart, er beschreibt nur meine persönliche Meinung.