Beiträge von dagmar007

    Ewig schon, mache ich mir Gedanken darüber was wohl bereichernde Kontakte sind. Ich selber bin ein Gefühlsmensch, der sich leicht verletzten lässt. Innerhalb der Suchtbeziehung hatte ich den Eindruck, die Gefühlskälte oder Kopfbetontheit des Gegenübers solle gegenseitige Mankos "regulieren".

    Nun ... jetzt ist jetzt.... die Suchtbeziehung ist vorbei....

    Ich bin immer noch Gefühlsmensch, Kontakte, liebevoller Art, entwickeln sich jedoch auch zu Kopfmenschen. Wo aber fühle ich mich wohler, geborgener oder besser verstanden?

    Ein ebenso gefühlsbetonter Mensch wie ich wird mit mir zusammen wohl ein Feuerrad ergeben. Ein Kopfmensch und ich könnten Missverständnisse auf der ganzen Linie ergeben. Müssen aber nicht zwangsläufig... Hier entscheidet die Struktur der beiden und deren Gefühle füreinander. Aber .... na wie sieht das denn bei den Kopfmenschen mit Gefühlen überhaupt aus???

    Wo trifft sich das, was sich ergänzt ohne als krankhafte - co-betonte- Symbiose betrachtet zu werden? Wo ist gesunder Gegensatz und krankhafte Ergänzung zu unterscheiden?

    Alleine meine Gedankengänge zeigen mir sehr wohl, dass ich von Kopfmenschen "lernen" kann um selber in der Lage zu sein eines mit dem anderen in mir selber zu verbinden. Ich denke mit Grauen daran, wie die Balzzeit in meiner ehemaligen Beziehung so schien, als gäbe es nie Streit weil wir uns ja "so toll ergänzten" während diese "tolle Ergänzung" uns beide in Suchtmechanismen trieb ohne Ende.

    Bin mal gespannt, ob es auch eine so chaotische Frage "Licht in meinem Dunkel" geben kann.

    lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Nicole,
    ich nehme es wahr, halte es in Gedanken fest und muss aber ganz hart daran arbeiten es zu einem späteren Zeitpunkt nicht wieder selber zu zerstören.

    Deshalb ist für mich ganz wichtig, nach diesen Situationen alleine zu sein und es bearbeiten zu können. Es kostete mich gestern sehr viel Kraft am Arbeitsplatz zu bleiben und zu versuchen mich zu konzentrieren.

    Es sind neue Emotionen und Erlebnisse, die ich gerne nach alten Mustern "schlecht reden" würde. Nur die genaue Reflektion dessen, was real passiert ist, und die Erinnerung an Gestern, Blicke und Aussagen kann mich lehren mein Vertrauen zu eben diesen Aktionen zurück zu gewinnen.

    Neue und ungewohnte Verhaltensweisen, die so neu sind, dass sie ja "fast nicht sein könn(t)en". Und das schlimme ist das, die Menschen gegenüber durch und mit denen wir lernen können, die sind so reichhaltig nicht gesät. Denn auch hier bedarf es einer ganz feinen Chemie damit sich hier das Gegenüber nicht verletzt fühlt, sich zurückzieht und wir eben das Spiel wieder bekommen, was wir in der Suchtbeziehung lebten.

    Ich muss bei mir sehr, sehr aufpassen, dass ich nämlich diese mir entgegengebrachten Verhaltensweisen nicht als Schutzmechanismus selber anwende. Wobei ich mich dadurch der schönsten Momente im Leben berauben würde.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Paddy,
    in ähnlicher Form kannte ich es, auch wenn meine Erinnerungen daran langsam verblassen. Die Erinnerungen an Verhaltensmechanismen, die alles andere als förderlich für uns als Partner sind.

    Der Partrner wird oft ähnlich wie Eigentum betrachtet. Er ist schon ewig da, nicht gegangen - wo Kumpels schon lange den Kontakt abgebrochen hätten. Drohungen und Inkonsequenz unsererseits ermöglichen die Grenzen für den anderen immer weiter zu testen. Je mehr wir mit uns machen lassen, desto schneller kommen weitere Versuche uns klein zu machen. Warum auch sind wir nicht konsequent? Warum sprechen wir von Dingen, die wir nicht durziehen? Warum schützen wir uns nicht selber?

    Ich wollte auch verstehen, liebe Paddy. Allerdings kann ich jetzt auch in Erwägung ziehen, dass ich verstehen wollte um mich anzupassen, um die gewünschten Gefühle oder Verhaltensweisen zu erhalten.

    Ich kann Dir nur sagen, mich hat es nachhaltig geschädigt was Beziehungen zu anderen Männern betrifft. Ich muss nun sehr hart lernen, dass es auch konstante Menschen gibt, die sich annähern, stehen bleiben und sich nicht zurückziehen. In den Beziehungen, die sich bei mir derzeit abzeichnen könn(t)en "warte" ich quasi schon auf den Rückzug, ziehe mich dadurch selber "vorsorglich" zurück und bin erstaunt, wenn ein Mann sich konstant und konsequent in meine Richtung hin bewegt.

    Es kann aber nicht sein, dass jene, die sich gut und fair verhalten das ausbaden müssen, was ungesunde Verhaltensweisen ausgelöst haben. Ich will nun nicht mehr verstehen (davon mal abgesehen, ist ein solches Verhalten überhaupt zu verstehen oder vom aktuellen Promillepegel abhängig?)

    Ich will nur eines: Menschen annehmen können, die jetzt um mich herum auftauchen und den Dingen ihren Lauf und ihre Zeit lassen können. Nicht ständig negatives interpretieren, weil ich es so gewohnt war.

    Komisch schon, dass bei Freundinnen, dieses Gefühl nie entstand - da habe ich das nämlich nie erleben müssen.

    Pass auf Dich auf Paddy, es gibt ein Leben nach der Alkbeziehung, und das kann sehr sehr wertvoll sein, wenn wir es uns nicht selber zerstören.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Spiritdancer,
    das machst Du richtig :) Super!!!!

    Früher mal ging ich gerne in eine Hardrock-Kneipe, hatte aber doch Muffe da alleine zu sitzen wie nicht bestellt oder abgeholt. Ich habe dann mit mir einen Deal gemacht: Du gehst ! Du musst nicht lange gehen, 15 Minuten - wenn Du es dann nicht aushältst ist gehen o.k., aber Dich stylen, den Weg dorthin fahren und 15 Minuten bist Du Dir schuldig.

    Am Anfang 15 Minuten, später länger und schnell lernte ich dort Menschen kennen. Es geht nur um die eigene Bereitschaft etwas zu tun und das Umfeld wahr zu nehmen. Da sein - im jetzt - im hier und den eigenen Wünschen - mit etwas Mut.

    Ja, ich kann mir soviel Gutes selber tun, oft ohne es zu wissen. Ich kann genial mit Worten spielen um meine Unsicherheit zu überspielen. Ich gehe nun genau den anderen Weg - das tut mir sausau gut. Ich muss nun nämlich nicht ständig auf Hab-Acht-Stellung sein wieder Cool sein zu müssen. Wenn ich mir nahe bin, dann kann ich mich so auch nach außen geben.

    Von außen kann man/frau mich dann so nehmen wie ich bin - oder gar nicht :)

    In diesem Sinne, ein super Mega-Wochenende wünsche ich Dir Spiritdancer. Ich war vor einigen Wochen auf einem Irish-Folk-Festival, auch mit gemsichten Gefühlen. Es war soooooooo schön. Ich war wieder bei und in mir. Viele Jahre verschütt gegangen solche Abende ... nun wieder da ... selten, aber da.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    Alkoholiker und Co-Abhängige scheinen einen sehr ähnlichen Weg zu gehen, wenn sie in Richtung "Erkenntniss" laufen. Wie oft habe ich im Alkoholikerbereich von überdimensionalen Gefühlen lesen können und dürfen.

    Ebenso geht es mir gerade. Zugegeben, die letzten vier Wochen brachten viele Veränderungen in meinem Leben. Heute jedoch war eine für mich so schöne Situation, dass ich irgendwann verschwinden musste um alleine zu sein, damit ein paar Glücktränen kullern dürfen.

    Gleichzeitig ist die Trauer um die Freundin noch so tief verwurzelt, dass sich Schmerz und Freude gegenseitig "in die Quere kommen". Ich habe für mich heute eine Auszeit genommen und dem Haushalt und anderen Aktionen für heute "Ade" gesagt um einfach mit meinen Gefühlen alleine zu sein.

    Ich brauche das nunmehr unwahrscheinlich. Wenn etwas passiert, was ich ganz, ganz stark in mir spüre, dann muss ich längere Zeit mit mir verbringen, das Gefühl erspüren und akzeptieren was es ist.

    Ich spüre für mich ganz klar, wann mir jemand gut tut und wann nicht, bin in der Lage (was ich nie gedacht hätte) eine entstehende Nähe anzunehmen, dabei aber gleichzeitig mein inneres "Stopp" zu spüren. Das ist mehr, als ich für mich selber für möglich gehalten hätte. Mehr als für mich je denkbar war. Das ich überhaupt in der Lage bin zu sagen ich brauche noch Zeit, ich bin (noch) nicht so weit etwas mir wichtiges näher kennenzulernen, das hätte ich nicht gedacht. Geduld, ist nicht meine starke Seite ....

    Dennoch in ich in der Lage zu spüren "noch nicht". Boahhh.... Diese Situation ist jedoch relativ schwer zu ertragen. Das Ungklück der Freundin war fast schon "gewohntes" Unglück. Diese glücklichen Momente, die jetzt sehr gehäuft in mein Leben kommen, die aber sind schwerer zu verkraften.

    Wahrnehmen, erleben - genießen, aber nicht festhalten. Früher undenkbar für mich....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Genau, liebe Oiseau,
    das ist es:
    lächelnd griff ich in der Dusche zum Duft (haha, dafür brauch ich keinen Partner um das zu riechen, selbst ist die Frau :)

    Guter Geruch, wohlfühlen - juhu ich fühle mich in mir wohl.

    Hey, ich kann mir selber meine Wünsche erfüllen und selber etwas tun für mein Gut gehen....

    Und ich rieche es ständig - sprich werde daran erinnert mir gutes zu tun.

    Mit nämlich genau diesen Gefühlen hatte ich ein ganz besonders schönes Schlüsselerlebniss, welches denke ich mal wieder eine ganz massgebliche Bewuptseinserweiterung ergibt. Ich war mit diesen guten Gefühlen am Arbeitsplatz. Ein etwas provuzierender Kollege kam genau in dem Moment als ich mit einem kleinen Kätzchen vor der Mühle spielte "Oh, jag die bloss weg" (Klar sie hat in der Backstube nämlich nichts zu suchen).

    Ich sah den Knaben an und meinte "Hey, die Aussage tut mir doch auch weh". Antwort: "Katzen wissen doch gar nicht wie gut sie es haben, fressen sich durch, kosten Geld und bringen nichts." Nun, gut ging es mir und die Antwort war dann von mir: "Sie geben auch viel zurück, klar aber, dass das für Dich als Kopfmensch nicht leicht nach zu vollziehen ist".

    So, nun wurde mal ganz deutlich etwas gesagt. Seit diesem Zeitpunkt ist eine totale Veränderung angezeigt. Wohl nur deshalb, weil ich mich in mir wohlfühlte und einfach dieses Pingpong-Spiel der Flachserei verlassen hatte und in meine Gefühlseben rein bin.

    Das aber war nur möglich, weil ich mich gut behütet habe, mir selber morgens ein Lächeln durch diese Geschichte aufs Gesicht gezaubert habe und mich rund um wohl fühlte. Denn innerhalb der Aussagen war mir klar ich mache mich nun angreifbar und bin für einen Frozler nun jetzt ideales Material. Da ich mich wohl fühlte kam es aber aus dem Herz und nicht aus meinem Kopf. Irgendwie war ich in meiner "Schwäche" ganz stark!

    Es war nicht das Parfüm, welches ich mag - es war einfach die Kette der Dinge, die sich durch das Leben und die Entwicklung zieht. Kleine Eselsbrücken, die ich mir beständig durch das Leben baue - gerade weil ich noch so die eine oder andere Seite an mir habe, die ich gerne verändern möchte.

    Kleine Ursache, riesige Wirkung!

    Lieben Gruß von Dagmar

    p.s. mit Kleidung läuft es bei mir ähnlich. Ich liebe weiß, habe ich einen Tag, der evtl. nicht so ganz dolle beginnt packe ich mich in Weiss und eben ein geliebtes Parfüm - trickse mich also selber aus :)

    Hihi,
    es gibt also noch mehr so verrückte wie mich :)

    Genial :)

    Aber weißt Du was das irre ist: diese Selbständigkeit, genau diesen Duft, den habe ich die letzten vielen Jahre weder selber getragen noch verschenkt. Vor ca. 5 Jahren habe ich mir von Kollegen diese Serie gewünscht bekommen und erst jetzt geöffnet. Erst jetzt scheine ich wieder so weit "Man(n)s genug" zu sein, wieder das zu tun was ich will, wonach ich mich fühle und mich selber "riechen zu können".

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo, Ihr Lieben,
    ich möchte Euch ein "Andekdötchen" erzählen, welches für mich gerade wieder zur Lebendigkeit wird.

    Ich liebe ein spezielles Männerparfüm. Früher bekamen das meine Partner geschenkt, weil es ja so toll roch. Irgendwann mal dachte ich: wieso dem Lover schenken? Wenn Du es gerne riechst, dann nehme es doch selber ....

    Nun, seit einigen Tagen ist wieder dieses Parfüm auf meinem Körper zu Hause und immer wieder denke ich daran, dass dieses vor vielen, vielen Jahren der erste Schritt war mir selber das zu tun, was mir gut tut und nicht einen anderen nach meinem Muster zu formen.

    Wollte ich einfach mal als lustiges zum Thema Selbstliebe loslassen ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    schön, dass Ihr es nicht nur nachvollziehen könnt, sondern dass auch Du Susanne, mir da wertvoll helfen konntest.

    Es fiel mir recht schwer das ganze überhaupt in Worte zu fassen - sei es hier oder gegenüber meiner Freundin. Es wirkte auf mich wie ein Teenager-Gestammel, weil es "eigentlich" grundlos war. Aber: ebenso wie ein Teenager muss ich nun alles neu lernen, weil alte Verhaltensmuster jetzt nicht mehr angebracht sind.

    Ich laufe genau die Stadien durch, von denen ich dachte, sie überstanden zu haben. Wie oft dachte ich in den letzten Jahren bin ich froh keinen Liebeskummer mehr zu haben oder für jemanden zu schwärmen oder zu überlegen was geht wie weiter. Ein Grund auch, warum ich geblieben bin.

    Ja, liebe Susanne, es braucht wirklich Kraft und so viel an Nachsicht sich selber gegenüber. Kleines Beispiel: "sponatan wie ich bin habe ich etwas verwechselt um rumgeflaxt, somit also kompletten Blödsinn verzapft.". Er kam später und meinte ob ich da etwas missverstanden hätte. Uuuuuuppppppps - blamiert .......... Was nun? Cooliberta spielen und alles umdrehen und in die witzige Richtung ziehen oder einfach, wie ich es tat, feststellen, dass ich es wohl richtig verstanden habe, aber morgens einfach nicht wach war und einen Mist verzapft habe.

    Bei Freunden kein Problem, hier aber war ich betroffen. Alles nichts schlimmes, aber alles anders als zuvor.

    Boah Susanne, die Angst hätte ich nie in mein eigenes Kaputtmachen projeziert. Ich schob es immer auf tausend Gründe warum nähere Kontakte nicht gut sind - habe es also, wie Du zerpflückt... Erschreckend.

    Ich denke genau die Zeit ist ein Faktor, die auch die passenden Menschen um sich herum benötigt. Da empfinde ich sehr viel Dankbarkeit, diesen Prozess derzeit so erleben zu dürfen, mit eben diesen Pausen, damit nicht irgendwie überrollt zu werden. Zwar fühlte ich ich zuweilen so, weil ich von der Situation in mir selber überfahren wurde, aber zwischen allen einzelnen Stufen, die da so gegangen wurden in den letzten Monaten waren immer wieder Verschnaufpausen drin, über die ich meingem "Lehrmeister" sehr, sehr dankbar bin.

    Ich habe auch heute morgen in mir eine gewisse Lösung der Anspannung bemerken können. Einfach dadurch mich selber auch diesen Themen zu stellen, die nicht unbedingt schön für mich sind. Einfach zu sagen akzeptiere das "Durcheinander" lass es zu - und versuche damit ehrlich zu sein, auch anderen gegenüber. Sollte mir passieren - was nie auszuschließen ist - dass das ausgenützt wird, nun gut, dann muss ich auch da dann weiter lernen.

    Ich spüre ganz massgeblich die Veränderungen zu früheren Kontakten, die oftmals ganz schnell ins körperliche gingen und man/frau dabei einfach das Reden vergessen konnte. Sich quasi austricksen durch Händchenhalten und so "zu tun" als wäre alles in Ordnung. Einmal lieb sein, lässt Meinungsverschiedenheiten vergessen - vereinfacht gesagt.

    So, das geht auf meinem derzeitigen Lernweg nicht, hier geht es definitiv darum Kommunikation zu betreiben, Herz und Seele zu öffnen (zu überlegen wie weit), sich wieder in den Erdungszustand zu bringen und alles in Einklang mit der eigenen Seele und dem Gefühl. Sprich: erstmalig bin ich bemüht immer erst mich selber anzutreffen und wohl zu fühlen, bevor ich weitere Schritte gehe oder zulassen.

    Dass ist genau das was Zeter schreibt, so habe ich unbewußt gelebt die letzten Monate auf diesem Lernweg. Noch vor drei Monaten hielt ich vieles für undenkbar, was dann doch geschah. Dinge, die damit zu tun hatten, nichts mehr verdrängen zu wollen. Der Wahrheit in die Augen sehen und sie auch auszusprechen - nicht breit zu treten - aber einfach es ist so.

    Ich denke, ich habe noch einen größeren Weg vor mir aber er scheint zunehmend leichter zu werden, auch wenn ich mich dabei nicht gerade locker, flockig fühle. Aber dennoch: es scheint leichter zu werden, je mehr ich annehme was um mich herum passiert und dass ich durch den Wind bin. Einfach nicht dagegen anlaufen.

    Dadurch, dass da jetzt zwei Menschen aufeinander treffen, die ausgesprochen vorsichtig miteinander umgehen (müssen) ist es natürlich ganz leicht sich "falsch" zu verhalten und das Gefühl zu bekommen - ups - blamiert. Das war in mir früher sehr stark. Ich war richtig stolz auf mich, als ich gestern ein paar schnelle Sätze zwischen Tür und Angel nicht umsetzen konnte einfach nur sagte: "Ich kann Dir gerade nicht folgen, ich bin heute nicht so schnell, kannst Du es nochmal sagen". NULLO PROBLEMO ! Keine Blamage, keine dummen Witze.

    Denn auch hier sind wir mittlerweile an einem Punkt angekommen das eine oder andere aktuell zu besprechen. Das bedeutet in jedem Fall Kommunikation und bedeutet klar auf einen Mitmenschen zuzugehen und zu sagen, ich will Dir was privates sagen. D. h. die Trick17-Maschen weg zu lassen und keine komischen Zufälle zu forcieren sondern aufeinander zuzugehen.

    Oh, war ich früher ein Spezialist in Trick 17 Mannövern, hmmm :) Bevor ich gesagt hätte, ich will mich mal mit Dir unterhalten hätte ich tausend Umwege gefunden - von der defekten Toilettenspülung bis hin zu technischem Unverstand. Aber eines hätte ich niemals: einfach nur menschliches Interesse offen vorne angestellt.

    Genau aber diese "brauchen"-Muster könnten ein Schritt in die Co-Abhängigkeit gewesen sein. Dieses nicht offene, dieses verdruckte - ich als co, ebenso wie der Alkoholkranke, der seinen Konsum verschleiert. So trafen evtl. zwei Menschen aufeinander, die beide über Umwege gehen und sich nie offen in Augen oder Seele sahen.

    Erschreckend.....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen, liebe Zeter,
    gerade was die Streitsituationen betrifft durfte ich etwas ganz neues, anderes, lernen. Während ich früher alles gleich regeln "musste" weil ich damit nicht klarkam wenn etwas unruhig und ungelöst im Raum stand, so habe ich gerade in diesem Kontakt etwas anderes lernen dürfen.

    Oft wurden Gespräche an einem Punkt beendet, wo mein Gegenüber anderer Meinung war, evtl. auch getroffen von meiner Meinung. Am nächsten Tag war er dann in der Lage und willens mir zu erklären warum, wieso, weshalb er etwas anders sieht. Das ist eine schöne Lösung - weil jeder für sich nochmal den eigenen Standpunkt überlegen konnte.

    Ich kannte das bisher nur anders: ich wollte gleich eine Bereinigung der Ex lief davon und wollte nie darüber reden. Nunmehr gibt es eine Zwischenlösung, die ich gut finde - die mir aber noch fremd und ungewohnt ist.

    Ich habe mich gestern stundenlang mit einer lieben Freundin unterhalten, die einen sehr unterkühlten Mann hat und sehr darunter leidet. Dennoch denke ich sehr wohl, jeder Mensch hat Gefühle (egal welche) aber Frauen fällt es oft leichter sich mit Freundinnen auszutauschen und somit wieder Erdung zu erhalten und eine neutrale Meinung. Bei Männern ist es oft so, dass sie sich unter ihresgleichen entweder keine Schwäche erlauben wollen oder eben keinen Freund haben, mit dem sie ganz offen reden können oder wollen.

    Weißt Du Zeter, schlechte oder negative Gedanken zu spüren und sich dagegen zu wehren ist gut! Ich jedoch spüre positives und habe Angst davor. Das ist nicht gut und das muss ich lernen anders zu leben. Mir selber wegen und auch einer liebevollen Natur mir gegenüber.

    Wenn Du Deine Grenzen spürst, liebe Zeter, dann ist es ein Lernprozeß in dem Du langsam, bei mir ging es sehr langsam, lernen kannst diese Grenzen selber zu schützen. Es wird immer Überschreitungen geben (weil es Menschen gibt, die Grenzen anderer nicht achten), dann aber müssen wir uns eben vor solchen Menschen fernhalten. Wer meine Worte und Grenzen nicht versteht, trotz deutlichster Ansage im Höflichen, den meide ich ganz und beende die "Freundschaft". Sonst nämlich mache ich mich zum Sklaven von anderen. Die Versuche sind in den letzten Monaten von diversen Leuten gemacht worden - diese meide ich nun wie der Teufel das Weihwasser. Deren Klingeln an meiner Tür bleibt ungehört!

    Ich denke, liebe Zeter, ich will derzeit noch gar keine Bindung eingehen, weil wohl ich noch nicht so weit bin. Aber ich selber schotte schon viel davor ab, somit komme ich nicht in die Situation überlegen zu können wie tief ein andere Mensch in Herz und Seele darf. Ich möchte aber für mich offen sein und mich nicht verschließen wegen Dingen, die mir Angst machen weil ich sie nicht kenne oder meiner Wahrnehmung nun mehr nicht mehr trauen kann. Oder besser gesagt: positive Gefühle mache ich selber durch eigene negative Gedanken kaputt.

    So, sind wir nun wieder im co-Bereich? Mir darf es nicht gut gehen? Öhem.... vielleicht komme ich da der Sache etwas näher.... und erschreckt mich gerade gewaltig!!!

    D. h. nämlich in der Übersetzung, ich lerne gerade ganz, ganz langsam einen Menschen kennen, der mich nicht überrollt (was ich nicht kenne). Einen Menschen, der wie ich am Kontakt arbeitet (was seither meistens ich aktiv tat). Einen Menschen, der nach einer Meinungsverschiedenheit versucht sich zu erklären (während ich früher stehen gelassen wurde und das Thema war für den anderen erledigt).

    Oh je, da habe ich was zum knabbern für die nächsten Tage! Das würde nämlich bedeuten, dass ich sehr wohl gute Gefühle spüre, sie aber selber tot rede weil es ungewohnt ist geschätzt und geachtet zu werden in tieferer Basis. Bei Freunden und Bekannten ist das, wie gesagt kein Thema. Es wird dann ein Thema wenn ich Interesse bemerke an mehr als "nur Kumpelschaft". Ich habe Panik bekommen als ich etwas gespürt habe von meinen Gegenüber, was ich klar als interessierte, tiefe Zuneigung empfunden habe. Ab da hat nämlich mein Gehirn mir negatives und Bedenken nur noch so ausgespuckt....

    So, Erdung anpeilen....

    Danke, für Deine Gedankenanstöße, so komme ich vielleicht ein bischen weiter!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hm, Zeter,
    das ist ja dann die Fortsetzung, wenn jemand weiter ist als ich. Denn derzeit vermisse ich die Leichtigkeit, mit der ich in anderen Freundschaften umgehe. Sprich, während ein Kumpel doch tiefer in mein innerstes darf erlaube ich es gerade jenen nicht, für die ich etwas empfinden "könnte". Wo gewisse Grundlagen gelegt wurden, es jetzt enger und vertrauter werden könnte, ja wenn ich nicht so quasi in den Rückzug treten würde.

    Dieses Grenzen verletzen, von dem Du schreibst, ich denke mal, da wäre ich dann sofort resolut weil ich ja recht überempfindlich bin.

    Allerdings hatte ich auch ein Problem wenn ich Personen sagte "No" das nicht akzeptiert wurde und ich quasi bis vor dem Schritt der Unhöflichkeit war. Da habe ich mich dann schon verschanzt um den Kontakt zu vermeiden.

    Ich denke mal, ich habe vieles an den alten Mustern aufgearbeitet - weiß aber, dass bei mir Knöpfe zu betätigen sind. Somit also scheine ich zu verhindern zu wollen, dass Menschen, die mir nahe stehen, diese Mechanismen erfahren könn(t)en. Also Angst vor Verletzung. Nun gut ... dumme Sache, denn ich beraube mich ja selber dadurch tiefer gehenden Kontakten. Denn ein Risiko ist ja mit jedem neuen Menschen verbunden, der in unser Leben tritt.

    So, nun stellt sich mir die Frage kann ich es lernen damit leichter umzugehen - vielleicht auch ungehemmter? Denn ich vermisse da schon meine Art, die ich sonst an den Tag lege, wenn ich "nichts zu verlieren" habe. Ich versuche mich damit auseinander zu setzen, komme wohl auch ein bischen an den Kern der Sache, bin aber immer wieder erschreckt darüber, daß ich einem Gefühl wie (Du kannst Vertrauen haben) nicht vertraue und es über den Kopf nicht zulassen will.

    Ich habe langsam gelernt auf zu machen, Schritt für Schritt. Nun aber habe ich den nächsten Treppenabschnitt erreicht, an dem ich derzeit etwas inne halten muss, weil mir wohl gerade die Puste ausgeht.

    Ich sehe das als große Chance für mich, die mir ganz sicher gut tut. Aber ist es eben hart den langsamen Lernweg zu gehen und seine Route zu finden.

    Früher habe ich zwar gelabert, aber mich nicht wirklich geöffnet, alles überspielt und eigentlich eine Show gemacht. Genau das will ich nicht mehr und da beginnt nun eben mein Lernweg. Diese Show war natürlich "leicht"(er) und mit weniger Gefahren verbunden als der Weg, den ich jetzt für mich gehen möchte.

    Ich sehe nämlich für mich schon die Chance darin durch Offenheit (und das offenlegen meiner Schwachstellen) zu erkennen ob eben das missbraucht wird bevor ein inniglicher Kontakt entsteht. Sprich in der Zeit einer unverbindlichen Freundschaft so viel über sich zu verraten, dass beide Menschen erfahren können wie sie mit Respekt und Grenzen (genau das, was Du schreibst) umgehen.

    Eigentlich, liebe Zeter, bringst Du es gut auf den Nenner: einander kennenzulernen, die Grenzen gegenseitig zu erspüren, zu akzeptieren um dann erst mehr und tieferes zu erlauben.

    Und genau diese Stufe muss ich noch erklimmen. Derzeit weiß ich noch nicht so genau wie. Vielleicht ist es dieser feine Zwischenschritt, zwischen dem Kumpel, dem man sagt "ich unternehme gerne etwas mit Dir" und dem Schritt zu sagen "Du interessierst mich nicht nur als Mensch für Unternehmungen sondern ich habe das Vertrauen mit Dir über das zu reden, worüber man/frau nichtmit jedem redet."

    Genau dieser ganz feine Grat, der fehlt mir noch.... genau dieser Punkt zu sagen ich weiß, wir als Menschen haben den notwendigen Respekt, auch wenn es mal konfliktreich wird. Meine Erfahrungen zeigten mir in den letzten Monaten, dass es Menschen gibt, mit denen das sehr wohl möglich ist. Dennoch misstraue ich genau da mir selber.....

    So und wo liegt nun des Pudels Kern, wann ich wie meinen eigenen Gefühlen trauen kann. Oder sagen wir lieber: wie schaffe ich es, dass mein Hirn nicht das zerstört was die Gefühle mir überdeutlich sagen?

    Oh je, na wenn das so weiter geht, dann komme ich irgendwann mal vom Baum, zu Ast über das Stöckchen zur Wurzel :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    So, nunmehr fast ein Jahr ist es her, seit ich aus der Alkoholbeziehung ausgebrochen bin und mein Leben neu strukturiert habe. Ich denke mal, dass es ganz gut gelungen ist und ich mich glücklich bei und mit mir fühle.

    Nunmehr kommen neue Menschen und Freundschaften in mein Leben, über die ich mich freue und mit denen ich gut umgehen kann - eine Bereicherung für mich und hoffentlich auch für den Menschen mir gegenüber.

    Probleme habe ich definitiv dann, wenn es darum geht, dass eine gewisse Intensivität der Kontakte entsteht, die eventuell in Richtung Partnerschaft gehen könnten.

    Hier bin ich (noch) nicht in der Lage meiner eigenen Wahrnehmung zu trauen. Ich kann definitiv nicht beurteilen ob meine Einschätzung/Vermutung richtig ist bzw. ob ich Annäherung zulassen kann oder geben will. Es geht hier keinesfalls um eine Beziehung sondern nur die tiefere Öffnung des Menschen an sich, also die Stufe, die notwendig ist um überhaupt einander als tiefer Freund - oder später Partner - vertraut zu werden. Mich zu öffnen bedeutet natürlich mich angreifbar zu machen. Vertrauen wurde in der Vergangenheit enttäuscht und ich habe es ermöglicht durch meine Offenheit Mechanismen oder Manipulationen meiner Handlungsweise entstehen zu lassen. Ich konnte "gesteuert" werden ohne es zu merken.

    Nunmehr hänge ich etwas durch, empfinde auch eine gewisse Traurigkeit (die ich aber normal empfinde für einen Prozess der Weiterentwicklung) dass ich dieses "Kennenlernen" nicht mit der von mir gewünschten Leichtigkeit leben kann.

    Ich finde es sehr, sehr schade, dass ab dem Moment, ab dem ein Mann als Mann interessant werden könnte bei mir das Hirn einschaltet und sich die Leichtigkeit ausschaltet. Derzeit bin ich der Meinung, dass liegt an Ängsten mich zu tief auf einen Menschen einzulassen. Genau eine solche Leichtigkeit ist aber notwendig um einem Menschen offen gegenüber zu treten. Meine Offenheit wird quasi durch einen Selbstschutz verhindert, was ich nun nicht gerade toll finde.

    Zu "neu" noch ist mein "neues Leben" um diese "neuen Empfindungen" einfach als real anzunehmen. Vor kurzem gab es eine Begegnung, da fiel mir spontan ein, das war wie bei meinem Mann (meine Jugendliebe) vor 25 Jahren. Hm, danach gab es das wohl nicht mehr? Nun war für mich die Frage, gab es das nicht, oder konnte ich damals noch unverkrampft etwas erspüren und beginne nun wieder damit.

    Klingt etwas wirr, ich weiß... vielleicht aber doch für den/die einen oder anderen nachvollziehbar?

    Lieben und fragenden Gruß von Dagmar

    Liebe Streunerin,
    auch bei mir ging es lange Monate auf und ab. Ich habe so etwas von Selbstdiziplin von mir abverlangt, in Sachen Kontaktsperre, dass ich es fast nicht für möglich hielt was ich schaffte. Aber nur so konnte ich die Finger beginnen von meinem Suchtmittel zu lassen.

    Heute, liebes streunende Kätzchen würde ich ihn nicht mehr mit der Kneifzange anfassen! Heute habe ich das Gefühl einer leblosen Puppe gegenüber zu stehen, wenn ich an seine Augen denke. Heute nämlich sehe ich Menschen mit lebendigen Augen. Menschen, die einfach mal das Auto mitten auf der Kreuzung mit Warnblinker stehen lassen (auch nicht gut, ich weiss!!!!) einfach weil sie sich freuen mich zu sehen.

    Nein, liebe Stray Cat, nie nie wieder zurück in diese Abhängigkeit, dieses gebeutelt werden duch sich selber, die Selbstzweifel und diese verflixte gemeinsame Vergangenheit. Dieses "ach es war doch mal soooooooo schön...."

    Beginne wieder selbständig durch DEIN Leben zu stromern. Erobere Dir neue Gebiete und Freunde - so wie die Katzen, die abends gruppenweise beinander sitzen. Egal, ob sie sich mögen oder nicht, sie gruppieren sich - evtl. auch mit Abstand. So habe ich es mit neuen Menschen die ich derzeit kennenlerne, und manche sind mir schon recht nah gekommen ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach liebes Julchen, ja so läuft es, weil Du Dir quasi die Miete sparst. Man/frau könnte auch ironisch sagen: hättest Du das Geld in Reisen ausgegeben und würdest jetzt zur Miete wohnen, wäre Dein Zuschuss höher....

    Auch wenn es jetzt schwer fällt: versuche Dich daran festzuhalten, dass Du etwas eigenes hast - habe ich leider nicht zu bieten; ausser eigenem Vogel im Oberstübchen ;)

    Julchen, erfreue Dich an Deine neu gewonnen Lebensfreude und schieb diese Bürokratie einfach etwas nach hinten. Geht nicht richtig, es geht ums überleben, ich weiß, aber wenn ich gerade in meinem Freundeskreis die Ehen zerbrechen sehe (ohne Alk) so bin ich froh den Schritt ins selbständige Leben schon gegangen zu sein. Meinen Mädels steht da noch manches an Trauer und Bewältigung bevor - auch ohne Alk.

    Halt Dich wacker,
    lieben Gruß von Dagmar

    Ja, werte Twisted-Heart,
    das scheint ein Problem zu sein, welches sich auch bei mir irgendwann mal nähert. Aus der alten Beziehung raus (ich nunmehr seit einem Jahr) um dann in Folge eines Prozesses wieder auf andere eventuelle Partner zuzugehen.

    Ich selber habe leider noch nicht das passende Level gefunden - ich habe noch Panik. Vermutlich genau aus dem Grunde, was Dir passiert ist: eines noch nicht verarbeitet zu haben und bereits zu versuchen das nächste bestmögliche zu gestalten.

    Hm, Leere habe ich keine - ich muss auch sagen, ich komme ganz gut ohne Erotik oder Streicheleinheiten zurecht. Ich habe ja meine Miezen. Schwieriger wird für mich die Tatsache, wenn sich jemand bemüht und ich damit nicht umgehen kann.

    Wobei ich denke, auch das lernt man/frau mit der Zeit....

    Nur: was machst Du jetzt innerhalb der neuen Beziehung? Der neue Partner kann nichts für Deine Wunden. Du aber scheinst mir das Gefühl zu haben, erstmal selber Dich finden zu wollen und zu müssen - dabei aber, könnte ein neuer Mensch im Wege sein. Nicht weil er falsch ist, sondern weil einfach so viele wirre Gedanken sind, denen man/frau nachhängen muss, will, kann, darf um sie zu lösen.

    Die Therapie ist sicherlich ein sehr, sehr guter Ansatz. Mir helfen auch sehr Gespräche mit kritischen Freunden, da ich zuweilen noch nicht erkennen kann ob Ähnlichkeiten zwischen dem ehemaligen suchtkranken Partner und neuen - eventuellen - Bekannten/Freunden/geschätzten Menschen besteht.

    Wie war Deine Wahl: konträr oder ebenfalls jemand mit ähnlichen Charakterzügen - ich spreche nicht(!) von Sucht ect. ich meine extrem kontaktfreudig oder extrem kontaktarm. Ich meine schnelles Einlassen in eine Beziehung oder langsames - ich meine die Grundstrukturren, die bisher Dein Leben diktierten, diktieren sie auch diese neue Freundschaft oder waren da schon Änderungen für Dich spürbar?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Trauerkloss,
    neeee, älter werden die Herren ja von alleine - somit also jünger.

    Seit März kenne ich jemanden flüchtig, was sich derzeit intensiviert. Jedoch bin ich nicht so weit etwas partnerschaftliches zu führen - freundschaftlich ja um zu sehen ob sich mehr entwickeln kann. Noch zu sehr stehen Fragen im Raum ob ich vielleicht nach ähnlichem Schema aussuche oder ausgesucht werde wie die letzte schädliche Beziehung.

    Da es damals auch Jahre dauerte bis ich die Tragweite bemerkte werde ich keinesfalls mehr im Überschwang der Hormone einen Fehler machen.

    Liebe Trauerkloss, meine letzte Partnerschaft barg viel weniger "Liebe" in sich als viele Freundschaften, die ich hege. Somit lieber diese Freundschaften intensiv leben, pflegen und vielleicht ausbauen als wieder zu zweit gegen den Strom zu rudern....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Trauerkloss,
    genau diese Gedanken was mit ihm - und somit mit meiner Existenz passiert - was DER Grundgedanke zu gehen!

    Er wird Pflegefall - arbeitsunfähig - fährt jemanden zu Tode oder oder oder ! Nein, dafür halte ich nicht hin! Nicht dafür, weil es für ihn Wege aus dem Problem gegeben hätte!

    Und ich kann Dir sagen, liebe Trauerkloss, neben organischen Krankheiten hat sich bei meinem Ex eine Depression verstärkt, die ihn unberechenbar machte. Nee danke, Krankenschwester bin ich nicht für Menschen, die sich selber kaputt machen! Und finanziell bin ich auch nicht willens dafür den Kopf und den Geldbeutel hinzuhalten, der ist nämlich zu schmal.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du, liebe Cadi, mir geht es weniger um die Rolle der "Geliebten", die auch ich als Teenager-Spätlese (allerdings noch aus jungen Jahren kenne) sondern mehr um die Tatsache sich selber so wichtig zu sein, dass ich/du/wir uns an erster Stelle sehen.

    Ich für mich durfte lernen, dass Hilfe zu aller erst mal bei mir selber ankommen muss, damit ich mit meinem Leben rundum zufrieden bin. Dazu gehört für mich ein Partner, um den ich mich nicht sorgen muss weil er sich selber ruiniert.

    Ich selber habe mich in der abhängigen Beziehung verloren: Punkt für Punkt - immer mehr - von mir war nichts mehr übrig. Logischerweise weil die Belastungen, das Auf und Ab der Hoffnungen ect. die Oberhand bekam.

    Genau ein Jahr bin ich nun weg: nun rieche ich morgens als erstes mein Parfüm und den Geruch in der Backstube (wo ich in der Verwaltung arbeite). Nein, nicht mehr die Fahne vom Vortag des Ex....

    Ich sehe in wache Augen, manchmal depremierte Augen aber liebevolle Augen von Kollegen, die sich freuen mich zu sehen. Und nicht mehr wie vor einem Jahr leblose Augen, die bedauern wieder an den Arbeitsplatz zu müssen.

    Heute, ja heute sorgen sich auch andere um mich: Azubis, die etwas neues kreiert haben und mich probieren lassen, liebevolle Kollegen, die mich an die "Hand" nehmen oder ein Chef, der einen Eiskaffee vor uns stellt. Während Menschen, die sich durch den Alkohol zerstören sich selber kaum lieben können können sie das auch den Mitmenschen nicht zukommen lassen.

    Ich danke jeden Tag aufs Neue - und das nicht nur einmal - dass ich nun anders leben darf. Andere Augen sehen und Menschen, die ups und downs haben wie jeder andere, die aber versuchen suchtlos zu leben.... und somit nicht fremdmanipuliert. Vertrauen, ja Vertrauen könnte ich nie nie wieder zu einem nassen Alkoholiker haben. Denn er/sie ist krank .... einfach nur krank....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Cadi,
    erhlich gesagt, als ich Deine Zeilen gelesen habe schoss mir nur durch den Kopf: warum gibt sie sich als zweite Geige her? Nein, eigentlich sogar die dritte: der Alk, seine Frau und dann Du!

    Ist es wirklich ein Mensch - egal, wie toll er ist (na ja toll ist er für mich schon nicht wenn er dauerhafter Seitenspringer ist) - wert sich selber in die zweite - oder dritte - Reihe zu stellen??

    Ob Du schuld bist an seinem Trinken? Wohl kaum! Er schüttet sich die Flasch in den Hals - er hat zwei Beziehungen und wenn er damit nicht klarkommt, das also der Grund sein sollte dann hat er ein Problem mit sich. Zusätzlich zu seinem Alkproblem.

    Seine Frau vertuscht Dich als Seitensprung, nun ja, sie hat ihn ja behalten - in sofern "liebt" sie ihn wohl so wie Du ihn ...Du sagst, die Beziehung der beiden ist hin ! Nun ich habe für mich erfahren müssen, dass eine Beziehung mit einem Alkoholiker so und so keine Beziehung ist wie ich sie als normal empfinde. Meines Erachtens sorgt der Alkohol für eine Persönlichkeitsveränderung - und sei es nur durch den Suchtdruck, den Wunsch etwas zu konsumieren.

    Ich sage Dir ganz ehrlich, ich an Stelle seiner Frau würde versuchen mir helfen zu lassen frei zu werden von einem Alkoholiker und von den Problemen, die diese Krankheit mit sich bringt. Ich würde ihm sagen, geh mit Gott aber geh (so schnell wie möglich) getröstet hast Du Dich bereits, dann kann auch sie Deine Pflege übernehmen. So könnte sie wenigstens ab jetzt beginnen ihr Leben zu leben ohne beständig gehörnt zu sein und als Dank dafür noch später Krankenschwester oder Zahlemann & Söhne fürs Pflegeheim zu spielen.

    Sorry, aber hast Du für Dich nicht andere Wünsche als Krankenschwester zu sein oder zu werden? Willst Du weiterhin irgendwo ganz hinten anstehen hinter Alk und Frau? Willst Du nicht DEIN Leben führen und Nr. 1 sein?

    Viel Kraft wünscht Dir
    Dagmar

    Ach weißt Du, liebe Gotti, wenn es Deinem Sohn jetzt dort gut geht, dann bekommt er dadurch Kraft, Zutrauen und die Gewissheit, es gibt Jobs (die er bekommen kann), die Spass machen.

    Bei mir läuft es ja auch nicht anders - noch befristet. Ich hoffe auf Verlängerung, kann es mir auch sehr gut vorstellen. Meine Welt würde wohl erst mal ins Ungleichgewicht kommen wenn es keine Verlängerung gibt, aber ich denke und hoffe einfach, dass schon die schöne Zeit dort mir etwas gegeben hat.

    Dann hoffe ich mal für Deinen Sohnemann und mich, dass wir so lange wie möglich dort bleiben können, wo wir uns jetzt gerade wohlfühlen .... und das auch das Wohlfühlgefühl dabei bleibt!

    Lieben Gruß von Daggi

    Die gestern nach bald einem Jahr einige Spätschäden des Umzuges gemeistert und umorganisiert, umgestellt oder ähnliches hat. Vielleicht ist es bei mir so, dass erst jetzt meine Seele so richtig beginnt an ihren richtigen Platz zu kommen und dass deshalb nun auch die eine oder andere "unruhige" Möbelstellung sich verändert ;)