Hallo Ihr Lieben,
schön, dass Ihr es nicht nur nachvollziehen könnt, sondern dass auch Du Susanne, mir da wertvoll helfen konntest.
Es fiel mir recht schwer das ganze überhaupt in Worte zu fassen - sei es hier oder gegenüber meiner Freundin. Es wirkte auf mich wie ein Teenager-Gestammel, weil es "eigentlich" grundlos war. Aber: ebenso wie ein Teenager muss ich nun alles neu lernen, weil alte Verhaltensmuster jetzt nicht mehr angebracht sind.
Ich laufe genau die Stadien durch, von denen ich dachte, sie überstanden zu haben. Wie oft dachte ich in den letzten Jahren bin ich froh keinen Liebeskummer mehr zu haben oder für jemanden zu schwärmen oder zu überlegen was geht wie weiter. Ein Grund auch, warum ich geblieben bin.
Ja, liebe Susanne, es braucht wirklich Kraft und so viel an Nachsicht sich selber gegenüber. Kleines Beispiel: "sponatan wie ich bin habe ich etwas verwechselt um rumgeflaxt, somit also kompletten Blödsinn verzapft.". Er kam später und meinte ob ich da etwas missverstanden hätte. Uuuuuuppppppps - blamiert .......... Was nun? Cooliberta spielen und alles umdrehen und in die witzige Richtung ziehen oder einfach, wie ich es tat, feststellen, dass ich es wohl richtig verstanden habe, aber morgens einfach nicht wach war und einen Mist verzapft habe.
Bei Freunden kein Problem, hier aber war ich betroffen. Alles nichts schlimmes, aber alles anders als zuvor.
Boah Susanne, die Angst hätte ich nie in mein eigenes Kaputtmachen projeziert. Ich schob es immer auf tausend Gründe warum nähere Kontakte nicht gut sind - habe es also, wie Du zerpflückt... Erschreckend.
Ich denke genau die Zeit ist ein Faktor, die auch die passenden Menschen um sich herum benötigt. Da empfinde ich sehr viel Dankbarkeit, diesen Prozess derzeit so erleben zu dürfen, mit eben diesen Pausen, damit nicht irgendwie überrollt zu werden. Zwar fühlte ich ich zuweilen so, weil ich von der Situation in mir selber überfahren wurde, aber zwischen allen einzelnen Stufen, die da so gegangen wurden in den letzten Monaten waren immer wieder Verschnaufpausen drin, über die ich meingem "Lehrmeister" sehr, sehr dankbar bin.
Ich habe auch heute morgen in mir eine gewisse Lösung der Anspannung bemerken können. Einfach dadurch mich selber auch diesen Themen zu stellen, die nicht unbedingt schön für mich sind. Einfach zu sagen akzeptiere das "Durcheinander" lass es zu - und versuche damit ehrlich zu sein, auch anderen gegenüber. Sollte mir passieren - was nie auszuschließen ist - dass das ausgenützt wird, nun gut, dann muss ich auch da dann weiter lernen.
Ich spüre ganz massgeblich die Veränderungen zu früheren Kontakten, die oftmals ganz schnell ins körperliche gingen und man/frau dabei einfach das Reden vergessen konnte. Sich quasi austricksen durch Händchenhalten und so "zu tun" als wäre alles in Ordnung. Einmal lieb sein, lässt Meinungsverschiedenheiten vergessen - vereinfacht gesagt.
So, das geht auf meinem derzeitigen Lernweg nicht, hier geht es definitiv darum Kommunikation zu betreiben, Herz und Seele zu öffnen (zu überlegen wie weit), sich wieder in den Erdungszustand zu bringen und alles in Einklang mit der eigenen Seele und dem Gefühl. Sprich: erstmalig bin ich bemüht immer erst mich selber anzutreffen und wohl zu fühlen, bevor ich weitere Schritte gehe oder zulassen.
Dass ist genau das was Zeter schreibt, so habe ich unbewußt gelebt die letzten Monate auf diesem Lernweg. Noch vor drei Monaten hielt ich vieles für undenkbar, was dann doch geschah. Dinge, die damit zu tun hatten, nichts mehr verdrängen zu wollen. Der Wahrheit in die Augen sehen und sie auch auszusprechen - nicht breit zu treten - aber einfach es ist so.
Ich denke, ich habe noch einen größeren Weg vor mir aber er scheint zunehmend leichter zu werden, auch wenn ich mich dabei nicht gerade locker, flockig fühle. Aber dennoch: es scheint leichter zu werden, je mehr ich annehme was um mich herum passiert und dass ich durch den Wind bin. Einfach nicht dagegen anlaufen.
Dadurch, dass da jetzt zwei Menschen aufeinander treffen, die ausgesprochen vorsichtig miteinander umgehen (müssen) ist es natürlich ganz leicht sich "falsch" zu verhalten und das Gefühl zu bekommen - ups - blamiert. Das war in mir früher sehr stark. Ich war richtig stolz auf mich, als ich gestern ein paar schnelle Sätze zwischen Tür und Angel nicht umsetzen konnte einfach nur sagte: "Ich kann Dir gerade nicht folgen, ich bin heute nicht so schnell, kannst Du es nochmal sagen". NULLO PROBLEMO ! Keine Blamage, keine dummen Witze.
Denn auch hier sind wir mittlerweile an einem Punkt angekommen das eine oder andere aktuell zu besprechen. Das bedeutet in jedem Fall Kommunikation und bedeutet klar auf einen Mitmenschen zuzugehen und zu sagen, ich will Dir was privates sagen. D. h. die Trick17-Maschen weg zu lassen und keine komischen Zufälle zu forcieren sondern aufeinander zuzugehen.
Oh, war ich früher ein Spezialist in Trick 17 Mannövern, hmmm
Bevor ich gesagt hätte, ich will mich mal mit Dir unterhalten hätte ich tausend Umwege gefunden - von der defekten Toilettenspülung bis hin zu technischem Unverstand. Aber eines hätte ich niemals: einfach nur menschliches Interesse offen vorne angestellt.
Genau aber diese "brauchen"-Muster könnten ein Schritt in die Co-Abhängigkeit gewesen sein. Dieses nicht offene, dieses verdruckte - ich als co, ebenso wie der Alkoholkranke, der seinen Konsum verschleiert. So trafen evtl. zwei Menschen aufeinander, die beide über Umwege gehen und sich nie offen in Augen oder Seele sahen.
Erschreckend.....
Lieben Gruß von Dagmar